Servicezentren für deutsche Visaanträge

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.
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Zejtnot
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Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von Zejtnot »

Gemunkelt wurde darüber schon lange, nun ist auf der Webseite der Moskauer Botschaft folgende Ausschreibung zu finden: http://www.moskau.diplo.de/contentblob/ ... ng_dld.pdf
Die Dienstleistungen umfassen die Errichtung von Antragsannahmezentren in
Moskau, Rostow am Don, Krasnodar, Kazan, Nizhnij Nowgorod, Saratow,
Jekaterinburg und Nowosibirsk mit folgenden Aufgaben: allgemeine
Informationserteilung am Schalter, per Telefon, E-Mail, Brief und über eine Webseite,
Entgegennahme der Visaanträge und begleitender Unterlagen der Antragsteller,
formale Vollständigkeitsprüfung, Eingabe der Antragsdaten in ein Programm des
Auswärtigen Amts, Gebührenannahme, Weiterleitung der Antragsunterlagen und der
Gebühren an die Visastelle der Botschaft, Terminvereinbarung mit Antragstellern, die
persönlich bei der Visastelle vorsprechen müssen, Abholung bearbeiteter Anträge an
der Visastelle und Rückgabe der Unterlagen an die Antragsteller. Zu einem späteren
Zeitpunkt können die Erfassung der biometrischen Daten der Antragsteller ebenso
wie weitere Dienstleistungen hinzukommen. Die Botschaft behält sich vor, zu einem
späteren Zeitpunkt mit dem Dienstleister über die Errichtung weiterer
Antragsannahmezentren (u.a. in St. Petersburg, Kaliningrad, Uljanowsk, Irkutsk und
Wladiwostok) zu verhandeln.

Eine Vergütung durch die Botschaft erfolgt nicht.

Der Dienstleister kann von den Antragstellern ein Serviceentgelt erheben, das im
angemessenen Verhältnis zu den erbrachten Dienstleistungen stehen muss und
30,00 Euro nicht überschreiten darf.
Auch interessant:
Die Deutsche Botschaft in Moskau hat im Jahre 2010 232.846 Anträge für Schengen-
Visa bearbeitet, das Generalkonsulat Jekaterinburg 33.721 Anträge und das
Generalkonsulat Nowosibirsk 39.342 Anträge.
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manuchka
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von manuchka »

Weiterleitung der Antragsunterlagen und der Gebühren an die Visastelle der Botschaft, Terminvereinbarung mit Antragstellern, die
persönlich bei der Visastelle vorsprechen müssen, Abholung bearbeiteter Anträge an der Visastelle und Rückgabe der Unterlagen an die Antragsteller.
Die Einrichtung der Servicestellen würde bedeuten, dass man zwar seine Anträge künftig nicht zwingend in Moskau abgeben muss, wenn man in Rostov am Don wohnt, aber es kann ja sein, dass man trotzdem "persönlich bei der Visastelle vorsprechen" muss - dann darf man trotzdem nach Moskau kutschen.

Wenn eine Servicestelle dazwischengeschaltet ist, heißt das aber auch, dass sich die Zeit zwischen Antragsabgabe und Visaerhalt ziemlich verlängert, weil ein Mitarbeiter der Servicestelle ja nach Moskau kutschen muss oder das per Post/Kurier dahin geht, wo das Zeug in paar Tagen bearbeitet wird, und dann muss der Mitarbeiter wieder nach Moskau kutschen und das abholen oder es wird wieder per Post geschickt. Und das für ein lausiges Serviceentgelt von max. 30 Euro pro Antrag. Lohnt sich nur, wenn man viele Anträge auf einmal weiterleitet, was wiederum vermutlich heißt, dass nur alle 1-2 Wochen Mitarbeiter oder Post nach Moskau geschickt wird... und was ist, wenn da unterwegs was verloren geht?
Du erntest, was du säst.
domizil
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von domizil »

