Russland: Braune Revolution

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Gunnar
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von Gunnar »

manuchka hat geschrieben: pippie, danke für das Zitat, fand ich sehr passend und erbaulich.
ja pippie, danke für die (sicher süffisant gemeinte) Ergänzung. Du wirst ja sicher nicht erwarten, dass ich die auf mich beziehe, so wie Du sie ja auch nicht auf Dich beziehst ;) Die ganze Abhandlung von Schopi ist erbaulich und führt recht deutlich verwendbare Argumentationstechniken und deren Abgründe vor. Es wäre bestimmt mal ein interessanter Thread, das jeweils typische Argumentationsverhalten einzelner Politker den entwickelten Kategorien von Schopenhauer unterzuordnen einzuordnen. Am leichtesten sicher bei Leuten wie Schirinovsky aber auch bei vielen anderen (natürlich nicht nur russischen) Politikern wird da manches deutlich ...
Gunnar
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von Gunnar »

manuchka hat geschrieben:
Ich wollte mit meinen Aussagen nur darauf hinaus, dass völlig verschiedene ideologische Systeme - Nationalsozialismus/Faschismus und Sozialismus/Kommunismus - sich der gleichen Methoden bedienen, und dass sie darin miteinander vergleichbar sind.
Unterschreib ich sofort!
Mit der Einschränkung: totalitäre Systeme anstatt ideologische Systeme
pippie

Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von pippie »

manuchka hat geschrieben:Wenn du Hitler und seinem Regime einen so einzigartigen Stellenwert zuweist, mit dem nichts, nichts vergleichbar ist, dann bedeutet das indirekt, dass dieses Regime das oberste Maß an Grausamkeit ist, was man sich vorstellen kann. Für uns als Deutsche mag das zutreffen, weil es in unserer Geschichte nichts vergleichliches gab, aber global gesehen bin ich schon der Meinung, dass es andere ähnlich schlimme Verbrecher und Verbrechen gegeben hat. Das wertet die Leiden der Hitler-Opfer nicht ab, finde ich, denn einen Anspruch auf "Exklusivität" des eigenen Leidens gibt es nicht.
Ich hatte bauplan nicht so verstanden, dass das Hitlerregime das oberste Maß an Grausamkeit ist. Er hat sich nur dagegen verwahrt, die Versuche des Sozialismus mit dem Hitlerregime gleichzusetzen.
Ich denke, keiner bestreitet die Ähnlichkeit von Organisationsstruckturen (die Macher kannten es ja nicht anders), aber das Ziel war doch ein ganz Anderes.
Können wir uns vielleicht darauf verständigen?
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von Cookie »

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Alexej Nawalny - der Blogger
Alexej Nawalny ist zum echten Ärgernis für den Kreml geworden. Mit präzisen, gut informierten Beiträgen zu Korruptionsfällen in Staatsunternehmen machte sich der Wirtschaftsanwalt einen Namen als regimekritischer Blogger. Vor der Wahl rief er die Menschen dazu auf, ihre Stimmen für irgendjemanden abzugeben - nur nicht für Putins Partei. Deren massive Verluste sehen nun wie sein persönlicher Sieg aus. Seine wichtigste Waffe ist die Transparenz: Per Schnellverfahren wurde er zu 15 Tagen Haft verurteilt, von seiner Verhaftung gibt es ein Youtube-Video. Doch Nawalny ist auch Volkstribun: In seiner Rede nach der Wahl bekam er weit mehr Applaus als altgediente Oppositionelle. Weiterer Vorteil des Bloggers: Sein fein dosierter Patriotismus. Die Teilnahme am Jahrestreffen der Nationalisten erfreut zwar nicht unbedingt die Liberalen, doch die russische Führung kann ihn so kaum als vaterlandslosen Gesellen brandmarken.
http://www.stern.de/politik/ausland/str ... 8307d.html

ach bei Nawalny ist das also Patriotismus? Wollen die uns verarschen? das ist ein Kleiner Neonazi mit einem Lächeln und einer schicken Frisur.
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manuchka
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von manuchka »

