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Visum verweigert -> was passiert dann?
Verfasst: 30 Mai 2007, 14:12
von fremantle
Meinem Petersburger Freund, der Nigerianer ist, aber seit 5 Jahren in SPb studiert, ist das Visum versagt worden.
Ich hatte ihn mit Hilfe der VE meines Vaters und eines langen Schreibens, woher wir uns schon ein paar Jahre kennen, ihn eingeladen. Er macht im Juli den Masterabschluß in Piter. Vor einem Jahr ist er von einem Prof der Uni München eingeladen worden, hier ein Postgrad. Studium zu beginnen, das hatte damals nicht geklappt, und nun wurde er wieder eingeladen, ab Okt. in M zu studieren.
Da er mit seiner Studienarbeit fast fertig ist, aber die Verteidigung im Juli ist, wollte er eine Woche Anfang Mai nach Dtl. kommen und sich schonmal München ansehen.
Ihm wurde dieses Visum vom Konsulat SPb versagt, weil an der Rückkehrwilligkeit gezweifelt wurde. Der zeitnahe erfolgreiche Studienabschluss reichte offensichtlich nicht. Möglicherweise lag es auch an den fehlenden Flugtickets, da er die erst kaufen wollte, nachdem er das Visum hat. Er isst ein sehr sparsamer, zielstrebiger Bursche, der im Falle eines Visumsveragens nicht das Geld herausgeschmissen haben wollte, sondern es dann lieber für das hoffentliche Studium ab Herbst hat. Dass aber die Tickets die Rückkehrwilligkeit belegen, hat er offensichtlich nicht beachtet.
Kennt jemand ähnliche Fälle? - Was ist dann passiert? - Welche Einträge in Datenbanken kann man befürchten? - In welcher Form hätte man Einspruch erheben können? - Wie sehen nach der Visumsversagung die Chancen aus, im Sept/Okt zum Studium kommen zu dürfen, wenn ein Studienplatz bestätigt wurde (abgesehen von den typischen Umständen des Sperrkontos und trallala, nur bezogen auf die bereits erfolgte Versagung)? (sicher ist das eher ein Theme für die aliens)
Verfasst: 30 Mai 2007, 14:42
von 7punkt
Der Grund der Absage ist trotzdem nicht klar: zweifelhafte Rückkehrwilligkeit. Er sollte beim Passabholen son Zettelchen bekommen, wo der Grund steht. Klar, ist es reine Ausrede, aber der Grund steht da doch. Dass die Tickets die Rückkehrwilligkeit bestaetigen, ist aber auch nicht so logisch. Schliesslich kann man ausreisen und nicht mehr zurueck fliegen, obwohl Rueckticket vorliegt.
Da es kein Visum erstellt wurde, hat er ein Stempel in Pass bekommen, der bestaetigt nur, dass die Unterlagen (Antrag auf Erteilung des Visums etc.) genommen wurden aber kein Visum erstellt war. Und je nachdem, was fuer Stempel er bekommen hat, kann man sagen, ob er naechstes Mal Schwierigkeiten dabei haben wird. Im Stempel sind Buchstaben (A, B, C, D) und Ziffern (1,2,3) angegeben, deren Markierung irgendwelche Bedeutung hat. Ich weiss nur, wenn keine Ziffern/ Buchstaben markiert sind, ist es nicht so schlimm und es gibt davon keine Spur im Databank der Visastelle.
Naechstes Mal soll er m.E. keine so grossen Schwierigkeiten haben, denn er wird doch Einladung vom Uniprofessor haben + Bestateigung, dass er immatrikuiert ist oder so was in der Art. Studiumvisum ist doch was anderes als einfaches Besuchervisum.
Gruss,
7punkt
Verfasst: 30 Mai 2007, 16:04
von manuchka
Ja, also die Tickets ändern meiner Ansicht nach nix in dieser Angelegenheit. Ich kaufe auch nur ungern Tickets vorher, wenn nicht klar ist ob bzw. wann man das Visum kriegt.
7punkt, auf dem Zettel, der einer Visaverweigerung beigefügt wird, steht der Ablehnungsgrund nicht drauf. Ich habe einen in unseren Akten, da heißt es:
"Sehr geehrte...
die Botschaft bedauert, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihrem Antrag auf Erteilung eines Visums nach Abschluss der Prüfung auf der Grundlage des deutschen Ausländerrechtes nicht entsprochen werden kann.
