Putinist – Loyalist – KapitUlist?
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pippie
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
Donnerwetter, du planst ja weit voraus.
Ich bleibe bestimmt nicht mehr so lange hier, aber doch noch lange genug, um sich Gedanken um die Entwicklung hier zu machen.
Wieso meinst du, dass es wenn Putin die Wahl 2012 gewinnt, einen Grund gibt, die Zelte abzubrechen?
Ich bleibe bestimmt nicht mehr so lange hier, aber doch noch lange genug, um sich Gedanken um die Entwicklung hier zu machen.
Wieso meinst du, dass es wenn Putin die Wahl 2012 gewinnt, einen Grund gibt, die Zelte abzubrechen?
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
... naja, als gelernter DDR-Bürger bin ich ja an die Planwirtschaft gewöhnt. Heute heißt es Budgetierung oder so ähnlich. Geschäftlich budgetiere ich grundsätzlich für 5 Jahre im voraus, privat denke ich jetzt erstmal bis zum Eintritt des Rentenalters ... (das letzte bitte nicht ganz so ernst nehmen). Irgendwann muß jeder Mensch für sich festlegen wo er seine "letzte Station" sieht (also gut, auf die allerletzte Station hat er dann keinen Einfluss mehr ...). Ich habe für mich "Kaliningrad" festgelegt, mit einer interessanten Arbeit und einem interessanten Wohnflecken ...pippie hat geschrieben:Donnerwetter, du planst ja weit voraus.
... ich selber will meine Zelte nicht abbrechen. Ich habe auch meine Meinung/Vorstellung wie ich (gemeinsam mit Putin) in den nächsten Jahren leben werde. Aber es gibt eben nicht gerade wenige negative Stimmen die alle möglichen Szenarien vorausahnen. Ich hoffe im Rahmen dieser Diskussion einfach nur herauszubekommen wie ernst man diese Dinge nehmen muß. Und ich hoffe aber auch das ich dadurch nicht zum Kapit-U-listen werde.pippie hat geschrieben:Wieso meinst du, dass es wenn Putin die Wahl 2012 gewinnt, einen Grund gibt, die Zelte abzubrechen?
Uwe Niemeier
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pippie
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
Kannst du da konkreter werden, sonst reden wir doch ziemlich im blauen Dunst?!domizil hat geschrieben:...Aber es gibt eben nicht gerade wenige negative Stimmen die alle möglichen Szenarien vorausahnen...
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
... nun, wenn ich über negative Diskussionen spreche so meine ich nicht die großen Dinge in den Massenmedien sondern ich beziehe mich auf Gespräche mit Zufallsbekanntschaften oder auch auf Gespräche innerhalb meines Bekanntenkreises. Ich höre auch sehr wenig auf Meinungen von irgendwelchen ausländischen Touristen oder zufälligen ausländischen Geschäftsreisenden die nur eine Meinung geben die sie in irgendeiner Zeitung mal gelesen haben. Ich höre nur aufmerksam auf die Meinung der Russen selber und von Leuten die täglich sich mit Russland beschäften. Das allerextremste was man hört ist weniger das "Demokratieverständnis" sondern Diskussionen das JEDER, angefangen ganz oben, sich nur seine Taschen füllt, gestohlen und betrogen wird, Gesetze so geschrieben werden das sich die jeweils "Zuständigen" damit die eigenen Taschen füllen können - kurz ich habe den Eindruck bei diesen Diskussionen das ich mich in einer afrikanischen Bananenrepublik befinde und nicht in einem zivilisierten europäisch geprägten Land.
Uwe Niemeier
Uwe Niemeier
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pippie
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
Damit liegst du sicher nicht falsch. Aber das wird sich zu unseren Lebzeiten nicht ändern. Man kann nur das Beste draus machen und wenn das bisher geklappt hat, sehe ich nicht wirklich einen Grund, dass das ab 2012 anders sein soll, nur weil wieder Posten getauscht werden.domizil hat geschrieben:..- kurz ich habe den Eindruck bei diesen Diskussionen das ich mich in einer afrikanischen Bananenrepublik befinde und nicht in einem zivilisierten europäisch geprägten Land.
Ich würde mich freuen, wenn Putin sich dann nicht mehr so auf Öl und Gas stützen würde, sondern sich die von Medwedjew angedachten Veränderungen auch auf die Fahne schreiben würde. Dann kann es nur besser werden.
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
Diese Worte/Sätze wirst du in fast jedem Land hören, egal ob Russland, Deutschland oder USA, denn es ist auch fast überall so. Skandinavien kann man da mal als Ausnahme hinstellen.domizil hat geschrieben:... das JEDER, angefangen ganz oben, sich nur seine Taschen füllt, gestohlen und betrogen wird, Gesetze so geschrieben werden das sich die jeweils "Zuständigen" damit die eigenen Taschen füllen können
Alexander Rahr, ein von allen deutschen Parteien angesehener Russlandexperte hat in einem Interview gesagt:
Was bedeutet Putins Kreml-Rückkehr für Deutschland?
„Mit Putin ist bald wieder ein Mann im Kreml, der sehr Deutschland-freundlich ist. Das gilt es zu nutzen. Über Deutschland will Putin nach Westen.
Die Alternative zu Putin wären anti-westliche Nationalisten. Da können wir für ihm fast dankbar sein, auch wenn die Situation in Russland mit Demokratie nicht viel zu tun hat. Bei Menschenrechten wird Putin Zugeständnisse machen, um sein Image aufzubessern.“
Und für die Wirtschaft?
