16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Die Fotoaustellung ... ist der Knaller. Schreibe hier, wo und wann sie stattfindet. Egal, ob im Museum oder in der Kneipe, in Moskau oder Berlin.
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Saboteur
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16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von Saboteur »

Der Deutsch-Russische Austausch (DRA) und das Netzwerk fuer Osteuropa-Berichterstattung (n-ost) laden Sie herzlich ein zu einem Diskussionsabend:

PUTIN UNTER DRUCK: WIE WEIT REICHT DER PROTEST?

Russische Journalisten berichten von den Buergerprotesten nach den Wahlfaelschungen

Am Freitag, 20. Januar, 19.00 Uhr

Ort: n-ost Netzwerk fuer Osteuropa-Berichterstattung, Neuenburger Str. 17, 10969 Berlin-Kreuzberg (Hinterhof)


Gaeste:
Alexander Tschernych ist Korrespondent der Zeitung "Kommersant" in Moskau und hat fuer die Zeitung ueber die Demonstrationen berichtet. Bei den ersten Protesten gegen die Wahlfaelschungen am 4. Dezember wurde voruebergehend selbst verhaftet.

Angelina Davydova ist freie Journalistin aus St. Petersburg und Expertin fuer zivilgesellschaftliche Entwicklung und Medien in Russland. Sie leitet das Russisch-Deutsche Umweltinformationsbuero RNEI des DRA und ist n-ost-Korrespondentin.

Gespraechsleitung: Stefan Melle, Geschaeftsfuehrer Deutsch-Russischer Austausch

Eine unerwartete Protestwelle und Grossdemonstrationen in Moskau gegen die massiven Faelschungen der Duma-Wahl vom Dezember bringen die russische Fuehrung unter Premierminister Putin erstmals seit Jahren ernsthaft in Bedraengnis. Zunehmend stellt die russische Oeffentlichkeit auch den monopolistischen und selbstherrlichen Machtanspruch Putins und seiner Strukturen offen in Frage. Woher kommen die Protestierenden? Wen erreichen sie, wen nicht? Welche Rolle spielt die Mobilisierung durch das Internet? Wieso sind die Proteste in den Regionen so gering, selbst in der "Kulturhauptstadt" St. Petersburg? Welche Chancen auf Zusammenhalt hat die aktuell breite Koalition der friedlichen Proteste, und wie geht sie mit nationalistischen und anderen antidemokratischen Kraeften in ihren Reihen um? Steht nach der Praesidentenwahl am 4. Maerz eine weitere Protestwelle bevor, die letztlich zu einem Wechsel der politischen Kraefteverhaeltnisse fuehrt?

In einem offenen Gespraech mit den beiden Gaesten, die beide Teilnehmer der Demonstrationen im Dezember waren, sollen diese und andere Fragen eroertert werden.


Eintritt frei
Um Anmeldung unter info@austausch.org wird gebeten, sie ist fuer eine Teilnahme aber nicht erforderlich.
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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von Apollo »

Danke für den Tip, das klingt interessant.
Wo ist das Bernsteinzimmer versteckt ?

http://stjgfb.blogspot.de/
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Dietrich
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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von Dietrich »

Findet das eigentlich auf deutsch oder auf russisch statt?

Berlin ist leider etwas weit ;-( Aber vielleicht gibt es ja nachher ein Protokoll oder sowas zu nachlesen.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von Apollo »

Ich werde auf jeden Fall mit dem Ausdruck von einigen Beiträgen vor Ort sein. Dann kann ich direkt die richtigen Hinweise geben.
Da mein Smartphone ne Flat hat kann ich auch die youtube Videos spielen.
Wo ist das Bernsteinzimmer versteckt ?

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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von GIN »

Apollo hat geschrieben:Ich werde auf jeden Fall mit dem Ausdruck von einigen Beiträgen vor Ort sein. Dann kann ich direkt die richtigen Hinweise geben.
Da mein Smartphone ne Flat hat kann ich auch die youtube Videos spielen.
Super wenn Du es packst, bitte den Akku vorher laden, die Smart-Phones gehen schnell leer wenn man anfängt zu filmen.
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Saboteur
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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von Saboteur »

Dietrich hat geschrieben:Findet das eigentlich auf deutsch oder auf russisch statt?

Berlin ist leider etwas weit ;-( Aber vielleicht gibt es ja nachher ein Protokoll oder sowas zu nachlesen.
ich war bei einer ähnlichen Veranstaltung udn da wurde übersetzt...also 2 sprachig. Ich denke es wird diesmal auch so sein... ich werde bestimmt da sein und Ohren und Augen offen halten :)
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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von Saboteur »

ja was soll ich sagen, eine interessante totaaaal überfüllte und spannende Veranstaltung... bei Interesse kann ich stichpunktartig die angesprochenen Themen bzw. Aussagen wiedergeben (aus dem Gedächtnis).
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werner
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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von werner »

Haben sie dort über die Visa- Freiheit erzählt ?
Ich weiß, es ist eine sinnlose Frage, denn erst 2018 kann man ohne Visa sich dort Fußball ansehen, leider
bin ich kein Fan dieser Sportart :)

Mit besten Gruß von Werner
https://www.tripadvisor.de/members/Baranowka

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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von Axel Henrich »

Saboteur hat geschrieben:ja was soll ich sagen, eine interessante totaaaal überfüllte und spannende Veranstaltung... bei Interesse kann ich stichpunktartig die angesprochenen Themen bzw. Aussagen wiedergeben (aus dem Gedächtnis).
Da ich wegen einer familaeren Sache kurzfristig nach Russland musste, wuerde ich mich darueber sehr freuen, TIA!

