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Warum können Russen so gut singen?

Verfasst: 09 Apr 2004, 22:23
von Reinhard
ich höre mir gerade meine Aufnahmen der Mönche von Zagorsk an -
dabei fällt mir auf, daß auch schon in der Erinnerung russischer Gesang allererste Spitzenklasse war.

Sagt nicht es ist der Wodka - glaub ich nicht.

Reinhard

hallo Heinz

Verfasst: 09 Apr 2004, 22:47
von Reinhard
ich kenne (auch aus eigener Erfahrung) die Tradition des Gregorianischen Gesangs. Strikt nach Regeln, ohne Interpretationsmöglichkeit. Trotzdem klingt es bei uns hölzern,
weil

Volumina + Tiefe der Bässe fehlen (selbst bei gutem Gesang)
Quintengesang fehlt
zu viele Gesangsregeln sind (zu viele "Alte Meister?)

aber da muss noch etwas mehr dahinter stecken. Mag sein, daß der Gesang als seelischer Ausgleich ein Grund ist.

Hab mir vorgenommen, die Osterliturgie der Russischen Gemeinde bei uns zu besuchen.

Reinhard

Caruso & Co.

Verfasst: 09 Apr 2004, 23:08
von csey
Es gibt zwei Länder in Europa, die auffallend viele große Sänger hervorbringen:

1. Italien
2. Rußland

Man versucht das mit der präzisen Artikulation der Vokale und der Rhythmik dieser beiden Sprachen zu erklären.

Hallo Heinz, hallo csey,

Verfasst: 09 Apr 2004, 23:22
von Reinhard
erstens Heinz:

der Sprung ins Ruhrgebiet rüber ist nicht weit - Samstag nacht um 9 gehts los. ist eine "echte" russische Gemeinde mit sehr langer Tradition (ca. seit 1850 in unserer Stadt) aber die Osterliturgie feiert immer ein russischer Pope und die musikalische Gestaltung machen 34 Sänger aus unserer Partnerstadt Nowgorod. Die Fundamente werden beben.

Musik ist natürlich verfügbar, ist allerdings keine Studioaufnahme, sondern mit einem - guten - Handgerät aufgenommenes Material,
insgesamt 18 Titel.

Csey:

bei Italienern wundert's nicht - da spielt "eingebaute"Lebensfreude mit.
Aber bei Russen und auch den schon ziemlich alten "strikt gesungenen" Erfahrungen der Sergej-Jarov-Zeit (waren Konzerte, wo ich schon immer da war um den "Keller-Bass" zu hören; wir waren einmal nach einem Konzert zu den Jungs eingeladen und haben uns beim Bass-Testsingen zu Tode blamiert, weil die Russen fast zwei Oktaven unter uns waren) ist das schon anders - trotz stimmlicher Feinheit, egal ob "Vollgas" oder absolutes Piano - da steckt eine unglaubliche Wärme drin, die wir nicht zustande bringen.

Reinhard

Verfasst: 09 Apr 2004, 23:22
von Anonymous
[quote]Für mich ist jedoch an russischer Folklore meist mit der (Don) Kosacken - Kultur verbunden. "Eintönig hell das Glöckchen klingt"......

Übrigens: "Ich bete an die Macht der Liebe stammt" auch aus der Liturgie der Orthodoxen Kirche.
[/quote]

Ich finde diese Art Musik auch sehr schön, allerdings werde ich davon immer so unendlich traurig, deswegen höre ich sie nicht so oft.

zum Thema "macht traurig"

Verfasst: 09 Apr 2004, 23:30
von Reinhard
das erinnert mich an meinen Vater, der - leider - schon 1971 sehr jung verstorben ist.

Er erzählte uns Kindern damals immer von einem russischen Leutnant, der während des Krieges bei meinen Großeltern Quartier hatte. Dieser Mann hat es geschafft, ihn durch seinen Gesang so unendlich zu beeindrucken, daß er - ein absolut stiller Mensch - uns erzählt hat, wie tief seine Seele davon beeindruckt war.

"Ich bete an die Macht der Liebe" war eines seiner Lieblingslieder.

Reinhard