Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
- Zejtnot
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Die europäischen Führungszeugnisse* sind doch auch Quatsch, ganz ehrlich.
(1) Vollkommen blödsinnige Formulierungen wie "zur vollsten Zufriedenheit" - dies kann es gar nicht geben, "voll" ist voll und voller geht nicht. Wenn das ein mitdenkender Zeitgenosse ändert auf "zur vollen Zufriedenheit", dann wird aus der Bestnote "sehr gut" plötzlich ein "gut". Aber ich, der potentielle nächste Arbeitgeber, denke ja auch mit und sehe "volle Zufriedenheit" - dann weiß ich nicht mehr, ob der vorherige Chef mitgedacht hat oder der Bewerber halt doch nur "gut" war.
(2) Wenn man jemanden loshaben will und keinen Streit braucht, dann stellt man doch lieber ein sehr gutes Zeugnis aus, als sich vor Gericht wieder zu sehen.
(3) Es gibt immer noch Firmen, die diesen dämlichen Formulierungskodex nicht kennen und ein "war immer an einem guten Betriebsklima interessiert" ernst meinen, obwohl das der Umschrieb für "Trunkenbold" ist.
Insofern zählt für mich als Führungskraft weder das Führungszeugnis* noch das Arbeitsbüchlein, sondern einzig die gefühlte Qualifikation. Wenn ich daneben lag, kann man in der Probezeit ja die Reißleine ziehen!
*Der Autor meint aller Wahrscheinlichkeit nach ARBEITSzeugnisse*, keine Führungszeugnisse. manuchka
*Die Moderatorin hat Recht. Zejtnot
(1) Vollkommen blödsinnige Formulierungen wie "zur vollsten Zufriedenheit" - dies kann es gar nicht geben, "voll" ist voll und voller geht nicht. Wenn das ein mitdenkender Zeitgenosse ändert auf "zur vollen Zufriedenheit", dann wird aus der Bestnote "sehr gut" plötzlich ein "gut". Aber ich, der potentielle nächste Arbeitgeber, denke ja auch mit und sehe "volle Zufriedenheit" - dann weiß ich nicht mehr, ob der vorherige Chef mitgedacht hat oder der Bewerber halt doch nur "gut" war.
(2) Wenn man jemanden loshaben will und keinen Streit braucht, dann stellt man doch lieber ein sehr gutes Zeugnis aus, als sich vor Gericht wieder zu sehen.
(3) Es gibt immer noch Firmen, die diesen dämlichen Formulierungskodex nicht kennen und ein "war immer an einem guten Betriebsklima interessiert" ernst meinen, obwohl das der Umschrieb für "Trunkenbold" ist.
Insofern zählt für mich als Führungskraft weder das Führungszeugnis* noch das Arbeitsbüchlein, sondern einzig die gefühlte Qualifikation. Wenn ich daneben lag, kann man in der Probezeit ja die Reißleine ziehen!
*Der Autor meint aller Wahrscheinlichkeit nach ARBEITSzeugnisse*, keine Führungszeugnisse. manuchka
*Die Moderatorin hat Recht. Zejtnot
- Sibirier
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Also ich kann nur sagen, ich habe meine letzten 4 oder 5 Führungszeugnisse selber verfasst und meine Chef's haben die vielleicht mal durchgelesen oder nicht und einfach unterschrieben.....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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Zeppelin
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
So wie Du das beschreibst stimmt Deine Meinung natürlich.Zejtnot hat geschrieben:Die europäischen Führungszeugnisse* sind doch auch Quatsch, ganz ehrlich. ...
Aber ein gutes qualifiziertes Arbeitszeugnis verzichtet ja auch aus guten Gründen auf solch unsinnige Bewertungen und andere Beispiele, die Du genannt hast.
Vor allem geht es ja darum zu beschreiben, welcher Art die Tätigkeiten des ausscheidenen Mitarbeiters waren, ob dabei z.B. eigenständige Projekt- oder Führungsverantwortung wahrgenommen wurde, um Weiterbildungen etc.
@Sibirier: So empfehle ich dies auch Leuten aus meinem Bekanntenkreis, die über eine Übersiedlung nach D bzw. in andere westliche Länder nachdenken.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
- Zejtnot
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Leider nicht. Wie auch Sibirier, haben meine Chefs immer darum gebeten, dass ich eine Vorlage schreibe. Ich habe diese von einer Bekannten erstellen lassen, die in der Personalabteilung einer großen deutschen Versicherung arbeitet. Die haben eine Software, wo sie überall Noten reinschreiben und dann wird der Wisch generiert. Genau dieser Satz mit "vollster Zufriedenheit" kommt da raus ...Zeppelin hat geschrieben:So wie Du das beschreibst stimmt Deine Meinung natürlich.
Aber ein gutes qualifiziertes Arbeitszeugnis verzichtet ja auch aus guten Gründen auf solch unsinnige Bewertungen und andere Beispiele, die Du genannt hast.
Es ist also nicht aus der Luft gegriffen sondern ganz reale Praxis in der deutschen Personalwirtschaft.
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Zeppelin
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Ich weiß ja nicht, wo die "Dame" ihren Job gelernt hat und welches bornierte Unternehmen auf solch lächerliche Software zurück greift. Bislnag habe ich das nur von einer sehr bekannten und gleichermaßen unbeliebten dt. Bank gehört.Zejtnot hat geschrieben:Ich habe diese von einer Bekannten erstellen lassen, die in der Personalabteilung einer großen deutschen Versicherung arbeitet. Die haben eine Software, wo sie überall Noten reinschreiben und dann wird der Wisch generiert. Genau dieser Satz mit "vollster Zufriedenheit" kommt da raus ...
Wenn ich bislang dafür zuständig war, Arbeitszeugnisse für Kollegen/-innen zu formulieren - und das war oft so - habe ich zuvor ausfürliche Gespräche mit deren nächsten Kollegen/-innen, Vorgesetzten und natürlich den 'Betroffenen' selbst geführt (sofern ich nicht aus eigenem Erleben in der Lage war, die relevanten Fakten zu benennen.)
Ich will nicht bestreiten, dass es so etwas gibt. Aber verallgemeinern kann man das deshalb nicht. Ferner gibt es für den Notfall sehr gute Möglichkeiten in D, vor Gericht zu gehen, wenn ein Arbeitszeugnis falsche, missverständliche oder gar schädlich gemeinte Formulierungen enthält. Da die Arbeitnehmer/-innen dabei fast immer Recht bekommen, lässt sich das aber meist auch durch ein Gespräch mit der Firma einvernehmlich klären.Es ist also nicht aus der Luft gegriffen sondern ganz reale Praxis in der deutschen Personalwirtschaft.
Zwar habe ich jetzt nicht die relevanten Gesetze im Kopf, aber es ist so.
Jedenfalls ist es in der westlichen Wirtschaftswelt ziemlich ungünstig, wenn man trotz einschlägig qualifizierter Berufsbiografie keine Zeugnisse vorweisen kann, die dies belegen und man sich hier für einen angemessenen Job bewerben will.
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Ich glaube, viele Personalabteilungen wollen sich gegen blödsinnige Beschwerden und Klagen auf ein wohlwollendes Zeugnis absichern, deswegen dann die allgemeingebräuchlichen Floskeln. Ich hab bisher kein einziges dt. Zeugnis, dafür aber 3 sehr ordentliche aus Russland (auch selbst entworfen und mit dem Vorgesetzten durchgesprochen und ggf. in der Formulierung geändert) ohne den Floskelquatsch. Ich denke auch, es kommt vor allem auf die Beschreibung der Tätigkeit und eine grundsätzliche Bewertung der Leistung an, und da kann man schon erkennen, ob einer ein guter Mitarbeiter war oder eben so lala trotz "vollster Zufriedenheit".
Du erntest, was du säst.
- CSB_Wolf
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Ich hab noch auf einer HD diese Vorlagen, wie sie speziell von Personalchefs verwendet werden, demnächst such ich die mal und stell diese hier rein 8)
Gruss
wolf
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Zeppelin
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Na dann schreib aber bitte auch dazu, welche "Personalchefs" sowas tatsächlich verwenden.CSB_Wolf hat geschrieben:Ich hab noch auf einer HD diese Vorlagen, wie sie speziell von Personalchefs verwendet werden, demnächst such ich die mal und stell diese hier rein 8)
Die Reklame für solche 'Produkte' kenn ich auch: "7 Kilo abnehmen in 7 Tagen - <<Experten>> verraten, wie es geht."
Da kann man sich ja auch gleich "Rat" im 'Managermagazin' suchen - und die imitierte 'Rollex' oder dergleichen noch mitbestellen.
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- CSB_Wolf
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Nein nein
das hat nichts mit Rekame u.s.w. zu tun, ich hab mich falsch ausgedrückt, es sind keine Vorlagen in dem Sinn, es sind Redewendungen, wie sie von Personalchefs gerne in einem Zeugnis verwendet werden, so wie es Zejtnot bereits angedeutet hatte
Also praktisch die Übersetzung was dieses Wort oder der Satz dann genau bedeutet.
Gruss
wolf
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- Zejtnot
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Re: Unternehmenskultur / aktuelle Personalwirtschaft in RUS?
Nun, das Personalmodul von SAP wird eigentlich in ziemlich vielen Firmen genutzt.Zeppelin hat geschrieben:Ich weiß ja nicht, wo die "Dame" ihren Job gelernt hat und welches bornierte Unternehmen auf solch lächerliche Software zurück greift. Bislnag habe ich das nur von einer sehr bekannten und gleichermaßen unbeliebten dt. Bank gehört.
Meine Frage war doch aber - wie unterscheide ich am Ende als Personalchef ein Floskel-Zeugnis von einem menschlichen Zeugnis, wenn dieselben Formulierungen darin verschiedene Bedeutungen haben. Das Fehlen eines "sehr" kann schon zwei Noten niedriger bedeuten. So albern das ist, aber das ist Realität bei großen, "anonymen" Unternehmen, wo nicht jeder Bewerber einzeln eingeladen wird. Vor allem bei niedrigeren Positionen mit vielen Bewerbern.
Und genau deswegen finde ich diese Zeugnisse total albern und sinnlos. (Und lasse mir dennoch welche machen.
Zurück zur Frage: In sechs Jahren als Führungskraft mit Personalverantwortung in Russland wurde ich zweimal von russischen Kollegen um ein Arbeitszeugnis gebeten.
