Hilfe, meine Freundin trinkt
Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Also für alle Wikipediagläubigen:
Torpedo - so wird die Depotspritze im Volksmund genannt - eine pseudowissenschaftliche Methode zur Bekämpfung von Alkoholismus in Russland, bei der eine angebliche Wunderdroge verabreicht wird, die sich auf Jahre nicht mit dem Genuss von Alkohol verträgt (eigentlich ein Placebo).
Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, weil ich bisher keinen gefunden habe, der mir sagen konnte, was da drin ist.
Torpedo - so wird die Depotspritze im Volksmund genannt - eine pseudowissenschaftliche Methode zur Bekämpfung von Alkoholismus in Russland, bei der eine angebliche Wunderdroge verabreicht wird, die sich auf Jahre nicht mit dem Genuss von Alkohol verträgt (eigentlich ein Placebo).
Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, weil ich bisher keinen gefunden habe, der mir sagen konnte, was da drin ist.
Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
"Kodieren" nennt sich das hier, mein Nachbar hat das schon mehrfach hinter sich, und er hat auch frisch kodiert einmal wieder angefangen zu trinken.
Ich finde, das ist keine Dauerlösung, und ich gebe allen recht, die sagen: Wenn die Person selber nicht will, kriegt man sich nicht von der Sucht weg.
Ich finde, das ist keine Dauerlösung, und ich gebe allen recht, die sagen: Wenn die Person selber nicht will, kriegt man sich nicht von der Sucht weg.
Du erntest, was du säst.
Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Soweit ich weiss, ist Kodieren = Hypnose.manuchka hat geschrieben:"Kodieren" nennt sich das hier, mein Nachbar hat das schon mehrfach hinter sich, und er hat auch frisch kodiert einmal wieder angefangen zu trinken.
Spiegel-Online schreibt dazu:
Sergej erkannte sein Problem und ließ sich von einer Ärztin "kodieren". Mit dieser in Russland beliebten Therapieform werden Süchtige per Hypnose darauf getrimmt, auf verbotenen Alkoholgenuss mit Brechreiz, Bewusstlosigkeit oder gar Herzstillstand zu reagieren. "Das ist prinzipiell möglich, weil man unter Hypnose die Herzsteuerung beeinflussen kann", erläutert Werner J. Meinhold, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Therapeutische Hypnose und Hypnoseforschung. Meinhold hält die Anwendung solcher "Aversionssuggestionen" gleichwohl immer für riskant, weil man damit nicht nur das Leben des Patienten gefährde, sondern auch Suchtverlagerungen hervorrufen könne. Sergej selbst bezeichnet die Methode heute als "Quatsch" - blieb aber danach immerhin acht Jahre lang trocken.
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Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
http://www.aktuell.ru/russland/panorama ... pf_13.html
Und vor allem Haende weg von Selbsttherapie....mehr kann ich leider nicht empfehlen.
Und vor allem Haende weg von Selbsttherapie....mehr kann ich leider nicht empfehlen.
Ты неси меня река : Расторгуев
Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Das ist ja echt Clockwork Orange... Da macht man doch im besten Fall aus Alkoholikern Neurotiker...Hero 1964 hat geschrieben:http://www.aktuell.ru/russland/panorama ... pf_13.html
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Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Ja solls geben! Ein Freund von mir ist Arzt (bzw. bald Arztbella_b33 hat geschrieben: Sowas gibts??...
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...
Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Also erstmal danke, dass so schnell so viele Beiträge auf mein Problem aufgelaufen sind. Die Torpedo Methode oder auch Hypnose ist etwas, was ich ernsthaft in Erwägung ziehe, da sie, wie so viele Russen, relativ abergläubisch ist. Ihre Mutter, der dieses Problem auch bekannt ist, hat mir auch so eine Babuschka vorgeschlagen, die irgendwelche Heilkräfte dagegen entwickeln kann, ich glaub da auch nicht dran, aber werde da mal weiter nachfragen.
Nach meiner Beobachtung scheint sie auch noch nicht lange auf Wodka zu sein, jedenfalls war sie die ersten 6 Monate nicht derart betrunken, wie das jetzt der Fall ist, da scheint aber der Zusammenhang mit dem möglichen Umzug nach Deutschland und der Trennung vom Kind, respektive dem verstärkten Druck ihres Ex eine Rolle zu spielen. Dass sie Alkoholikerin ist, hat sie bereits zugegeben, bevor ich es erkannt und die Tragweite wirklich begriffen hatte. Sie weiss auch, dass sie bei weitergehender Abhängigkeit ihre Gesundheit und ihr Leben zerstört, regelmässig zeige ich ihr die Endstadiumssäufer - auch Frauen - am Pavillon mit dem Hinweis auf ihre "Zukunft". Eine gemeinsame, da gebe ich mich keinen Illusionen hin, wird es mit Alkohol als Drittem im Boot auf Dauer nicht geben können, so sehr ich sie liebe. Deshalb setze ich auch alles daran, sie davon zu befreien. Sie will auch mit dem Trinken aufhören, aber ein Leben ohne Bier, Wein und Schampanskoje erscheint ihr auch nicht attraktiv.