pippie hat geschrieben:Ich hatte bauplan nicht so verstanden, dass das Hitlerregime das oberste Maß an Grausamkeit ist. Er hat sich nur dagegen verwahrt, die Versuche des Sozialismus mit dem Hitlerregime gleichzusetzen.
pippie, nein, bauplan lehnt JEDEN Vergleich mit dem Hitlerregime und seinen Organisationen ab, gerade hinsichtlich des Schweregrades der Verbrechen.
bauplan hat geschrieben:Ich halte jeden Vergleich mit den unsäglichen 12 Jahren und seinen Organisationen für nicht angebracht, denn es macht die Verbrechen die unvergleichlich sind kleiner.
Es wird viel zu oft irgendwas mit dem dritten Reich verglichen. Das ist unfair den Opfern gegenüber und unfair den Verbrechen gegenüber.
Ich bin der Meinung, die Verbrechen, die Stalin mit seinen Organisationen an der Bevölkerung der SU begangen hat, sind mindestens genau so schlimm.
pippie hat geschrieben:Ich denke, keiner bestreitet die Ähnlichkeit von Organisationsstruckturen (die Macher kannten es ja nicht anders), aber das Ziel war doch ein ganz Anderes.
Ok, aber da komme ich wieder zu meinen Worten von vor ein paar Tagen zurück und frage mal: Heiligt denn der Zweck die Mittel?

Vielleicht reden wir ein wenig aneinander vorbei, weil auf der einen Seite der Vergleich Hitler - Stalin und deren Verbrechen und Opfer steht, den ich ins Spiel gebracht habe, wir auf der anderen Seite HJ und FDJ, also 3. Reich und DDR miteinander vergleichen. Dass zwischen den Kalibern Hitler/Stalin und dem realsozialistischen Experiment in der DDR ein Unterschied besteht, bestreite ich natürlich nicht.
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Jurij
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von Jurij »

Gunnar hat geschrieben:Äh Jurij ... Und?

Die BRD (uhhh, diese Abkürzung klingt immer ein bisschen nach DDR Jargon) der 70er Jahre steht hier nicht zur Debatte. Das ist 40'Jahre her! Dann müßten wir das mit dem Russland der 70iger Jahre vergleichen und da wird die BRD wohl wieder besser abschneiden...

Außerdem geht es in Deinen Beispielen um eine Beamtenlaufbahn in der Bundesrepublik. Wer auf Lebenszeit als Staatsdiener vom Staat alimentiert werden will der sollte durchaus etwas näher betrachtet werden. Ich möchte auch heute keine Richter haben die bei der Stasi waren...
Ich wollte nur wissen ob die Methoden u.a. auch für sie faschistisch waren oder nicht. Ich will keine Ausreden hören, ja oder nein? Und was soll ich sonst sagen, wenn nicht BRD? Wäre Westdeutschland etwa besser? Wäre das etwa kein DDR-Jargon? Ehrlich gesagt ist das mir egal, wenn das ein DDR-Jargon gewesen wäre, weil ich in der DDR nicht gelebt habe und deswegen nicht wissen kann was der DDR-Sprachstil war und was nicht. SIe wollen anscheinend hier aus jedem einen Stalinisten machen, der ihnen nicht passt. Lassen sie das einfach mal sein. Sowas nerviges muss man sich hier wohl nicht antun. Antworten sie doch einfach mal auf meine vorherige Frage. Wenn die BRD hier nicht zur Debatte steht, dann weiß ich nicht, wieso hier so viel auf der DDR rumgehackt wird? Das Thema des Stranges ist nicht die DDR. Manchen bleibt hier wohl nichts anderes übrig als mit der DDR abzulenken. Fragt sich nur wie lange es noch dauern wird bis man hier mit Stalin usw. anfängt. Schade eigentlich, ich dachte, dass es hier nur vernünftige Leute gibt. Aber irgendein Theater findet man anscheinend überall.
"Rußland ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium."
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Jurij
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von Jurij »

manuchka hat geschrieben:Doch reloaded. Und zwar
manuchka hat geschrieben: Ich möchte und werde mir nicht anmaßen, die Inhalte und Werte, die da in den Organisationen des 3. Reiches und in den Organisationen der DDR vermittelt worden sind, als reloaded und vergleichbar zu bezeichnen. Davon habe ich nie gesprochen, sondern es ging mir rein um die Methoden und Instrumente, die für die Vermittlung der Inhalte verwendet worden sind. Und die ähneln sich wohl - nicht umsonst, denn - auch das habe ich irgendwo vorher schon gesagt - sie haben ja Erfolg, auch heute noch, wie man bei den Nashi und ähnlichen Gruppen sieht (auch hier wieder nur hinsichtlich der Form, nicht bezüglich des Inhalts!)
Bei den Naschi sind nur Freiwillige. An sie auch mal eine Frage. Verfügt das Christentum für sie auch eine faschistische Methodik? Mit Christentum meine ich nicht die Disko-Tussi, die ein Kreuzchen um den Hals hat, sondern z.B. die christliche Erziehung, die auf der Bibel basiert.
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Jurij
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von Jurij »

