Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

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Zejtnot
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von Zejtnot »

Nikolaus hat geschrieben:Im Falle der hier interessanten zeitweiligen Aufenthaltsgenehmigung scheint es aber keine besonderen Probleme zu geben, vorausgesetzt die Quoten in der interessierenden Gegend sind nicht sehr knapp, was aber auf die Baikalgegend wohl nicht zutrifft.
So rosig ist es leider nicht. Die örtlichen Behörden in Sibirien entscheiden sehr unterschiedlich, wie man es von den Kirchenleuten so hört. (Dies sind die einzigen, die ich kenne, die nicht wegen Arbeit oder Ehe hier sind.) In Novosibirsk kenne ich Leute, die die Aufenthaltsgenehmigung aufgrund dieser "kann"-Bestimmung erhalten haben. In Krasnojarsk hingegen haben deren Kollegen mit derselben Vita nur eine Ablehnung bekomme und mussten ausreisen. Einen wirklichen Grund gibt es nicht - aber so wird "kann" halt in der Realität gehandhabt. Da die vorläufige Genehmigung auch jährlich verlängert werden muss, ist man also stets auf das Wohlwollen der Behörden angewiesen - ob das wirklich die Entspannung bietet, die hier gesucht wird, weiß ich nicht.
Baikalheike

Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von Baikalheike »

Ein frostiges guten Morgen aus Wolfsburg, 9 Uhr und wieder nur 8 Grad :twisted:

Ich danke Euch vielmals für Eure sehr detallierten Ausführungen :-P
So würde es wohl jeder machen, der auswandern will, erstmal hin und die Lage abchecken dann nachdenken und dann erst ernst machen.
Doch leider sieht es so aus ( und das hat nichts mit irgendwelchen Vorschriften zu tun ): Heike hat Erspartes, welches zu 50% für die ganze Bürokratie draufgehen wird. Die anderen 50% würde sie brauchen um sich dort vor Ort neu ein zu kleiden, sowie evtl. Mietkaution und sonstige Anschaffungen.
Die Fahrt selbst wird ihr ihre Tante einmal bezahlen. Heike will nicht fliegen, was am billigsten wäre. Sie ist noch nie geflogen und hat berechtigte Angst, dass der Druck und die Enge im Flieger einen MS Schub auslösen könnten und sie den Flieger garnicht mehr auf eigenen Beinen verlassen könnte. Also bleibt ja nur der Zug.
Der braucht aber für die einfache Strecke eine ganze Woche. In der ich mich ja auch verpflegen muss.
Ihr Geld reicht einfach nicht um als Tourist 3 Monate durch Sibirien zu reisen und dann wieder zurück zu gehen.
Um dann wieder ein zu reisen mit neuen Kosten.
Der Baikalsee muss nicht unbedingt sein, sie hat noch weiter im Osten im Auge und versucht da über Verwandte einer Freundin Kontakt her zu stellen.
Interessant ist der Hinweis auf den Gesundheitscheck. Wird der akzeptiert, wenn sie den kurz vor Reise hier in Wolfsburg evtl. Gesundheitsamt macht ?
Welche, auch in Sibirien vertretene russische KV könnt ihr empfehlen ? Zum Thema Bankkonto habe ich im Forum schon einiges gelesen, dass sollte klargehen.
Ihr müsst verstehen, sie sucht die Weite, die Ruhe und ein trockenes kaltes Klima. Der Osten Russlands ist ( sofern nicht verseucht) ihr einzigstes Wunschziel.
Über jeden Rat und Info sind wir Euch sehr dankbar. Plant einer von Euch im Frühjahr 2011 eine Reise nach Sibirien ?
Liebe Grüße
Die Baikalheike
bauplan
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von bauplan »

Ist das jetzt hier versteckte Kamera oder sowas?

Wenn sie so krank ist, dass ein Flug einen MS-Schub auslösen kann, dann hat sie spätestens nach dem ersten russischen Behördenbesuch 2 Schübe.

Die nächsten Schübe dann beim Gesundheitscheck, der natürlich nur, wie schon beschrieben, in Russland gemacht werden kann.

Dann noch ein Schub bei den Kosten für eine private Krankenversicherung in Russland, denn dann bleibt nicht viel von ihrer Rente übrig.

