Ich denke mal, dass die Freundin an eine spätere kirchliche Trauung, Taufe und Erziehung der Kinder usw. denkt. Da ist es natürlich praktisch, wenn beide Partner der gleichen Konfession angehören, aber NUR DESHALB würde ich nicht mal eben die Konfession wechseln. Und erst recht sollte das keine Bedingung für ein gemeinsames Zusammenleben sein. Außerdem ist Katholizismus und Orthodoxie gar nicht sooo weit voneinander entfernt, und wenn du nicht auf die Unfehlbarkeit des Papstes pochst, sollte es keine Probleme geben

Ein Nachteil ist dann allerdings, dass ihr nicht gemeinsam in einer Kirche Abendmahl nehmen könnt - du darfst nur in der katholischen Kirche, sie nur in der orthodoxen. Ich weiß nicht, wie du generell zu Kirche und Glauben stehst - wenn das alles für dich gar keine Bedeutung hat, dann wäre die Konsequenz zwar evtl. ein Austritt aus der katholischen Kirche, aber nicht der Beitritt zur orthodoxen.
Die orthodoxe Kirche "erlaubt" (wenn man das so sagen will) übrigens, genau wie alle anderen christlichen Konfessionen auch, eine kirchliche Trauung, auch wenn einer der Partner nicht orthodox ist - dann braucht man aber (rein formell) das Einverständnis des zuständigen Bischofs, und der Nicht-Orthodoxe soll sich verpflichten, dass die gemeinsamen Kinder orthodox getauft und erzogen werden. (Das verlangt umgekehrt die katholische Kirche auch, wenn die Trauung in selbiger stattfindet.)
Solltest du ernsthaft darüber nachdenken, die Konfession zu wechseln, dann informiere dich zunächst über die russische Orthodoxie. Es gibt da schon ein paar Besonderheiten - Gottesdienst in kirchenslawischer Sprache (in Deutschland zB. gibt es aber auch deutschsprachige Gottesdienste), Beichte vor dem Abendmahl ist Pflicht. Es gibt auch Gebetsregeln, Fastenzeiten, einige andere Traditionen usw., ob und wie man die einhält - nun, das entscheidet jeder selbst in Abstimmung mit seinem "geistlichen Mentor" oder mit seinem Gewissen.
Denke daran, dass der Wechsel der Konfession nicht mal so eine Laune ist, das sollte schon gut bedacht sein und nicht bloß der Freundin zuliebe passieren. Es wäre vielleicht ganz gut, wenn du mal mit einem deutschsprachigen orthodoxen Priester sprichst, in Wien gibt es z.B. eine russisch-orthodoxe Kirche, und ich denke mal, die sprechen da auch deutsch. Der Wechsel selbst geht dann eigentlich ganz schnell und einfach - wenn jemand christlich getauft ist, wird derjenige mit der orthodoxen Kirche "vereinigt" oder ihr "hinzugefügt" (so heißt die Handlung: prisojedinenie) - der Priester spricht die entsprechenden Gebete, du musst dich von deinem "alten" Glauben lossagen und sagen, dass du zur orthodoxen Kirche dazugehören willst, das orthodoxe Glaubensbekenntnis sprechen, und als Abschluss wirst du noch mit Öl gesalbt. Davor sollte man die Beichte ablegen und danach, bei der nächstmöglichen Gelegenheit, Abendmahl in der orthodoxen Kirche einnehmen.
Du erntest, was du säst.