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Verfasst: 10 Dez 2006, 20:22
von Stefan
Also das Wort, ich zitiere nun emzv: POLAKEN, kann und will ich nicht gut heißen.
Es gibt in jedem land weiße und schwarze Schaafe!!!
Wie würde es dir gefallen, wenn jemand permanet NAZI, FASCHIST oder SAUERKRAUTFRESSER sagt????
Verfasst: 10 Dez 2006, 20:43
von Zeppelin
Stefan hat geschrieben:Also das Wort, ich zitiere nun emzv: POLAKEN, kann und will ich nicht gut heißen.
Es gibt in jedem land weiße und schwarze Schaafe!!!
Wie würde es dir gefallen, wenn jemand permanet NAZI, FASCHIST oder SAUERKRAUTFRESSER sagt????
Ich halte den Begriff POLAKEN noch für deutlich diskriminierender, als die Bsp., die Du genannt hast. Das Wort ist mir noch als übel gemeintes Schimpfwort aus meiner frühesten Kindheit in Brbg. und McPomm bekannt; verwendet vor allem von selbst ganz bestimmt nicht sehr fleißigen und kultivierten deutschen Landarbeitern dort.
NAZIS und FASCHISTEN gab und git es hingegen leider tatsächlich in der Realität, und für eMzv wäre es offenkundig eine Ehre so genannt zu werden - wenn man seinen Beiträgen folgt.
Und zum Begriff Sauerkrautfresser: Ich hab heute zum Mittag Sauerbraten mit grünen Klößen und gaaaaaaaaaanz leckerem frischem Sauerkraut aus POLEN zubereitet. Das habe wir allerdings an schön gedecktem Advendstisch verzehrt - und nicht gar aus dem Schweinetrog 'gefressen'. - Obwohl ich zur Ehrenrettung der Schweine bemerken möchte, dass diese ihren Futterplatz bei artgerechter Haltung sehr kultiviert hinterlassen. Der Trog ist dann i.d.R. sauber ausgeleckt.

Verfasst: 11 Dez 2006, 12:29
von harald63
waldmeister hat geschrieben:Stefan hat geschrieben:Also das Wort, ich zitiere nun emzv: POLAKEN, kann und will ich nicht gut heißen.
hm....
Pole (dt.) - поляк (rus.)
Polaken und Polyak sind schon zwei verschieden Wörter. Und nur, weil ein Wort in einer anderen Sprache völlig normal ist, heißt dies nicht, dass es auch abwertend verwendet werden kann. Paradebeispiel dafür ist "Kanake". Bedeutet in polynesischen Sprachen einfach "Mensch" und hatte früher hier sogar eine positive Konnotation. Jeder weiss ja, wie das Wort heutzutage eingesetzt wird...
Verfasst: 11 Dez 2006, 21:08
von Stefan
Ok ok, es mag sein, daß ich die Interpretation des Wortes Polake falsch verstanden habe, aber ich bin kein Freund davon, jemanden aus Polen als Pollake zu bezeichen - wissen wir doch hier in D das es eher eine Beleidigung als eine Rassenunterscheidung ist.
Verfasst: 11 Dez 2006, 23:40
von MoskvaReka
Hallo, sorry, dass ich mich "völlig neu" und "völlig unbekannt" in ein schon länger diskutiertes Thema einmische, aber ich lese schon eine ganze Weile mit und ärgere mich einfach über die Klischeehaftigkeit einiger Ausdrücke. Für mich persönlich ist es nicht wichtig, ob ein Wort, bzw. eine Benennung eine Beleidigung darstellen könnte, weil es mgl.-weise in einer bestimmten Zeit oder Region so verwendet wurde. Ich habe früher immer "Negerküsse" gegessen und fand das völlig normal, dass die Dinger so hießen. Wenn ich Schwarze wäre, wäre es mir sowas von wurscht, ob man mich als Negerin oder als Farbige betiteln würde. Außerdem gehe ich davon aus, dass das Wort "Polyak" aufgrund der russischen Bezeichnung verwendet wurde. Und selbst "wenn" man in Deutschland von "Pollaken" als mögliche Beleidigungsform spricht, ist das sicher nicht schön, aber auch nicht so schlimm wie hier dargestellt. Jede Region hat ihre Witzchen und ihre Vorurteile. Warum über die Ostfriesen lachen, den sächsischen Dialekt nachäffen und sich dabei wegschmeißen, aber nicht mal ein Witzchen über unsere polnischen Mitbürger wagen? Wobei mir schon klar ist, dass die Bezeichnung "Pollake" nicht als Witz gemeint war. Ich verstehe nur die einseitige Verurteilung sämtlicher Äußerungen, die mgl.-weise aus irgendeinem Grunde rassistisch interpretiert werden "könnten" nicht. In jedem anderen Land geht es wesentlich härter zu. In D-land wird man ja schon schief angeguckt, wenn man beim Singen der Nationalhymne aufsteht. Die beiden Botschaftsempfänge in der deutschen Botschaft in Moskau zum 03.Oktober waren schon fast peinlich, weil nur die Hälfte der Leute den Text konnten. Und parallel dazu verweise ich auf folgendes Ereignis in einer deutsch angehauchten Kneipe am Belorussischen Bahnhof, in der ich von einem jungen Mann, maximal Mitte 30, aufgrund der deutschen Vergangenheit übelst beschimpft wurde, weil ich deutsch gesprochen habe - das alleinige Hören der Sprache würde ihn verletzen - . Über so etwas regt sich keiner auf, da wird nicht drüber gesprochen. Gegenbeispiele werden leider extrem aufgebauscht und wochenlang diskutiert. Ich möchte nichts verharmlosen und keine Gefahren rechter Gewalt negieren - im Gegenteil, außerdem habe ich selber über Jahre als "Ausländerin" in Russland gelebt.