„Für deutsche Konzerne wird es übersichtlicher. Bisher musste man zu Medwedew, obwohl jeder wusste, dass Putin die Entscheidungen trifft. Mit ihm gibt es wieder eine Kommandozentrale.“
Der Schriftsteller Viktor Jerofejew, der sich bisher wahrlich nicht als Putinfreund ausgezeichnet hat, hat in einem Welt-Interview, die nun erst recht nicht Putinfreundlich ist, gesagt:
Was ich weiß, ist, dass Putin liberaler in seinen Ansichten ist als 80 Prozent der russischen Bevölkerung, die nationalistischer und fremdenfeindlicher ist als er. Man kann sagen, was man will, aber Putin ist ein Schutzschild gegen das Aufkeimen negativer Gefühle in einem im Wesentlichen armen Land. Wir brauchen keine Revolutionen von unten. Russlands liberale Kräfte sind verschwindend klein und sie werden stetig kleiner, sei es, weil die Liberalen nicht wissen, wie sie mit dem Kreml umgehen sollen, oder weil die jungen Liberalen in den Westen fliehen.
Wir brauchen keine östlichen Ayathollas
Nun, da die Hoffnungen auf ein Wunder sich erledigt haben, wenden wir uns doch einfach der Realpolitik zu. Sollte sich Putin als Pragmatiker erweisen, ist das gut. Gut auch für mich persönlich. Denn wenn uns die persönlichen Freiheiten erhalten bleiben, die Putin uns Anfang der 2000er-Jahre verschafft hat, ist das gar nicht mal so schlecht.
Und dennoch: Die Moral im Land ist niedrig - Korruption ist ein schamloses Mittel, im Leben voranzukommen; es gibt viel Gewalt. Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei, Gennadi Sjuganow, hat kürzlich erklärt, die Mordrate in Russland sei 20 Mal höher als in der Europäischen Union. Das ist beängstigend. In den kommenden Jahren könnten viele Russen sich auf eine ideologische Allianz aus Macht und Religion zubewegen, wie im Iran, eine Entwicklung mit unabsehbaren Folgen. Man kann nur sagen, lang lebe Putin, der Pragmatiker! Wir brauchen keine östlichen Ayathollas.
Also, ich hätte keine Bedenken nach 2012 in Russland weiter zu leben.
- Axel Henrich
- Zar/iza

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Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
Genau, zum Stichpunkt Lobyismus in D koennte man lange diskutieren, ist also i.d.T. keine Russlandspezifische Eigenart.bauplan hat geschrieben:Diese Worte/Sätze wirst du in fast jedem Land hören, egal ob Russland, Deutschland oder USA [...]domizil hat geschrieben:... Gesetze so geschrieben werden das sich die jeweils "Zuständigen" damit die eigenen Taschen füllen können
Vor allem sagt (und verlangt) er das (von) den Leuten wie Schirinowski, Rogosin (Rentnerschutz, Hungerstreik, wir saeubern Russland) u.s.w. auch ganz klar. Dass das im Ausland dann wieder mal entsprechend kommentiert wird - wie bei der "Entsendung" von Rogosin, bzw. auch jetzt, wo er Ihn wieder zurueck holen wollte - daran muss man sich eh gewoehnen...bauplan hat geschrieben:Was ich weiß, ist, dass Putin liberaler in seinen Ansichten ist als 80 Prozent der russischen Bevölkerung, die nationalistischer und fremdenfeindlicher ist als er. Man kann sagen, was man will, aber Putin ist ein Schutzschild gegen das Aufkeimen negativer Gefühle in einem im Wesentlichen armen Land.
-ah-
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
Kann ich mal auch ein Paar Wörtchen dazu schreiben. Ich respektiere Alexander Rar, und er hat recht, für Deutschland ist Putins Rückfall eher eine gute Sache. Für uns aber nicht. Putin hat solche Machtsystem gebaut, das total korrumpiert ist. Wir haben keine Hoffnung mehr, dass etwas sich verändern kann, und das finde ich sehr schlecht für Russland
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
... hm, hat Putin dieses Machtsystem aufgebaut damit es korrumpieren kann oder sind hier nur negative Begleitumstände etwas aus dem Ruder gelaufen? Jede Regierungspartei und jeder Präsident/Ministerpräsident/Kanzler baut sich sein Machtsystem auf - das muß so sein um die geplanten Interessen umsetzen zu können. Und natürlich gibt es dabei negative Erscheinungen und Leute die Amtsmißbrauch betreiben - und fördert Putin dies bewußt? oder ist er nur ein wenig ratlos wie er diese Erscheinungen effektiver bekämpfen kann?Andrei hat geschrieben:Putin hat solche Machtsystem gebaut, das total korrumpiert ist.
Ich halte Putin in erster Linie für einen russischen Patrioten (entschuldigung für diesen etwas theatralischen Ausdruck), der in erster Linie an einem starken Russland mit einem gebührenden Platz in der Weltgemeinschaft interessiert ist - oder ist es nicht so?
Uwe Niemeier
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pippie
Re: Putinist – Loyalist – KapitUlist?
Du meinst sicher Putins Rückkehr und nicht RückfallAndrei hat geschrieben:Kann ich mal auch ein Paar Wörtchen dazu schreiben. Ich respektiere Alexander Rar, und er hat recht, für Deutschland ist Putins Rückfall eher eine gute Sache. Für uns aber nicht. Putin hat solche Machtsystem gebaut, das total korrumpiert ist. Wir haben keine Hoffnung mehr, dass etwas sich verändern kann, und das finde ich sehr schlecht für Russland
Aber mal ernsthaft, glaubst du wirklich, dass Medvedjev sich nicht auch sein Machsystem aufgebaut hat und es noch weiter ausbauen würde?

