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Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 18 Jul 2007, 14:24
von Oletsch
Interessanter Artikel:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,493384,00.html

Gruß
Oletsch

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 18 Jul 2007, 14:59
von Zejtnot
Ist aber überzogen - Effekthascherei. In Russland kostet ein Programierer 500 bis 2000 Euro. In Deutschland bekommst Du niemanden für 2000 Euro. Also nix Billiglohnland.

Sie suchen natürlich auch Leute in D, aber eher zur Modifizierung für diesen Markt als zum Outsourcing.

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 18 Jul 2007, 15:16
von Dietrich
Fuer Programmierer trifft das (leider!) zu, was Zejtnot sagt. Aber einen Abteilungleiter kriegt man in D u.U. schon billiger.

Im Bericht selber ging es ja auch nur im Nebensatz um die Lohnkosten, sondern eher um Rechtssicherheit und Absatzchancen.
Vielleicht ist es einigen Russen doch nicht so recht, wenn das Finanzamt jederzeit deinen Betrieb dichtmachen kann, auch wenn "eigentlich" alles in Ordnung ist. Kann ich schon verstehen.

Aber wahrscheinlich suchen viele nur einen Platz an denen sie ihr nicht ganz legal erworbenes Geld sicher anlegen koennen....

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 18 Jul 2007, 15:18
von Oletsch
ich glaub auch nicht, dass wenn ich meinen Job in Russland hätte, mehr als hier verdienen würde. Kann allerdings für andere Branchen nichts behaupten.
Nichtdestotrotz finde ich die Tatsache interessant, dass die russische Investitionenvolumen steigen.

Gruß
Oletsch

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 18 Jul 2007, 23:45
von Bephep
Dietrich
Kann schon sein das Russische Firmen Ihr nicht ganz legales Geld nach Deutschland in Sicherheit bringen wollen.Das machen Deutsche Firmen auch mit ausländischen Töchtern.

Die angesprochenen Firmen,Kaspersky,Abbey und Promt gehören aber auch zu den besten in Ihren Sparten.Und wenn sie hier Geld verdienen und anlegen kann es Ihnen in Russland nicht weggenommen werden.Die Rechtssicherheit und das Finanzamt ist schlechter wie in Deutschland.

Wenn ich weiss was eine Lehrerin verdient ( auch andere Berufe ) und wie hoch die Lebenshaltungs- Kosten in Moskau oder Piter sind dann frage ich mich wie lange das noch gut geht.

Das Programmierer in Moskau sofort nach Uni Abschluss eingestellt werden mag sein,in der Provinz habe ich anderes gehört.

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 19 Jul 2007, 06:27
von Zejtnot
Bephep hat geschrieben:Wenn ich weiss was eine Lehrerin verdient ( auch andere Berufe ) und wie hoch die Lebenshaltungs- Kosten in Moskau oder Piter sind dann frage ich mich wie lange das noch gut geht.
Oh ja, sehr gute Frage. Ich wundere mich seit einigen Monaten nur noch, wohin sich das alles bewegt.
Das Programmierer in Moskau sofort nach Uni Abschluss eingestellt werden mag sein,in der Provinz habe ich anderes gehört.
Programmierer gehen überall weg wie warme Semmeln. Alle Softwarefirmen in Novosibirsk suchen beispielsweise händeringend gute Kräfte und locken schon mit coolen Sozialleistungen wie "Firmenbus vom Office in Vororte", "Schwimmbadbesuche frei", "Fitnessraum im Büro" und und und.

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 19 Jul 2007, 09:15
von Dietrich
Dafuer ist der "Betreuungsaufwand" fuer russische Programmierer aber auch besonders hoch. Wenn die nicht einen Vorgesetzen haben, der 2-3mal die Woche genau ueberprueft, was die so machen, dann kommt da nix bei rum!

