die Errichtung eines "totalitären Regimes neuen Typs" hat sichtbar spätestens mit der Übernahme des Konzerns Media-Most (NTV, Itogi, Segodnya) im April 2001 durch die staatliche kontrollierte Gazprom begonnen. Es folgten weitere Schritte: Stärkung der Machtvertikale (Präsidentenvertreter in den Regionen, Einsetzung der Gouverneure "von oben" etc.), Kaltstellen von potentiellen und wirtschaftlich potenten politischen Gegnern (Khodorkovskij/Yukos), Verdrängung kleinerer Parteien von der politischen Bildfläche durch gesetzliche Maßnahmen
Was das Internet angeht, wurde bereits Ende der 1990er SORM-2 beschlossen: s.a.
http://www.sptimesrussia.com/archive/times/526/sorm.htm.
Paralell zu dieser Entwicklung freut sich die russische Bevölkerung über das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre und ergeht sich weitgehend in Gleichgültigkeit, was Politik angeht. Denn leider ist die russische Gesellschaft noch keine Bürgergesellschaft und vielen ist die Möglichkeit zum Konsum (auf dem Hintergrund früherer Entbehrungen und Kataklismen) wichtiger, als das Eintreten für idelle Werte.
Bei Putins Machtantritt machte jemand die Aussage: "auch in Chile unter Pinochet gab es wirtschaftliches Wachstum". Nun hinkt zum Glück der direkte Vergleich, jedoch kann(darf) Wirtschaft, solange sie sich nicht in die Politik einmischt, funktionieren. Oder: wer arbeitet und Geld verdient (auch viel), darf dieses gerne tun, solange er die Politiker ebenfalls "arbeiten" (unkritisiert herrschen) und Geld verdienen läßt.