KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25-2012

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domizil
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KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25-2012

Beitrag von domizil »

Vorliegendes Thema ist meinerseits der Versuch wöchentlich interessante Informationen aus Kaliningrad zu übermitteln. Ziel ist ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf diese Stadt zu lenken – Aufmerksamkeit von privat Interessierten oder von Geschäftsleuten.
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Laut einer internationalen Analyse (IFC) und der Weltbank belegt Kaliningrad den dritten Platz innerhalb der Russischen Föderation zu vier wichtigen ökonomischen Parametern:
- Der Frist zur Registrierung einer Firma,
- den Fristen zwischen Beantragung und Erhalt einer Baugenehmigung,
- dem Zeitraum des Anschlusses eines Objektes an zentrale Versorgungssysteme
- und den Fristen zur Eigentumsregistrierung.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/economy/item ... peterburga

Am Dienstag wurde in einem Vorort von Kaliningrad ein Munitionslager aus dem 2. Weltkrieg entdeckt. Es vergeht kaum eine Woche wo nicht irgendwo im Kaliningrader Gebiet, aber insbesondere im Stadtgebiet der Stadt Kaliningrad, Blindgänger und alte deutsche Munitionslager entdeckt werden.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/incid ... voyny.html

Es ist Mode geworden das leitende Mitarbeiter der Stadtverwaltung Kaliningrad wegen Nichterfüllung dienstlicher Pflichten vor laufender Kamera zur besten Sendezeit im Kaliningrader Stadtfernsehen durch den Bürgermeister Jarushuk entlassen werden. Diesmal hat es den Leiter der Behörde für Umweltschutz und Naturschutz getroffen der – Ironie des Stadtlebens – ohne Genehmigung einen Baum in seinem eigenen Garten gefällt hatte.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/policy/item/ ... voego-doma

Die Regionalregierung des Kaliningrader Gebietes hat einen Antrag auf Erhalt von Budgetgeldern aus dem Föderalen Haushalt in Höhe von 12,5 Mrd. Rubel (310 Mio Euro) gestellt. Mit diesen Geldern sollen 13 Grenzübergänge komplett instandgesetzt und modernisiert werden.
Quelle: http://rugrad.eu/news/508506/

Das Thema Straßenbahn kommt in Kaliningrad nicht zur Ruhe. Die Thälmannstraße verliert nun auch die Straßenbahnlinie. Für die Sanierung der Thälmannstraße benötigt die Stadt 200 Mio Rbl. (5 Mio Euro). Die Straße wird vierspurig für den Autoverkehr ausgebaut. Da die Anwohner der Stadt auf die Herstellung der alten deutschen Bepflasterung bestehen ist der Bauprozeß sehr langwierig und teuer.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/society/item ... mln-rublej

Und nochmal Straßenbahn: Berechnungen haben ergeben das ein Straßenbahnfahrschein 25 Rubel (0,60 Euro) kosten müßte (anstelle von jetzt 12 Rubel) um die Straßenbahn in Kaliningrad rentabel zu machen. Einer Tarifverteuerung von über 100 Prozent wird wohl aber die Bevölkerung Kaliningrads kaum zustimmen.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/society/item ... -25-rublej

Im Rahmen der Entwicklung des Tourismus in Kaliningrad wurden auf einer Beratung der Regierung auch die bessere Nutzung der Wasserwege im Kaliningrader Gebiet sowohl für den Tourismus wie auch für den Güterverkehr besprochen. Nach Meinung des Gouverneurs gibt es durch die Nutzung der Wasserwege erhebliche ökonomische Effekte für das Gebiet und eine Entlastung des Staßenverkehrs. Zur Umsetzung der Gedanken sind erhebliche finanzielle Mittel, Investoren und jede Menge Ideen notwendig.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/society/item ... onte-dorog

Admiral Viktor Krawshuk (1961) wird neuer Oberkommandierender der Ostseeflotte. Seine Ernennung steht unmittelbar bevor. Sein Vorgänger wurde Anfang Mai zum Oberkommandierenden der Seekriegsflotte der Russischen Föderation ernannt.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/society/item ... l-kravchuk

Uwe Niemeier
Zuletzt geändert von domizil am 09 Jul 2012, 18:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25

Beitrag von Jenenser »

domizil hat geschrieben: Das Thema Straßenbahn kommt in Kaliningrad nicht zur Ruhe. Die Thälmannstraße verliert nun auch die Straßenbahnlinie. Für die Sanierung der Thälmannstraße benötigt die Stadt 200 Mio Rbl. (5 Mio Euro). Die Straße wird vierspurig für den Autoverkehr ausgebaut. Da die Anwohner der Stadt auf die Herstellung der alten deutschen Bepflasterung bestehen ist der Bauprozeß sehr langwierig und teuer.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/society/item ... mln-rublej
Es ist kaum vorstellbar, wie die Thälmannstraße nach einem möglichen vierspurigen Ausbau einmal aussehen soll. Die Anwohner, mir schien in dem jetzt ruhig und mondän wirkenden Viertel, werden dann Tag und Nacht ihre Autobahn mit deutscher Bepflasterung hören. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Straßenbahnfreunde aus Kaliningrad haben darüber hinaus auch die Hoffnung auf ihre Bahn in der Straße noch nicht aufgegeben. Im Link, die Thälmannstraße am 12. Juni 2012: http://transphoto.ru/photo/506501/
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25

