Medizin Notstand in Russland
Re: Medizin Notstand in Russland
Ein paar sehr schöne aber auch sehr beklemmende und eindringliche Bilder gibt es auf
http://englishrussia.com/index.php/2009 ... petrosian/
(Ab Bild 66 auch ein Krankenhaus, vielleicht auch Altenheim)
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(Ab Bild 66 auch ein Krankenhaus, vielleicht auch Altenheim)
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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Re: Medizin Notstand in Russland
vergiss nicht die reichen Russen... bzw. die die es sich leisten können in ein richtiges Krankenhaus zu gehen... würd ich übrigens auch machen - ist doch selbstverständlich!annika hat geschrieben:Das sind doch ganz unglaubliche Zustände. Für die reichen Ausländer und Touristen gibts natürlich auch ausländische oder private Kliniken, die teilweise sogar einen besseren Ruf genießen, als die deutschen Krankenhäuser!
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...
Re: Medizin Notstand in Russland
Na klar, stimmt die hab cih so für selbstverständlich genommen, aber wer kann es ihnen verübeln. Ist ja klar, wer nutzt nicht lieber die um welten bessere medizinische Versorung unter weit besseren hygienischen _Standarts.
-
m1009
Re: Medizin Notstand in Russland
Nur der, der es sich leisten kann.....annika hat geschrieben:wer nutzt nicht lieber die um welten bessere medizinische Versorung unter weit besseren hygienischen _Standarts.
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Re: Medizin Notstand in Russland
Ja, tragisch - aber wie willst Du dies verhindern? Die privaten Kliniken verbieten?annika hat geschrieben:Das sind doch ganz unglaubliche Zustände. Für die reichen Ausländer und Touristen gibts natürlich auch ausländische oder private Kliniken, die teilweise sogar einen besseren Ruf genießen, als die deutschen Krankenhäuser!
Ein Land, in dem ganz sicher die Hälfte der Bevölkerung den Großteil des Lohnes nicht bei der Steuer meldet, also keine Sozial- oder Rentenabgaben zahlt, kann man kein deutsches Gesundheitssystem erwarten. Wenn Russen gegenüber mir über die schlechte Versorgung klagen, frage ich sie stets: "Und, zahlen Deine Kinder Steuern? Woher soll denn Eure Rente kommen und wer soll Dein Krankenhaus bezahlen, wenn Deine eigenen Kinder ihren Lohn im Briefumschlag bekommen?" Ich verurteile dies nicht, es ist eine Entscheidung, die die russische Gesellschaft für sich gefällt hat. Dann muss diese Gesellschaft aber auch mit der Konsequenz leben - man muss ein vernünftiges Krankenhaus ohne Hilfe des Sozialsystems finanzieren, beispielsweise innerhalb der Familie.
Annika, Deiner Freundin wurde der Blinddarm ja entfernt - sie hat überlebt. Kostenlos! Dass sie nun sicher eine Narbe hat (keine OP im Schambereich und durch den Nabel) und die Bedingungen nicht optimal waren - das ist doch an sich hinnehmbar.
Re: Medizin Notstand in Russland
Ich kann auch einige Beispiele beisteuern - positiv wie negativ:
Moskau - European Medical Center, eine Expat-Klinik mit ausländischen Ärzten und supermoderner Einrichtung: eine Katastrophe! Wir sind dort an einem Sonntagabend mit unserem Mädchen und 40 Fieber hin. Die ganze Zeit ging es hauptsächlich ums Geld, wir sollten trotz dt. AuslandsKV mal eben 5.000 EUR bar als Sicherheit hinterlegen... ein Arzt (Krasnov) und eine Schwester haben eine halbe Stunde vergeblich versucht, eine Infusion zu legen, beide Arme am Kind total zerstochen. Station - hübsches Zimmerchen mit Kinderbett, aber keine medizinische Hilfe. Ein FIEBERZÄPFCHEN war alles, was wir bekommen haben, aber "Bleiben Sie auf jeden Fall hier, der Kinderarzt ist informiert und kommt in Kürze. Ist bestimmt gleich da, und zu Hause haben Sie ja keine Notfallhilfe bei der Hand..." (Ich weiß jetzt auch, warum die uns unbedingt da behalten wollten: fast 700 EUR pro Nacht!!!) Um 2 Uhr kein Arzt, um 7 Uhr kein Arzt, um 9 Uhr kein Arzt. Dafür 3mal Leute aus der Buchhaltung. Erst nachdem ich denen gedroht habe, dass ich ein Fass aufmache, wenn nicht in 10 min der Kinderarzt da ist, kam endlich einer. Dann hat es das Tagespersonal (das war vorbildlich, da gibts nichts) geschafft, mit großer Vorsicht und Geduld beim 1. Versuch die Infusion zu legen. In der Zwischenzeit habe ich selber das Versicherungsproblem geklärt, da waren sie dann sehr erleichtert, aber die versprochenen Befunde und Ergebnisse des Abstriches, den sie genommen haben, haben wir nie bekommen.
