Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

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Sibirier
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Sibirier »

Dietrich hat geschrieben:Ich habe über 6 Jahre in Moskau gelebt. Nicht als "Expat" mit Firmenwagen und 3000-Euro-Wohnung im Zentrum, sondern in Ein- oder Zweizimmerwohnungen im Plattenbau mit verdreckten Müllschluckern, zugeparkten Fußwegen, Alkoholikern vor der Metro, etc. Ich weiss wovon ich spreche.
Und da meine ich, da verlierst Du ab und zu die Realität. Soweit ich weiss, bist Du als Berufsanfänger nach Moskau gekommen (direkt nach dem Studium). Konntest Dir -trotz geringem Einkommen, weil Berufsanfänger und noch kaum Russischkenntnissen- mit Deiner Frau eine 2-Zimmer-Wohnung nach 3- 4 Jahren in Moskau kaufen, die Du auch heute (vielleicht) noch hast. Heute lebst Du im Vorort/Stadtrand von Wiesbaden zur Miete. Die Miete bekommst Du nicht wieder, wenn Du ausziehst.

Und Moskau mit seinen 13 Mio. Einwohnern ist nicht Wiesbaden mit rd. 280T Einwohnern. In Moskau konntest Du Dir innerhalb 2-3 Jahren Vermögen schaffen, in Wiesbaden???. Ich denke, dass Deine/Eure Wohnung in Moskau schon mehr als doppelte Wert ist, als was Ihr damals bezahlt habt.

Wenn man nun Berlin oder eine andere "Großstadt" in DE sieht -zu welcher ich Wiesbaden nicht zähle-, gibt es ebenfalls mehrstöckige Wohnblock's, wo ebenfalls der Müllschlucker usw. Probleme bereiten. Ebenfalls Alkoholiker, Drogensüchtige (warst Du schon mal in Frankfurt an der Hauptwache, oder Berlin Bahnhof Zoo? Wenn Du da hingehst, nimm aber nicht Deine Kinder mit, meine 13-jährige Tochter war geschockt, dass so Menschen aussehen können...).

Auch möchte ich den mal sehen, der mit geringem Einkommen in Berlin oder Frankfurt sich -nach 2-3 Jahren arbeiten- ein 2-Zimmer-Wohnung kaufen kann.....

Das es mit der Sauberkeit in Moskau auch anders geht, habe ich erlebt, als ich zur Miete in Solnzevo gelebt habe. Dort war eine gut organisierte Wohngemeinschaft, die sich um die Sauberkeit, um die "Türfrau" kümmerte, die sich darum gekümmert hat, dass im Erdgeschoß Fließen gelegt wurden, vor dem Eingang draußen Gummimatten im Winter, die dafür gesorgt hat, Laminat auf den einzelnen Fluren in den Etagen zu verlegen....Im Eingangsbereich standen Blumen, hingen Bilder an der Wand (war natürlich manchmal Geschmackssache...). Aber es war schön. Warum ist wohl Zejtnot auch in der Hausverwaltung tätig? Um auch so etwas mit zu organisieren. Hast Du oder Deine Frau das damals gemacht?

Daher verstehe ich nicht, dass Du überhaupt keine Änderungen in Russland wahrnimmst oder wahrnehmen willst. Russland ist nicht DE und wird es auch nie werden. Aber m. E. hat sich schon so einiges getan und es noch einiges zu tun.....
Zuletzt geändert von Sibirier am 06 Okt 2011, 11:09, insgesamt 2-mal geändert.
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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Sibirier
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Sibirier »

Ich sehe es jedenfalls noch so, dass Medwedev jetzt Putin als Präsidentenkandidaten vorgeschlagen hat und Putin von der Partei gewählt wurde....

In DE würde wahrscheinlich die CDU sehr gerne wieder einen Kohl aufstellen wollen, wenn der nicht so alt geworden wäre....; ebenso die CSU einen F.-J. Strauß, wenn er nicht verstorben wäre....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
pippie

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von pippie »

CSB_Wolf hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:Eben genau wie die böse CDU es mit der DDR gemacht hat....
Sorry Dietrich aber das ist doch völliger Unsinn :roll: Die Ostzone war doch schon länger pleite und Bankrott. Ohne die massive Finanzielle Unterstützung durch Westdeutschland, währe dieser Staat doch schon 10 Jahre vorher untergegangen.