Das ursächliche Problem, ihre Angstneurose, muss aber zunächst bekämpft werden, deshalb fing sie ja erst an damit.
In 4 Wochen kommt sie zu mir nach Deutschland und ich hoffe, dass die neue Umgebung, die sie nicht mehr so an ihre Peiniger erinnert und die Tatsache, 24 Stunden mit mir zusammen zu sein, ihr etwas von den Ängsten nehmen kann, nach dem Urlaub war ihre Psyche jedenfalls wie umgekrempelt und ich war sicher, das Problem in den Griff zu bekommen. Andererseits kann die Fremde und die räumliche Distanz zu ihrem Kind auch Probleme verursachen.
Wenn sie weiter trinkt, wird sie das Kind allerdings sowieso verlieren, aus dem Teufelskreis, in dem sie jetzt ist, kommt sie ohne Hilfe nicht heraus.
Hinzu kommt, dass ihr Leben keinen Sinn hat. Während sie früher gut verdient hat (abgeschlossenes Universitätsstudium), mit "Partner" und Kind in einer teuren, westlich eingerichteten Eigentumswohnung gelebt hat, hat sie heute kein Kind, keinen Job, keine eigene Wohnung und kein Geld. Wenn ich da bin, kann sie das frühere Leben weiterführen, doch Bares gebe ich ihr aus naheliegenden Grünen nun nicht mehr, so wartet sie eigentlich nur auf mich.
Der eigene Antrieb ist auch nicht da. Während ich in den 8 Monaten neben meiner Arbeit und den vielen anderen Dingen daheim halbwegs Russisch gelernt habe, ist ihr Deutsch über einige Begrüssungsfloskeln nicht herausgekommen und auch ihr Englisch hat Rückschritte gemacht, von ihr kommt eigentlich fast nichts, bevor jetzt aber einige schreiben, ich solle die Finger davon lassen, sie sucht nur einen Sponsor für ihre Sucht, ich spüre ihre Aufrichtigkeit, sie kann nur nicht mehr, durch die Sucht ist sie einfach gleichgültig geworden und erträgt auch das Unwohlsein und die Schmerzen am nächsten Tag mit stoischer Gelassenheit, oder schläft einfach nur. Mein Hinweis, dass ich obwohl 10 Jahre älter, Dank massvollem Umgang mit Alkohol mich bester Gesundheit erfreue, trägt auch nicht zur Motivation bei, das ist bei Suchtkranken aber offenbar normal, es dreht sich alles nur noch um den nächsten Schluck.
Jetzt hab ich wieder genug geschrieben, dachte aber, dass die Forumsgemeinde, die sich dankbarerweise so rege beteiligt, das Recht auf tiefergehende Information hat.
Nach meiner Beobachtung scheint sie auch noch nicht lange auf Wodka zu sein, jedenfalls war sie die ersten 6 Monate nicht derart betrunken, wie das jetzt der Fall ist, da scheint aber der Zusammenhang mit dem möglichen Umzug nach Deutschland und der Trennung vom Kind, respektive dem verstärkten Druck ihres Ex eine Rolle zu spielen. Dass sie Alkoholikerin ist, hat sie bereits zugegeben, bevor ich es erkannt und die Tragweite wirklich begriffen hatte. Sie weiss auch, dass sie bei weitergehender Abhängigkeit ihre Gesundheit und ihr Leben zerstört, regelmässig zeige ich ihr die Endstadiumssäufer - auch Frauen - am Pavillon mit dem Hinweis auf ihre "Zukunft". Eine gemeinsame, da gebe ich mich keinen Illusionen hin, wird es mit Alkohol als Drittem im Boot auf Dauer nicht geben können, so sehr ich sie liebe. Deshalb setze ich auch alles daran, sie davon zu befreien. Sie will auch mit dem Trinken aufhören, aber ein Leben ohne Bier, Wein und Schampanskoje erscheint ihr auch nicht attraktiv.
Das ursächliche Problem, ihre Angstneurose, muss aber zunächst bekämpft werden, deshalb fing sie ja erst an damit.
In 4 Wochen kommt sie zu mir nach Deutschland und ich hoffe, dass die neue Umgebung, die sie nicht mehr so an ihre Peiniger erinnert und die Tatsache, 24 Stunden mit mir zusammen zu sein, ihr etwas von den Ängsten nehmen kann, nach dem Urlaub war ihre Psyche jedenfalls wie umgekrempelt und ich war sicher, das Problem in den Griff zu bekommen. Andererseits kann die Fremde und die räumliche Distanz zu ihrem Kind auch Probleme verursachen.
Wenn sie weiter trinkt, wird sie das Kind allerdings sowieso verlieren, aus dem Teufelskreis, in dem sie jetzt ist, kommt sie ohne Hilfe nicht heraus.
Hinzu kommt, dass ihr Leben keinen Sinn hat. Während sie früher gut verdient hat (abgeschlossenes Universitätsstudium), mit "Partner" und Kind in einer teuren, westlich eingerichteten Eigentumswohnung gelebt hat, hat sie heute kein Kind, keinen Job, keine eigene Wohnung und kein Geld. Wenn ich da bin, kann sie das frühere Leben weiterführen, doch Bares gebe ich ihr aus naheliegenden Grünen nun nicht mehr, so wartet sie eigentlich nur auf mich.
