Deutsche Botschaft Moskau - eiskalt abserviert
Verfasst: 23 Mär 2009, 20:51
Hallo Leute!
Zunächst mal eine kleine Vorstellung:
Matthias, 42 Jahre, Taxifahrer aus Erlangen/Bayern.
Mila, 27 Jahre, Innenarchitektin und Raumdesignerin aus Domodedovo.
Unsere Geschichte:
Im November 2003 war ich mit einer guten Freundin, der Sonja, in Malmö/Schweden. Dort lernten wir einen Russen kennen, den Olle. Wir kamen uns schnell näher, und zum Abschied lud er uns ein, ihn in Moskau zu besuchen. Diese Gelegenheit wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, und im August des folgenden Jahres fuhren Sonja und ich mit dem Zug nach Moskau.
Tja, in Moskau traf ich sie. Meine Mila, eine gute Freundin von Olle. Ich mochte sie sofort, und nach längerem Kontakt via Instant Messenger und Email besuchte ich sie im April 2007 in Moskau. Nach einem weiteren Treffen in Kiev im Mai 2007, verbunden mit einer gemeinsamen Reise auf die Krim, hat es bei uns dann schließlich „gefunkt“.
Als Taxifahrer mit freier Schichteinteilung und dank ihres netten Arbeitgebers war es uns problemlos möglich, eine Fernbeziehung zu führen. Wir konnten uns beide jeden Monat mehrere Tage frei nehmen und unsere Beziehung intensivieren. Eine wilde Zeit, mit insgesamt 25 Treffen innerhalb von 23 Monaten, vielen Reisen nach Moskau und Kiev, aber auch nach St. Petersburg, Odessa, Istanbul, Madrid, Berlin und Erlangen.
Klar, dass wir uns lieben. Somit gingen wir im Februar zum ZAGS, Anmeldung zur Hochzeit.
Hier mal ein kleines Dankeschön an dieses Forum. Ihr habt uns viel geholfen, die Anmeldung hat problemlos geklappt, viele eventuell auftretende Probleme konnten wir durch Eure Informationen schon im Vorfeld lösen.
Und im März diesen Jahres haben wir schließlich geheiratet!
Ja, große Freude. Wunderschön alles. Perfekt. Bis zum Besuch bei der deutschen Botschaft...
Wie bereits erwähnt, heirateten wir im März 2009. Und natürlich wollen wir irgendwann zusammen leben. Entschieden haben wir, nach monatelangem Überlegen und zahlreicher Diskussionen, dass unser Lebensmittelpunkt hier in Erlangen sein soll. Allerdings steht der genaue Zeitpunkt noch nicht fest. In nächster Zeit wollen (und müssen) wir den Status Quo unserer Fernbeziehung erst mal beibehalten.
Meine Mila hat eine Arbeit, die sie sehr liebt und gerne fortsetzen würde. Ganz besonders aber kann und will sie ihre Mutter, die getrennt von ihrem Ehegatten lebt, auf Dauer nicht alleine lassen, schon gar nicht wochenlang. Auch, weil ihre Schwester sich für ein Auslandsstudium noch länger in Indien aufhalten wird.
Unsere Idee war, dass sie ein einjähriges Touristenvisum beantragt. Sie könnte mich besuchen wann immer sie will, ohne häufiges Anstehen bei der deutschen Botschaft. Wir könnten unser Zusammensein flexibler gestalten, uns öfter, länger und unkomplizierter sehen. Auch finanziell würden wir stark entlastet. Wenn ich sie in Russland besuche, kann und will ich aufgrund der beengten Verhältnisse nur bei ihr schlafen, wenn ihre Großeltern sich im Sommerurlaub befinden. Die restliche Zeit benötigen wir ein Hotelzimmer, die in Moskau fast unbezahlbar sind.
Ein einjähriges Visum würde mir zudem die Möglichkeit bieten, mich intensiver um meine Arbeit zu kümmern und mich endlich mit einem eigenen Taxi selbständig zu machen. Immerhin soll der Lebensmittelpunkt ja in Erlangen sein.
