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S7-Verbot
Verfasst: 16 Feb 2007, 11:42
von Zejtnot
Gestern hat wohl irgendein russischer Fernsehsender berichtet, dass S7 die Lizenz für Novosibirsk-Frankfurt verloren hat. Hat das irgendwer gesehen und weiß Details? Oder hat irgendwer einen Link? Ich kann bislang nichts dazu finden und glaube daher eher an eine Falschinfo.
Verfasst: 16 Feb 2007, 13:33
von m1009
mich wuerde das bei bei s7 gar nicht wundern....
Verfasst: 16 Feb 2007, 13:55
von Dietrich
Wie oft bist du schon mit S7 geflogen?
Oder gefallen dir nur die gruenen Flugzeuge nicht ;-)
Verfasst: 16 Feb 2007, 14:35
von Zejtnot
Dietrich hat geschrieben:Wie oft bist du schon mit S7 geflogen?
Da ich in Sibirien wohne bin ich leider häufig auf diese Airline angewiesen. Zufrieden war ich bei keiner einzigen meiner Reisen.
Inzwischen hat man mir erzählt, dass irgendeine dänische Behörde diverse Flüge von S7 verboten hätte. Klingt obskur.
Die örtliche Presse hat ferner gestern gemeldet, dass die Novosibirsker Staatsanwaltschaft bei einer Kontrolle zwei gefälschte Räder (also nicht lizensierte/geprüfte Räder) an einem S7-Flugzeug gefunden hat. Wer auch immer sie da rangeschraubt hat ...
Verfasst: 16 Feb 2007, 16:32
von Dietrich
Irgendwie muss Lushkow ja dafuer sorgen, dass er die 20 Mio Passagiere nach Vnukovo kriegt. Und das geht eben am besten auf Kosten des Flughafens Domodedovo und der Hausairline S7. An Aeroflot trauen die sich dann doch nicht dran.
Wo kommen wir denn da auch hin, wenn ploetzlich ein Flughafen einfach so und unter privater Kontrolle zur Nr. 1 in Moskau wird. Und dabei sogar noch viel moderner und kundenorientierter auftritt als der quasi "staatliche". So geht's ja nun nicht....
Ganz davon abgesehen, sind auch die Kunden von Aeroflot und Lufthansa nicht immer zufrieden. Und bei denen bezahlt man teilweise nicht unerheblich mehr fuer die Tickets, besonders bei der Lusthansa. Wenn man seine Fluege selber zahlen muss, dann finde ich S7 gar nicht mal so schlecht. Zumindest, was die Fluege Moskau <-> Deutschland angeht.
Verfasst: 16 Feb 2007, 16:51
von Rotech
ihr wollt mir doch nicht erzaehlen das Lushkov so viel Macht hat, dass er Fluglizenzen und int. Kontrakte beeinflussen kann? So viel kann der nicht, der ist auch nur ein kleiner Buergermeister einer grossen Stadt........
Wieso hat er sich denn eigendlich nicht in den Flughafen Dodmedowo eingekauft?Geld haben die doch alle wie Heu, meisstens muessen aber zum abheben des Geldes in die Schweiz..........
rotech
Verfasst: 16 Feb 2007, 19:06
von Dietrich
Rotech hat geschrieben:ihr wollt mir doch nicht erzaehlen das Lushkov so viel Macht hat, dass er Fluglizenzen und int. Kontrakte beeinflussen kann? So viel kann der nicht, der ist auch nur ein kleiner Buergermeister einer grossen Stadt........
Wie lange bist du schon in RU?
Wenn Lushkov will, dass du dein Leben lang kein Visum mehr fuer Russland kriegst, dann sind das fuer ihn wahrscheinlich nicht mehr als 2 oder 3 Telefonate.
So eine Reifengeschichte bei S7 ist da natuerlich schon etwas komplexer.... aber auch nicht unmoeglich.
Verfasst: 27 Feb 2007, 10:07
von Simone
Flugverbot für russische Airlines - Die Welt 20.02.2007
Das russische Transportministerium sieht das Image der russischen Luftfahrt gefährdet und hat neun russischen Fluggesellschaften alle Flüge in die EU untersagt. Zu den Airlines gehören die Linien der größten russischen Rohstoffkonzerne Gazprom und Lukoil.
Dem Verbot vorangegangen waren zahlreiche Beschwerden der Europäischen Union (EU) und Ermahnungen durch das Ministerium. Betroffen sind neben Gazpromavia und Lukoil die Airlines Aero Rent, Tatarstan, Atlant-Sojus, Aviakon Zitotrans, Zentr Avia, Russkoje Nebo sowie Utair, die vom viertgrößten russischen Erdölkonzern Surgutneftegaz kontrolliert wird. Alle Fluggesellschaften spielen eine bedeutende Rolle im Chartergeschäft.
Für das ohnehin schlechte Renommee der russischen Luftfahrt, häufig als "Aeroschrott" ver-spottet, ist das Verbot ein weiterer Schlag. Die Zwangsmaßnahme solle dazu dienen, "bedeu-tenden Schaden von Russland abzuwenden" und die "Sicherheit der Flüge zu erhöhen", teilte das Transportministerium mit. Erst wenn die Fehler behoben seien, werde die Starterlaubnis wieder erteilt, betonte die Behörde.
Nach Auskunft des Transportministeriums waren zwischen 2004 und 2006 zahlreiche Beschwerden eingegangen. In dieser Zeit sollte eigentlich das Programms Safa (Safety Assessment of Foreign Aircraft) für eine höhere Flugsicherheit sorgen. Bei 89 Überprüfungen seien 433 Mängel festgestellt worden, davon 336 bedeutende. Auf der Mängelliste ganz oben stand Gazpromavia. Die Airline des Erdgasmonopolisten wurde jedoch auch häufiger als alle anderen kontrolliert. Die bedeutendsten Verfehlungen betrafen die Ausstattung des Cockpits, die Beleuchtung der Notausgänge sowie Sicherheitsgurte der Piloten.
Die Fluggesellschaften zeigten sich mit der Entscheidung nicht einverstanden. Bei Russlands größtem Erdölkonzern Lukoil hieß es, die Gründe für das Verbot seien "lächer-lich", die Mängel längst behoben. Die Sprecherin von Gazpromavia sagte: "Die Gesellschaf-ten versuchen bereits, notwendige Veränderungen bei der Konstruktion der Flugtechnik auf eigene Rechnung zu erreichen. Das ist jedoch nicht immer möglich, da man sich in die Arbeit der Konstruktionsbüros einmischen muss." Das Flugverbot sei ein Hinweis darauf, dass die EU-Kommission in Brüssel russisches Fluggerät diskriminieren und aus dem Markt drängen wolle.
Interessanterweise dürfen die Fluggesellschaften in Russland weiterhin fliegen. Nach dem Ende der Sowjetunion waren in den Neunzigerjahren in Russland aus dem sowjetischen Luft-fahrtmonopolisten Aeroflot Hunderte von Baby-Airlines - so genannte "Babyflots"- entstan-den. Aeroflot hatte kürzlich angekündigt, die Hälfte seiner Flotte bis zum Jahr 2010 auszu-mustern und seine Modelle Tupolev-134 und Tupolev-154 unter anderem durch das Modell Airbus A320 zu ersetzen.