RB Eurasia 35: Navoj - Chiva
Verfasst: 14 Sep 2007, 14:15
....es geht wieder einmal weiter. Links zu den vorangegangenen Teilen siehe Schluss.
Freitag, 23. September 2005
Auf der Fahrt nach Urgench befahren wir ab Uchkuduk eine Neubaustrecke, die errichtet wurde, um den westlichen Teil von Usbekistan mit den zentralen Landesteilen zu verbinden, ohne dabei turkmenisches Territorium zu durchqueren. Auf http://www.parovoz.com/maps/supermap/su ... ANG=en#MAP sowie auf http://www.parovoz.com/maps/supermap/su ... ANG=en#MAP sind die unterschiedlichen Strecken in dieser Region ersichtlich. Früher fuhren die Züge über Buchara – Turkmenabad – Urgench nach Kungrad und weiter nach Bejneu. Dazu gab es eine Stichstrecke von von Takhiatash nach Nukus und darüber hinaus Karaosek bzw. Chimbaj.
In den letzten Jahren wurden folgende Neubaustrecken gebaut:
Von Uchkuduk über Miskin nach Karaosek. Damit war Nukus direkt mit Rest-Usbekistan verbunden. Der Personenverkehr dürfte so um 2003 aufgenommen worden sein.
Um auch Urgench anzubinden wurde von Miskin eine Strecke nach Chasarasp gebaut, dazu wurde eine neue Brücke über den Amudarja errichtet. Diese wurde erst 2004 oder gar erst 2005 eröffnet.
Diese Strecke zweigt etwas südlich von Miskin von der Strecke nach Gazodzhak (knapp in Turkmenistan) ab. Wann und warum letztere gebaut wurde, weiss ich nicht. Die Abzweigung ist jedenfalls im linken oberen Eck des hochaufgelösten Google-Earth-Bereiches in dieser Region zu erkennen.
Etwas weiter nördlich ist dort auch die Strecke von Uchkuduk zu erkennen, die Schleife, die eine direkte Fahrt ohne Stürzen in Miskin von Uchkuduk nach Chasarasp ermöglicht, fehlt aber hier noch. Vermutlich wurde diese gemeinsam mit der Strecke nach Chasarasp eröffnet, während es die Strecke nach Gazodzhak schon davor gab.
Im weniger gut aufgelösten Bereich ist auch von der Strecke nach Chasarasp nichts zu sehen.
Auch Turkmenistan ist nicht untätig: Um eine Direktverbindung von Dashkhovuz nach Ashkhabad herzustellen, wurde eine neue Strecke quer durch die Wüste gebaut und 2006 eröffnet. Dadurch erspart man sich den Umweg über Turkmenabad sowie den Transit durch usbekisches Territorium (bei Urgench). 2005 gab es jedenfalls noch ein Schnellzugpaar Ashkhabad – Dashkhovuz über Urgench. Mehr Informationen und Bilder zur Neubaustrecke Ashkhabad – Dashkhovuz gibt es auf http://www.turkmenistaninfo.ru/_data/pdf/2006_03_N2.pdf (5 MB, auf russisch und englisch).
Als ich aufwache befinden wir uns schon längst auf der Neubaustrecke irgendwo in der Wüste zwischen Uchkuduk und Miskin. Mit ca. 60 bis 80 km/h geht es dahin.
Dieser Blick bietet sich aus dem Fenster:


Im Bahnhof Burgutli – ebenfalls mitten in der Wüste und ohne sichtbare Siedlung in der Nähe – haben wir einen nicht im Fahrplan verzeichneten Kreuzungsaufenthalt:

Beim Gegenzug handelt es sich um einen Transitzug von Russland nach Tadschikistan. „Transitzug“ deshalb, weil diese Züge in Usbekistan keinen Halt zum Fahrgastwechsel haben.
Vom Zug habe ich leider kein Foto, er bestand jedenfalls aus tadschikischen Waggons, die einen eher heruntergekommenen Eindruck machten.
Wir setzen unsere Fahrt fort:


Gegen 10 Uhr nähern wir uns dem Gleisdreieck südlich des Bahnhofs Miskin:


Unser Zug umfährt den Bahnhof Miskin und fährt weiter Richtung Urgench:

Hier sieht man den Bahnhof Miskin im Hintergrund:


Eine Viertelstunde später überqueren wir diesen Kanal:

Google Earth 41°18'54.07"N 61°19'2.48"O:

Weiter geht es durch die Steppe...