Der eigene Antrieb ist auch nicht da. Während ich in den 8 Monaten neben meiner Arbeit und den vielen anderen Dingen daheim halbwegs Russisch gelernt habe, ist ihr Deutsch über einige Begrüssungsfloskeln nicht herausgekommen und auch ihr Englisch hat Rückschritte gemacht, von ihr kommt eigentlich fast nichts, bevor jetzt aber einige schreiben, ich solle die Finger davon lassen, sie sucht nur einen Sponsor für ihre Sucht, ich spüre ihre Aufrichtigkeit, sie kann nur nicht mehr, durch die Sucht ist sie einfach gleichgültig geworden und erträgt auch das Unwohlsein und die Schmerzen am nächsten Tag mit stoischer Gelassenheit, oder schläft einfach nur. Mein Hinweis, dass ich obwohl 10 Jahre älter, Dank massvollem Umgang mit Alkohol mich bester Gesundheit erfreue, trägt auch nicht zur Motivation bei, das ist bei Suchtkranken aber offenbar normal, es dreht sich alles nur noch um den nächsten Schluck.
Jetzt hab ich wieder genug geschrieben, dachte aber, dass die Forumsgemeinde, die sich dankbarerweise so rege beteiligt, das Recht auf tiefergehende Information hat.
- zimdriver
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Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Ein trauriges Thema. Meine Bewunderung ist Dir gewiss. Mir reicht schon das Problem des Vaters, der sich nicht um sein Kind, meine Stieftochter, kümmern will und alles tut, damit ihr und das Leben ihrer Mutter möglichst besch...en veräuft.
Aber mit Alkohol auf der geliebten Seite wäre dies für mich vermutlich kaum zu ertragen.
Du hast Dir nichts Leichtes ausgewählt. Rat geben kann ich Dir nicht, weil ich zu viele getroffen habe, die alles, was sie hatten, Geld, Karriere, Kultur, Intelligenz, Familie versoffen haben. Das ist keine Frage der Nation.
Viele, ich auch, trinken bestimmt gern, wenn es einen Anlaß gibt und wenn es schmeckt. Manchmal. Selten. Niemals immer oder täglich. Aber Alkoholiker ticken anders. Und die Notbremse zu ziehen gelingt nicht allen ...
Aber mit Alkohol auf der geliebten Seite wäre dies für mich vermutlich kaum zu ertragen.
Du hast Dir nichts Leichtes ausgewählt. Rat geben kann ich Dir nicht, weil ich zu viele getroffen habe, die alles, was sie hatten, Geld, Karriere, Kultur, Intelligenz, Familie versoffen haben. Das ist keine Frage der Nation.
Viele, ich auch, trinken bestimmt gern, wenn es einen Anlaß gibt und wenn es schmeckt. Manchmal. Selten. Niemals immer oder täglich. Aber Alkoholiker ticken anders. Und die Notbremse zu ziehen gelingt nicht allen ...
Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Ich habe heute Nacht 3 Stunden mit ihr telefoniert. Es ist mir mit grosser Anstrengung gelungen, sie davon zu überzeugen, dass es besser sei, die Probleme, die sie belasten, auf meine Schultern zu stemmen, statt, wie das offenbar in Russland üblich ist, alles alleine auszumachen, keine "Schwäche" zu zeigen. Darauf hat sie mir so einiges erzählt. Dass das alles recht starker Tobak ist, kann sich jeder denken, ich hatte aber das Gefühl, dass es ihr danach um Welten besser ging. Sie will auf jeden Fall eine gemeinsame Zukunft, wie ich auch und ich glaube auch, dass der Wille zur Abstinenz da ist, dass es aber noch ein weiter Weg ist, bis ihre Ängste auf ein derart erträgliches Mass zurückgegangen sind, dass sie ohne den gelegentlichen Schluck existieren kann.
Ich mache jedenfalls weiter, seit heute Nacht habe ich wieder Hoffnung.
Ich mache jedenfalls weiter, seit heute Nacht habe ich wieder Hoffnung.
Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Ich wünsche Dir viel Glück ....
aber nach vielen Jahren Russland und einiger Lebenserfahrung kann ich nur davor warnen sich allzu sehr in fremde Probleme verstricken zu lassen. Letztendlich runinierst Du auch Dich selbst .... Suchtkranken können nur Profis mit dem nötigen emotionalen Abstand (wenn überhaupt) helfen .... Denke auch an Dein Leben und an Deine Zukunft !
aber nach vielen Jahren Russland und einiger Lebenserfahrung kann ich nur davor warnen sich allzu sehr in fremde Probleme verstricken zu lassen. Letztendlich runinierst Du auch Dich selbst .... Suchtkranken können nur Profis mit dem nötigen emotionalen Abstand (wenn überhaupt) helfen .... Denke auch an Dein Leben und an Deine Zukunft !