Ich bitte Sie um Verständnis, dafür, dass aufgrund der geltenden Rechtslage in der BRD und den internationalen Gepflogenheiten entsprechend diese Ablehnung nicht mit einer Begründung versehen wird.
...
...
Mfg Unterschrift"
Verfasst: 30 Mai 2007, 16:10
von fremantle
Aha, danke, 7·. Das werde ich mal erforschen.
Das dumme ist nur, dass die Visastelle Schuld ist, dass er nun im Krankenhaus liegt. Er wollte am 8.5. nach Dtl kommen. da das nicht klappte, hat er den Tag des Sieges mit einem zünftigen Fussballmatch begangen, in dem dann sein Arm entzwei ging, so schlimm das mehrere OPs anstehen. Hätte also die Visastelle sich ein Herz ergriffen und ihn mich besuchen lassen, wär' das alles nicht passiert!

8)
Verfasst: 31 Mai 2007, 21:46
von Zeppelin
Sorry,
ich habe den Fred erst heute gesehen.
Gegen die Ablehnung des Visums soll der Antragsteller umgehend remonstrieren und dabei deutliche, wenngleich nicht ungebührliche Worte verwenden.
Alternativ kann (und sollte er m.E.) dem Einlader eine Vollmacht ausstellen, dass der Einlader die Remonstration stellvertretend für den Eingeladenen einlegt.
Man dar wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der tatsächliche Ablehnungsgrund die Staatsangehörigkeit des Antragstellers ist, was das Konsulat aber niemals zugeben wird.
Bei der Antwort auf die Remo muss der Ablehnungsgrund angegeben werden. Dieser muss dann vom Antragsteller ausgeräumt bzw. widerlegt werden, was oft nicht geht.
Daher würde ich mich (wenn ich der einladende Prof wäre) mal kurz ans Telefon hängen und dem Konsulat dermaßen auf die Ei** gehen, bis die sich entschuldigen und zusagen, das Visum auszustellen.
Wenn das (wider aller Wahrscheinlichkeit) zu nichts führt, würde ich als dt. Prof mal. meinen Wissenschaftsminister bzw. -Staatssekretär um Unterstützung in der Angelegenheit bitten.
Wichtigstes Sachargument in der Angelegenheit: Wer wäre schon derart dämlich, das Erreichen eines wertvollen Bildungsabschlusses, auf den man hart, lange und mit vielen Entbehrungen hingearbeite hat zu riskieren, um lediglich an einen Aufenthalt in Deutschland zu gelangen, der sowieso illegal wäre.
Die Frage der Flugtickets ist irrelvant - es sei denn das Konsulat würde sich zu Schadensersatz verpflichten für den Fall, dass es das Visum doch nicht ausstellt.
Sorry, wenn ich mich so drastisch ausdrücke, aber das ist mal wieder einer der Fälle, wo ich mich für meinen Staat nur schämen kann. Da platzt mit die Hutschnur.
Auf keinen Fall würde ich sowas einfach hinnehmen und mich gar noch an den vorgesehenen Weg halten.
Nix da.
Internet an, Telefonnummern suchen, Hörer in die Hand und unternehmen was irgend möglich ist - wenn nötig auch inclusive Pressekontakten und dem sostigen
"ganz großen Besteck".
Gruß,
Zeppelin
PS: Stell den Fall doch auch mal bei
http://www.info4alien.de ein.
Verfasst: 31 Mai 2007, 23:47
von fremantle
Man Zeppelin, hätt ich mal gleich...
Aber danke für Deine drastischen Worte, so werd ich es beim nächsten mal den Abgelehnten empfehlen. Ich geh persönlich auch davon aus, dass dem Petersburger Konsulat ein Nigerianer suspekt ist, auch wenn er in Russland (fast fertig) studiert hat. Nur ehrlich gesagt fällt es mir schwer, ihm zu sagen, es ist wegen Deiner Herfkunft. Deshalb wollen die Dich nicht bei uns. Er ist echt n netter schüchterner Kerl, sehr emotional.
Alles stand begründet in meinem Einladungsbegleitschreiben. Aber nun noch Einspruch zu erheben ist quatsch, so nach einem Monat.
Da leider diesmal der Professor gar nicht von seinem Besuch wußte, hätten wir ihn da auch gar nicht so einfach reinholen können ins Boot. und ich persönlcih weiss nicht, wie eng die Bindung zu ihm ist. Er hatte halt zwei Mal eine Masterclass bzw ein Bockseminar bei ihm, das die TUM in SPb abhielt.
An I4A wend ich mich auch mal, ja. Danke nochmal!
