britta_lg hat geschrieben:...Wer kann mir einen Tipp geben, womit man sie hier überraschen könnte? Gibt es besondere Hochzeitsgeschenke in Russland? Vielleicht auch eine Torte? Und wie sieht es mit Bräuchen aus?
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Also ob die Hochzeitstorte die gleiche symbolische Bedeutung hat, wie hier, kann ich nicht sagen, aber süßes Gebäck ist den Russen - vor allem den Russinen - schon sehr wichtig.
Und zu den Geschenken: Bei allen dt.-russ. Hochzeiten, die ich erlebt habe, spielten die ganz traditionellen Hochzeitsgeschenke zu Ausstattung des Brautpaares eine riesige Rolle. Vor allem Bettwäsche, Decken, Kissen, Bestecke etc. und dann noch Kleider, Schuhe, Schmuck, Unterwäsche, Kosmetika für die Braut.
Wir haben z.B. Unsummen für Übergepäck bezahlen müssen, weil wir es nicht übers Herz bringen konnten, die selbstgemachten, prall gestopften Gänsedaunen-Bettdecken und Kopfkissen, die handbestickte Leinenbettwäsche, das obligatorische Silberbesteck etc. zurückzulassen, als wir von unserer Hochzeitsfeier in Kazan' und der anschließenden Reise nach Berlin zurückkehrten.
Meine Frau war von ihren Omas, Tanten etc. derart liebevoll mit dem "Zubehör" für eine verführerische, anziehende Ehefrau ausgestattet (bzw. überladen) worden, dass ich das schon hart an der Grenze der Privatsphäre empfand.
Für die Verhältnisse hier mag das alles etwas ungewöhnlich anmuten, aber es schien mir vor allem darum zu gehen, mit den Geschenken "begünstigende Rahmenbedingungen" für viele kleine Babys zu schaffen.
Und dann kam eben noch die Sorge hinzu, das es dem 'armen Mädchen', das man so mühevoll aufgezogen hatte, in der weit entfernten Fremde auch ja gut erginge.
Unterwegs mit all dem Gepäck kam ich mir vor, wie ein Siedler vor 200 Jahren, der sich mit einem Treck von Pferdewagen in die westamerikanische Prärie begibt. Nur benutzen wir keinen Planwagen, sondern Eisenbahn und Flugzeug, ich verfügte bereits über einen gut ausgestatteten, gemütlichen Haushalt und es bedurfte/bedarf keiner besonderen "Verpackung" für meine Frau, um mich auf deren Schönheit aufmerksam zu machen.
Aber so hatte zumindest ihre zurückbleibende Familie ein gutes Gefühl...
Unterm Strich kann ich nur sagen, dass ich die Hochzeitskultur dort deutlich herzlicher und weniger vernunftorientiert empfand, als es hier heute üblich ist. Der Familie kommt es sehr darauf an, dass das Töchterchen in gute Obhut gerät und es ihr an nichts fehlen solle.
Grüße,
Zeppelin