Gruss
wolf
Wolf, das kann nur Ironie von Dietrich gewesen sein!
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Zejtnot
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Zejtnot »

Die letzten Postings von Sibirier und Bauplan würde ich sofort unterschreiben! Beides sehr gute Ansätze und/oder Zusammenfassungen der Lage.
pippie

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von pippie »

Zejtnot hat geschrieben:Die letzten Postings von Sibirier und Bauplan würde ich sofort unterschreiben! Beides sehr gute Ansätze und/oder Zusammenfassungen der Lage.
Dem schließ ich mich an, auch wenn jetzt wieder behauptet wird, wir würden uns gegenseitig applaudieren.
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Mista
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Mista »

bauplan hat geschrieben: Russland ist eben nicht Deutschland oder die USA oder, oder.
Behauptet auch keiner oder?
Aber Russland war ein riesen armes Agrarland, von Industrie weit und breit keine Spur, geprägt nicht durch römische Gesetzgebung und europäischen Entwicklungen, sondern stark durch asiatische Einflüsse.
Wir sehen zwar alle gleich aus, haben aber andere kulturgeschichtliche Hintergründe.
Richtig.
Allerdings hatte Japan (nur ein Beispiel) auch eine ganz andere Geschichte, Kultur und Traditionen, mit asiatischen Einflussen sozusagen ;) und war auch nicht durch römische Gesetzgebung geprägt. Hatte auch nicht ansatzweise die Ressourcen, die Russland hat. Trotzdem haben die eine funktionierende Demokratie...
Wie Gorbatschow vor einigen Jahren sagte, „Demokratie ist kein Paket Kaffee...Russland muss seine noch finden und entwickeln“
(vor 20 Jahren?)
Auch das stimmt und zwar immer noch.
Sicher gehört dazu auch Pressefreiheit. Aber was bedeutet das? Eine Informationsfreiheit herrscht jedenfalls. Jeder kann sich aus Quellen, die er möchte informieren.
Dann gibt es noch die unendlich vielen Tageszeitungen.
Es geht nicht so sehr um die Quantität wie um die Qualität. Welche von den "vielen Tageszeitungen" sind oppositionell?
Aber eine vom Kreml gelenkte Einschränkung der Pressefreiheit, hunderte von umgebrachten Journalisten, dass gehört doch eher ins Reich der Mythen.
Falsch. Zenzur gibt es ohne Zweifel und was ist Zensur wenn nicht Einschränkung der Presse- und noch wichtiger (weil grössere Massen erreichbar sind) TV -freiheit?
Was Journalisten angeht - ich weiss zwar nicht von Hunderten, aber muss man ermordete Kreml-kritische Journalisten zählen? Reicht nicht ein einziger?
Trotzdem hat Russland eine gewaltige Entwicklung gemacht. Wenn ich nun mal die letzten 11 Jahre betrachte, dann gibt es trotz der großen Aufgaben doch viele positive Schritte.
Richtig, und? Wir reden hier doch über Wahlen und Demokratie. In OAE ist z.B. jeder reich, aber ist da jemand frei?

Die ganzen Informationen über die Entwicklungen bei Versicherungen/Strassen/Renten/Öleinnahmen und Fonds sind ja interessant, aber was ändert das an der Tatsache, dass Russland ein Autoritär und keineswegs demokratisch regiertes Land ist? Nichts.

Russland ist in einer Transformation, die es so auf der Welt noch nicht gegeben hat und die eigentlich auch erst vor 11 Jahren richtig begonnen hat.
Wenn es erst vor 11 Jahren begonnen hätte, wäre Russland jetzt im Zustand von vor 11 Jahren. Glaub jar nicht, dass es Putin und Co. besser gemacht hätten, als die, die nach Ende der Sowietzeit an die Macht kamen, egal wie sie sich nennen!
die Mehrheit der Russen will auch nach den 90ern erstmal keine weiteren Experimente.
Stimmt. Weil der Begriff "Demokratie" von Politik diskreditiert wurde und wird. Für diese deine Mehrheit ist Demokratie daran schuld, dass es dem Land do schlecht ging in den 90ern, was glatt ein Unsinn ist.
"... любовь к березам торжествует засчет любви к человеку. И развивается суррогат патриотизма." С.Довлатов
bauplan
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von bauplan »

Mista hat geschrieben: Allerdings hatte Japan (nur ein Beispiel) auch eine ganz andere Geschichte, Kultur und Traditionen, mit asiatischen Einflussen sozusagen ;) und war auch nicht durch römische Gesetzgebung geprägt. Hatte auch nicht ansatzweise die Ressourcen, die Russland hat. Trotzdem haben die eine funktionierende Demokratie...
Über 50 Jahre Regierung durch die Liberale Partei mit etlichen unapetitlichen Verstrickungen und mafiösen Strukturen.
Wie Gorbatschow vor einigen Jahren sagte, „Demokratie ist kein Paket Kaffee...Russland muss seine noch finden und entwickeln“
Mista hat geschrieben:(vor 20 Jahren?)
Auch das stimmt und zwar immer noch.
Vor 5 Jahren
Mista hat geschrieben: Falsch. Zenzur gibt es ohne Zweifel und was ist Zensur wenn nicht Einschränkung der Presse- und noch wichtiger (weil grössere Massen erreichbar sind) TV -freiheit?
Was Journalisten angeht - ich weiss zwar nicht von Hunderten, aber muss man ermordete Kreml-kritische Journalisten zählen? Reicht nicht ein einziger?
Es gibt einen Unterschied zwischen Schere im Kopf und Zensur. Eine vom Kreml gelenkte Zensur würde ich abstreiten. Schergen auf unteren Ebenen machen u.U. Zensur, dass habe ich ja nicht ausgeschlossen.
Aber z.B. bei Politkowskaja hat Gorbatschow gesagt, dass er sich sicher ist, dass der Kreml damit nichts zu tun hat. Und der sollte es doch wohl wissen, der ist ja auch ANteilseigner an der NG.

Trotzdem hat Russland eine gewaltige Entwicklung gemacht. Wenn ich nun mal die letzten 11 Jahre betrachte, dann gibt es trotz der großen Aufgaben doch viele positive Schritte.
Mista hat geschrieben: Richtig, und? Wir reden hier doch über Wahlen und Demokratie. In OAE ist z.B. jeder reich, aber ist da jemand frei?

Die ganzen Informationen über die Entwicklungen bei Versicherungen/Strassen/Renten/Öleinnahmen und Fonds sind ja interessant, aber was ändert das an der Tatsache, dass Russland ein Autoritär und keineswegs demokratisch regiertes Land ist? Nichts.
Also es wird gewählt, aber es ist eine Präsidialdemokratie nach französischgen Muster. Die ist nun mal anders demokratisch als Deutschland.
1000 Jahre hat es in Russland nur Wechsel durch Tod und Putsch oder Rücktritt gegeben. Putin hat nicht die Verfassung geändert, obwohl er die Möglichkeiten hatte. Es hat eben eine Wahl gegeben und er ist nicht angetreten.

Russland ist in einer Transformation, die es so auf der Welt noch nicht gegeben hat und die eigentlich auch erst vor 11 Jahren richtig begonnen hat.
Mista hat geschrieben: Glaub jar nicht, dass es Putin und Co. besser gemacht hätten, als die, die nach Ende der Sowietzeit an die Macht kamen, egal wie sie sich nennen!
Ich denke schon, weil die USA Putin wohl nicht das verhängnisvolle Wirtschaftskonzept hätten unterjubeln können. Das ging nur mit so einer Pfeife wie Jelzin.
die Mehrheit der Russen will auch nach den 90ern erstmal keine weiteren Experimente.
Mista hat geschrieben:Stimmt. Weil der Begriff "Demokratie" von Politik diskreditiert wurde und wird. Für diese deine Mehrheit ist Demokratie daran schuld, dass es dem Land do schlecht ging in den 90ern, was glatt ein Unsinn ist.
Richtig, dass es denen so schlecht ging lag an dem USA-Wirtschaftskonzept gepaart mit den Oligarchen.
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Zejtnot »

Mista hat geschrieben:Allerdings hatte Japan (nur ein Beispiel) auch eine ganz andere Geschichte, Kultur und Traditionen, mit asiatischen Einflussen sozusagen ;) und war auch nicht durch römische Gesetzgebung geprägt. Hatte auch nicht ansatzweise die Ressourcen, die Russland hat. Trotzdem haben die eine funktionierende Demokratie...
Ich bin kein Japan-Experte, aber was ich in meiner Zeitung lese, wird Japan seit Jahrzehnten von den Beamten im Hintergrund regiert und nicht von den gewählten Parlamentariern! Was eben genau die These, dass unterschiedliche Kulturen zu verschiedenen Gegebenheiten führen, untermauern würde.
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von domizil »

... nun ich glaube auch das es wohl außer Zweifel steht das die USA nichts machen werden um Russland wirklich vorwärts zu bringen oder die Probleme Russlands zu verkleinern. Wenn Vertreter der USA in Russland tätig sind dann hat dies sicherlich in erster Linie knallharte wirtschaftliche Interessen. Und - mal wieder etwas provokatorisch meinerseits - je schwächer Russland um so stärker die USA - oder?
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Mista »

domizil hat geschrieben:... nun ich glaube auch das es wohl außer Zweifel steht das die USA nichts machen werden um Russland wirklich vorwärts zu bringen oder die Probleme Russlands zu verkleinern.


Russland vorwärts zu bringen, das imperialistisch denkt, das von einem "Zar" regiert wird, das unberechenbar ist?
Wenn Vertreter der USA in Russland tätig sind dann hat dies sicherlich in erster Linie knallharte wirtschaftliche Interessen.
Es stimmt auch umgekehrt genauso ;)
"Knallharte" wirtschaftliche Interessen hat jedes Land und es ist normal.
mal wieder etwas provokatorisch meinerseits - je schwächer Russland um so stärker die USA - oder?
Uwe Niemeier
Nicht unbedingt, aber davon abgesehen, niemand ist an wirtschaftlich schwachem Russland interessiert, weil je ärmer das Land, umso leichter ist die Bevölkerung zu manipulieren und desto leichter gewinnt man dort die Macht mit populistischen Parolen, so wie Putin es gelingt - und umso unberechenbarer und somit gefährlicher für die demokratische Welt.
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