Rechtssprechung bei Autounfällen in D und RUS

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Nikolaus
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Rechtssprechung bei Autounfällen in D und RUS

Beitrag von Nikolaus »

Dieser Thread ist eine Auskopplung von http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f ... 24#p101224. Zejtnot
Zejtnot hat geschrieben:Also wenn in Deutschland der Chef von EON auf der Gegenfahrbahn das Auto von zwei Hebammen rammt, wird dieses Verhalten nicht von der Polizei vertuscht und Merkel muss auch nicht auf den Tisch hauen, damit der Vorstandsvorsitzende dafür zur Verantwortung gezogen wird. Und genau darin sehe ich schon noch einen gewaltigen Unterschied.
Naja, aber Du hast schon gemerkt, dass nicht der Vorstandsvorsitzende gefahren ist, sondern sein Fahrer?!
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Axel Henrich
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Re: Tag der Wut

Beitrag von Axel Henrich »

Nikolaus hat geschrieben:Naja, aber Du hast schon gemerkt, dass nicht der Vorstandsvorsitzende gefahren ist, sondern sein Fahrer?!
Interessanter Einwurf ... ;) geht bei sowas immer unter.

-ah-
Nikolaus
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Re: Tag der Wut

Beitrag von Nikolaus »

Der Aufruhr unter den "normalen" Leuten richtet sich deshalb ja auch nicht gegen den Oligarchen als Person, sondern gegen die Privilegien bestimmter Individuen, hier eben den Fahrer eines Dienstwagens, der wahrscheinlich Privilegien im Strassenverkehr gefaehrlich ausgenutzt hat.

Wir hatten das Thema aber schon mal reichlich beim Wickel, und zwar in einem erheblich krasseren Fall
http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=24&t=8617

Dass sich die Leute gegen diese Willkuer zunehmend wehren, ist grossartig.
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Spätzleskosake
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Re: Tag der Wut

Beitrag von Spätzleskosake »

es gab mal in D eine Zeit, wo solch ein Verhalten auch gang und gebe war. Die besagte Person hiess Franz Josef Straus. Einem Polizisten, der bei einer Regelwiedrigkeit des Fahrers von FJS den Wagen angehalten hat, wurden dienstliche Konsequenzen angedroht. Dies war kein Einzelfall.
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Zejtnot
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Re: Tag der Wut

Beitrag von Zejtnot »

Nikolaus hat geschrieben:Wir hatten das Thema aber schon mal reichlich beim Wickel, und zwar in einem erheblich krasseren Fall
http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=24&t=8617
Den Fall des Lehrers finde ich nicht krasser - da es diplomatischen Regeln entspricht, dass Diplomaten im Gastland nicht zur Verantwortung gezogen werden. Es wurde nichts vertuscht, lediglich die Verurteilung in Russland wurde (entsprechend aller internationalen Standards verhindert). Er wurde ja in Deutschland verurteilt - auch wenn unangemessen milde. Selbst die Einordnung eines Lehrers als technisches Personal entspricht den internationalen Gegebenheiten.

Dieser tödliche Unfall durch den Fahrer von Lukoil sollte jedoch mit Hilfe der Polizei vertuscht werden (falsches Protokoll, gelöschte Videoaufnahmen, ...) - und nur durch die Öffentlichkeit wurde dies verhindert.

(Ich will den Fall keinesfalls herunterspielen - jedoch sollte man eine unberechtigt milde Verurteilung, die leider der aktuellen Rechtssprechung in Deutschland entspricht, nicht mit einer bewussten Vertuschung einer Tat gleichsetzen. Jeder andere Verkehrsrowdy in Deutschland wäre ebenso milde verurteilt worden - dem Lehrer half sein Diplomatenstatus in diesem Sinne nicht weiter. Er schütze ihn nur vor der Verurteilung im Ausland - was aber wie erwähnt ein Standard ist.)
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Dietrich
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Re: Tag der Wut

Beitrag von Dietrich »

Nikolaus hat geschrieben: Naja, aber Du hast schon gemerkt, dass nicht der Vorstandsvorsitzende gefahren ist, sondern sein Fahrer?!
Naja, aber du hast schon gemerkt, dass es nicht darum geht, was für ein schlechter Autofahrer der Vorstandsvorsitzende ist, sondern darum, dass der Fall vertuscht werden sollte. Und da "reicht" es, wenn diese Person mit im Auto sass. Als ob es zwischen

- Der Vorstandsvorsitzende fährt selber mit seinem Benz und baut einen Unfall, weil er sich nicht an die Regeln hält. Die Polizei versucht den Fall zu vertuschen und lügt sogar, was die Schuldfrage betrifft
und
- Der Vorstandsvorsitzende wird von seinem Fahrer gefahren und dieser baut einen Unfall, weil er sich nicht an die Regeln hält. Die Polizei versucht den Fall zu vertuschen und lügt sogar, was die Schuldfrage betrifft

einen derartigen Unterschied gibt, dass es irgendeinen Unterschied für die Diskussion um die vertuschung und die Schuldfrage machen würde...
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
Gaz-Gerd

Re: Tag der Wut

Beitrag von Gaz-Gerd »

Der Daimler hatte Schuld, klare Sache!