Unsere Pläne für die nahe Zukunft sahen somit folgendermaßen aus: Meine Liebste besucht mich nach Möglichkeit einmal im Monat. Sie kann ihre Beschäftigung behalten, da sie sowieso viel am Computer arbeitet und nur zu speziellen Anlässen ins Büro geht oder Projekte besichtigen muss. Viel wichtiger allerdings ist, dass sie sich um ihre recht einsame Mutter kümmern kann. Und ich such uns eine schönere und größere Wohnung und mach mich selbständig.
Mittelfristig ist erst mal Lernen angesagt, selbstverständlich müssen wir beide die Sprache des anderen beherrschen, schon wegen Kindern. Momentan kommunizieren wir ausschließlich auf Englisch. Um ihre Aufenthaltserlaubnis wollten wir uns erst später, so in einem halben Jahr, kümmern.
Tja, allerdings spielt die deutsche Botschaft nicht mit. Ihr Antrag auf Erteilung eines einjährigen Schengen-Visums wurde abgelehnt. Trotz familiärer Bindung, obwohl sie eine Arbeit hat und Geld auf dem Konto, und trotz einer Verpflichtungserklärung meinerseits. Dass sie in den letzten Jahren schon mehrmals ein Schengen-Visum hatte und absolut unauffällig war, zählt auch nicht. Die Begründung der deutschen Botschaft: Es besteht der Verdacht, dass sie nach Ablauf des Visums nicht nach Russland zurückkehrt. Mit Stempel und eben jenem Wortlaut in ihrem Reisepass.
Ok, auf die Schnelle konnten wir da nichts ändern, und meine Frau beantragte ein Transitvisum, um wenigstens mit mir in unsere lange geplanten und gebuchten Flitterwochen fahren zu können. Geplant waren zwei Wochen Kuba, mit (aufgrund der Flugzeiten) jeweils einer Nacht in München.
Ja, heute wieder abgelehnt. Mit der selben Begründung. Obwohl die Botschaft wusste, dies sind unsere Flitterwochen.
Tut mir leid, aber so was kann ich nur als vollkommen herzlos bezeichnen.
Wir sind gut fertig, richtig am Ende, könnt ihr mir glauben. Das ist einfach unglaublich.
Zunächst mal eine kleine Vorstellung:
Matthias, 42 Jahre, Taxifahrer aus Erlangen/Bayern.
Mila, 27 Jahre, Innenarchitektin und Raumdesignerin aus Domodedovo.
Unsere Geschichte:
Im November 2003 war ich mit einer guten Freundin, der Sonja, in Malmö/Schweden. Dort lernten wir einen Russen kennen, den Olle. Wir kamen uns schnell näher, und zum Abschied lud er uns ein, ihn in Moskau zu besuchen. Diese Gelegenheit wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, und im August des folgenden Jahres fuhren Sonja und ich mit dem Zug nach Moskau.
Tja, in Moskau traf ich sie. Meine Mila, eine gute Freundin von Olle. Ich mochte sie sofort, und nach längerem Kontakt via Instant Messenger und Email besuchte ich sie im April 2007 in Moskau. Nach einem weiteren Treffen in Kiev im Mai 2007, verbunden mit einer gemeinsamen Reise auf die Krim, hat es bei uns dann schließlich „gefunkt“.
Als Taxifahrer mit freier Schichteinteilung und dank ihres netten Arbeitgebers war es uns problemlos möglich, eine Fernbeziehung zu führen. Wir konnten uns beide jeden Monat mehrere Tage frei nehmen und unsere Beziehung intensivieren. Eine wilde Zeit, mit insgesamt 25 Treffen innerhalb von 23 Monaten, vielen Reisen nach Moskau und Kiev, aber auch nach St. Petersburg, Odessa, Istanbul, Madrid, Berlin und Erlangen.
Klar, dass wir uns lieben. Somit gingen wir im Februar zum ZAGS, Anmeldung zur Hochzeit.
Hier mal ein kleines Dankeschön an dieses Forum. Ihr habt uns viel geholfen, die Anmeldung hat problemlos geklappt, viele eventuell auftretende Probleme konnten wir durch Eure Informationen schon im Vorfeld lösen.
Und im März diesen Jahres haben wir schließlich geheiratet!
