domizil hat geschrieben:KONKRET - was tun?
bella_b33 hat geschrieben:Man sollte im Gegenzug den Jungs auch ein ordentliches Gehalt evtl. mit Prämien bieten
Das war auch mein erster Gedanke - z.B. den Milizionären, Personal im Krankenhaus oder an den Schulen/Hochschulen und natürlich auch allen anderen im öffentlichen Dienst ein Gehalt in der Höhe zahlen, dass sie damit zurecht kommen. Notfalls auch mit Moskau- oder St. Petersburg-Zuschlag...
Mein Mann hatte, als wir noch in Moskau wohnten, 2x wöchentlich Unterricht bei einer Russischlehrerin, die hauptberuflich Deutsch an der Lomonossow-Universität unterrichtet. Sie hat ihm mal erzählt, was sie monatlich dort verdient - das war ein vierstelliger Betrag im unteren Drittel (wobei ich nicht weiß, ob sie voll- oder halbtags gearbeitet hat, aber auch für halbtags wäre es wenig). Ohne ihre privaten Russischstunden hätte sie sich ihr Leben in Moskau gar nicht leisten können. Da hat jeder Hofarbeiter bzw. die Putzfrau in der Botschaft schon 4-5 Mal mehr verdient, von qualifizierteren Tätigkeiten gar nicht erst zu reden. Und dazu muss man sagen, dass die Deutsche Botschaft nicht der absolute Topzahler war - es gab immer Mecker unter den Ortskräften wegen der Gehälter.
Da muss man sich natürlich nicht wundern, wenn die Dozenten/Professoren die Hände bei der Uni-Zulassung aufhalten oder Ärzte sich schwarz für einen schnellere/bessere Behandlung nebenbei bezahlen lassen. Und wenn schon die Akademiker im Staatsdienst so schlecht bezahlt werden, also quasi die Elite, wie sollen sie dann einem einfachen Milizionär das Geld hinterher werfen? Da fragt sich nur, sind die Gehälter so gering, weil jeder weiß, dass das offizielle Einkommen möglicherweise inoffiziell aufgebessert wird oder wird das Einkommen illegal aufgebessert, weil es so gering ist? Wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei?