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Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 11 Dez 2008, 00:28
von suketaka
Ein Hallo an alle,

hier nun mein Bericht über die vergangen 1 1/2 Jahre!

der Bericht steht auch im info4alien.de und ich wollte euch den Bericht nicht vorenthalten.

Ich lernte meine Frau im Sommer 2007 kennen. Wir haben uns im 3-6 Wochen Rytmus getroffen.

Öfter ich nach Moskau, sie etwas weniger oft nach D.

Das war, für mich als "Russlandverachter", schon ein extremes Abenteuer. Ich kannte Russen nur aus dem Ägyptenurlaub!
Mittlerweile habe ich Russland und die russische Seele kennen und lieben gelernt. Viele Rundreisen mit dem Auto, Nachtzug (warscheinlich als einziger Deutscher im Zug) nach St.Petersburg, Clubs in Moskaum, Märkte usw. Das Land und besonders Moskau ist schon was...
Die von euch, die dort wohnen, wissen von was ich rede.

Ich hatte ein Multivisum für Russland und meine Frau ein Multi-Schengenvisum aus Frankreich.

Fragt bitte nicht wie sie da ran gekommen ist. Ein Grund war sicherlich dass sie schon mal 1 Jahr in Paris verbracht hatte. Da dachte sich die französiche Botschaft vielleicht "kein Problem wegen eines erneuten Multivisa". Jedenfalls ist die Französische Botschaft ein Gedicht im Vergleich zur Deutschen.

Im Frühjahr 08 haben wir dann beschlossen im Sommer zu heiraten.

Wegen der evtl. Probleme beim Heiratsvisum und wegen der grösseren Familie in Russland haben wir uns für Moskau entschieden.

Das Besorgen der nötigen Papiere für die Hochzeit (Ehefähigkeitsbescheinigung von mir mit Apostille) und die Übersetzungen der Russischen Papiere mit den Apostilen war an sich kein grosser Akt. Die russischen Papiere habe ich hier übersezten lassen.

Wir hatten damit ca. im April begonnen und dann bald in Moskau auf dem Standesamt als Termin einen Samstag im Juli 08 ausgesucht.

Die Hochzeit im kleinen Kreis war sagenhaft!

Jetzt ging es an die Vorbereitung der FZF Prozedur, vor allem Deutsch A1!

Anfang September kam dann meine Frau zu mir und ich habe sie dann sofort zu einem Deutschkurs geschickt.

Zur selben Zeit haben wir dann versucht eine AE bei der AHB zu erhalten. Dass wurde natürlich
mit der Begründung "mit falschen Visum" eingereist abgelehnt. Na ja, wir habens probiert.

Vorteil war, wir haben bei der AHB alle Papiere abgegeben und eine Akt anlegen lassen.
Ich hatte meine Frau auch schon bei der Meldebehörde angemeldet als bei mir wohnend.
Familienbuch, Anmeldung, alle Papiere die wir hatten haben wir der AHB gegeben.

Ich glaub mit dem Vorsprechen entgeht man auch dem Verdacht einer Scheinehe.

Schon zu diesem Zeitpunkt sagte die SB sie gibt das OK zur FZF wenn der Sprachtest vorliegt.

Der Sprachkurs war wie folgt: 2 Kurse zu je 4 Wochen. Pro Woche 4 Tage mit 3 Stunden.
Kosten 600 Doppelmark.

Zeitgleich habe ich die Anmeldung für die Prüfung gemacht.

2 Wochen vor dem Prüfungstermin beim Goethe Institut haben wir dann Intensiv mit dem Vorbereitungsbuch für diese Prüfung gearbeitet.

Was soll ich sagen.........auf Anhieb mit 88 von 100 Punkten Bestanden!

Die Frechheit vom Goethe Inst. war nur: Prüfung für externe Teilnehmer nur möglich in
Schwäbisch Hall oder Mannheim! Wir wohnen in München....

Meine Liebste flog dann am 17.11.08 zurück nach Moskau.

Sie holte Ihren neuen Pass mit dem neuen Familiennamen ab und ging zum vereinbarten Termin am 22.11.08 zur Botschaft um den Antrag abzugeben.

Die SB der AHB gab mir noch den Tipp die Papiere von der Botschaft zur AHB per FAX schicken zu lassen. Nach Erhalt des FAX hätte die SB sofort die Zusage geschickt. Meine Frau zahlte brav 10 EURO dafür aber die Botschaft war nicht fähig, angeblich das Wetter........

Am 26.11.08 gingen die Papiere dann per Bote/Flieger zum Auswärtigen Amt von dort zum Bundesverwaltungsamt und von dort zur AHB.

Die ganze Zeit war ich gegenüber den Behörden sehr "nervig". Das AA angeschrieben wo die Papier sind und wann sie wohin geschickt werden. Ich bekam auch schön Anwort. Die Visastelle der Botschaft per Email und Telefon genervt usw.

Die Papiere trafen am 5.12.08 hier in München ein.

Am 5.12.08 habe ich dann Roulett gespielt und eine Flug für den 12.12.08 von Moskau nach München gebucht.

Am 8.12.08 hat dann die AHB die Zusage (über BVA und AA) zur Botschaftgeschickt.

Heute hat meine Frau den Pass mit dem Visum bei der Botschaft abgeholt................

Das wars, ich glaube ich habe alles nötige erzählt. Die unzähligen Details in diesen 1 1/2 Jahren
habe ich natürlich weggelassen. Ich glaube ich hätte dafür noch 2 Seiten gebraucht. An sich ein schöne aber auch sehr anstrenge Zeit. Besonders die Deutschen Behörden, deren Mitarbeiter und die Vorschrift haben es in sich. Ich will hier gar nicht über die Zuständen in der Botschaft in Moskau schreiben und überlege ernsthaft mich darüber beim AA zu beschweren.

Gruss an alle, viel Glück für die anderen FZFler.

Michael

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 11 Dez 2008, 07:42
von Zejtnot
suketaka hat geschrieben:Besonders die Deutschen Behörden, deren Mitarbeiter und die Vorschrift haben es in sich.
Ich kann Dir versichern, wenn Du den umgekehrten Weg gehen wölltest, also nach Russland ziehen, kämen Dir die deutschen Behörden wir ein Traum vor!
suketaka hat geschrieben:Ich will hier gar nicht über die Zuständen in der Botschaft in Moskau schreiben und überlege ernsthaft mich darüber beim AA zu beschweren.
Ganz im Ernst: Wenn es fundiert ist, mach es doch! Keine Hetzschrift, sondern ganz nüchtern die Unzulänglichkeiten kurz und knapp aufzählen. Wenn sich nie jemand beschwert, wird es auch nicht besser!

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 11 Dez 2008, 11:33
von wolk0815
Sehe ich das richtig, dass es dich stört, dass der Prozess trotz Vorarbeit immer noch vom 22.11.08 bis 11.12.08 gedauert hat ? Das ist dann aber doch recht flott. Meine Frau war in D auch schon ´bekannt´ (durch ein Praktikum) und damals gab es das mit dem Sprachtest noch nicht. Bei uns hat es dann 2 Monate gedauert...und wir waren da schon recht froh (wenn man so andere Zahlen hört). Das Ganze übrigens über St.Peterburg.

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 11 Dez 2008, 22:25
von suketaka
Nein, ich störte mich natürlich nicht an der kurzen Wartezeit :D

Aber wie , besonders, die Botschaft mit meiner Frau und auch anderen
Russen umspringt ist gelinde gesagt eine Frechheit.

Gruss

M

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 11 Dez 2008, 23:56
von CSB_Wolf
@ suketaka

Also meine Frau wurde vom Personal der Botschaft immer höflich behandelt, ich kann da nichts negatives dazu sagen. Ich selber hatte zwar mal mit einem BGS'ler eine heftige Diskussion weil er mich nicht mit meiner Frau zusammen in die Botschaft lassen wollte, da nur meine Frau einen Termin hatte aber ich nicht, aber ansonsten, keine Probleme 8)

Gruss
wolf

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 12 Dez 2008, 01:22
von Zeppelin
Tja, wir hatten auch keine Probleme.

Aber wen wundert's angesichts von
suketaka hat geschrieben:Die Frechheit vom Goethe Inst. war nur: Prüfung für externe Teilnehmer nur möglich in
Schwäbisch Hall oder Mannheim! Wir wohnen in München....
...
Die ganze Zeit war ich gegenüber den Behörden sehr "nervig". Das AA angeschrieben wo die Papier sind und wann sie wohin geschickt werden. Ich bekam auch schön Anwort. Die Visastelle der Botschaft per Email und Telefon genervt usw.
...
Besonders die Deutschen Behörden, deren Mitarbeiter und die Vorschrift haben es in sich. Ich will hier gar nicht über die Zuständen in der Botschaft in Moskau schreiben und überlege ernsthaft mich darüber beim AA zu beschweren. ...
Das AA ist sicher sehr gespannt darauf. :roll:

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 22 Jan 2009, 03:11
von Pirro25
Mit den Konsulaten gab es wegen der Freundlichkeit nie Probleme (zu 95% St.Pete). Konnte immer ohne Anmeldung rein; als deutscher Staatsbürger braucht man keine Anmeldung; war zumindest immer so.