...und kurz darauf nähern wir uns schon der neuen kombinierten Eisenbahn- und Straßenbrücke über den Amudarja:




Um 11 halten wir dann kurz am Bahnhof Chasarasp, nun schon wieder auf der alten Hauptstrecke Makat – Turkmenabad (vormals Charjev):

Si sieht’s übrigens in unserem Platskartnyj-Waggon aus:

Mit fast 10 Minuten Verfrühung kommen wir schliesslich in Urgench an. Einige abgestellte Wagen:

Einfahrt in den Bahnhof Urgench:


Noch ein paar Fotos vom Waggon:



Der Bahnhof wirkt sehr gepflegt, im Inneren wird zu Dokumentationszwecken gleich mal der Fahrplan festgehalten.

Interessanterweise sind auch die Fahrzeiten der Züge in Miskin und Turtgul verzeichnet. Interessant ist weiters der turkmenische „Transitzug“ Ashgabat – Tashavuz, der in Urgench offenbar ohne Aufenthalt durchfährt (würde zumindest das Fehlen einer Ankunftszeit und einer Aufenthaltsdauer so deuten).
Am Bahnhofsvorplatz:


Urgench ist aber nicht unser eigentliches Ziel, wir wollen nämlich nach Chiwa. Am Bahnhofsvorplatz warten auch schon genug Taxis, deren Fahrer anbieten, uns bis Chiwa zu fahren. Wir wollen aber lieber den Öffentlichen Verkehr benutzen und lassen uns mit einem Taxi zunächst nur zum Busbahnhof von Urgench bringen.
Dieser besteht aus einem Bereich für Sammeltaxis und einem für normale Linienbusse. Es ist jedenfalls genug los.
Unzählige Daweoo-Damas-Minibusse:

Bei der hohen Dichte an derartigen Vehikeln, kann man sich des Eindrucks n nicht erwehren, dass jeder dritte Usbeke so ein Ding besitzt und damit pseudo-öffentlichen Verkehr betreibt.
Der normale Linienbusverkehr wird hingegen großteils mit Vehikeln sowjetischer Provenienz abgewickelt:

Wir finden dann einen eher neueren Bus nach Chiwa, in dem wir noch Plätze bekommen. Der Bus füllt sich recht schnell und bei der Abfahrt ist er zum Bersten gefüllt. Die Fahrt dauert dann ca. eine knappe Stunde.
Zwischen Urgench und Chiva gibt es sogar eine O-Bus-Linie, die aber offenbar ihren Ausgangspunkt nicht am Busbahnhof von Chiva hat. Es wäre sonst auch interessant gewesen, damit zu fahren, aber wir wollten nicht extra danach suchen.
Nach der Ankunft in Chiva entsteht dann noch dieses Gruppenfoto von Anja, Veronika und zwei Mitfahrgästen im Bus:

Der Busbahnhof befindet sich knapp ausserhalb des historischen Stadtkerns (Unesco-Weltkulturerbe), wir gehen also zu Fuss die letzten paar Meter in Richtung Stadtzentrum:

Im Bild links die für Usbekistan typische Baumwolle...
Das Osttor der Stadt:

Kam sind wir in der Stadt, werden wir auch gleich von einem Mädchen gefragt, ob wir eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Das tun wir natürlich und nachdem das kleine private Hotel, das ihrer Familie gehört, auch unseren Preisvorstellungen (6 USD pro Person und Nacht oder so) entspricht, nehmen wir das Angebot natürlich an. Die Unterkunft befindet sich ebenfalls im historischen Stadtzentrum:

Nach einer kurzen Erholungspause spazieren wir zunächst Richtung Basar ) (knapp ausserhalb der Stadtmauern) und stärken uns dort mit ein paar Schaschlik-Spiessen.
Danach wird die kleine Stadt erkundet. Die von Mauern umgebene Altstadt ist grade mal 400 Meter breit und 600 Meter lang, bietet aber sehr viele Sehenswürdigkeiten.
Ein paar Impressionen:


Juma-Minarett:

Kalta-Minor-Minarett:

Stadtmauer:




Sonnenuntergang:


Samstag, 24. September 2005
Heute trennen sich die Wege von Anja und Veronika sowie mir. Da ich noch Zeit, Geld und Visumgültigkeit habe, möchte ich von Usbekistan nicht direkt nach Österreich fahren, sondern einen kleinen Umweg über Irkutsk einlegen, um dort noch ein paar Leute vom Baikalsee-Camp zu treffen. Dafür würde ich am nächsten Tag mit vom Bahnhof Turtgul Richtung Atyrau in Kasachstan starten (1 Nacht Fahrzeit). Von dort sollte es nach kurzem Aufenthalt nach Astana weitergehen (2 Nächte), dann mit dem „Talgo“ nach Alma-Ata (also auch ein kleiner Umweg, 1 Nacht), dann rauf nach Novosibirsk (2 Nächte) und von dort dann nach Irkutsk (1 oder 2 Nächte). Die Fahrt bis Irkutsk würde so ca. eine Woche dauern. So weit der Plan.
Anja und Veronika hingegen fahren mehr oder weniger direkt zurück nach Europa. Sie starten aber schon heute, da sie noch zum Aralsee wollen, dann von dort weiter nach Bejneu und über Astrakhan irgendwie in die Ukraine und von dort nach Österreich bzw. Deutschland.
Der Aralsee würde mich zwar auch interessieren, aber dann würde sich das mit dem einmal wöchentlich fahrenden Zug Tashkent – Saratov, mit dem ich bis Atyrau fahren will, nicht mehr ausgehen.
Am Vormittag spazieren wir aber nochmals gemeinsam durch die Stadt.
Meine Wenigkeit in Chiva:

Wir erkunden die Stadtmauer, entlang derer offenbar Gräber errichtet wurden:


Eine öffentliche WC-Anlage:

Gegen Mittag brechen Anja und Veronika per Bus Richtung Urgench auf. Ich begleite die beiden noch bis zum Busbahnhof.
Unterwegs wird noch ein bisschen in diesem Ofen gebackenes Brot als Reiseproviant gekauft:

Der Bus nach Urgench ist schnell gefunden und verabschieden uns dann und wünschen uns noch gegenseitig viel Glück für die weitere Reise.
Ab nun bin ich also für eine Woche auf mich allein angewiesen, das sollte aber kein Problem sein. Und irgendwie ist es auch ein spannendes Gefühl, so ganz allein eine Woche lang durch die ehemalige Sowjetunion zu tingeln...
Bis morgen früh bleibe ich aber noch in Chiva.
Ein Spaziergang durch den Basar:

Bei der Touristeninfo erkundige ich mich nach dem Preis einer Bahnfahrkarte von Turtgul nach Atyrau. Da ich nicht weiss, ob es in der Nähe des Bahnhofs Turtgul eine Geldwechselmöglichkeit betrifft, möchte ich schon in Chiva genug Geld wechseln.
Bei der Touristeninfo ist man so nett, am Bahnhof in Urgench anzurufen und den Preis zu erfragen. Da diese internationale Fahrkarte im Vergleich zu usbekischen Inlandsfahrkarten sehr teuer ist, entscheide ich mich für Platskartnyj. Das kostet auch immerhin 60.000 Sum (ca. 35 bis 40 Euro; für 1141 Kilometer).
In einem Internetcafe studiere ich dann noch die Fahrpläne im Detail. Da der Talgo von Astana nach Almaty für den 28.9. schon sehr gut gebucht ist, ich aber keine Möglichkeit habe, in Turtgul eine Fahrkarte dafür zu kaufen, überlege ich mir auch eine Plan-B-Variante für den Fall, dass der Talgo ausgebucht ist.
Noch ein paar nächtliche Impressionen aus Chiva:


Nach dem Abendessen gehe ich zurück ins Hotel, wo ich schon mal das ganze usbekische Geld, das ich noch auszugeben gedenke, sortiert habe:

Insgesamt 80.000 Sum – 8 Stapel mit je 20 500er-Geldscheinen...
-------
Links zu den vorangegangenen RB-Teilen:
1. Reisevorbereitungen:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... ?30,134326
2. Graz - Kiev:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... ?30,134555
3. Kiev:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3046400
4. Moskva:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3047029
5. Moskva - Nishnyj Novgorod:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3047151
6. Perm - Mariinsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3048305
7. Krasnojarsk - Bratsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3049016
8. Lena - Severobajkalsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3100312
9. Baikalsee (Ajaja-Bucht):
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3100572
10. Severobajkalsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3101318
11. Severobajkalsk - Olchon:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3102128
12. Olchon - Irkutsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3102681
13. Irkutsk - Suche-Bator:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3103855
14. Ulan-Bator:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3105120
15. Mongolei:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3107483
16. Ulan-Bator - Erlian:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3117291
17. Chjancszyakounan - Peking:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3118406
18. Peking 1:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3119223
19. Peking 2:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3120371
20. Shanghai:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3121221
21. Xian:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3124251
22. Quer durch China 1:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3125160
23. Quer durch China 2:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3125164
24. Urumchi:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3130912
25. Die Dschungarische Pforte:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3134050
26. Druzhba - Aktogaj:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3136275
27. Ankunft in Alma-Ata
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3138953
28. Medeu&Shymbulak - Charyn-Canyon - Jesik-See
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3141204
29. Talgo-Zug und Bolschoj Almatinski Pik
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3148808
30. Alma-Ata - Tschimkent:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3162626
31. Arys - Taschkent:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3219477
32. Taschkent - Samarkand:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3222583
33. Samarkand - Buchara:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3233784
34. Buchara - Navoi:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3348382
Freitag, 23. September 2005
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+-------------------------+--------+--------+----------+
| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. |
+-------------------------+--------+--------+----------+
| Nawoi | | 00:10 | D 56CH |
| Tintschlik | 00:20 | 00:40 | |
| Karakatta | 02:49 | 02:52 | |
| Kizilkuduk | 04:38 | 04:42 | |
| Uchkuduk-2 | 05:30 | 05:55 | |
| Chasarasp | 10:57 | 11:00 | |
| Urgentsch | 11:45 | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+
Auf der Fahrt nach Urgench befahren wir ab Uchkuduk eine Neubaustrecke, die errichtet wurde, um den westlichen Teil von Usbekistan mit den zentralen Landesteilen zu verbinden, ohne dabei turkmenisches Territorium zu durchqueren. Auf http://www.parovoz.com/maps/supermap/su ... ANG=en#MAP sowie auf http://www.parovoz.com/maps/supermap/su ... ANG=en#MAP sind die unterschiedlichen Strecken in dieser Region ersichtlich. Früher fuhren die Züge über Buchara – Turkmenabad – Urgench nach Kungrad und weiter nach Bejneu. Dazu gab es eine Stichstrecke von von Takhiatash nach Nukus und darüber hinaus Karaosek bzw. Chimbaj.
In den letzten Jahren wurden folgende Neubaustrecken gebaut:
Von Uchkuduk über Miskin nach Karaosek. Damit war Nukus direkt mit Rest-Usbekistan verbunden. Der Personenverkehr dürfte so um 2003 aufgenommen worden sein.
Um auch Urgench anzubinden wurde von Miskin eine Strecke nach Chasarasp gebaut, dazu wurde eine neue Brücke über den Amudarja errichtet. Diese wurde erst 2004 oder gar erst 2005 eröffnet.
Diese Strecke zweigt etwas südlich von Miskin von der Strecke nach Gazodzhak (knapp in Turkmenistan) ab. Wann und warum letztere gebaut wurde, weiss ich nicht. Die Abzweigung ist jedenfalls im linken oberen Eck des hochaufgelösten Google-Earth-Bereiches in dieser Region zu erkennen.
Etwas weiter nördlich ist dort auch die Strecke von Uchkuduk zu erkennen, die Schleife, die eine direkte Fahrt ohne Stürzen in Miskin von Uchkuduk nach Chasarasp ermöglicht, fehlt aber hier noch. Vermutlich wurde diese gemeinsam mit der Strecke nach Chasarasp eröffnet, während es die Strecke nach Gazodzhak schon davor gab.
Im weniger gut aufgelösten Bereich ist auch von der Strecke nach Chasarasp nichts zu sehen.
Auch Turkmenistan ist nicht untätig: Um eine Direktverbindung von Dashkhovuz nach Ashkhabad herzustellen, wurde eine neue Strecke quer durch die Wüste gebaut und 2006 eröffnet. Dadurch erspart man sich den Umweg über Turkmenabad sowie den Transit durch usbekisches Territorium (bei Urgench). 2005 gab es jedenfalls noch ein Schnellzugpaar Ashkhabad – Dashkhovuz über Urgench. Mehr Informationen und Bilder zur Neubaustrecke Ashkhabad – Dashkhovuz gibt es auf http://www.turkmenistaninfo.ru/_data/pdf/2006_03_N2.pdf (5 MB, auf russisch und englisch).
Als ich aufwache befinden wir uns schon längst auf der Neubaustrecke irgendwo in der Wüste zwischen Uchkuduk und Miskin. Mit ca. 60 bis 80 km/h geht es dahin.
Dieser Blick bietet sich aus dem Fenster:


Im Bahnhof Burgutli – ebenfalls mitten in der Wüste und ohne sichtbare Siedlung in der Nähe – haben wir einen nicht im Fahrplan verzeichneten Kreuzungsaufenthalt:

Beim Gegenzug handelt es sich um einen Transitzug von Russland nach Tadschikistan. „Transitzug“ deshalb, weil diese Züge in Usbekistan keinen Halt zum Fahrgastwechsel haben.
Vom Zug habe ich leider kein Foto, er bestand jedenfalls aus tadschikischen Waggons, die einen eher heruntergekommenen Eindruck machten.
Wir setzen unsere Fahrt fort:


Gegen 10 Uhr nähern wir uns dem Gleisdreieck südlich des Bahnhofs Miskin:


Unser Zug umfährt den Bahnhof Miskin und fährt weiter Richtung Urgench:

Hier sieht man den Bahnhof Miskin im Hintergrund:


Eine Viertelstunde später überqueren wir diesen Kanal:

Google Earth 41°18'54.07"N 61°19'2.48"O:

Weiter geht es durch die Steppe...

...und kurz darauf nähern wir uns schon der neuen kombinierten Eisenbahn- und Straßenbrücke über den Amudarja:




Um 11 halten wir dann kurz am Bahnhof Chasarasp, nun schon wieder auf der alten Hauptstrecke Makat – Turkmenabad (vormals Charjev):

Si sieht’s übrigens in unserem Platskartnyj-Waggon aus:

Mit fast 10 Minuten Verfrühung kommen wir schliesslich in Urgench an. Einige abgestellte Wagen:

Einfahrt in den Bahnhof Urgench:


Noch ein paar Fotos vom Waggon:



Der Bahnhof wirkt sehr gepflegt, im Inneren wird zu Dokumentationszwecken gleich mal der Fahrplan festgehalten.

Interessanterweise sind auch die Fahrzeiten der Züge in Miskin und Turtgul verzeichnet. Interessant ist weiters der turkmenische „Transitzug“ Ashgabat – Tashavuz, der in Urgench offenbar ohne Aufenthalt durchfährt (würde zumindest das Fehlen einer Ankunftszeit und einer Aufenthaltsdauer so deuten).
Am Bahnhofsvorplatz:


Urgench ist aber nicht unser eigentliches Ziel, wir wollen nämlich nach Chiwa. Am Bahnhofsvorplatz warten auch schon genug Taxis, deren Fahrer anbieten, uns bis Chiwa zu fahren. Wir wollen aber lieber den Öffentlichen Verkehr benutzen und lassen uns mit einem Taxi zunächst nur zum Busbahnhof von Urgench bringen.
Dieser besteht aus einem Bereich für Sammeltaxis und einem für normale Linienbusse. Es ist jedenfalls genug los.
Unzählige Daweoo-Damas-Minibusse:

Bei der hohen Dichte an derartigen Vehikeln, kann man sich des Eindrucks n nicht erwehren, dass jeder dritte Usbeke so ein Ding besitzt und damit pseudo-öffentlichen Verkehr betreibt.
Der normale Linienbusverkehr wird hingegen großteils mit Vehikeln sowjetischer Provenienz abgewickelt:

Wir finden dann einen eher neueren Bus nach Chiwa, in dem wir noch Plätze bekommen. Der Bus füllt sich recht schnell und bei der Abfahrt ist er zum Bersten gefüllt. Die Fahrt dauert dann ca. eine knappe Stunde.
Zwischen Urgench und Chiva gibt es sogar eine O-Bus-Linie, die aber offenbar ihren Ausgangspunkt nicht am Busbahnhof von Chiva hat. Es wäre sonst auch interessant gewesen, damit zu fahren, aber wir wollten nicht extra danach suchen.
Nach der Ankunft in Chiva entsteht dann noch dieses Gruppenfoto von Anja, Veronika und zwei Mitfahrgästen im Bus:

Der Busbahnhof befindet sich knapp ausserhalb des historischen Stadtkerns (Unesco-Weltkulturerbe), wir gehen also zu Fuss die letzten paar Meter in Richtung Stadtzentrum:

Im Bild links die für Usbekistan typische Baumwolle...
Das Osttor der Stadt:

Kam sind wir in der Stadt, werden wir auch gleich von einem Mädchen gefragt, ob wir eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Das tun wir natürlich und nachdem das kleine private Hotel, das ihrer Familie gehört, auch unseren Preisvorstellungen (6 USD pro Person und Nacht oder so) entspricht, nehmen wir das Angebot natürlich an. Die Unterkunft befindet sich ebenfalls im historischen Stadtzentrum:

Nach einer kurzen Erholungspause spazieren wir zunächst Richtung Basar ) (knapp ausserhalb der Stadtmauern) und stärken uns dort mit ein paar Schaschlik-Spiessen.
Danach wird die kleine Stadt erkundet. Die von Mauern umgebene Altstadt ist grade mal 400 Meter breit und 600 Meter lang, bietet aber sehr viele Sehenswürdigkeiten.
Ein paar Impressionen:


Juma-Minarett:

Kalta-Minor-Minarett:

Stadtmauer:




Sonnenuntergang:


Samstag, 24. September 2005
Heute trennen sich die Wege von Anja und Veronika sowie mir. Da ich noch Zeit, Geld und Visumgültigkeit habe, möchte ich von Usbekistan nicht direkt nach Österreich fahren, sondern einen kleinen Umweg über Irkutsk einlegen, um dort noch ein paar Leute vom Baikalsee-Camp zu treffen. Dafür würde ich am nächsten Tag mit vom Bahnhof Turtgul Richtung Atyrau in Kasachstan starten (1 Nacht Fahrzeit). Von dort sollte es nach kurzem Aufenthalt nach Astana weitergehen (2 Nächte), dann mit dem „Talgo“ nach Alma-Ata (also auch ein kleiner Umweg, 1 Nacht), dann rauf nach Novosibirsk (2 Nächte) und von dort dann nach Irkutsk (1 oder 2 Nächte). Die Fahrt bis Irkutsk würde so ca. eine Woche dauern. So weit der Plan.
Anja und Veronika hingegen fahren mehr oder weniger direkt zurück nach Europa. Sie starten aber schon heute, da sie noch zum Aralsee wollen, dann von dort weiter nach Bejneu und über Astrakhan irgendwie in die Ukraine und von dort nach Österreich bzw. Deutschland.
Der Aralsee würde mich zwar auch interessieren, aber dann würde sich das mit dem einmal wöchentlich fahrenden Zug Tashkent – Saratov, mit dem ich bis Atyrau fahren will, nicht mehr ausgehen.
Am Vormittag spazieren wir aber nochmals gemeinsam durch die Stadt.
Meine Wenigkeit in Chiva:

Wir erkunden die Stadtmauer, entlang derer offenbar Gräber errichtet wurden:


Eine öffentliche WC-Anlage:

Gegen Mittag brechen Anja und Veronika per Bus Richtung Urgench auf. Ich begleite die beiden noch bis zum Busbahnhof.
Unterwegs wird noch ein bisschen in diesem Ofen gebackenes Brot als Reiseproviant gekauft:

Der Bus nach Urgench ist schnell gefunden und verabschieden uns dann und wünschen uns noch gegenseitig viel Glück für die weitere Reise.
Ab nun bin ich also für eine Woche auf mich allein angewiesen, das sollte aber kein Problem sein. Und irgendwie ist es auch ein spannendes Gefühl, so ganz allein eine Woche lang durch die ehemalige Sowjetunion zu tingeln...
Bis morgen früh bleibe ich aber noch in Chiva.
Ein Spaziergang durch den Basar:

Bei der Touristeninfo erkundige ich mich nach dem Preis einer Bahnfahrkarte von Turtgul nach Atyrau. Da ich nicht weiss, ob es in der Nähe des Bahnhofs Turtgul eine Geldwechselmöglichkeit betrifft, möchte ich schon in Chiva genug Geld wechseln.
Bei der Touristeninfo ist man so nett, am Bahnhof in Urgench anzurufen und den Preis zu erfragen. Da diese internationale Fahrkarte im Vergleich zu usbekischen Inlandsfahrkarten sehr teuer ist, entscheide ich mich für Platskartnyj. Das kostet auch immerhin 60.000 Sum (ca. 35 bis 40 Euro; für 1141 Kilometer).
In einem Internetcafe studiere ich dann noch die Fahrpläne im Detail. Da der Talgo von Astana nach Almaty für den 28.9. schon sehr gut gebucht ist, ich aber keine Möglichkeit habe, in Turtgul eine Fahrkarte dafür zu kaufen, überlege ich mir auch eine Plan-B-Variante für den Fall, dass der Talgo ausgebucht ist.
Noch ein paar nächtliche Impressionen aus Chiva:


Nach dem Abendessen gehe ich zurück ins Hotel, wo ich schon mal das ganze usbekische Geld, das ich noch auszugeben gedenke, sortiert habe:

Insgesamt 80.000 Sum – 8 Stapel mit je 20 500er-Geldscheinen...
-------
Links zu den vorangegangenen RB-Teilen:
1. Reisevorbereitungen:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... ?30,134326
2. Graz - Kiev:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... ?30,134555
3. Kiev:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3046400
4. Moskva:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3047029
5. Moskva - Nishnyj Novgorod:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3047151
6. Perm - Mariinsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3048305
7. Krasnojarsk - Bratsk:
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8. Lena - Severobajkalsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3100312
9. Baikalsee (Ajaja-Bucht):
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3100572
10. Severobajkalsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3101318
11. Severobajkalsk - Olchon:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3102128
12. Olchon - Irkutsk:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3102681
13. Irkutsk - Suche-Bator:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3103855
14. Ulan-Bator:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3105120
15. Mongolei:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3107483
16. Ulan-Bator - Erlian:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3117291
17. Chjancszyakounan - Peking:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3118406
18. Peking 1:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3119223
19. Peking 2:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3120371
20. Shanghai:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3121221
21. Xian:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3124251
22. Quer durch China 1:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3125160
23. Quer durch China 2:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3125164
24. Urumchi:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3130912
25. Die Dschungarische Pforte:
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26. Druzhba - Aktogaj:
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27. Ankunft in Alma-Ata
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28. Medeu&Shymbulak - Charyn-Canyon - Jesik-See
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29. Talgo-Zug und Bolschoj Almatinski Pik
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3148808
30. Alma-Ata - Tschimkent:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3162626
31. Arys - Taschkent:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3219477
32. Taschkent - Samarkand:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3222583
33. Samarkand - Buchara:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... 30,3233784
34. Buchara - Navoi:
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