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Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 07 Okt 2008, 16:22
von Spätzleskosake
In Ludwigsburg (Baden-Württemberg) wurde Mitte 2008 das vom Landkreis betriebene Übergangswohnheim für Russlanddeutsche Übersiedler geschlossen. Die verbliebenen Familien wurden in Asylantenunterkünfte gesteckt. Sieht so eine konstruktive Einbürgerungspolitik aus, oder möchte man den Russlanddeutschen zeigen, daß sie unerwünscht sind?
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 07 Okt 2008, 16:36
von Zeppelin
Wie lange leb(t)en denn dort diese Russland"Deutschen"? Was haben sie unternommen, um sich hier zu integrieren?
Ich weiß. Solche fragen klingen ungefällig. Aber wie sieht denn Dein Integrationskonzept aus?
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 07 Okt 2008, 16:56
von Oletsch
Ich glaube der Grund ist ein anderer: es gibt immer wenige Spätaussiedler, die nach Deutschland kommen, also werden auch wenige Wohnheime gebraucht. Die Spitze der Migrationswelle war Anfang-Mitte der 90-er Jahre.
Gruß
Oletsch
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 07 Okt 2008, 17:14
von harald63
Sobald sie nicht mehr in geringer Zahl und dem bösen Kommunismus entkamen, waren die Russlanddeutschen nicht mehr so willkommen gewesen. Ausser als treue CDU-Wähler.
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 07 Okt 2008, 17:30
von Uwe
Hoffentlich haben die Amerikaner nicht mal gewaltige Probleme und die deutschstämmigen Amerikaner wollen zurück.
Als Spätaussiedler versteht sich. Dann verdoppelt sich lässig die Bevölkerung in D.
Wird aber wohl nicht passieren, da sich diese Aussiedler und ihre Nachfahren in mehreren Generationen intergriert haben.
Spätaussiedler ist schon eine gewagte Worthülse für Russen deutscher Abstammung.
Für diesen ganzen Vorgang fehlt mir vollkommen das Verständnis. Das geht einigen Freunden hier, auch Russen deutscher Abstammung, genauso.
Was Politik nicht alles anrichten kann.
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 07 Okt 2008, 19:06
von Paulchen
Uwe hat geschrieben:Hoffentlich haben die Amerikaner nicht mal gewaltige Probleme und die deutschstämmigen Amerikaner wollen zurück.
Die sind aber freiwillig nach Amerika ausgewandert was meines Wissens für die Spätaussiedler bwz. deren Vorfahren nicht unbedingt gilt...
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 07 Okt 2008, 19:37
von Uwe
Oh doch,
diese wurden angeworben und in Ausicht einer guten Zukunft haben sie das Angebot angenommen.
Andere taten es aus religiösen Gründen wie z.B. die Mennoniten.
Mir wäre vollkommen neu, das Deutsche nach Russland und Rumänien zwangsdeportiert wurden.
Wenn Deutsche seit Generationen im Ausland leben, dann sind sie für mich deutschstämmig.
Wenn man sich allerdings nicht integriert und in Inseln lebt, dann darf man sich über Reaktionen nicht wundern.
Das Ganze war doch ein Politikum mit der Hoffnung konservative Wähler zu bekommen.
Ich kenne hier sehr viele Russen deutscher Abstammung (so sehen die sich), darunter auch Rückkehrer, die ebenso denken wie ich.
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 08 Okt 2008, 15:04
von Spätzleskosake
Bei den in Ludwigsburg betroffenen Familien handelt es sich zum Teil um Neuankömmlinge. Dann ist noch eine alleinerziehende Mutter mit 2 kleinen Kindern betroffen. Anfang der 90ger Jahre waren die Übersiedler und Kontingentflüchtlinge schon mal in den Asylantenheimen untergebracht, was zu größeren Spannungen und Problemen führte. Es gab damals sogar eine Demonstration der Russlanddeutschen vor dem Landratsamt. Die Situation wird sehr gut in dem Roman "Meine Weissen Nächte" von Lena Gorelik beschrieben, die als Kind in einem solchen Lager in Ludwigsburg war.
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 08 Okt 2008, 15:57
von Simone
Gegenfrage: Waren Russlanddeutsche je erwünscht?
Ich habe bislang nur wenig Deutsche getroffen, die positiv über Russlanddeutsche gesprochen haben - leider. Insbesondere die Schwaben haben sich sehr negativ über ihre neuen Mitbürger ausgesprochen. Die Stories von den Eigenheimsiedlungen auf Kosten der Steuerzahler braucht man ja nicht wiederholen...
Aber ehrlich gesagt, was will denn eine Mutter mit zwei Kindern in Deutschland machen, vielleicht spricht sie nicht mal deutsch... Das endet wohlmöglich mit HartzIV.
Persönlich kenne ich sehr gut integrierte Leute (russische Juden oder Russlanddeutsche) mit guten Jobs und einen kleinen lieblichen Akzent, der an ihre Kindheit in der SU erinnert. Aber die kamen bereits vor mehr als 10 Jahren und konnten ihre Abschlüsse in Schule bzw. Uni in Deutschland machen. Also perfekte Voraussetzungen für eine gute Zukunft.
Re: Russlanddeutsche nicht mehr erwünscht?
Verfasst: 08 Okt 2008, 19:35
von CSB_Wolf
Simone hat geschrieben:Die Stories von den Eigenheimsiedlungen auf Kosten der Steuerzahler braucht man ja nicht wiederholen...
Davon haben aber Russlanddeutsche oder Spätaussiedler aus Russland nichts abbekommen. Diese Eigenheimsiedlungen wurden ausschliesslich für Flüchtlinge aus der Ostzone gebaut und das war politisch so gewollt, das hat schon unter Adenauer angefangen 8)
Gruss
wolf