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Geschichten aus dem Leben

Verfasst: 11 Apr 2008, 08:38
von Zejtnot
In dieser Rubrik werden wir Geschichten aus dem alltäglichen russischen Wahnsinn sammeln, die vorher in der Kaffeebar gepostet waren. Postet neue Geschichten und Kommentare bitte dort. In diesem Thread sammeln die Moderatoren der Seite dann die schönsten Erzählungen.

Re: Geschichten aus dem Leben

Verfasst: 11 Apr 2008, 08:41
von Zejtnot
Dave hatte am 10. April 2008 folgende Geschichte parat:

Letzten Sommer - ich in Moskau, mit Heisshunger auf Bananen:

Im Geschäft (neben dem Dt. Dorf) einen Bund Bananen in den Einkaufskorb gelegt...
Die Regaldame (das Mädel welches die Regale auffüllt) schreit mich schon an: "Heute
gibt es keine Bananen"... Komisch, was habe ich den gerade in den Korb gelegt, etwa
gelbe Würste?...
Die Dame ignorierend fahre ich mit meinen Einkäufen fort... verfolgt von eben dieser, jed.
immer mehr aufbrausend, schimpfend: "Ich hab's gesagt, heute keine Bananen... "

...endlich an der Kasse, die Waren aufs Band... und sehen ob die Kassiererin dem
selben Anti-Bananen-Trip verfallen ist:

...siehe da, das selbe Geschrei: "Heute gibt es keine Bananen..." ...und nimmt mir
tatsächlich die Dinger vom Band und stellt diese zur Seite.

An einen schlechten Scherz glaubend nehme ich mir die Früchte meiner Begierde
zurück aufs Band und versuche mit gebrochenem Russisch der Ollen zu erklären,
dass ich diese Bananen nicht nur zum Spazierengehen im Supermarkt, zur Kasse
gebracht habe, sondern diese, des späteren Verzehrs wegen, auch bezahlen will !

Mittlerweile - zwei, drei Minuten Geschrei und Händeverwerfen weiter, kommen auch
die Chefin und ein Security- Beamter dazu...

...es ist die Chefin höchstpersönlich, welche mir erklärt, dass wegen eines Problems
in der Kassensoftware, heute keine Bananen eingelesen und verrechnet werden können...

...von hinten kräht die Regaltussi: "....ich habe es gesagt, ich habe es tausendmal
gesagt,... aber diese Diplomaten wollen das einfach nicht verstehen...)

Da ich - zwar Verständnis für einen unwilligen PC / Kasse ... - richtig genervt der um
mich versammelten Belegschaft erklärte, dass ich die Bananen notfalls auch so, also
ohne scannen und pieps... mitnehmen würde..., wurde das Gespräch nun energischer...

(DEN TEIL HIER LASSE ICH WEG, DA ES NOCH EIN PAAR MINUTEN SO WEITER
GING...)

...voll genervt und um meine Beherrschung ringend lege ich einen viel zu grossen Geld-
schein auf die Fläche in der Nähe der Kasse und bitte die Mädels ein letztes Mal, ab-
zurechnen... "Sie sollen halt ein Depot da behalten, und mir die Bananen dann am
nächsten Tag verrechnen..."

...nach ca. 1/4 Stunde Daueraufmerksamkeit, ich glaube da waren schon Leute herbei-
gestürmt um zu sehen was da los ist... habe ich mich dann entschieden die Dinger auf
die Brutale mitzunehmen - nämlich ohne zu Bezahlen. (Der Rest war zwischenzeitlich
abgerechnet und bezahlt). Mit lauter Stimme erklärte ich der Belegschaft - und
zwar in meinem besten Italienisch - dass ich jetzt die Dinger nehme ohne dafür zu bezahlen.

Siehe da, es war Ruhe... zwar wurde etwas getuschelt, aber ruhig. Und viel wichtiger:
ich hatte meine Bananen.

Seit diesem Vorfall wurde ich immer ganz nett begrüsst und quasi als Ehrengast
behandelt...

Dave

P.S. Die Bananen habe ich übrigens am Folgetag bezahlt und zwar, in dem ich einen
etwa gleich grossen Bund zur Kasse trug, bezahlte, und diesen dann wieder zurück in
die Auslage stellte.