Cookie hat geschrieben:
Alexej Nawalny - der Blogger
Alexej Nawalny ist zum echten Ärgernis für den Kreml geworden. Mit präzisen, gut informierten Beiträgen zu Korruptionsfällen in Staatsunternehmen machte sich der Wirtschaftsanwalt einen Namen als regimekritischer Blogger. Vor der Wahl rief er die Menschen dazu auf, ihre Stimmen für irgendjemanden abzugeben - nur nicht für Putins Partei. Deren massive Verluste sehen nun wie sein persönlicher Sieg aus. Seine wichtigste Waffe ist die Transparenz: Per Schnellverfahren wurde er zu 15 Tagen Haft verurteilt, von seiner Verhaftung gibt es ein Youtube-Video. Doch Nawalny ist auch Volkstribun: In seiner Rede nach der Wahl bekam er weit mehr Applaus als altgediente Oppositionelle. Weiterer Vorteil des Bloggers: Sein fein dosierter Patriotismus. Die Teilnahme am Jahrestreffen der Nationalisten erfreut zwar nicht unbedingt die Liberalen, doch die russische Führung kann ihn so kaum als vaterlandslosen Gesellen brandmarken.
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ach bei Nawalny ist das also Patriotismus? Wollen die uns verarschen? das ist ein Kleiner Neonazi mit einem Lächeln und einer schicken Frisur.
Das wird ja immer skandalöser. Die Liberalen (Solidarnost) waren selbst auf dem Nazi-Marsch und jetzt wird Nawalny auch noch getadelt, dass er aus der rechten Ecke kommt. Vor zwei Tagen wurden noch Schlagzeilen gemacht, weil Holger Apfel auf einer Nazi-Demo war, wo auch die Nazi-Terroristen von der NSU dabei waren und über Nawalny und seine Rede auf dem Nazi-Aufmarsch liest man nichts kritisches. Selbst im linken und linksliberalen Mainstream (TAZ, SZ, ZEIT) nicht. Dem Westen sind anscheinend alle recht, die ihm nützlich sind. Dagegen würde die Presse hier doch jeden unliebsamen Kandidaten mit Kritik überziehen, wenn man gegen ihn das gleiche, wie gegen Nawalny, in der Hand hätte. Interessant ist doch, dass sich die Vorsitzende des Zentralrats der Juden neulich darrüber empört hatte, weil bei den Piraten einer dauernd ein Pali-Tuch trägt, was ja angeblich ein Nazi-Symbol sein soll. Die Presse hat darüber ausführlich berichtet gehabt und den Vorwurf der Nazi-Symbolik garnicht hinterfragt. Aber bei Nawalny biegt sich die Systempresse alles zurecht. Deswegen beeindruckt mich es schon lange nicht mehr, wenn mir jemand sagt, dass es in der BRD Pressefreiheit gibt.
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von Cookie »

[youtube]oVNJiO10SWw[/youtube]

noch ein interessantes Video wo Nawalny dazu aufruft Kaukasier zu erschießen
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manuchka
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Re: Russland: Braune Revolution

Beitrag von manuchka »

Jurij hat geschrieben:Bei den Naschi sind nur Freiwillige. An sie auch mal eine Frage. Verfügt das Christentum für sie auch eine faschistische Methodik? Mit Christentum meine ich nicht die Disko-Tussi, die ein Kreuzchen um den Hals hat, sondern z.B. die christliche Erziehung, die auf der Bibel basiert.
Jurij, ich habe die Methodik selbst nicht als faschistisch bezeichnet, bitte genau lesen. Sondern ich habe gesagt, dass Faschisten und andere Gruppen ähnliche Methoden verwenden. Die Gestaltung der Methoden muss man dann im einzelnen schon differenziert betrachten. Du hast recht (wollen wir du sagen? im Forum ist das eigentlich üblich), auf die Nashi kann das von mir oben gesagte nicht 1:1 übertragen werden, und zwar deswegen, weil HJ/FDJ mehr Zwang als freiwillig waren und es Konsequenzen für die hatte, die nicht beitreten wollten, während die Nashi wirklich eine freiwillige Sache sind und Andersdenkende nicht verfolgt werden. Ich nehme deswegen meine Worte hinsichtlich dieser Bewegung zurück.

Zur letzten Frage: Christliche Erziehung, die auf der Bibel basiert, ist für mich nicht faschistisch. Versuche ich selbst zu praktizieren. Und es ist schon klar, dass auch christliche (und jede andere religiöse) Gemeinschaft dazu da ist, die Gläubigen "zusammenzuschweißen" und eine gemeinsame (nicht politische, sondern religiöse) Grundlage zu formen und als Gruppe auch die religiösen Ziele zu verfolgen.
Du erntest, was du säst.
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