... manuchka, Du hast das Problem vollständig erkannt. Dieses System der "Servicestellen" hatten wir bis 2004/05 in Kaliningrad, organisiert durch die Vertretung der Handelskammer Hamburg. Hat alles sehr gut geklappt, insbesondere natürlich auch unter Berücksichtigung der nicht ganz einfachen territorialen Lage von Kaliningrad. Dann tauchte das Deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad auf und als eine der ersten Handlungen wurde diese Servicestelle geschlossen - ohne das eine Alternative geschaffen wurde, denn die Visavergabe durch das Generalkonsulat begann erst im Jahre 2006 oder 2007.
Richtig, und wenn ich mir dann die 30 Euro anschaue und die Risiken ... Als ich den Beitrag heute früh gelesen hatte habe ich auch zum "Taschenrechner" gegriffen und ganz schnell mal kalkuliert. Da ich so ein wenig informiert bin über die Anzahl der Visaanträge in Kaliningrad ... selbst wenn zukünftig die Hälfte all dieser Anträge über meine (nicht existierende) Servicestelle laufen würden - kein Interesse ...
Uwe Niemeier
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Zejtnot
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von Zejtnot »

manuchka hat geschrieben:Die Einrichtung der Servicestellen würde bedeuten, dass man zwar seine Anträge künftig nicht zwingend in Moskau abgeben muss, wenn man in Rostov am Don wohnt, aber es kann ja sein, dass man trotzdem "persönlich bei der Visastelle vorsprechen" muss - dann darf man trotzdem nach Moskau kutschen.
In der Praxis nutzen bereits viele Länder solche Servicezentren, beispielsweise die Engländer. Das persönlich vorsprechen übernehmen stellvertretend die Mitarbeiter in der Provinz, das klappt da ganz gut. An sich ist das also eine feine Sache, wenn man aus Wladiwostok nicht mehr über Nowosibirsk (!) nach Deutschland muss - mit zwei sauteuren Flügen, weil beides reine Business-Strecken sind.

Aber: Wozu Visazentren in Städten, wo es heute gut funktionierende Visastellen direkt im Konsulat gibt?!
Lohnt sich nur, wenn man viele Anträge auf einmal weiterleitet, was wiederum vermutlich heißt, dass nur alle 1-2 Wochen Mitarbeiter oder Post nach Moskau geschickt wird... und was ist, wenn da unterwegs was verloren geht?
Ich denke die Aufkleber und Drucker werden vor Ort stehen und nix wird geschickt!
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von Glider »

Jetzt frage ich mich allerdings, warum man das Verfahren in Kaliningrad über die Auslandshandelskammer Hamburg dann unbedingt kaputtmachen musste.
Vielleicht ist jetzt eine andere Unternehmensberatung für die Botschaft tätig?
domizil
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von domizil »

Zejtnot hat geschrieben:Wozu Visazentren in Städten, wo es heute gut funktionierende Visastellen direkt im Konsulat gibt?!
... scheint mir auch unnötig zu sein - es sei denn es gibt Gedanken die teuren und personalaufwendigen Visastellen einzusparen ...
Zejtnot hat geschrieben:Ich denke die Aufkleber und Drucker werden vor Ort stehen und nix wird geschickt!
... ich bin kein Jurist, aber die Vergabe von Visa (auch als rein technischer Vorgang) ist eine staatshoheitliche Aufgabe und wird niemandem anderen übertragen als einem staatlich vereidigten Beamten.
Glider hat geschrieben:Jetzt frage ich mich allerdings, warum man das Verfahren in Kaliningrad über die Auslandshandelskammer Hamburg dann unbedingt kaputtmachen musste.
Vielleicht ist jetzt eine andere Unternehmensberatung für die Botschaft tätig?
... oh, oh, oh, Glider ... wir wollen doch keine alten Wunden aufreißen ... (dies zum ersten Teil der Frage)
Nein, es gibt keine andere Unternehmensberatung in Kaliningrad die diese Aufgabe jetzt erfüllt. Das Generalkonsulat in Kaliningrad hat die Visavergabe von Anfang an sehr gut organisiert (die Vorgeschichte lassen wir jetzt beiseite). Im Gegensatz zu allen anderen diplomatischen Vertretungen in Kaliningrad gibt es vor dem Deutschen Generalkonsulat keine Schlangen, keine "lästige Infrastruktur" ... es läuft alles sehr geordnet und zivilisiert ohne Wartezeiten ab. Derjenige der das alles organisiert hat sitzt heute (verdientermaßen) auf einem höheren Dienstposten in einer anderen russischen Stadt ...
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manuchka
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von manuchka »

