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Verfasst: 04 Mär 2007, 00:07
von zimdriver
Zeppelin hat geschrieben:...der Rusländer/innen ...
Wer hat denn dieses Wort geschaffen?

Verfasst: 04 Mär 2007, 01:10
von Zeppelin
zimdriver hat geschrieben:
Zeppelin hat geschrieben:...der Rusländer/innen ...
Wer hat denn dieses Wort geschaffen?
Oh sorry! Da hatte ich doch glatt ein fehlendes S übersehen.
Natürlich heißt es korrekt Russländer/-innen.

Verfasst: 04 Mär 2007, 09:01
von zimdriver
Darum ging es aber gar nicht. Ich frage mich eher, ob Rus/Ruß/Russländer nun nur politisch korrekt sein soll (so wie z.B. man/frau oder BürgerInnen aus dem grünen Sprachgebrauch) oder ob es sich um die Übertragung des Wortes россияны handelt?

Verfasst: 04 Mär 2007, 10:06
von Ragnar Schluchtmann
wenn schon, dann "Russin" (россиянка)

Verfasst: 04 Mär 2007, 10:21
von zimdriver
... das meine ich doch: Russin/ Russe oder Russländerin/ Russländer. Oder handelt es sich um hier eine akademische Gutmenschen- Wortschöpfung, die der ethnischen Vielfalt der Bevölkerung der Russischen Föderation gerecht werden soll???

Verfasst: 04 Mär 2007, 11:22
von Zeppelin
zimdriver hat geschrieben:... Oder handelt es sich um hier eine akademische Gutmenschen- Wortschöpfung, die der ethnischen Vielfalt der Bevölkerung der Russischen Föderation gerecht werden soll???
Darüber kannst Du Dich nun aufregen oder belustigen, wie Du willst, aber Russländerinnen und Russländer bzw. im Weiteren russländisch ist nun einmal der offizielle Sprachgebrauch, wenn man sich auf die gesamte Bevölkerung und deren Gesamtstaat bezieht.
Das ist keineswegs eine Wortschöpfung des Auslands, sondern so steht es u.a. in diversen russländischen Gesetzestexten und wird in Politik und Diplomatie auch genau beachtet.
Die einzige Ausnahme ist meines Wissens die Staatsbezeichnung der Russischen Föderation.
Selbst der - von mir nicht eben geschätze - Präsident verwendet in seinen Reden meistens den Terminus russländisch und auch Wikipedia geht darauf ein:
Wikipedia hat geschrieben:Das Wort russländisch ist die in der deutschen Alltagssprache kaum verwendete, aber treffende Übersetzung des russischen Begriffs российский (rossijskij), des Adjektivs zum Substantiv Россия (Rossija), welches Russland bedeutet.

In der deutschen Amts- und Alltagssprache wird das Adjektiv rossijskij fast immer mit „russisch“ übersetzt, obwohl es sich nicht auf die russische Ethnie oder die russische Sprache bezieht (hierfür gibt es das Adjektiv russkij), sondern auf Russland und seine Staatsbürger. Letztere sind aber zu großen Teilen (derzeit ca. 20%) keine ethnischen Russen, weswegen der Unterscheidung in Russland schon immer eine große Bedeutung zukommt.

Mit der Unterscheidung wird auch auf die Befindlichkeiten und das Nationalgefühl der ethnischen Minderheiten in Russland Rücksicht genommen. Eine vorwiegend von Tataren bewohnte Stadt würde im Russischen zwar als „russländische“ Stadt, nicht aber als „russische“ Stadt bezeichnet werden. Analog zur Unterscheidung zwischen „russisch“ und „russländisch“ wird im Russischen auch zwischen „Russe“ (russkij) und „Russländer“ (rossijanin) differenziert. Ein russisch-sprechender Tatare ist also zwar kein „Russe“, wohl aber ein „Russländer“.

In jenen Fällen, in denen eine klare Unterscheidung zwischen Staat und Ethnie bzw. Sprache gewünscht ist, wird auch im Deutschen gelegentlich das Wort „russländisch“ verwendet.
Quelle

Leider hat es sich in den deutschsprachigen Medien noch nicht herumgesprochen, dass dies eben so ist.
Nur wäre ich schon auf das Geschrei gespannt, wenn jemand (auch noch in der Öffentlichkeit) alle Deutschen als Bayern oder Preußen bezeichnen würde oder gar alle US-Amerikaner/-innen z.B. als Texaner/-innen etc.

Aber ich frage mich Zimdriver, warum Du nicht einfach Deinen Eindruck vom Bild der Deutschen aus russländischer Sicht hier schreibst. Hast Du keinen?
Ich habe mich nur auf die Frage von Sanja bezogen.

Verfasst: 04 Mär 2007, 13:30
von manuchka
... weil Russen ja per se nur die sind, die auch zur russischen Nation gehoeren, sprich "russkie" sind - was die Tataren z.B. ja nicht betrifft... und da die aber auch in Russland leben, sind sie eben keine Russen, sondern Russlaender... So isses ganz korrekt, und da besteht auch mein ehemaliger Ostrechtsprof drauf, ich persoenlich halte es ein wenig fuer Kruemelkackerei, denn ob Bayer, Sachse, Preusse - wir nennen uns schliesslich auch nicht Deutschlaender, sondern Deutsche.

Sprachliche Unterschiede russisch/*russländisch

Verfasst: 04 Mär 2007, 14:10
von Magdeburg-Moskva
Hallo, Zeppelin, Manuchka und alle anderen!

Die Bezeichnung Russländer finde ich ja wohl mehr als sinnlos und tatsächlich als eine Wortschöpfung von Leuten, die sonst nix zu tun haben oder sich profilieren müssen.

A propos: Wiki hat nicht immer Recht.

Laut Liste des Auswärtigen Amts heißt der Staat "Russische Föderation", das daraus abzuleitende Adjektiv "russisch", die Bezeichnung der Staatsangehörigen wird jeweils mit "der Russischen Föderation" gebildet. (Quelle http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de ... nnamen.pdf)

Auch ist mir "russländisch" in meiner Übersetzungspraxis noch nicht untergekommen.

Laut irgendeinem Artikel der Verfassung sind die Bezeichungen Rossiya/Russland und Rossijskaja Federaciya/Russische Föderation gleichwertig.


Im Urkundenübersetzen Russisch - Deutsch ist es übrigens recht einfach, ohne "Russländer" auszukommen, Beispiel - Heiratsurkunde:

Name Anna Sergeevna Zubova
Grazhdanstvo: Grazhdanka Rossii | Staatsangehörigkeit: Staatsangehörige Russlands
Nacionalnost: Russkaya | Nationalität: Russin

Dank der Formulierungen im Ausgangstext erübrigt sich die Frage, ob Russländer usw.

Wenn an anderer Stelle eine derartige Genauigkeit gewünscht (wissenschaftliche Arbeiten oder Presse), sollte man sich sprachlich anders behelfen, Ansätze:

- russischer Staatsangehöriger
- Russin aus der Ukraine
- Udmurtin, Staatsangehörige Russlands

Klingt auf den ersten Blick kompliziert, aber genau da wo Genauigkeit erforderlich ist, muss man eben auch die Spezifik in Russland beachten: Nationalität <> Staatsangehörigkeit

Ach ja, "Russländer" klingt für mich wegen der Ungewöhnlichkeit im Sprachgebrauch auch abwertend. Und "Deutschländer" ist eine Würstchenmarke. Und wir sind wohl mehr als Würstchen :-D ;-)

Noch einer: Russland ist auch nicht so korrekt: Ich lese häufig in Heiratsurkunden "Grazhdanin Germanii". Warum aber nicht "Grazhdanin Federativnoj Respubliki Germaniya"?! (Genug Platz ist vorhanden)

Unsere Sprache(n) sind beide so reich an Möglichkeiten, da muss man sich in diesem Fall nicht noch was Künstliches ausdenken.

Verfasst: 04 Mär 2007, 14:32
von Zeppelin
manuchka hat geschrieben:..ob Bayer, Sachse, Preusse - wir nennen uns schliesslich auch nicht Deutschlaender, sondern Deutsche.
Das macht die Sache ja auch einfacher, was ich im vorigen Beitrag ja bereits herausstellen wollte.
Ich stimme Dir durchaus zu, dass Russländer/-innen etwas krümelig ist, aber ich richte mich dabei allein nach den Be- und Empfindlichkeiten der Bürger, die das betrifft.
(Und das geht gar nicht mal von meiner Frau aus - obwohl ich eigentlich erst über sie mitbekommen habe, dass es in den von der Russ. Föderation autorisierten Übersetzungen ihrer Gesetze ins Deutsche eben so korrekt heißt.)
Persönlich habe ich die Erfahrung machen müssen, dass gerade offizielle Vertreter der Russischen Föderation es ganz schön übel nehmen können, wenn man bestimmte Bezeichnungen nicht korrekt verwendet.
Das ist aber auch ihr gutes Recht (finde ich).

Gruß,
Zeppelin

Verfasst: 04 Mär 2007, 14:52
von zimdriver
Meinen Beitrag zum Thema hatte ich am 3. März um 08:04 am gepostet (s.o.).
Mein Gruß geht in diesem Fall ins Magdeburger Umland und an Manu, da die Bezeichnung Russländer/-in in der Tat Krümelkackerei ist.
Es ist also doch eine akademische Wortschöpfung, herrührend aus dem Bedürfnis, die in der russischen Sprache vorkommende Unterscheidung zu übersetzen.

Oder werden wir demnächst auch noch Dänemärker (Dänen, Schweden, Deutsche), Finnländer (Finnen, Schweden, Norweger, Russen), Usbekistaner (Usbeken, Kasachen, Tajiken, Turkmenen, Russen) haben?

Oder benutzt wer den Begriff Deutschländer/-in, um die in Deutschland seit alters her lebenden Sorben und die mittlerweile sehr zahlreich vertretenen anderen Völker und Volksgruppen politisch korrekt einzuschließen?
Das könnte falsch verstanden werden:
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