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Suche Website über Geschichte Moskaus

Verfasst: 06 Feb 2004, 19:39
von Vale
Hallo,
ich bereite gerade ein Referat für das Thema "Die Geschichte Moskaus bis 1917" vor und suche noch geeignete Websites zum nachlesen.
Vielleicht könnt ihr mir ja welche empfehlen...
Grüße

Verfasst: 06 Feb 2004, 20:14
von Anonymous
Im Jahre 1147 wird Moskau von Jurij Dolgoruki gegründet, und zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Er ließ 1156 eine Holzfestung bauen und den Bojaren (Fürst) Stepan Kutschka, der dort wohnte, erhängen. 1237 wurde die Siedlung an der Moskwa von Tataren niedergebrannt; kurze Zeit später jedoch wieder aufgebaut, wobei sie dem Großkhan tributpflichtig blieb. Iwan I. – auch kalita ( Geldsack) genannt – wird vom Großkhan als Großfürst eingesetzt und erzog von Wladimir nach Moskau. Zu dieser Zeit lebten etwa 30.000 Menschen in der Stadt. Der Großfürst Iwan III. vereinte 1462 die russischen Fürstentümer, wobei sich das Moskauer Reich zur stärksten Macht in Osteuropa entwickelte. Der Stadtbezirk der Kaufleute Kitaj Gorod (= mittlere Stadt) wurde 1538 mit einer Ziegelmauer umgeben. 1547 wurde Iwan IV., welcher auch unter dem Namen Iwan der Schreckliche bekannt war, russischer Zar(Kaiser). Kurze Zeit später, von 1555-1560, erbaute man am Roten Platz die Basilius-Kathedrale; außerdem fanden in dieser Zeit viele kulturelle Erneuerungen statt, wie z.B. die Einführung des Buchdruckes, erster schriftlicher Rechtsvorschriften und Chormusik.

In den Jahren von 1584-1612 sorgten Erbstreitigkeiten, Hungersnöte und soziale Unruhen für Verwirrung in der Stadt, was trotz der neu erbauten Schutzwälle zu einer Lücke im Verteidigungssystem führte, die von einem angeblichen Sohn Iwans IV. aus Polen genutzt wurde, indem er die Stadt weitgehend zerstörte. Seine Mannen verbündeten sich mit russischen Rebellen, bis die spätere Zarenfamilie Romanow den polnischen Kronprinzen als Zaren von Rußland anerkannte. 1612 eroberte das russische Heer Moskau zurück und der 16jährige Michail Romanow wurde zum Zaren gewählt, die Stadt unter seiner Führung wieder aufgebaut. Tuch-, Papier- und Ziegelmanufakturen entstanden und der blühende Handel zog immer mehr Menschen in die Stadt, die bereits mehr als 100.000 Einwohner zählte. Vierzig Jahre später mußten auf Drang der Kirche alle Nichtrussen in die Nemezkaja Solboda (deutsche Vorstadt) im Osten Moskaus ziehen. 1689-1725 zogen Beamte, Adlige und Kirchendiener an die Newa, in die von Peter I. neu ernannte Hauptstadt St. Petersburg. Das Verbot, außer Petersburg keine Stadt aus Stein zu erbauen, weckte den Neid Moskaus. 1755 gründete der Gelehrte und Dichter Michail Wassiljewitsch Lomonossow die gleichnamige Universität. Im Jahre 1786/87 entstand durch die Umlenkung der Moskwa südlich des Kremls eine Insel. Ein Jahr später wurden erste Trinkwasserleitungen verlegt.

Napoleon besetze 1812 die Stadt, wobei ein Großbrand zwei Drittel der Häuser vernichtete. Aber der eisige Winter, Hunger und ausdauernder Widerstand der russischen Armee sorgten für den baldigen Rückzug von Napoleons Soldaten, daraufhin konnte der Wiederaufbau ihrer Stadt beginnen. 1816/26 planten geheime Gruppierungen adliger Revolutionäre ( sog. Dekabristen ) in Moskau und St. Petersburg einen Aufstand, um eine Verfassungsänderung und die Abschaffung der Leibeigenschaft durchzusetzen. Sein Fehlschlagen hatte eine verschärfte geheimpolizeiliche Überwachung zur Folge, was Nikolaus I. den Beinamen "Gendarm Europas" eintrug. 1851 wurde die Eisenbahnlinie Moskau - St. Petersburg eröffnet. Alexander II. hob 1861 die Leibeigenschaft auf, aber die unveränderten Eigentumsverhältnisse ließen viele landlose Bauern nach Moskau strömen. Es kam in ganz Rußland zu Bauern- und Studentendemonstrationen, die von Regierungstruppen niedergeschlagen wurden. 1890 wurde in Moskau die elektrische Straßenbahn eingeführt. Depressionen und Hunger infolge des verlorenen Russisch-Japanischen Krieges ließen 1905 Rufe nach einer neuen Verfassung und Neuverteilung des Eigentums laut werden. Weil die Zarentruppe brutal bei einer Arbeiterdemonstration in St. Petersburg einschritt, beteiligten sich erstmals alle Bevölkerungsschichten an Unruhen, was zur Folge hatte, daß erste Arbeiter- und Soldatenräte entstanden. Dadurch erklärte sich der Zar bereit, ein allgemeines Wahlrecht einzuführen, aber er behielt sich jedoch das Recht zur Auflösung der gewählten Duma vor.
Drei Jahre nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges kam es in den Petersburger Pultilow-Werken erneut zum Aufstand (Februarrevolution). Doch diesmal verweigerten die Soldaten des Zaren den Gehorsam und verbündeten sich mit den Streikenden, worauf der Zar abdankte. Eine neue Duma bildete gleich darauf mit den Räten die erste Provisorische Regierung. Im Oktober des selben Jahres ergriffen die Bolschewiki die Macht und Lenin, der "Anführer" der Revolution, wurde erster Regierungschef der Sowjetunion und ernannte Moskau 1918 zu seinem Regierungssitz. 1920-1930 folgte auf die vorherigen Bürgerkriege und Unruhen die Zeit der künstlerischen Avantgarde; nachdem Moskau 1922 Hauptstadt der UdSSR geworden war, starb zwei Jahre darauf Lenin. Stalin ließ ihm zu Ehren auf dem Roten Platz ein Mausoleum erbauen, das zu einem Wallfahrtsort für die Sowjetbürger wurde.