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Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 05 Okt 2008, 19:29
von elch-michel
Soeben gefunden und offenbar kein Witz:
Deutschland finanziert die Vernichtung russischer Atom-Uboote und Chemiewaffen.
400 Millionen Euro soll Deutschland bereits für die Zerlegung von sowjetischen Atom-Ubooten und dem Bau eines Langzeitzwischenlagers für Nuklearabfälle auf der Kola-Halbinsel ausgegeben haben.
Bis zu 600 Millionen Euro fließen zusätzlich in die Vernichtung von 40.000 Tonnen Chemiewaffen aus Sowjetbeständen.
Aus den Öl- und Gaslieferungen, auch nach Deutschland, sind in der Zeit von 2007 bis 2015 zusätzlich 200 Milliarden Dollar für das Modernisierungsprogramm der russischen Armee vorgesehen.
Unter diesen Bedingungen kann man wirklich viele ehrliche Freunde haben. Na dann Prost oder?
Bei allem Wohlwollen, dafür habe ich kein Verständnis, zumal viele Gelder immer nicht dort ankommen wofür sie vorgesehen sind.
Ergänzender Hinweis:Die Verteidigungsetats in 2007 betrugen 35,4 Milliarden Dollar. Für das nächste Jahr sind 93 Milliarden Dollar vorgesehen. Hoffentlich haben auch die Soldaten davon einen Nutzen.
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 05 Okt 2008, 19:45
von Zeppelin
elch-michel hat geschrieben:Soeben gefunden und offenbar kein Witz:
Das ist kein Witz.
Offizielle Zahlen dazu sind schwer zu ermitteln.
Man kann ja nicht mal abschätzen welche Summen allein in die Beräumung der ehem-SU Militärliegenschaften in der ex. DDR geflossen sind.
Und zum Verbleib der nukleargetriebenen Schiffe der ehem. SU gibt es massenweise Dokumentationen in TV, Presse und Literatur.
Ob Merkel wohl so mutig sein wird, das Bärchen um Rechenschaft über die Verwendung der gezahlten Mittel zu bitten?
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 06 Okt 2008, 07:16
von Zejtnot
elch-michel hat geschrieben:Deutschland finanziert die Vernichtung russischer Atom-Uboote und Chemiewaffen.
Wenn es Deutschland nicht machen würde, würde es niemand machen. Strahlen machen aber an den Ländergrenzen nicht halt, insofern muss uns das leider auch interessieren.
Aber als Ausgleich dürfen wir deutschen Atommüll irgendwo bei Irkutsk verklappen. Auch eine traurige Wahrheit. (Wird natürlich offiziell nur zur Aufbereitung hingeschickt ... komischerweise liegen die Fässer seit Jahren irgendwo im Wald und noch nie wurde irgendetwas Aufbereitetes zurückgeschickt.)
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 06 Okt 2008, 20:09
von elch-michel
Irgendwie bin ich dennoch erstaunt.
Es geht hier ja weniger um zweifelhafte oder sinnvolle Beteiligungen, wäre es aber nicht wichtiger gewesen, wenn wir zunächst in Deutschland (z. B. Salzgitter-Asse, etc.) oder anderen Standorten für unsere eigene Sicherheit gesorgt hätten? Dann könnten auch diese Erfahrungswerte für künftige Vorhaben weltweit mit eingesetzt werden.
Eben, weil wir ein grenzüberschreitendes Problem haben frage ich mich, was macht z.B. USA, Frankreich, Italien, Großbritannien, Belgien, Schweden, etc.? Da hört man zumindest in Deutschland überhaupt nichts. Haben die anderen Staaten wirklich keine Probleme?
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 07 Okt 2008, 06:26
von Zejtnot
Soweit ich mich an einen Spiegel-Artikel in den 90ern erinnern kann, investieren auch die Skandinavier richtig viel in die Altlastenbeseitigung der Sowjetunion. Sie haben ja ein noch größeres Interesse daran, dass das Nordmeer nicht vollkommen verstrahlt wird.
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 07 Okt 2008, 09:30
von harald63
Auch die Amis haben massiv investiert, damit die Russen alte nukleare Sprengköpfe und Trägerraketen vernichten konnten. Das ist billiger, als wenn sie mit deren Existenz und deren möglicher Proliferation hätte leben müssen. Und wenn man sich beteiligt, hat man natürlich auch mehr Kontrolle.
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 08 Okt 2008, 17:43
von elch-michel
harald63 hat geschrieben:Auch die Amis haben massiv investiert, damit die Russen alte nukleare Sprengköpfe und Trägerraketen vernichten konnten. Das ist billiger, als wenn sie mit deren Existenz und deren möglicher Proliferation hätte leben müssen. Und wenn man sich beteiligt, hat man natürlich auch mehr Kontrolle.
Verführt das aber nicht zu Massenproduktionen, wenn man für die Entsorgung nicht eigenverantwortlich sein muss?
Für die Produktion streitiger Waffen ist Geld, viel Geld vorhanden und für die Sicherheit bzw. Zwischen- und Endlagerungen kommen möglicherweise die Bedrohten und Gefährdenden selber auf.
Ist das wirklich der richtige Weg in der heutigen Zeit?
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 08 Okt 2008, 18:33
von manuchka
elch-michel hat geschrieben:Ist das wirklich der richtige Weg in der heutigen Zeit?
Weißt du einen besseren?
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 08 Okt 2008, 19:24
von AM_77
Beantwortet man Fragen mit Gegenfragen?
Re: Ist das Putin-Land wirklich so hilfsbedürftig?
Verfasst: 08 Okt 2008, 19:39
von Zeppelin
AM_77 hat geschrieben:Beantwortet man Fragen mit Gegenfragen?
Unter Umständen schon.
D (und wohl auch alle anderen Staaten, die sich engagiert haben, um SU-Atomschrott möglichst sachgerecht zu entsorgen) haben bestimmt gewusst, dass diese Unterstützung einer Art von Lottospiel glich.
Was die russ. Regierung mit dem Geld gemacht hat, dürfte kaum zu kontrollieren gewesen sein.