Verfasst: 01 Jun 2007, 10:15
von manuchka
fremantle hat geschrieben:Ich geh persönlich auch davon aus, dass dem Petersburger Konsulat ein Nigerianer suspekt ist, auch wenn er in Russland (fast fertig) studiert hat.
Nee, gerade weil er in Russland fast fertig studiert hat. Dann hält ihn ja da nix mehr. Und wer weiß, ob er nicht schon sein Examen in der Tasche hat und jetzt nicht nach Nigeria zurück will... so wird da jemand gedacht haben.
Verfasst: 01 Jun 2007, 11:39
von 7punkt
Ich wuerde nicht remonstrieren, da das Studium in DE auf dem Spiel steht. Erst, wenn das Studentenmvisum nachestes Mal abgelehnt wird (was ich aber nicht glaub), erst dann koennte man mit der Remonstration anfangen. Und noch: Remoablauf dauert ja auch...kann so sein, dass er es einfach reichtzeitig net schafft
7punkt
Verfasst: 01 Jun 2007, 18:24
von Zeppelin
7punkt hat geschrieben:Ich wuerde nicht remonstrieren, da das Studium in DE auf dem Spiel steht. Erst, wenn das Studentenmvisum nachestes Mal abgelehnt wird (was ich aber nicht glaub), erst dann koennte man mit der Remonstration anfangen. Und noch: Remoablauf dauert ja auch...kann so sein, dass er es einfach reichtzeitig net schafft
7punkt
Das verstehe ich jetzt nicht, weil das eine mit dem anderen gar nichts zu tun hat.
Hier braucht man sich nicht mit jeder beknackten Willkürentscheidung abzufinden und setzt damit auch keinesfalls einen Studienplatz auf's Spiel.
Ferner wäre das Visaverfahren für den Studienaufenthalt ein absolut separater Vorgang, auf den ein evtl. noch nicht abgeschlossenes Remo-Verfahren gar keinen Einfluss haben darf.
Daher kann ich mir echt nicht vorstellen dass das Konsulat derart sauer auf den Nigerianer sein könnte, dass es sich damit angreifbar macht.
Jetzt schon zu remonstrieren hätte ferner den Vorteil, dass man erfahren würde, ob irgendwelche Zwweifel an der Identität der Person bestehen, weil das Konsulat grundsätzlich allen nigerianischen Urkunden misstraut, sofern diese nicht bereits von einem Vertrauensanwalt des dt. Konsulats in Nigeria überprüft wurden.
Ich gehe nämlich davon aus, dass das letztlich der Ablehnungsgrund für das Besuchsvisum gewesen ist, weil der dt. Staat Nigeria aals Land mit "unsicherem Urkundenwesen" einstuft.
Zur Rükkehrbereitschaft: Um in D ein PG-Studium absolvieren zu können, ist der Erwerb des Abschlusses des derzeitigen Studiums in Piter zwingende Voraussetzung. Also wird der Nigerianer mit größter wahrscheinlichkeit pünktlich wieder ausreisen, um sowohl weder seinen Anschluss zu riskieren, noch eine Einreisesperre.
Letztere bekäme er nämlich mit Sicherheit, wenn er den Besuch hier nicht pünktlich beenden oder anderen Unsinn machen würde.
Jetzt nicht zu remonstrieren, könnte das Konsulat auch zu der Überzeugung führen, dass dessen Vemutungen zutreffend gewesen sein könnten.
Nix da! Das Konsulat hat sich an die Regeln zu halten, egal wer ein Visum beantragt. Das ist der Vorteil eines Rechtsstaates.
Zeppelin
Verfasst: 01 Jun 2007, 18:49
von manuchka
Zeppelin hat geschrieben:Jetzt nicht zu remonstrieren, könnte das Konsulat auch zu der Überzeugung führen, dass dessen Vemutungen zutreffend gewesen sein könnten.
Hm... das glaube ich nicht unbedingt. Dann wäre das Konsulat in 80-90 Fällen wahrscheinlich davon überzeugt, weil ich persönlich denke, dass nur eine ganz kleine Zahl abgelehnter Visa-Beantrager remonstriert - weil nämlich gar nicht viele wissen, dass es so eine Möglichkeit gibt und weil von den wenigen immer noch mindestens die Hälfte abwinken und sich sagen: Sch.. drauf, den Stress mach ich nicht. Man darf nicht vergessen: In Russland ist man russische Behörden gewöhnt... und da würde ich wahrscheinlich auch abwinken, wenn es nicht um was gaaanz wichtiges geht.