-ah-
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Saboteur
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Re: 16.01. Diskussionsabend: Putin unter Druck

Beitrag von Saboteur »

Hallo,

also unten gebe ich mal die Punkte wieder die ich so in Erinnerung behalten habe. Es natürlich nicht exakt und wer was gesagt hat kann ich nicht mehr sagen. Und es ist ein Bruchteil des gesagten und wie ICH es verstanden habe. Es wurden noch etliche Anekdoten berichtet die ich aber nicht wiedergebe.

Vielleicht kann es noch jemand ergänzen??? Wenn mir noch was einfällt ergänze ich selbst.


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Alexander Tschernych ist Korrespondent der Zeitung „Kommersant“ in Moskau und hat für die Zeitung über die Demonstrationen berichtet. Bei den ersten Protesten gegen die Wahlfälschungen am 4. Dezember wurde vorübergehend selbst verhaftet.

Angelina Davydova ist freie Journalistin aus St. Petersburg und Expertin für zivil gesellschaftliche Entwicklung und Medien in Russland. Sie leitet das Russisch-Deutsche Umweltinformationsbüro RNEI des DRA und ist n-ost-Korrespondentin.

Tanja XXX ?, Pressedienst der Novoja Gazeta


Demos besonders die am 24.12. in Moskau :

-finanziert durch Spenden
-technisch organisiert von Leuten die ein Musikfestival organisieren
-sonst organisiert von verschiedenen gesellschaftlichen Kräften
-die Höhe der Teilnehmer ist dadurch bedingt, dass es nicht um abstrakte Dinge ging wie Menschenrechte oder Pressefreiheit, sondern die Leute sich auf Grund der Wahlfälschungen betrogen und belogen fühlen.
Im Vorfeld wurde aufgerufen unbedingt zur Wahl zu gehen um dann für eine andere Partei als ER zu stimmen, obwohl jedem klar ist, dass das eigentlich sinnlos ist, da ER nun mal regiert und regieren wird. So oder so.
-Die Wahlfälschungen waren plump. Auffällig zum Beispiel war, dass der Stimmenanteil für ER in nicht kontrollierten Wahllokalen wesentlich höher war als in kontrollierten in unmittelbarer Nachbarschaft.
-etliche waren das 1. Mal auf einer Demo und haben recht schlechte Erfahrungen mit der Staatsmacht gemacht – das hat dann für noch mehr Unmut gesorgt
-Teilnehmer waren Menschen jeglicher Couleur
-auf der Demo sei eine nette freundlichen und offene und nicht gesellschaftlich entfremdete Stimmung gewesen, wie sie für Russland selten ist
die Demos die von den Naschis oder ER in der Vergangenheit stattfanden waren keine Demo oder ernstzunehmende politische Veranstaltungen. Es ging den politisch ahnungslosen TeilnehmerInnen eher um bessere Noten und andere Vorteile
-Demos legal durchzuführen wurde in der Vergangenheit massiv behindert. Auch nicht angemeldete Demos, was die russische Verfassung eigentlich erlaubt. Kreml-treue Demos konnten immer ungehindert demonstrieren – auch unangemeldet.

Politik

-es gibt KEINE ernstzunehmende oppositionelle Partei
-jede Partei und jeder Politiker ist Teilnehmer an einem Theaterspiel
-die Marschrichtung bzw. das „Drehbuch“ wird wöchentlich besprochen
-es besteht kein echtes Interesse der Opposition Macht zu bekommen
-das Putin noch eine 4. Amtszeit übernimmt ist unwahrscheinlich
-es gibt Panik und Sorgen von den Profiteuren des Systems Putin im Sinne von: Was kommt danach`? Wie können wir unsere Vorteile und unser Geld in Sicherheit bringen?
-Die Duma ist kein Ort der Diskussion und praktisch machtlos. Sie hat nur einen symbolischen Charakter
-Putin wird wohl wiedergewählt und das ist für einen großen Teil der Bevölkerung auch okay so. Es ist kein Widerspruch gegen ER zu sein aber dann doch Putin zu wählen.

Medien

- es gibt KEINEN Sender der nicht direkt staatlich kontrolliert wird bzw. über die Wirtschaft politisch auf Linie gebracht wird. Ausnahme ist der Sender Doshzd (http://tvrain.ru/)

Kirche

- die Kirche ist traditionell staatstreu und die kritischen Äußerungen sollte man nicht überbewerten.

Aussichten:

- wie es weitergeht ist völlig unklar
- das die Gouverneure wieder gewählt werden können wird als Erfolg der Demos gesehen
- ein weiterer Erfolg ist, dass die Registrierung einer Partei nun vereinfacht wurde und nur 500 Unterzeichner brauch und nicht mehr 50.000 aus ganz Russland.
- klar ist, dass NIEMAND eine Eskalation der Situation wünscht
- Die Organisatoren bzw. Akteure sind so verschieden, dass keiner von Ihnen von einer durch eine breitere Masse gestützt werden würde.
- Nawalny gilt als aussichtsreicher charismatischer junger Mann in dem Hoffnungen gesetzt wird und in dem Potenzial steckt. ABER er ist eben in nationalistischen Kreisen aktiv und bezeichnet den russischen Nationalismus als legitim in der Demokratie und er sei im Moment nicht bereit ein Amt zu übernehme, da das System so ist, dass er NICHTS ändern oder ausrichten kann.
Zuletzt geändert von Saboteur am 23 Jan 2012, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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