Moskau - 83. Städtisches Krankenhaus - da war ich mehrmals als DMS-Patient, die Bausubstanz und die Zimmer sind alt, durch die Fenster ziehts, aber die Ausrüstung ist supermodern (so einen Räntgenapparat hab ich noch nie gesehen!), das Personal freundlich, die Ärzte kompetent. Hab meine Galle mittels 4 kleinen Löchern rausgeholt bekommen, leider erst beim 3. Klinikaufenthalt, weil sie Akutfälle nicht so operieren, sondern mit Schnitt quer übern Bauch (in DE werden auch Akutfälle problemlos mittels Laproskopie gemacht). DMS (also privat versicherte) sind in 1er und 2er Zimmern, OMS in 4er Zimmern (zumindest in der Chirurgie), in jedem Zimmer gibts Dusche und WC. Alle werden gleich behandelt, gleiches Essen usw.
Moskau - vorgeburtliche Betreuung bei einer "staatlichen" Ärztin über OMS: top! jederzeit wieder. Die Ausrüstung in der Klink ist ärmlich, für Ultraschall und EKG musste ich woanders hin, zum Blutabnehmen wieder woanders (die Blutabnehmtante hat mich angeguckt, als wäre ich vom Mond, weil ich beim 1. Mal gefragt habe, ob ich ein Pflaster haben kann, weil der Finger nicht aufhörte zu bluten: "Mädel, was willst du???"), etwas beschwerlich alles, aber die Ärztin war (ist) super, das würde ich auf jeden Fall wieder so machen.
Moskau - staatliche Kinderpoliklinik: Katastrophe. 2mal zu irgendwelchen Pflichtuntersuchungen und nie wieder. Einfach nur schrecklich in jeder Hinsicht. Die Mütter werden behandelt, als wären sie minderbemittelt, die Kinder drehen schon im Warteraum durch, weil es gar keine Termine gibt, man stundenlang warten muss, bis man an der Reihe ist, dann werden sie ruck zuck nach Schema F begutachtet und abgefertigt, und dann erzählt einem die "Neuropathologie-Ärztin", dass man ein hyperaktives Kind hat und man "beruhigende Bäder" machen soll. Wenn man die Impfungen verweigert, ist man sofort auf der schwarzen Liste.
Moskau - European Medical Center, eine Expat-Klinik mit ausländischen Ärzten und supermoderner Einrichtung: eine Katastrophe! Wir sind dort an einem Sonntagabend mit unserem Mädchen und 40 Fieber hin. Die ganze Zeit ging es hauptsächlich ums Geld, wir sollten trotz dt. AuslandsKV mal eben 5.000 EUR bar als Sicherheit hinterlegen... ein Arzt (Krasnov) und eine Schwester haben eine halbe Stunde vergeblich versucht, eine Infusion zu legen, beide Arme am Kind total zerstochen. Station - hübsches Zimmerchen mit Kinderbett, aber keine medizinische Hilfe. Ein FIEBERZÄPFCHEN war alles, was wir bekommen haben, aber "Bleiben Sie auf jeden Fall hier, der Kinderarzt ist informiert und kommt in Kürze. Ist bestimmt gleich da, und zu Hause haben Sie ja keine Notfallhilfe bei der Hand..." (Ich weiß jetzt auch, warum die uns unbedingt da behalten wollten: fast 700 EUR pro Nacht!!!) Um 2 Uhr kein Arzt, um 7 Uhr kein Arzt, um 9 Uhr kein Arzt. Dafür 3mal Leute aus der Buchhaltung. Erst nachdem ich denen gedroht habe, dass ich ein Fass aufmache, wenn nicht in 10 min der Kinderarzt da ist, kam endlich einer. Dann hat es das Tagespersonal (das war vorbildlich, da gibts nichts) geschafft, mit großer Vorsicht und Geduld beim 1. Versuch die Infusion zu legen. In der Zwischenzeit habe ich selber das Versicherungsproblem geklärt, da waren sie dann sehr erleichtert, aber die versprochenen Befunde und Ergebnisse des Abstriches, den sie genommen haben, haben wir nie bekommen.
Moskau - 83. Städtisches Krankenhaus - da war ich mehrmals als DMS-Patient, die Bausubstanz und die Zimmer sind alt, durch die Fenster ziehts, aber die Ausrüstung ist supermodern (so einen Räntgenapparat hab ich noch nie gesehen!), das Personal freundlich, die Ärzte kompetent. Hab meine Galle mittels 4 kleinen Löchern rausgeholt bekommen, leider erst beim 3. Klinikaufenthalt, weil sie Akutfälle nicht so operieren, sondern mit Schnitt quer übern Bauch (in DE werden auch Akutfälle problemlos mittels Laproskopie gemacht). DMS (also privat versicherte) sind in 1er und 2er Zimmern, OMS in 4er Zimmern (zumindest in der Chirurgie), in jedem Zimmer gibts Dusche und WC. Alle werden gleich behandelt, gleiches Essen usw.