1. kennen wir alle die Bekloppten von der Reversivspur
2. steht man im Stau nicht mit einem Sicherheitsabstand vom 10m
3. hätte die Frau die Kontrolle über ihren Wagen verloren (war glatt an dem Morgen) wäre sie dem Daimler mindestens in den Fahrerkotflügel gekracht, eher in die Fahrertür, aber nicht frontal :shock: :roll:
Nikolaus
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Re: Tag der Wut

Beitrag von Nikolaus »

Dietrich hat geschrieben:Naja, aber du hast schon gemerkt, dass es nicht darum geht, was für ein schlechter Autofahrer der Vorstandsvorsitzende ist, sondern darum, dass der Fall vertuscht werden sollte. Und da "reicht" es, wenn diese Person mit im Auto sass. Als ob es zwischen

- Der Vorstandsvorsitzende fährt selber mit seinem Benz und baut einen Unfall, weil er sich nicht an die Regeln hält. Die Polizei versucht den Fall zu vertuschen und lügt sogar, was die Schuldfrage betrifft
und
- Der Vorstandsvorsitzende wird von seinem Fahrer gefahren und dieser baut einen Unfall, weil er sich nicht an die Regeln hält. Die Polizei versucht den Fall zu vertuschen und lügt sogar, was die Schuldfrage betrifft
einen derartigen Unterschied gibt, dass es irgendeinen Unterschied für die Diskussion um die vertuschung und die Schuldfrage machen würde...
Nun, Du solltest schon zunaechst etwas aufmerksamer lesen, was ich schreibe.
Es ging darum
- Einige von euch fordern quasi von dem Vorstandsvorsitzenden, sich anstelle seines Fahrers vor Gericht zu verantworten. Ein voellig verbogenes Rechtsempfinden.
- Da hier Moderatoren ja selten mal ihre Meinung mit einer Quelle belegen (ein Moderatorenprivileg?), stellt man die Frage "Vertuschung oder nicht" einfach Kraft seiner Wassersuppe als schon entschieden hin, genauso wie das Motiv hierzu. (Das naheliegendste waere doch, dass der Fahrer, wie so oft in Ru, versucht hat, die Untersuchung der Schuldfrage mit einem kraeftigen Obulus an die GAIschniki zu beeinflussen.)
Hier kommen gleich "Machtspiele", "loeblicher Einfluss der liberalen Kraefte",... So ein Schmarren! :D

@Zejtnot, ich kann es nicht fassen: Gibt es denn wirklich noch jemanden, der nicht verstanden hat, dass es weniger darauf ankam, dass der Lehrer aufgrund seiner Privilegien nicht in Ru verurteilt werden konnte. Das entscheidende und mieseste Privileg war doch, dass er sich einer sofortigen Untersuchung (Alkohol, Drogen,..) entziehen konnte, die in D nicht mehr nachzuholen war, aber ganz entscheidend ggf. das Strafmass haette beeinflussen koennen.
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Sibirier
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Re: Tag der Wut

Beitrag von Sibirier »

Nikolaus hat geschrieben:Das entscheidende und mieseste Privileg war doch, dass er sich einer sofortigen Untersuchung (Alkohol, Drogen,..) entziehen konnte, die in D nicht mehr nachzuholen war, aber ganz entscheidend ggf. das Strafmass haette beeinflussen koennen.
Soweit ich weiss, hat er sich untersuchen lassen. Nur wohl nicht vom russischem Arzt. Denn eine Bescheinigung wurde vorgelegt....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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Dietrich
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Re: Tag der Wut

Beitrag von Dietrich »

Nikolaus hat geschrieben:Nun, Du solltest schon zunaechst etwas aufmerksamer lesen, was ich schreibe.
Es ging darum
- Einige von euch fordern quasi von dem Vorstandsvorsitzenden, sich anstelle seines Fahrers vor Gericht zu verantworten. Ein voellig verbogenes Rechtsempfinden.
Das hat niemand gefordert. Es wurde gefordert, dass der Fall eben nicht vertuscht werden DARF, auch wenn es das Auto des VV ist.

Das von dir verwendete Zitat von Zejtnot:
Zejtnot hat geschrieben:Also wenn in Deutschland der Chef von EON auf der Gegenfahrbahn das Auto von zwei Hebammen rammt, wird dieses Verhalten nicht von der Polizei vertuscht und Merkel muss auch nicht auf den Tisch hauen, damit der Vorstandsvorsitzende dafür zur Verantwortung gezogen wird. Und genau darin sehe ich schon noch einen gewaltigen Unterschied.
ging um den Chef von EON. Und der würde sogar dann zur Verantwortung gezogen, wenn er selbst gefahren wäre. Natürlich würde auch sein Fahrer zur Verantwortung gezogen....

Das ist ein Beispiel und soll nicht bedeuten, dass hier der VV "dran" sein soll, obwohl sein Fahrer unterwegs war. Wobei er natürlich bestimmt eine gewisse Mitschuld trägt, weil sein Fahrer bestimmt nicht aus eigenem Ermessen solche Dinge tut...
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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