Tut mir leid, wenn das sarkastisch klingt.
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harald63
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von harald63 »

Baikalheike hat geschrieben:Sie ist noch nie geflogen und hat berechtigte Angst, dass der Druck und die Enge im Flieger einen MS Schub auslösen könnten und sie den Flieger garnicht mehr auf eigenen Beinen verlassen könnte.
Das hat sich vor einer Woche aber noch ganz anders angehört:
Ihre MS ist die Form ohne Medikamente, sie hat herausgefunden, dass sie mit Ruhe und Frieden sowie Natur um sich herum am besten klarkommt. Sie ist voll mobil und putzemunter.
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Zejtnot
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von Zejtnot »

Sorry, aber so blauäugig nach Russland zu gehen ist entweder eine Legende oder endet in einer Katastrophe.
Baikalheike hat geschrieben:Heike hat Erspartes, welches zu 50% für die ganze Bürokratie draufgehen wird. Die anderen 50% würde sie brauchen um sich dort vor Ort neu ein zu kleiden, sowie evtl. Mietkaution und sonstige Anschaffungen.
Die Bürokratie kostet in diesem Fall de facto nix - Führungszeugnis ein paar Euro, Wohnrecht 30 Euro, Übersetzungen 50 Euro, Gesundheitstests 30 Euro. Alles kein Vergleich zu den Kosten, um sich ein neues Leben aufzubauen! Schon mal überlegt, von welchem Geld sich Heike das Holz und die Kohlen für den Winter kaufen will, das Vieh und das Saatgut für das Überleben, wenn es schon an Geld für eine Vorab-Reise scheitert?

Aber ohne Vorab-Reise scheitert es sowieso - man könnte ja maximal für 90 Tage einreisen (mit Visum), der Antrag auf die Aufenthaltsgenehmigung wird jedoch 180 Tage bearbeitet. In dieser Zeit kann man ohne Visum nicht vor Ort sein.

Übrigens fährt der Zug durch Weißrussland - da braucht man ein extra Visum.

Dann stolpere ich noch über das Wort Mietkaution. Wie stellt sich Heike das vor - im Dorf gibt es einen Makler, der vermietet leerstehende Häuser?! Dorf in Russland - das bedeutet ein paar schiefe Holzhäuser, wo noch alte Leute wohnen. Dann ein paar Häuser, die kurz vorm Einfallen sind, wo die alten Leute in den letzten zwei Jahren gestorben sind. (Wenn länger, stürzen die Dächer wegen der Schneelast im Frühjahr ein.) Und ein paar hässliche neue Datschen, die sich die Reichen aus der Nachbarstadt gebaut haben.

Man muss also irgendjemanden finden, der Besitzer eines der Häuser kurz vorm Einfallen ist und dies auch noch vermieten will. Für so ein Haus braucht man keine Kaution, sondern ordentlich Geld zur Rettung des Gebäudes.
Interessant ist der Hinweis auf den Gesundheitscheck. Wird der akzeptiert, wenn sie den kurz vor Reise hier in Wolfsburg evtl. Gesundheitsamt macht ?
Siehe Text zur Aufenthaltsgenehmigung - nur beim Amtsarzt am künftigen russischen Wohnort.
Welche, auch in Sibirien vertretene russische KV könnt ihr empfehlen ?

Man braucht eine KV, die auch einen Rückflug in die Heimat bezahlen würde - dies fordert Russland von Ausländern. Dies wird keine russische KV machen. Die DKV ist bei jungen Leuten recht günstig, versichert aber maximal 3 Jahre lang. Bei allen anderen Versicherungen sollte man sich auf 150 Euro pro Monat einrichten, in Heikes Alter.
Baikalheike hat geschrieben:trockenes kaltes Klima
Aber ihr wisst, dass es im Sommer in Sibirien zwischen 20 und 40 Grad sind, und sehr viele Mücken?! Zwar ist die Luft trocken, aber die Sümpfe sorgen für ausreichend Feuchtigkeit, auch in den Häusern.
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zimdriver
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von zimdriver »

Baikalheike hat geschrieben:......Der braucht aber für die einfache Strecke eine ganze Woche. In der ich mich ja auch verpflegen muss......
Baikalheike, bist Du sicher, dass Du Deine vorbereitenden Erkundigungen richtig anstellst? Oder hast Du Dich nur verschrieben? Mir scheint, Du bist Deine eigene Freundin. Oder willst Du nur ein bissel Spass haben hier?

Eine Woche mit dem Zug wäre sehr hilfreich, um Dir die Entfernung zu verdeutlichen. Transsib Moskau- Irkutsk ist nicht wirklich teuer. Wald- Feld- Wald- Feld- Dorf und immer wieder von vorne, alle paar Stunden mal Beine vertreten, dazwischen Bücher lesen, Tee trinken und über Doktor Schiwago und anderes nachdenken- das könnte Dir wirklich helfen.

Was ich da über´s Fliegen & MS- Schub lese, sagt mir, dass Du in jedem Dorf der EU besser aufgehoben bist als in Russland. Es gibt da schöne verlassene Stellen in MeckPom, Polen, Estland z.B. Oder Island, Norwegen, Schweden, Finnland. Alles Länder mit Fläche, karger Landschaft.
Tu Dir das nicht an mit Russland. Das gilt für Dich und auch für Deine Freundin.