Moskau - vorgeburtliche Betreuung bei einer "staatlichen" Ärztin über OMS: top! jederzeit wieder. Die Ausrüstung in der Klink ist ärmlich, für Ultraschall und EKG musste ich woanders hin, zum Blutabnehmen wieder woanders (die Blutabnehmtante hat mich angeguckt, als wäre ich vom Mond, weil ich beim 1. Mal gefragt habe, ob ich ein Pflaster haben kann, weil der Finger nicht aufhörte zu bluten: "Mädel, was willst du???"), etwas beschwerlich alles, aber die Ärztin war (ist) super, das würde ich auf jeden Fall wieder so machen.
Moskau - staatliche Kinderpoliklinik: Katastrophe. 2mal zu irgendwelchen Pflichtuntersuchungen und nie wieder. Einfach nur schrecklich in jeder Hinsicht. Die Mütter werden behandelt, als wären sie minderbemittelt, die Kinder drehen schon im Warteraum durch, weil es gar keine Termine gibt, man stundenlang warten muss, bis man an der Reihe ist, dann werden sie ruck zuck nach Schema F begutachtet und abgefertigt, und dann erzählt einem die "Neuropathologie-Ärztin", dass man ein hyperaktives Kind hat und man "beruhigende Bäder" machen soll. Wenn man die Impfungen verweigert, ist man sofort auf der schwarzen Liste.
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Re: Medizin Notstand in Russland
Deckt sich 1:1 mit unseren Erfahrungen in Novosibirsk.manuchka hat geschrieben:Moskau - vorgeburtliche Betreuung bei einer "staatlichen" Ärztin über OMS: top! jederzeit wieder.
Auch sehr ähnlich, mit dem einzigen Unterschied, dass die Ärztin merkt, wenn sie jemanden an seine Grenze bringt ... diese Grenze ist bei mir immer sehr sehr nah, weswegen sie uns ordentlich betreut. Wirklich, da kann ich mich nicht beschweren. Ansonsten, die Warteschlangen, die "hyperaktiven" Kinder, die Impf-Hysterie, ... 1:1!manuchka hat geschrieben:Moskau - staatliche Kinderpoliklinik: Katastrophe. 2mal zu irgendwelchen Pflichtuntersuchungen und nie wieder. Einfach nur schrecklich in jeder Hinsicht. Die Mütter werden behandelt, als wären sie minderbemittelt, die Kinder drehen schon im Warteraum durch, weil es gar keine Termine gibt, man stundenlang warten muss, bis man an der Reihe ist, dann werden sie ruck zuck nach Schema F begutachtet und abgefertigt, und dann erzählt einem die "Neuropathologie-Ärztin", dass man ein hyperaktives Kind hat und man "beruhigende Bäder" machen soll. Wenn man die Impfungen verweigert, ist man sofort auf der schwarzen Liste.
Und wie schon erwähnt, wenn unser Kind krank ist, kommt die Ärztin wirklich täglich vorbei oder ruft an. Das finde ich sehr vorbildlich.
Re: Medizin Notstand in Russland
Darf man fragen, warum ihr die Impfungen verweigert?manuchka hat geschrieben:Wenn man die Impfungen verweigert, ist man sofort auf der schwarzen Liste.
Wir haben die Standard-Impfungen in der Polyklinik auch verweigert. Allerdings nur, weil wir sie lieber mit selbstgekauftem Serum machen lassen wollten. War mit Hausbesuch des Artztes anschließend dann allerdings auch teurer. (Wurde aber trotzdem als Impfung in die Kartei eingetragen)
Von kompletter Impfabstinenz halte ich nicht unbedingt was.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
W. Churchill (1940)
Re: Medizin Notstand in Russland
1. Die Frage "Impfungen ja/nein" ist heiß umstritten.
2. Wir reden ja nicht von einer Totalverweigerung der Impfungen an sich. Wenn du dich erinnerst (offensichtlich nicht), waren wir "Kunden" in der Arztpraxis der deutschen Botschaft - alle Impfungen mit original deutschen, in RUS nicht erhältlichen Impfstoffen, natürlich gegen gutes Geld, was wir uns aber über die AuslandsKV zurückgeholt haben. War also unterm Strich nicht teuer.
2. Wir reden ja nicht von einer Totalverweigerung der Impfungen an sich. Wenn du dich erinnerst (offensichtlich nicht), waren wir "Kunden" in der Arztpraxis der deutschen Botschaft - alle Impfungen mit original deutschen, in RUS nicht erhältlichen Impfstoffen, natürlich gegen gutes Geld, was wir uns aber über die AuslandsKV zurückgeholt haben. War also unterm Strich nicht teuer.
Du erntest, was du säst.
Re: Medizin Notstand in Russland
Eigentlich nur bei Leuten, die sich nicht auskennen. Wieviele Leute sterben heutzutage noch in D an Diphterie, Wundstarrkrampf, Polio?manuchka hat geschrieben:1. Die Frage "Impfungen ja/nein" ist heiß umstritten.