Zejtnot hat geschrieben:
Lohnt sich nur, wenn man viele Anträge auf einmal weiterleitet, was wiederum vermutlich heißt, dass nur alle 1-2 Wochen Mitarbeiter oder Post nach Moskau geschickt wird... und was ist, wenn da unterwegs was verloren geht?
Ich denke die Aufkleber und Drucker werden vor Ort stehen und nix wird geschickt!
Nein, in dem von dir zitierten Text steht ausdrücklich, wie ich es auch zitiert habe, dass die Antragsunterlagen und Gebühren an die Visastellen weitergeleitet und von dort wieder abgeholt werden müssen und dass Antragsteller u.U. auch bei der Visastelle persönlich vorsprechen müssen. Kein Dienstleister (das wird ja eine private Firma sein) darf selbständig Visa erteilen!
Du erntest, was du säst.
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zimdriver
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von zimdriver »

... zumindest wird ein hübscher Nebenverdienst geschaffen für die Mitarbeiter dieser Servicestellen. Oder verstehe ich die Angebote falsch, die da vor dem deutschen Konsulat zugunster solcher Servicestellen anderer Schengen- Staaten geflüstert werden?
domizil
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von domizil »

... wenn wir hier über eine ehrliche Arbeit sprechen wollen so sehe ich hier keine Möglichkeit für ein vernünftiges Einkommen für diese Servicestellen. Dort wo es eine Botschaft oder ein Generalkonsulat gibt sind diese Servicestellen m.M. völlig überflüssig, für alle anderen Städte vermutlich für die Bevölkerung sinnvoll aber als alleinige Einkommensquelle für Betreiber dieser Servicestellen nicht sinnvoll.
Uwe Niemeier
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Re: Servicezentren für deutsche Visaanträge

Beitrag von Magdeburg-Moskva »

Bullshit hoch drei, diese Servicezentren. Ich bin - als Vertreter der Wirtschaft und zukünftiger Ehemann einer Russin - sehr an einer angemessenen Visavergabe und einer Willkommenskultur interessiert.

Diese Servicezentren bilden für mich eine Korruptionsgrundlage, sowohl, wenn diese die persönliche Vorsprache übernehmen, als auch ohne. Niemand anderer als der Servicestellenbeauftragte hat Zugang zu den Konsularbeamten. In der Servicestelle hält er sein Händchen auf. Und nach offizieller Antragsabgabe trifft man sich abends im Café.... Oder die Protokolle der persönlichen Vorsprache in der Servicestelle werden gefälscht. Außerdem dürften in den Servicestellen Schnellbesohlte sitzen und keine Konsularbeamten mit einem 3-jährigen Fachhochschulstudium (?). Schon jetzt sind doch die Ortskräfte am Schalter eine Plage... Ebenso die Callcenter, die den Leuten oft Unsinn erzählen und sie verunsichern.

Nee, viele werden mich dafür steinigen, aber... Visavergabe komplett in gut geschulte deutsche Hände (Sprache, Land und Leute, Kultur), die nicht nach 4 Jahren von Russland nach Ghana müssen. Ortskräfte raus, die sind eh wegen ihrer miserablen Bezüge anfällig für Korruption oder Anwerbung als Spione. Gebühr zwecks Kostendeckung erhöhen, wobei die russischen Visa auch teurer werden. Höhere Gebühr = unzumutbare Härte? Bis 70 EUR m. E. nicht, denn, wer kein Visum bezahlen kann, kann auch keine Reise finanzieren und dann fehlt die Rückkehrwilligkeit wirklich.

Selbstverständlich gehören die Reduzierung des Papierkriegs und eine großzügigere Vergabe von Mehrjahresvisa mit dazu. Schließlich sind Einreiseverweigerungen immer möglich :-)

So, der Aufschrei musste mal raus.
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