Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Hallo allerseits,
ich suche einige Basisinformationen zu den Unterschieden zwischen einer russisch-othodoxen Bestattung und einer katholische bzw. evangelischen Bestattung. Warum z.B. soll ein Verstorbenener innerhalb von drei Tagen bestattet werden? Was hat es damit auf sich, dass sich Angehörige und Freunde 40 Tage nach dem Tod zu einer Feierlichket treffen? Ich habe gegoogelt, aber nicht viel dazu gefunden. Vielen Dank.
ich suche einige Basisinformationen zu den Unterschieden zwischen einer russisch-othodoxen Bestattung und einer katholische bzw. evangelischen Bestattung. Warum z.B. soll ein Verstorbenener innerhalb von drei Tagen bestattet werden? Was hat es damit auf sich, dass sich Angehörige und Freunde 40 Tage nach dem Tod zu einer Feierlichket treffen? Ich habe gegoogelt, aber nicht viel dazu gefunden. Vielen Dank.
- bella_b33
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Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Also Ersteres kann sein, weil der Tote, zumindest hier in den Dörfern, DAHEIM liegt! Wird sicher irgendwann mal ein wenig anfangen zu riechen, in der Zweiraumwohnung!
Warum die Feierlichkeit nach 40 Tagen ist, weiß ich nicht.
Warum die Feierlichkeit nach 40 Tagen ist, weiß ich nicht.
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
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Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Nach 9 Tagen gibt es eine Feier der Familie und engen Fruende, um zu "zeigen", dass man den Toten immer in Erinnerung behaelt und nicht vergisst. Die 40 Tage haben einen "Zusammenhang" zu den 40 Tagen zwischen Ostern und Pfingsten im "rest-christlichen Raum". Nach 40 Tage erhebt sich die Seele in den Himmel.
Im orthodoxen Ritual wird der Leichnam im offenen Sarg von der Wohnung in die Kirche "getragen" (heute auch gefahren) dahinter geht die Tauergemeinde, nach der Trauerfeier wird der Tote zum Friedhof begleitet, hier verabschiedet sich die Familie und Freunde, dann wird der Sarg geschlossen und ins Grab gesenkt, dann uebergibt man den Sarg, wie im "rest-christlichen Raum", durch hinabgeben von Blumen und Boden, der Erde. Wenn ich es richtig weiss, bekommt der Leichnam am Ende der Trauerfeier in der Kirche einen "Zettel" in die gefalteten Haende, ob das ein "Seegensspruch" ist oder aehnliches weiss ich nicht.
Ich hoffe, dass ich Dir etwas weiterhefen konnte
Gruss
Guenter
ergaenzt:
Es sind teilweise Erinnerungen der Beerdingung von Frau Valentina Leonteva, TV-Moderatorin und Schriftstellerin im Mai 2007
Im orthodoxen Ritual wird der Leichnam im offenen Sarg von der Wohnung in die Kirche "getragen" (heute auch gefahren) dahinter geht die Tauergemeinde, nach der Trauerfeier wird der Tote zum Friedhof begleitet, hier verabschiedet sich die Familie und Freunde, dann wird der Sarg geschlossen und ins Grab gesenkt, dann uebergibt man den Sarg, wie im "rest-christlichen Raum", durch hinabgeben von Blumen und Boden, der Erde. Wenn ich es richtig weiss, bekommt der Leichnam am Ende der Trauerfeier in der Kirche einen "Zettel" in die gefalteten Haende, ob das ein "Seegensspruch" ist oder aehnliches weiss ich nicht.
Ich hoffe, dass ich Dir etwas weiterhefen konnte
Gruss
Guenter
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Es sind teilweise Erinnerungen der Beerdingung von Frau Valentina Leonteva, TV-Moderatorin und Schriftstellerin im Mai 2007
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Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Diese 3, 9 und 40 Tage haben nicht nur bei Beerdigungen eine Bedeutung. Auch Neugeborene darf man nach altem Ritus erst nach 40 Tagen fremden Leuten zeigen, etc. Ich wusste es, habe aber leider vergessen, warum genau 9 und 40 - irgendeinen Grund gab es für diese zwei Zahlen.
Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Hallo!
Ich habe versucht für Sie ein bisschen aus Russischen ins Deutsche übersetzen. Entschuldige wenn ein bisschen holprig.
Wahrend die erste zwei Tage nach dem Tot kann die Seele ihre jetzt relative Freiheit genießen.
Sie darf in beliebten Orten auf der Erde gehen (fliegen ?:-)) oder in der Nähe vom Familienkreis bleiben usw.
Doch am DRITTEN Tag muss die Seele die Erde verlassen und in den Himmel zum Gott gehen, um ihn zu grüssen. Wie Christus am dritten Tag auferstanden ist, muss die Seele in den Himmel auch am dritten Tag.
Erst aber muss sie innerhalb SECHS Tagen durch Legionen der bösen Geister gehen, von denen sie zu ihren Sünden auf der Erde verleitetet wurde. So der DRITTE Tag ist sehr schwer für die Seele, da ist er der erste Tag ihrer Leidenzeit.
Als die Seele sechs Tage durch die Legionen viel gelitten hat, darf sie Gott wieder grüssen, und jetzt, vom NEUNTEN bis zum VIERZIGSTEN Tagen wird sie die beiden Seiten der anderen Welt angucken lassen. Bis dem vierzigsten Tag kann die Seele nicht wissen, ob sie vom Gott ins Paradies oder in die Hölle geschickt werden soll.
Am Vierzigsten Tag findet das Gottesgericht statt, und wird der Seele erklären, wo sie bis zum Auferstehung der Toten bleiben muss.
Laut der russisch-orthodoxen Kirche glaubt man, kann Beten, besonders an diesen drei Tagen, die Seelenzustände auf ihrem Weg zum Gott erleichtern und verbessern.
Wenn Sie weitere Fragen haben, fragen bitte.
Viele Grüsse,
Ina

Ich habe versucht für Sie ein bisschen aus Russischen ins Deutsche übersetzen. Entschuldige wenn ein bisschen holprig.
Wahrend die erste zwei Tage nach dem Tot kann die Seele ihre jetzt relative Freiheit genießen.
Sie darf in beliebten Orten auf der Erde gehen (fliegen ?:-)) oder in der Nähe vom Familienkreis bleiben usw.
Doch am DRITTEN Tag muss die Seele die Erde verlassen und in den Himmel zum Gott gehen, um ihn zu grüssen. Wie Christus am dritten Tag auferstanden ist, muss die Seele in den Himmel auch am dritten Tag.
Erst aber muss sie innerhalb SECHS Tagen durch Legionen der bösen Geister gehen, von denen sie zu ihren Sünden auf der Erde verleitetet wurde. So der DRITTE Tag ist sehr schwer für die Seele, da ist er der erste Tag ihrer Leidenzeit.
Als die Seele sechs Tage durch die Legionen viel gelitten hat, darf sie Gott wieder grüssen, und jetzt, vom NEUNTEN bis zum VIERZIGSTEN Tagen wird sie die beiden Seiten der anderen Welt angucken lassen. Bis dem vierzigsten Tag kann die Seele nicht wissen, ob sie vom Gott ins Paradies oder in die Hölle geschickt werden soll.
Am Vierzigsten Tag findet das Gottesgericht statt, und wird der Seele erklären, wo sie bis zum Auferstehung der Toten bleiben muss.
Laut der russisch-orthodoxen Kirche glaubt man, kann Beten, besonders an diesen drei Tagen, die Seelenzustände auf ihrem Weg zum Gott erleichtern und verbessern.
Wenn Sie weitere Fragen haben, fragen bitte.
Viele Grüsse,
Ina
Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Vielen Dank für die Antworten, sie haben mir sehr weitergeholfen.
Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Hallo Ina,
aus welcher russischen Schrift hast Du diese wundervollen Anschauungen ? Ein paar Episoden daraus habe ich selber
bei dem Tod meiner Eltern erlebt. Sicher gibt es noch sehr viele Menschen auf der Erde, die etwas ähnliches wahrgenommen haben. Aber genau so viele Zweifler wird es geben, wie bei jeder Weltanschauung.
