opag78 hat geschrieben:Es wirf hier von einigen Postern in voellig realitaetsfremder Weise immer ueber den tollen Markt Russland gesprochen.
Was denn fuer ein Markt ?
Die einzigen interessanten Absatzmaerkte sind Moskau und die Millionenstaedte des Westens SPB, Kazan, Krasnodar usw.
Alles in allem vielleicht 30 Mio potentielle Kunden und davon vielleicht 20-25% Mittelschicht und 2-5% Oberschicht, welche sich ueberhaupt westliche Waren leisten wollen/koennen.
Stimmt.. das Hauptproblem ist die Infrastruktur....
2 Beispiele aus den eigenen Bereichen..
http://www.eft-rus.ru/stat.php
Produktion:
der Lebensmittelbereich ist ein strategisches Interesse der russischen Politik. Nicht ohne Grund werden EU Fleischerzeugnisse sehr schwierig ins Land und ein amerikanisches Huhn wegen Chlorverbindung im Geflügel nicht durch den Zoll gelassen. Die Russen essen immer mehr Fleisch, Geflügel und Fisch, was jedes Jahr einen grösseren russischen Anteil bekommt. In der Viehzucht kommt Russland weniger vor, als bei der Produktion von Geflügel und dem Fischfang. Hier sind die gestiegenen Preise für die Produzenten von grossem Interesse und auch die europäische Verpackungsindustrie freut sich über die grossen Mengen an Eigenproduktion, die in schöne Folien zu ziehen sind. Das riesige Mengen an Fisch, die im Pazifik gefangen werden£ nicht nach Moskau kommen, hat mit der schlechten Infrastruktur zu tun. Wenn erst einmal genug Kühlkapazität erschaffen wird (und die werden geschaffen), so wird auch Moskau ohne ein Problem beliefert. Der Fang 2009 ging zu 9/10 an Südkorea, China und Japan, in 10 Jahren kann das ganz anders aussehen.
Für den russischen Süden tut sich sehr viel, wobei auch hier die Infrastruktur das grösste Problem ist. Wenn erst einmal ein wirklich gutes Strassennetz von Moskau in den Süden führt, dann können auch die Produkte schneller an den Mann gebracht werden. Hier sind ja schon genug Baustellen geplant, bzw werden schon gebaut. Auch so fährt ein LKW einen Tag schneller nach Moskau als noch vor 10 Jahren. Die Zugverbindungen sind auch schon besser geworden und es gibt immer mehr Lagerkapazitäten.
Zum Konsum
In der Uhrenindustrie werden die meisten Luxusprodukte in Moskau abgesetzt. Noch immer ist Moskau der wichtigste Markt, doch schon jetzt macht eine Swatch in allen Teilen Russland genau so viel Umsatz wie in Moskau.
Uhren zwischen 80 USD-500 USD wachsen nicht mehr in Moskau, sondern in den anderen Teilen der RF. Um ein Beispiel zu nennen, in Abchasien verkaufen sich Uhren im Wert von 80 USD-500 USD doppelt so schnell auf einer Ladenfläche von 20m2, in Sochi 3X und in Wladikavkaz 4X so schnell als in Moskau, wieso? genau.. weil es einfach noch keine wirkliche Marktsättigung gibt wie in Moskau und auch der Konsument anders ist. Es gibt Kerle die extra aus Tschetschenien nach Wladikavkas fahren um eine echte Schweizer Uhr für unter 500 USD zu kaufen.
Und nicht nur die ausländischen Uhren sind im kommen, sondern auch die russische Eigenproduktion! die jetzt auch wieder im Segment 80USD-500USD mitmischt und in Qualität nur noch etwa 10 Jahre hinterher_hingt.
Als Beweis ... kann ja auch ich dienen... .. als Verfahrenstechniker hätte ich in der Schweiz als Angestellter nen Durchschnittslohn von ca. 120.000 Franken im Jahr, in Deutschland wohl eher bei 50.000 Euro und in Frankreich bei ca. 60.000 Euro. Es muss einen Grund geben wieso ich so oft in Russland bin... und es sind nicht nur die Gegend , Kultur........ , sondern es waren die Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten... die im Westen, oft so nicht da sind. Da konnte mich auch dieser "Auch Du bist Deutschland-Herzog" nicht beeindrucken und hab mich gerne aus der Schweiz abwerben lassen um später meinen Schuh im Osten zu platzieren