Re: Geschichten aus dem Leben

Verfasst: 11 Apr 2008, 08:44
von Zejtnot
Zeppelin berichtete am 12. Januar 2007 folgendes:

Ein Wasserkocher der wie eine Spirale aussieht - man legt es ins Wasser und das Wasser wird gekocht, ohne Sicherung gegen Überhitzen, aber beim Kochen passt sowieso jemand die ganze Zeit auf?! Das nennt sich Tauchsieder! Oder auch UFO in der einfacheren Variante, die sich - ausgehend von unseren einstigen sowjetischen Waffenbrüdern - wohl bis zu jedem "Landser" in den Armeen des Warschauer Vertrages - verbreitet hat. Ist aber nicht geeignet für "Weicheier":

Man nehme zwei mittelgroße Deckel von Konservendosen, einen Druckknopf aus Kunststoff (am besten von einem Schutzanzug gegen ABC-Waffen) und ein Stück zweiadriges Kabel (können auch mehr Adern sein, aber man braucht nun mal nur zwei). Das Kabel organisierte man sich üblicherweise von einer Rolle Feldtelefonkabel :-). Gegebenenfalls noch zwei Streichhölzer.

Montage:
- Sicherstellen, dass weder Vorgesetzte noch Feiglinge oder Frauen in der Nähe sind!
- In der Mitte die Konservendeckel mit Bajonett, Taschenmesser, Schraubenzieher (oder was eben zur Hand) überkreuz durchstechen und ein Loch aufbiegen, durch das der Aussengewindeteil der beiden Hälften des Druckknopfes passt und einen Deckel mit der Buchse, den anderen mit dem Stecker des Knopfes verschrauben.
- Am Rand jedes Deckels ein kleines Loch durchstechen, jeweils eine Ader des Kabels durchstecken und fest verrödeln.
- Dann beide Deckel per Druckknopf verbinden und alles so hinbiegen, dass bei 220 Volt und 50 Hertz der Mindestabstand zwischen den Deckeln vier Millimeter nicht unterschreitet.
Bei 380 Volt und 50 Hertz (falls man nicht zwei, sondern drei Deckel nimmt) Mindestabstand acht Millimeter. :-)
- Nur isolierende beziehungsweise nichtleitende Kochgeschirre (Kunststoff oder Keramik) verwenden und ebenso isolierte Rührgeräte! Am besten mit Gummihandschuhen arbeiten!
- Die anderen Enden des Kabels so präparieren, dass man die Verbindung zur Stromquelle herstellen kann. Bei einer normalen Steckdose isoliert man etwa drei bis vier Zentimeter der Adern ab und umwickelt damit Streichhölzer (falls kein standardisierter Netzstecker zur Hand.)

Anwendung:
- Isoliertes Kochgeschirr mit Trinkwasser in der gewünschten Menge füllen.
- UFO tief hineintauchen und aufpassen, dass es nicht rausrutschen kann.
- Verbindung zum Stromnetz beziehungsweise Generator herstellen und hoffen, dass weder das Kabel schmort, noch die Sicherung durchknallt oder gar der Generator verreckt.
- Warten, bis das Wasser kocht - zwischendurch rühren reduziert das Risiko.
- Suppe, Karoffeln, Gemüse oder sonstwas Kochen beziehungsweise Wasser für Tee, Kaffee, Brühe oder ähnliches verwenden.

Achtung:
Die Zugabe von Salz, Essig, saurem Kochgut etc. reduziert den elektrischen Widerstand des Wassers. Also die Steckdose und das Kabel auf Flammenbildung im Auge behalten.
Wenn Speise fertig, Verbindung zur Stromquelle trennen und UFO unauffindbar verstecken. :-)

Sofern man bei der Bereitung eines Gerichts mit sochem Hilfsmittel keinen Schaden nimmt und nicht etwa schon dabei erwischt wurde, garantiere ich, dass selbst so gekochte Pellkartoffeln gleich drei mal so gut munden, wie solche, die auf einem StiNo-Herd bereitet wurden. Und erst der Kaffee ...