Mit besten Gruß von Werner
aus welcher russischen Schrift hast Du diese wundervollen Anschauungen ? Ein paar Episoden daraus habe ich selber
bei dem Tod meiner Eltern erlebt. Sicher gibt es noch sehr viele Menschen auf der Erde, die etwas ähnliches wahrgenommen haben. Aber genau so viele Zweifler wird es geben, wie bei jeder Weltanschauung.
Mit besten Gruß von Werner
https://www.tripadvisor.de/members/Baranowka
"Uns findet man in jedem Winkel der Erde, wir sind im Auftrag des Herr`n"
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- bella_b33
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Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Die russisch orthodoxe Kirche hat sicher auch mal ein paar Büchers vertrieben(Bibel), denn nur vom Glauben allein leben auch DIE nichtwerner hat geschrieben:Hallo Ina,
aus welcher russischen Schrift hast Du diese wundervollen Anschauungen ?
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Hallo Werner,werner hat geschrieben: aus welcher russischen Schrift hast Du diese wundervollen Anschauungen ?
Information über diese wundervollen Anschauungen habe ich im Internet auf Russisch gefunden. http://www.requiem.ru/rituals/doc67/. Auch mit Zitate von einigen orthodoxen Heiligen als Erhärtungen, warum man alles so sehen muss.
Mich selbst als einem religionslosen Mensch war es auch nicht klar genug, warum genau an 3., 9. und 40.
Viele Grüsse,
Ina
Re: Bestattungsritus der russ.-othod. Kirche
Das Ritual ist das eine, aber die Bestattungs- und Friedhofskultur das andere - und das ist in meinen Augen echt krass.
Ich kann das täglich beobachten, weil vor meinem Haus eine Leichenhalle ist. Früher dachte ich, das ist eine Werkstatt... bis ich lernte, daß die blauen Kittel die Träger und die blau verhängte Busse die Leichenwagen sind. Habe mal nachgefragt, wie das so abläuft und man sagte mir, daß die Toten in den Bussen gemeinsam mit den Trauernden zum Friedhof fahren!!! "Angeliefert" werden die Toten in grauen Lieferwagen. Die Leichenhalle gehört zu einer Klinik und ist in einem schlimmen Zustand (die Klinik sieht zumindest von außen sehr ordentlich aus). Hinterhofatmosphäre zur Verabschiedung.
Und auf den Friedhöfen sieht es nicht weniger erbärmlich aus. Grabpflege über das Jahr hinweg, erhaltene Grabdenkmäler/Kreuze sind eher die Seltenheit. Dabei ist der Friedhof vor meiner Haustür (am Donskoy Kloster) noch eine "Edel-Anlage", wie mir die Hausangestellten sagten. Echt bitter!
Dafür steht auf dem Klosterparkplatz kein Auto im Anschaffungswert unter 75 kUSD herum... und auf der Strasse sieht man eh kaum noch was anderes - erbärmlich.
Ich kann das täglich beobachten, weil vor meinem Haus eine Leichenhalle ist. Früher dachte ich, das ist eine Werkstatt... bis ich lernte, daß die blauen Kittel die Träger und die blau verhängte Busse die Leichenwagen sind. Habe mal nachgefragt, wie das so abläuft und man sagte mir, daß die Toten in den Bussen gemeinsam mit den Trauernden zum Friedhof fahren!!! "Angeliefert" werden die Toten in grauen Lieferwagen. Die Leichenhalle gehört zu einer Klinik und ist in einem schlimmen Zustand (die Klinik sieht zumindest von außen sehr ordentlich aus). Hinterhofatmosphäre zur Verabschiedung.
Und auf den Friedhöfen sieht es nicht weniger erbärmlich aus. Grabpflege über das Jahr hinweg, erhaltene Grabdenkmäler/Kreuze sind eher die Seltenheit. Dabei ist der Friedhof vor meiner Haustür (am Donskoy Kloster) noch eine "Edel-Anlage", wie mir die Hausangestellten sagten. Echt bitter!
Dafür steht auf dem Klosterparkplatz kein Auto im Anschaffungswert unter 75 kUSD herum... und auf der Strasse sieht man eh kaum noch was anderes - erbärmlich.