Aber das ist bei anderen Berufen hier ja aehnlich. Wenn ich mir diesen Ameisenhaufen von Arbeitern auf der Zaritsino-Baustelle so ansehe und sehe immer mindestens 90% der Leute rumstehen oder im Gras liegen, dann wundert mich nicht, dass die schon jetzt ein halbes Jahr ueberzogen haben.

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 19 Jul 2007, 18:39
von MpaK
Dietrich hat geschrieben:Dafuer ist der "Betreuungsaufwand" fuer russische Programmierer aber auch besonders hoch. Wenn die nicht einen Vorgesetzen haben, der 2-3mal die Woche genau ueberprueft, was die so machen, dann kommt da nix bei rum!

Aber das ist bei anderen Berufen hier ja aehnlich. Wenn ich mir diesen Ameisenhaufen von Arbeitern auf der Zaritsino-Baustelle so ansehe und sehe immer mindestens 90% der Leute rumstehen oder im Gras liegen, dann wundert mich nicht, dass die schon jetzt ein halbes Jahr ueberzogen haben.
zur Kontrolle haben wir ja dich, sonst hätte der gute Igor mit seinem Promt nicht nach De geschaft... :D Eine Frage nebenbei, wenn du jederzeit sagen kannst, dass mindestens 90% der Arbeiter im Gras liegen, wann arbeitest du denn? Oder arbeitest du als Aufseher? :D Wie es aussieht kontrollieren kannst wohl gut... :D

Ist schon seltsam zu sehen, dass man in De über Ru etwas positives schreibt. Ich kenne viele, die in den 90 Jahren das Ru-Land wegen Arbeit verlassen haben und (meistens) nach Amerika gingen. Nicht alle, aber ein großer Teil von denen ist zurückgekehrt, denn im "autokratisch regierten" Vaterland gibt es erstaunlicherweise auch gute und sichere Möglichkeiten zu verdienen, wenn aber auch die Produktion zunächst nach Westen orientiert ist.

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 20 Jul 2007, 00:33
von Bephep
Deutschland wird zum Billiglohnland.

Ich habe heute ein Fax von einer Zeitarbeitsfirma aus Dresden gesehen , Facharbeiter werden an andere Firmen für 18,50 vermittelt.Die Arbeiter können nicht mehr als 8 Euro Brutto verdienen sonst stimmt die Kalkulation nicht.

Zejtnot
Gute Leute werden immer gesucht, egal welcher Beruf.Und was ich in Computer Zeitschriften lese,es werden wenig Programmierer, mehr Netzwerktechniker gesucht.

Re: Die Russen kommen - ins Billiglohnland Deutschland

Verfasst: 20 Jul 2007, 16:12
von Stefan
Mal ganz ehrlich:

Wenn ich Firmenchef wäre, dann hätte ich absolut keine Probleme damit, Russen als Mitarbeiter einzustellen.

Ich kann jetzt nur aus meiner Erfahrung her sprechen, denn alle die Russen - und es sind mittlerweile nicht wenig - mit denen ich Bekannschaft machen durfte, ackern wie die Tiere. Sie sind fleißig und strebsam. Haben -noch- nicht so viele Ansprüche wie man ein Arbeitsloser.

Vor ein paar Monaten habe ich die Bekanntschaft mit einem Spätaussiedler-Angehörigen gemacht. Er ist seit ca. 5 Jahren in Deutschland. Hat noch arge Probleme mit der deutschen Sprache, da sie ihm keiner so recht vermitteln kann. Er ist also seit fünf Jahren ohne Job. Er will arbeiten, insbesondere weil er auch wie ein Tier - seine Aussage - in Russland gearbeitet hat. Er erwägt sogar wirklich wieder nach RU zurück zu kehren.

Alle Bewerbungen, die er geschrieben hatte, bekam er zurück, er sei nicht qualifiziert genug.

Nun, ob er das stimmt, weiss ich natürlich nicht, da man schnell etwas daher reden kann. Doch ich kenne dieses Problem von meinem Schwager. Er hat auch lange suchen - und Absagen in Kauf nehmen - müssen, um einen Job zu bekommen.