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meine ganz persönliche Dänemark-Geschichte

Verfasst: 20 Jul 2009, 13:57
von lixil
Zejtnot hat geschrieben: Also die Dänemark-Geschichte würde mich in einem extra Thread wirklich interessieren - man lernt ja wirklich nie aus (ist nicht sarkastisch gemeint).

Auf besonderen Wunsch, meine ganz persönliche Dänemark-Geschichte. :-)


Folgende Situation:
- Wir sind seit über drei Jahren ein Paar
- Nach dieser Zeit bekommt sie eine Aufenthalterlaubnis (wegen Arbeit) und kommt nach Deutschland.
- Nach ca. einem Halben Jahr in D beschließen wir zu Heiraten. In 4 Monaten.
- Es passiert was Unerwartetes und es ist klar, dass die Arbeitserlaubnis in 2 bis 3 Wochen verfällt und sie daher bald ausreisen müsste.
- Wir beschließen die Hochzeit vorzuziehen und heiraten in DK.

Welche Vorteile hatte für uns eine Hochzeit in DK?
- Die einzigen notwendigen Papiere die wir gebraucht haben sind: Geburtsurkunde, Pas, und eine Meldebestätigung von der jeweiligen Stadt. Meine Frau musste mit der Meldebestätigung noch zum Notar und dann ins Konsulat, für die Ledigkeitsbescheinigung. Das wars! Der ganze Papierkram konnte an einem(!) Tag erledigt werden!!
- Da sie den Antrag auf eine neue Aufenthaltserlaubnis (§28) gestellt hat, während die alte noch gültig war konnte die alte einfach in die neue nach §28 umgewandelt werden. Sie musste nicht mehr aus Deutschland ausreisen!
- Der eingeschlagene Weg hat uns also eine Menge Zeit und Geld gespart, denn die Alternative wäre eine Hochzeit in RUS und eine Einreise mit einem FZF-Visum. Oder aber eine Hochzeit in D mit einem Touristenvisum. Was auch recht aufwendig ist. Eine erneute Ausreise mit anschließendem FZF-Verfahren ist auch hier kaum zu umgehen. Ich bin Student, ein Visum zur Eheschließung wäre nicht drin gewesen, da mein Einkommen dafür nicht ausreicht.

Dazu muss ich noch sagen, dass wir zeitlich eingeschränkt sind, da ich gerade dabei bin mein Studium abzuschließen und sie sich gerade für ihr (zweit)Studium hier in Deutschland fit macht (TestDaF und Toefl).

Jetzt würde mich mal interessieren ob jemand vernünftige Gründe nennen kann warum eine Hochzeit irgendwo außerhalb von DK besser wäre.
Das Argument mit dem dänischen Recht lasse ich nicht gelten, da eine Ehe nach deutschem Recht geschieden wird wenn diese in Deutschland gelebt wird! Wer Gesetzte oder Urteile kennt die dieser Auffassung widersprechen, kann sie gerne nennen. Aber bitte nicht: Ich kenne da einen Freund der einen Freund kennt …

Re: meine ganz persönliche Dänemark-Geschichte

Verfasst: 22 Jul 2009, 17:00
von Zeppelin
lixil hat geschrieben:
Zejtnot hat geschrieben: Also die Dänemark-Geschichte würde mich in einem extra Thread wirklich interessieren - man lernt ja wirklich nie aus (ist nicht sarkastisch gemeint).
...
Jetzt würde mich mal interessieren ob jemand vernünftige Gründe nennen kann warum eine Hochzeit irgendwo außerhalb von DK besser wäre.
Das Argument mit dem dänischen Recht lasse ich nicht gelten, da eine Ehe nach deutschem Recht geschieden wird wenn diese in Deutschland gelebt wird! ...
Das Erstere klingt zunächst mal recht plausibel. Und wenn es unter den gegebenen Umständen so funktioniert hat, gibt es im Moment kaum Einwände.

Allerdings gehöre ich dennoch eher zu den Skeptikern bzgl. eines solchen Weges.
Die Gründe dafür ergeben sich nicht unmittelbar aus Gesetzen oder der Rechtsprechung.
Daher klingt Deine 'Argumentation' eher wie die eines Jurastudenten in den ersten Semestern (entschuldige bitte.)

Eine mögliche 'reine' Scheidung dürfte unter den angenommenen Umständen durchaus nach dt. Recht vollzogen werden.

Aber was ist mit Fragen von Ehegattenunterhalt, Sorgerecht für Kinder, Erbrecht, Versorgungsausgleich, Vermögensaufteilung und der jeweiligen Vollstreckbarkeit entsprechender Titel?

Die Praxis beweist nun einmal, dass Trennungen weit weniger harmonisch vollzogen werden, als Eheschließungen.
Und wenn da auch nur einer beider Partner auf den Gedanken kommt, sich durch Berufung auf das Recht von Zweit- und Drittstaaten zu berufen, kann das langwierig, teuer und ziemlich bösartig werden.

Es muss ja niemand meine Meinung teilen. Aber ich war mehrere Jahre in der Beratung zu binationalen Ehen tätig und kenne daher eine Reihe recht unangenehmer Erfahrungsberichte.

Re: meine ganz persönliche Dänemark-Geschichte

Verfasst: 22 Jul 2009, 18:09
von lixil
Zeppelin hat geschrieben: Allerdings gehöre ich dennoch eher zu den Skeptikern bzgl. eines solchen Weges.
Die Gründe dafür ergeben sich nicht unmittelbar aus Gesetzen oder der Rechtsprechung.
Also das verstehe ich nicht. Wenn sich die Gründe nicht aus den Gesetzen bzw. aus der angewandten Rechtssprechung ergeben, woraus den? Bzw., welche Gründe sind es die keinen Bezug zur Rechtssprechung haben, aber dennoch in den Zusammenhang mit einer Heiratsurkunde aus einem Drittstaat zu bringen sind?
Aber was ist mit Fragen von Ehegattenunterhalt, Sorgerecht für Kinder, Erbrecht, Versorgungsausgleich, Vermögensaufteilung und der jeweiligen Vollstreckbarkeit entsprechender Titel?
Und wenn da auch nur einer beider Partner auf den Gedanken kommt, sich durch Berufung auf das Recht von Zweit- und Drittstaaten zu berufen, kann das langwierig, teuer und ziemlich bösartig werden.
Warum nennst du den nicht einfach ein paar Quellen aus dennen hervorgeht, dass die oben aufgeführten Punkte nicht ausschließlich vom deutschen Recht geregelt werden, wenn die Ehe in Deutschland gelebt wurde und auch die Scheidunng dort eingereicht wurde? Kann ich mich den bei einer Scheidung vor dem deutschen Gericht auf das dänische Recht berufen??
Es muss ja niemand meine Meinung teilen. Aber ich war mehrere Jahre in der Beratung zu binationalen Ehen tätig und kenne daher eine Reihe recht unangenehmer Erfahrungsberichte.
Vieleicht liegt ja hier unser "Problem" es geht hier doch nicht um Meinungen?!
Und wenn du doch in der Beratung Tätig warst, wird es dir doch nicht schwer fallen ein paar Beispiele/Gerichtsurteile oder meinetwegen auch Erfahrungsberichte aufzuzeigen aus dennen herforgeht, dass eine Heirat in einem Drittland (Westeuropa) zu erwähnenswerten schwierigkeiten geführt hat. Oder?