Nur mal so zum Verständnis:
Da kommt kein Krankenwagen oder gar ein ADAC- Heli, wenn´s mal dumm aussieht. Ich fuhr am Dienstag mit dem Auto aus Orenburg nach Aktöbe in Nord- Kasachstan. Auf kasachischem Gebiet hatte ein Autofahrer einen Abflug von der hochgelegenen Chaussee in den Graben gemacht, rechts vorn aufgesetzt und sich dann überschlagen. Als wir kamen, sass Einer am Strassenrand und reagierte noch gut. Der Zweite lag auf der Seite, war schwer verletzt, wackelte aber noch. Autofahrer hatten angehalten, halfen schon, Polizei und Krankenwagen gerufen war auch schon.
Wir fuhren weiter Richtung Aktöbe. Nach EINER Stunde kamen ein Polizeiwagen und ein UAZ- Krankenwagen entgegen. Das Ding ist bretthart und macht nur dann Spass, wenn man gesund ist und offroad fahren darf.
Das heisst, bis zur nächsten hilfsmedizinischen Versorgung hatte der Unfallverletzte noch mindestens eine Stunde zu kämpfen, bis zum nächsten Krankenhaus noch mindestens zwei Stunden!
Falls Du glaubst, dass das nur in Kasachstan gilt, dann kann ich gerne bei Bedarf eigenes Erleben nach Verkehrsunfall bei Domodedovo liefern.

Was will eine MS- Leidende dann in der russischen Weite?
Wozu denkst Du über KV in Sibirien nach? Brauchst Du Fotos einer Klinik in Moskau?
Oder sammelst Du Stoff für eine Reportage und suchst den kostenlos hier?

Mir scheint, da ist viel Naivität im Spiele, gepaart mit dem Ergebnis der deutschen Auswandererserien.
Schau Dir mal den Film an von dem jungen Amerikaner, der alles aufgab, zivilisationsmüde, und dann jämmerlich in einem alten Autobus verreckte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Into_the_Wild
Der hatte kein MS und fürchtete sich nicht vorm Fliegen.
Nikolaus
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von Nikolaus »

Keine Frage: Wem die Gesundheit bzw. das Einkommen es nicht erlaubt, fuer ein paar Monate den gewuenschten neuen Wohnsitz zu erkunden, der wird dort voraussichtlich erst recht nicht leben koennen.

Davon abgesehen gilt fuer das "Gesundheitszeugnis":
http://www.rg.ru/2008/05/20/reglament-dok.html
38.8. Документ, выданный полномочным органом иностранного государства или полномочным учреждением здравоохранения Российской Федерации, подтверждающий, что заявитель (члены его семьи) не болен наркоманией и не страдает ни одним из инфекционных заболеваний, представляющих опасность для окружающих и предусмотренных перечнем, утверждаемым Правительством Российской Федерации
bauplan
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von bauplan »

Nikolaus hat geschrieben:
Davon abgesehen gilt fuer das "Gesundheitszeugnis":
http://www.rg.ru/2008/05/20/reglament-dok.html
So steht es zwar im Gesetz, aber bei uns wird es so ausgelegt, dass man NUR die vom OVIR vorgeschriebenen Krankenhäuser nehmen darf.
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zimdriver
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von zimdriver »

Danke, bauplan. In meinem Stadtbezirk in Moskau ist es ebenso. Anfangs reichte noch das Zeugnis des Botschaftsarztes, mit schönem grossen Adlerstempel, dann wenigstens noch das Zeugnis der teuren Privatkliniken, nun nur noch die Zettel vom Dispensaire. Jedes Mal die frühsowjetische Röntgenkanone wegen TBC zu besuchen ist bestimmt nicht gesund.
Nikolaus
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Re: Als Deutsche Früh-Rentnerin an den Baikalsee auswandern

Beitrag von Nikolaus »

Ja, in Moskau bekommt man vom FMS auch eine Checklist, wo die bevollmaechtigten medizinischen Einrichtungen in unserem Moskauer Rayon (!)aufgezaehlt sind.
Ob und welche deutschen Einrichtungen bevollmaechtigt sind, bestimmt sicherlich entsprechend das russische Konsulat, wo man den Antrag stellen will.
Ich glaube schon, dass das fuer die Bearbeitung des Antrags dann doch letztlich zustaendige FMS sich da nicht straeuben wird, schliesslich stammt das Zitat aus der entsprechenden Verwaltungsvorschrift des FMS (Befehl!)...
Wie schon geschrieben, ich kenne aber niemanden, der diesen Weg gegangen waere...
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