Zum Thema Aufstiegschancen in Russland kann ich nur sagen: Laut meiner Erfahrung ist es durchaus so, dass die Strukturen in RU noch nicht so festgefahren sind wie in D. Mitarbeiter haben wesentlich schnellere Möglichkeiten, die Karriereleiter zu erklimmen. Gleichzeitig kann man natürlich genauso schnell auch wieder fallen, alles ist möglich.
Verfasst: 12 Dez 2006, 13:18
von Zeppelin
MoskvaReka hat geschrieben:... Und selbst "wenn" man in Deutschland von "Pollaken" als mögliche Beleidigungsform spricht, ist das sicher nicht schön, aber auch nicht so schlimm wie hier dargestellt. Jede Region hat ihre Witzchen und ihre Vorurteile. Warum über die Ostfriesen lachen, den sächsischen Dialekt nachäffen und sich dabei wegschmeißen, aber nicht mal ein Witzchen über unsere polnischen Mitbürger wagen? Wobei mir schon klar ist, dass die Bezeichnung "Pollake" nicht als Witz gemeint war. ...
Grundsätzlich sehe ich dies - und auch das mit "Negerküssen", "Sarottimohr" etc. - ähnlich.
Aber es ist in der Tat kein Witz gegenüber Polen, diesen Begriff zu verwenden.
Ich weiß, dass die meisten Polen enormen Humor besitzen und vor allem über eine wundervolle Fähigkeit zur Selbstironie verfügen. Das gilt auch ganz besonders für den Umgang mit Klischees, die über sie Bestehen. Die besten Witze über "polnische Autoklauer" machen eben die Polen selbst, so wie die Sachsen zu ihrem Dialekt mit Schmunzeln stehen und die Ostfriesen zu ihrem "überbrodelnden Temperament".
Und abgesehen davon, dass man mit Witzen - so es den welche sind - immer auch ein gewisses verständnisvolles Wohlwollen zum Ausdruck bringt, indem man über bestimmte Merkmale spöttelt, kommt es auch immer darauf an, wer in welchem Kontext einen 'Witz' macht. - Vielleicht ist Dir ja aufgefallen, in welcher Weise dieser "eMzv" sich bereits 'profiliert' hat...
Grüße,
Zeppelin
Verfasst: 13 Dez 2006, 11:09
von Kultgrieche
Zeppelin hat geschrieben:Ich halte den Begriff POLAKEN noch für deutlich diskriminierender, als die Bsp., die Du genannt hast. Das Wort ist mir noch als übel gemeintes Schimpfwort aus meiner frühesten Kindheit in Brbg. und McPomm bekannt; verwendet vor allem von selbst ganz bestimmt nicht sehr fleißigen und kultivierten deutschen Landarbeitern dort.
Aber abfällig McPomm über Mecklenburg-Vorpommern sagen, was? Soll das lustig sein oder ist das westdeutsche Arroganz?
Verfasst: 13 Dez 2006, 11:24
von Stefan
Ich denke nicht, daß das Wort McPomm so zu werten ist wie Neger oder Pollake.
Aber wenn wir nun jedes Wort auf die Waagschale legen, dann könnten wir kaum noch ein Wort schreiben oder sagen.
Kölner sagen i. Ü. auch nicht Düsseldorf sondern Düsseldoof. Fragt doch mal die Schwaben nach den Bayern oder umgekehrt.
Und ich denke nicht, daß es was mit "westlicher Ignoranz" zu tun hat, wenn man McPomm sagt.
Verfasst: 13 Dez 2006, 11:57
von Kultgrieche
Also, "Düsseldoof" stelle ich da auf eine Stufe wie "Polake". Kann doch nicht sein, das wir verbale Akrobatik bei der ganzen Ausländer-Thematik betreiben, aber intern die blödesten Ausdrücke verwenden. Man soll immer mit gleicherlei Maß messen!
Verfasst: 13 Dez 2006, 12:03
von manuchka
Is aber so, Kultgrieche, und das ist auch normal. Wenn die Deutschen (oder wer auch immer) sich untereinander beschimpfen, juckt das "draußen vor dem Tore" niemanden. Wenn es aber die da "draußen vor dem Tore" betrifft, kann es sein, dass es Geschrei gibt. Das ist im Übrigen nicht nur in Deutschland so. Schwarze oder Farbige (oder wie nennt man sie denn nun korrekt?) untereinander betiteln sich oft als "Nigger", da ist das irgendwie nicht schlimm. Aber wehe, wenn das ein Weißer, einer "von draußen" sagt.