Deutschland: Reich oder nicht?

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CSB_Wolf
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von CSB_Wolf »

Die Politik ist eindeutig mitverantwortlich an der ganzen Misere in Deutschland bzw. in Europa. Durch die allgemeine Privatisierung der Staatsbetriebe sind viele Hunderttausend Arbeitsplätze weggefallen. Die Jobs auf dem privatem Arbeitsmarkt sind zudem sehr viel anspruchvoler geworden :roll: Leute mit geringer, oder gar keiner Berufsausbildung sind früher einfach zur Post oder zur Bundesbahn, dort wurde alles eingestellt, selbst wenn derjenige nich mal bis 20 zählen könte. Es gab früher so einen Spruch. "Wer nichts ist und wer nichts kann, geht zur Post oder zur Bundesbahn" :lol:

Aber heute, die Jungen ohne entsprechende Ausbildung haben doch keinerlei Zukunftsperspektive mehr. Ich mag mich noch sehr gut erinnern als ich vor längerer Zeit in Moskau bei meiner Frau war, da wurde auf einem Sportplatz ein neuer Belag aufgebracht, so rotes Zeug bzw. Sand. Ein Lkw ist alle Stunde mit einer neuen Fuhre gekommen, da war nichts mit Bagger und Gerät, es waren insgesammt 14 Leute beschäftigt den Sand mit Stosskarren zu verteilen. Die hatten 2 Wochen für diese Arbeit. Ich habe damals gelacht als ich das gesehen hatte, aber heute würde ich nicht mehr Lachen, so blöd wie es für einen Westler ausschauen mag, aber es hatten 14 Leute eine Beschäftigung. Ein Mensch der Arbeit hat, egal was für eine, hat doch immerhin eine Perspektive für die Zukunft.

Gruss
wolf
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arghmage
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von arghmage »

CSB_Wolf hat geschrieben:Ein Mensch der Arbeit hat, egal was für eine, hat doch immerhin eine Perspektive für die Zukunft.

Gruss
wolf
ich würde nicht sagen "egal was für eine", man sollte von der Arbeit leben können! Und gerade das ist in Deutschland heutzutage immer öfter nicht mehr der Fall durch diese unsinnigen 1-Euro-Jobs (oder auch Zeitarbeit), da wird den Leuten eine Perspektive vorgegaukelt (Sprungbrett zum "normal bezahlten" Vollzeitjob), die keine ist. Ich kenne einige 1-Euro-Jobber, denen wird gleich zu Beginn der "Maßnahme" (garstiges Wort) gesagt "nach dir kommt der Nächste" ... also im Endeffekt massiv Arbeitsplätze vernichtet und einen schönen Niedriglohnsektor geschaffen, der durch den Staat gestützt wird ... kaum zu glauben, daß wir sowas einer Partei mir dem Wort sozial im Namen zu verdanken haben.
Politik versagt und feiert sich dafür noch für die niedrigeren Arbeitslosenquoten, dabei wird das Problem nur verschleiert.
Aber viele schlucken halt die Kröte und machen mit, weil der Leidensdruck noch nicht hoch genug ist. Ob das allerdings ewig so weitergeht, wage ich zu bezweifeln.

Über die Ausbildung heutzutage denke ich aber auch öfters nach. Wenn ich lese, daß x Lehrstellen nicht besetzt werden können, weil die Jugend einfach "zu doof" ist ... lernen die nix oder wollen die nix lernen? Oder stellen die Arbeitgeber vielleicht auch überzogene Forderungen? Teilweise wird ja schon in normalen Handwerksberufen Abi verlangt, wirklich nötig ist das ja auch nicht, aber die AG sitzen halt am längeren Hebel und haben die Wahl.
Manchmal könnte man schon Angst davor haben, Kinder in die Welt zu setzen (und sonst ist ja unser Staat auch nicht gerade ein Vorbild für Kinderfreundlichkeit).
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Sibirier
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von Sibirier »

Naja, viele Handwerksbetriebe suchen ja Auszubildende und bekommen einfach keine....

Warum, weil auch die Jugendlichen nicht als Bäcker z. B. um 3.00 Uhr morgens jeden Tag aufstehen wollen, weil man verzichtet dann doch auf die Party's mit Freunden.....Oder man möchte einfach nicht draußen, d. h. auf Baustellen arbeiten und Wind und Wetter ausgesetzt sein.....

Was soll auch eine Elektrikbetrieb machen, wenn er 3 Lehrstellen zu besetzen hat und keine Bewerbungen bekommt....Voraussetzung nur Hauptschulabschluss, kommen dann Bewerber und fragt einfache 3-Satz-Rechnung ab, können Sie nicht und schon Probleme haben bei 80-45 zu rechnen....

Wenn ich auch sehr oft sehe, mit welcher Interessenlosigkeit zur Arbeit gegangen wird....dann kann man auch nicht verlangen, dass man befördert wird....Wenn ich zur Arbeit gehe und es mir "fast" egal ist, welches Resultat produziere...sondern nur "Absitzen der Zeit mit Beschäftigung" ansehe.....denken sollen Pferde, die haben ja bekanntlich einen größeren Kopf....

Sorry....
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von arghmage »

Stimmt, es gibt halt immer zwei Seiten der Medaille. Wenn ich bei uns hier so einige Schüler und auch vor der Berufsschule Azubis sehe, dann frage ich mich manchmal schon, ob wir früher auch so waren.
Nur kann man das ja den Jugendlichen nichtmal direkt zur Last legen, die sind ja nur so, wie sie ihr Umfeld gemacht hat (und da haben Eltern, Schule und Politik den Finger drauf). Na ja, uns hat man damals gesagt "Ihr lernt fürs Leben und nicht für die Schule" ... wirklich kapieren tut man das meist erst später ... und manche kapieren es nie (und die können dann wahrscheinlich auch nicht 80-45).
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andreask020361
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von andreask020361 »

Nochmal zum Ursprungstitel, der eigentlich lauten muesste wann ist Dtschl auch arm dran. Jetzt nach dem treffen unserer FDJ sekretaerin mit Moechte Gern Napoleon, wird die ganze misere und der schlamassel ganz deutlich sichtbar , und ein ganz wichtiger Satz der gefallen ist, es wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Nur die haben wir nicht das sagte niemand. Der Rauch des Gipfeltreffens hat sich verzogen .....auch die heiße Luft. Letztendlich wird der Euro nur gerettet wenn die strukturellen Defizite beseitigt werden. Das gilt nun nicht nur für die Piigs Staaten, sondern auch für D und andere. Dummerweise geht das in den meisten Ländern nicht von heute auf morgen.
Nur die Politiker wollen nicht so recht. Bella Italia wollte erst was tun wie der Druck der Märkte stieg. Und selbst das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Daher ist die verfassungsrechtlich eingeführte Schuldengrenze ein Witz. Wer soll das einführen und welche Regierung soll die Folgen aushalten und wer wird es kontrollieren. Wie gesagt ...nur ein Placebo für die Märkte. Letztendlich ist es so, das die Verschuldung nicht mehr zurückgeführt werden kann ..... sie schaffen es ja nicht mal ohne neue Schulden aus zu kommen.

Aber nur so kann man die Märkte und die Menschen beruhigen. Bis zum Tag X keine Neuverschuldung ..... bis zum Tag Y jedes Jahr z% Tilgung .....so könnte das ausschauen ...Nur unsere Mafiavertreter wollen das doch gar nicht, weil sie nicht die Interessen der Bürger vertreten sondern der der Finanzmafia. Ansonten hätten sie ja gar keine Schulden gemacht. Das ist im übrigen die berühmte Umverteilung von unten nach oben ...die die Roten immer anprangern, ohne das sie wissen wie es funktioniert.

Deshalb ..... no way out ..... der Euro wird implodieren .....genauso wie das Geldsystem ...... möglicherweise in einen Knall.
die Vergangenheit ist leichter zu deuten als die Zukunft
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Sibirier
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von Sibirier »

Wenn man mal auf einen schönen Stuhl unter dem Bundesadler sitzt, will man daran festhalten.

Sparen müssen wir, dass wissen alle. Aber was passiert denn, wenn man spart? Alle 4 Jahre wird gewählt und dann verspricht die andere Partei die Sparmaßnahmen zurück zu nehmen und schwupps, ist man den schönen Stuhl los....

Was war den damals, als die Regierung Kohl die Lohnfortzahlung für die erste 3 Krankheitstage auf 80% gekürzt hat? Schröder & Co. versprachen, dies zurück zu nehmen und schon war Kohl bei der nächsten Wahl weg vom Fenster.....

Renten - jeder weiß, dass aufgrund der Bevölkerungsstruktur DE sich diese Renten nicht mehr leisten kann. Würde man mal wirklich die notwendige radikale Kürzung umsetzen, würden alle Rentner bei der nächsten Wahl die anderen Parteien wählen....

Aber so bezahlen wir die Renten weiter auf Pump, sparen bei den Kindern in Kindergarten, Schulen und Ausbildung....Den Kinder freut es doch, wenn weniger Unterrichtsstunden erteilt werden, desto mehr kann man auf dem Bolzplatz....

Also machen wir doch nichts schlechtes, so lange wir noch irgendwie "die Kurve" kriegen. Nur irgendwann kriegen wir nicht Kurve.....

Und ein Vorteil hat es auch für die dt. Regierung, wenn der Euro platzt. Da waren sie doch nicht daran schuld, dass DE dann auch pleite ist, sondern die bösen Griechen, Irländer, Italiener, Spanier usw......weil wir deren Schulden dann auf einmal am Hals hatten.....