Ja, große Freude. Wunderschön alles. Perfekt. Bis zum Besuch bei der deutschen Botschaft...
Wie bereits erwähnt, heirateten wir im März 2009. Und natürlich wollen wir irgendwann zusammen leben. Entschieden haben wir, nach monatelangem Überlegen und zahlreicher Diskussionen, dass unser Lebensmittelpunkt hier in Erlangen sein soll. Allerdings steht der genaue Zeitpunkt noch nicht fest. In nächster Zeit wollen (und müssen) wir den Status Quo unserer Fernbeziehung erst mal beibehalten.
Meine Mila hat eine Arbeit, die sie sehr liebt und gerne fortsetzen würde. Ganz besonders aber kann und will sie ihre Mutter, die getrennt von ihrem Ehegatten lebt, auf Dauer nicht alleine lassen, schon gar nicht wochenlang. Auch, weil ihre Schwester sich für ein Auslandsstudium noch länger in Indien aufhalten wird.
Unsere Idee war, dass sie ein einjähriges Touristenvisum beantragt. Sie könnte mich besuchen wann immer sie will, ohne häufiges Anstehen bei der deutschen Botschaft. Wir könnten unser Zusammensein flexibler gestalten, uns öfter, länger und unkomplizierter sehen. Auch finanziell würden wir stark entlastet. Wenn ich sie in Russland besuche, kann und will ich aufgrund der beengten Verhältnisse nur bei ihr schlafen, wenn ihre Großeltern sich im Sommerurlaub befinden. Die restliche Zeit benötigen wir ein Hotelzimmer, die in Moskau fast unbezahlbar sind.
Ein einjähriges Visum würde mir zudem die Möglichkeit bieten, mich intensiver um meine Arbeit zu kümmern und mich endlich mit einem eigenen Taxi selbständig zu machen. Immerhin soll der Lebensmittelpunkt ja in Erlangen sein.
Unsere Pläne für die nahe Zukunft sahen somit folgendermaßen aus: Meine Liebste besucht mich nach Möglichkeit einmal im Monat. Sie kann ihre Beschäftigung behalten, da sie sowieso viel am Computer arbeitet und nur zu speziellen Anlässen ins Büro geht oder Projekte besichtigen muss. Viel wichtiger allerdings ist, dass sie sich um ihre recht einsame Mutter kümmern kann. Und ich such uns eine schönere und größere Wohnung und mach mich selbständig.
Mittelfristig ist erst mal Lernen angesagt, selbstverständlich müssen wir beide die Sprache des anderen beherrschen, schon wegen Kindern. Momentan kommunizieren wir ausschließlich auf Englisch. Um ihre Aufenthaltserlaubnis wollten wir uns erst später, so in einem halben Jahr, kümmern.
Tja, allerdings spielt die deutsche Botschaft nicht mit. Ihr Antrag auf Erteilung eines einjährigen Schengen-Visums wurde abgelehnt. Trotz familiärer Bindung, obwohl sie eine Arbeit hat und Geld auf dem Konto, und trotz einer Verpflichtungserklärung meinerseits. Dass sie in den letzten Jahren schon mehrmals ein Schengen-Visum hatte und absolut unauffällig war, zählt auch nicht. Die Begründung der deutschen Botschaft: Es besteht der Verdacht, dass sie nach Ablauf des Visums nicht nach Russland zurückkehrt. Mit Stempel und eben jenem Wortlaut in ihrem Reisepass.
Ok, auf die Schnelle konnten wir da nichts ändern, und meine Frau beantragte ein Transitvisum, um wenigstens mit mir in unsere lange geplanten und gebuchten Flitterwochen fahren zu können. Geplant waren zwei Wochen Kuba, mit (aufgrund der Flugzeiten) jeweils einer Nacht in München.
Ja, heute wieder abgelehnt. Mit der selben Begründung. Obwohl die Botschaft wusste, dies sind unsere Flitterwochen.
Tut mir leid, aber so was kann ich nur als vollkommen herzlos bezeichnen.
Wir sind gut fertig, richtig am Ende, könnt ihr mir glauben. Das ist einfach unglaublich.