Beitrag von Jenenser »

domizil hat geschrieben: Und nochmal Straßenbahn: Berechnungen haben ergeben das ein Straßenbahnfahrschein 25 Rubel (0,60 Euro) kosten müßte (anstelle von jetzt 12 Rubel) um die Straßenbahn in Kaliningrad rentabel zu machen. Einer Tarifverteuerung von über 100 Prozent wird wohl aber die Bevölkerung Kaliningrads kaum zustimmen.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/society/item ... -25-rublej
Der städtische Nahverkehr arbeitet nie kostendeckend. Das unterscheidet Russland nicht von anderen Ländern der Welt. Eine Frage stellt sich hauptsächlich in Bezug der Unterstützung des Nahverkehrs durch die Verantwortlichen der Stadt. Und die fällt mal mehr, mal weniger großzügig aus. Aber auch der Fahrpreis ist eine wichtige Einnahmequelle. Kaliningrad wird in manchen Berichten (Wachstum, Einkommen, Preise u.s.w.) gern mit Moskau und Piter verglichen. Schaue ich mir die aktuellen Fahrpreise an, sehe ich jedoch einen großen Unterschied: Kaliningrad: 12 Rubel, Moskau: 25 Rubel, Quelle: http://www.mosgortrans.ru/?id=516. Die Bevölkerung stimmt in keinem Land direkt über die Höhe der Fahrpreise ab. Trotz aller Unmutsäußerungen, auch hier in Jena, der Nahverkehr rollt. Die Straßenbahn Kaliningrad bleibt Sorgenkind. Die Gründe liegen klar auf der Hand. Dauerhaft wird man an ihrem Bestand nicht festhalten können. Geschichte und Tradition werden beim Thema Finanzierung keine Rolle mehr spielen. Dagegen scheint optisch das O-Busnetz in Kaliningrad und die entsprechenden Fahrzeuge auf dem neuesten Stand zu sein. Das Paradepferd der Flotte ist ein aus Weißrussland stammender O-Bus http://transphoto.ru/photo/397916/ , mit dem ich auch schon auf der Linie 7 eher zufällig unterwegs war.
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25

Beitrag von _RGP_ »

Jenenser hat geschrieben: Das Paradepferd der Flotte ist ein aus Weißrussland stammender O-Bus http://transphoto.ru/photo/397916/ , mit dem ich auch schon auf der Linie 7 eher zufällig unterwegs war.
Ich überlege gerade, ob ich auf meinen bisherigen Rußlandreisen schon mal einen so neuen Bus gesehen habe... :lol:

Die neuesten Busse sind mir in Lipezk begegnet. 90er-Jahre Busse, die in Deutschland ausgemustert und nach Rußland verkauft wurden. Alle Hinweisschilder und Werbetafeln hingen noch drin.
Da guckt man schon blöd, wenn man vorm Bahnhof steht, und plötzlich liest: "Nach 20 Uhr bitte vorne beim Fahrer einsteigen!" Schön auch, daß innen über der vorderen Tür untereinander die Schilder "Kein Ausgang" und "Выход" hingen. :lol:
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25

Beitrag von Jenenser »

_RGP_ hat geschrieben: ... 90er-Jahre Busse, die in Deutschland ausgemustert und nach Rußland verkauft wurden.
Die gibt es auch in Kaliningrad, Perm, Jekaterinburg...Es sind hauptsächlich Diesel-Busse.
O-Busse aus Deutschland habe ich in Russland noch nicht gesehen :) .
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25

Beitrag von domizil »

Jenenser hat geschrieben:Das Paradepferd der Flotte ist ein aus Weißrussland stammender O-Bus http://transphoto.ru/photo/397916/ , mit dem ich auch schon auf der Linie 7 eher zufällig unterwegs war.
... und da kam gerade heute nachmittag über den news-ticker die Information das die Kaliningrader Stadtverkehrsgesellschaft noch weitere 10 Busse dieser Art in Weißrussland gekauft hat.
Ich komme eben gerade von einem Empfang der Deutschen Wirtschaft in Kaliningrad. Auch dort das Thema Nahverkehr, auch dort die Thälmannstraße mit der alten deutschen Bepflasterung ... alles Geschmackssache. Insgesamt schwer vorstellbar das die Thälmannstraße vierspurig wird und dazu noch gepflastert - es paßt nicht so richtig zusammen ...
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25

Beitrag von Jenenser »

domizil hat geschrieben: ... und da kam gerade heute nachmittag über den news-ticker die Information das die Kaliningrader Stadtverkehrsgesellschaft noch weitere 10 Busse dieser Art in Weißrussland gekauft hat.
...und schon am 1.Juli wurde der erste neugekaufte im Kaliningrader Depot gesichtet: http://transphoto.ru/photo/513881/
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 25

Beitrag von domizil »

Jenenser hat geschrieben:...und schon am 1.Juli wurde der erste neugekaufte im Kaliningrader Depot gesichtet:
... toll, danke wie Du den weiteren Verlauf verfolgst. Im kommenden Wochenblatt am Sonntag gibts auch wieder Neuigkeiten zur Straßenbahn - aber es wird noch nichts verraten!
Uwe Niemeier
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