Danach wird wieder die DM eingeführt und man kann mit einem schuldenfreien Staat wieder neu anfangen..... ;)
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andreask020361
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von andreask020361 »

Das Problem mit den Schulden ist ja nichts anderes wie bei unsereins, solange du noch von irgendeiner Bank oder Privat person ein Kredit/Darlehen bekommst.mit welchem du die zinsen bzw die Altkredite begleichen kannst , geht das Spiel weiter, der punkt ist nur dann wenn auf einmal du mehr zinsen zahlen musst und mehr halt geld brauchst dadurch um diese zu bezahlen, desweiteren dir noch als zugabe die steuern weg fallen wegen sagen wir Rezession, so brauchst du als Staat mehr geld (refinanzierung)wegen der steigenden Zinsen +Steuerwegfall, Das waere alles nicht so schlimm oder so eine Riesen Katastrophe wenn die Staaten nicht wegen der Banken rettungen wirtschaft oder wer weiss was alles gerettet wurde sich so sehr verschudet haben ,dass nun alle an den Punkt gekommen sind das mit jedem neuen Kredit die Wahrscheinlichkeit waechst ,das der Kredit nichtmehr bezahlt werden kann,weil halt keiner mehr bereit ist geld zu leihen zu diesen Bedingungen (siehe Gr It Espania Irl usw)zu sehen anden steigenden kursen der ausfallversicherungen (auch die fuer d steigt)
Das system geld leihen um die alten Kredite zu bedienen geht nicht mehr, es ist um es auf deutsch zu sagen ausgeschoepft. zu Ende . Was jetzt in Europa gemacht wird ist geld von den noch starken Laendern zu den armen zu transferieren . Wie man es benennt ist egal, rettungsschirm,eurobonds usw .Alles verstoesst gegen den Maastrichvertrag , auch dass die Zentralbank anleihen kauft. Ich sage es mal so wir sitzen auf einem riesigen Pulverfass wo die lunte schon brennt, Das einzige was noch machbar ist ,ist ein wenig Zeit zu schinden ,aber nicht mal diese wird sinnvoll genutzt.
wenn die Politiker es ernst meinen ,muesste jetz erstmal ein Schuldenstopp kommen , dass ist ja wohl das mindeste.

sibirier schrieb:Danach wird wieder die DM eingeführt und man kann mit einem schuldenfreien Staat wieder neu anfangen.....
ja sowird es auch kommen ob nun DM oder Nordeuro oder TringelTrangel, VERLIERER WIR DER MITTELSTAND SEIN
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von Sibirier »

Aber ich sehe es auch so, meine Eltern/Großeltern haben ein oder zwei Kriege, 2 oder mehrere Staatspleiten, Währungsreformen usw. überlebt, da werde ich doch wohl in der Lage sein, den Teuro zu überleben.... ;)

Also sollte man entweder in Sachwerten anlegen oder selbst viele Schulden machen, das sind meistens die Gewinner bei solchen Gelegenheiten..... ;)
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von Norbert »

Andreas, was hast Du eigentlich für ein Problem mit der FDJ, dass Du immer wieder diese These aufwärmen musst, dass Merkel FDJ-Sekretärin war?!

Meine Frage, was Deine Alternative bezüglich Geld ist, hast Du auch nicht beantwortet. Du siehst ja jetzt, wie die Schweiz leidet, mit dem tierisch starken Franken - ist dies für Dich eine Alternative? (Ich arbeite für ein Schweizer Unternehmen - ich erzähle da also nicht irgendwas aus der Presse, sondern erlebe konkret, dass gerade der Export der Schweiz kollabiert. Starke Währung - prima. Es hilft nur nichts.) Die deutsche Industrie braucht den Export - mit der DM wäre dieser inzwischen komplett gestorben. Wir müssen über den geschwächten Euro dankbar sein.

Bei all Deinen Stammtischparolen würde ich mich mal über eine konkrete Lösung freuen. OK, Schuldengrenze. Aber was streichen wir. Die Diäten der Abgeordneten machen nicht einmal ein Promille des Haushalts aus, das bringt also nichts. OK, Bundeswehr, einverstanden. Hilft aber auch nicht so besonders viel, zumal diverse Regionen ohne die Standorte den Bach heruntergehen würden. Und? Vorschläge!
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Re: Deutschland: Reich oder nicht?

Beitrag von Sibirier »

Norbert hat geschrieben:Die Diäten der Abgeordneten machen nicht einmal ein Promille des Haushalts aus, das bringt also nichts.
Da bin ich schon anderer Meinung, auch Kleinvieh macht Mist. Ich erlebe es doch immer wieder auf der Arbeit, Planung, Kosten zu hoch, streichen. Da bekomme ich schon mal eine Summe von einer halben Million gennant. Die kann ich natürlich nicht an einer Position ansetzen, sondern muss sämtliche Positionen, Kostenstellen und Kostenarten "durchleuchten", wo wir ansetzen können....und irgendwie schafft man es dann, bzw. muss man es schaffen, die Vorgaben umzusetzen....
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