Nur als wir ein Besuchsvisa für 3 Monate ab Januar 2009 beantragen wollten, gab es doch etwas "unschönere" Diskussionen, da wir trotz zwei Vorstellungsterminen und der Information "Wir heiraten im Nov.08" nicht darüber aufgeklärt wurden, dass man kein Besuchsvisum mehr beantragen kann, wenn man schon verheiratet ist. Hier würde nur noch FZF gehen. Leider hat man uns das nicht gleich gesagt und somit den Ärger darüber erst ausgelöst.

In unserem Fall hat meine Frau die Sprachprüfung beim Goethe-Institut in St.Petersburg gemacht. Habe gerade die Gebühr nicht mehr im Kopf ich meine aber so um die 2000 RUB oder so. Man muss dazu übrigens nicht zwingend einen Sprachkurs beim Goethe-Institut machen, den fanden wir auch etwas teuer.
In Deutschland sind die von der Volkshochschule ebenso gut und preiswerter.

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 22 Jan 2009, 07:40
von Zejtnot
Pirro25 hat geschrieben:Nur als wir ein Besuchsvisa für 3 Monate ab Januar 2009 beantragen wollten, gab es doch etwas "unschönere" Diskussionen, da wir trotz zwei Vorstellungsterminen und der Information "Wir heiraten im Nov.08" nicht darüber aufgeklärt wurden, dass man kein Besuchsvisum mehr beantragen kann, wenn man schon verheiratet ist. Hier würde nur noch FZF gehen. Leider hat man uns das nicht gleich gesagt und somit den Ärger darüber erst ausgelöst.
Moment, kann so nicht stimmen. Ich lebe mit meiner russischen Frau in Russland - natürlich fahren wir NICHT mit einem Familienzusammenführungsvisum nach Deutschland, da wir ja unsere Familie in Deutschland überhaupt nicht zusammenführen wollen. Sie hat daher ein "Besuchs-/Geschäftsvisum, Familienangehöriger eines Unionsbürgers/EWR-Bürgers".

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 23 Jan 2009, 01:46
von Pirro25
Hallo Zejtnot,

Ja auch ich war genauso darüber sehr erstaunt und noch mehr verärgert. Kannst das gerne der Leiterin der Visastelle in St.Pete mitteilen. Die steht auf solche Diskussionen. "So leid es mir tut, aber ich kann ihrer Frau kein Besuchsvisum mehr erteilen, wenn sie schon verheiratet sind..."
Vermutlich wegen "Mangels an Rückkehrwilligkeit" oder so ein ...! :roll:
Das soll noch einer verstehen. Das Gespräch am Telefon endete dann doch etwas "unter dem Anstandsniveau" und das hat was zu heissen, da man mich schon extrem in Verwunderung versetzten muss, dass ich den freundlicheren Umgangston verlasse (aber Beleidungen konnte ich mir Gott sei Dank noch verkneifen). :twisted:
Als ob sich jeder gleich in Deutschland verewigen will und nur auf seine Chance lauert das deutsche Sozialversicherungssystem auszunehmen; die Fälle gib es aber leider auch und machen uns "Ehrlichen" das Leben schwerer.
Da es uns auf die wenigen Wochen nun auch nicht mehr ankam, haben wir uns für den friedvolleren Weg entschieden und nun die FZF beantragt. Danach hat sich das Thema "Besuchsvisa" für uns ein für alle Male geklärt; es sei denn wir bekommen Besuch aus Russland...

Re: Erlebnissbericht Visum Familienzusammenführung

Verfasst: 23 Jan 2009, 07:18
von Zejtnot
Pirro, sorry, ich kann gar keine FZF-Visum beantragen und dies wurde auch nie von uns gefordert. Denn für eine FZF muss man danach auch in Deutschland leben, was wir überhaupt nicht wollen. Die deutsche Aufenthaltsgenehmigung hätte überhaupt keine Grundlage, wenn meine Frau nicht mindestens jedes halbe Jahr vor Ort wäre. Ist sie aber nicht. Insofern wäre diese Forderung vollkommen aus der Luft gegriffen.

Wenn Deine Frau also ihren Lebensmittelpunkt in Russland behalten will, ist eine FZF falsch und quasi sogar illegal, weil sie nicht den Plänen entspricht.

Ich weiß nicht, worauf die Dame in St. Petersburg das bezieht - vielleicht verstehe ich auch Eure Pläne falsch. Aber ich würde keinem FZF-Visum, wenn ich keine FZF plane! Und der Dame von der Visastelle würde ich sagen, dass dies laut Ausländerrecht nicht erlaubt ist.

Keine Besuchsvisa für Ehepartner ist jedenfalls kompletter Blödsinn ... etliche binationale Ehepaare, die nicht in Deutschland leben, können dies bestätigen.