Gestern noch im „KALININGRADER WOCHENBLATT“ vermutet, heute schon fast Realität.
Aus „gewöhnlich gut unterrichteten Quellen“ wurde bekannt, dass Stanislav Woskresenski (Станислав Воскресенский) als neuer Sonderbeauftragter des Vertreters des russischen Präsidenten nach Kaliningrad entsandt werden soll. Erst vor kurzem hat er im Auftrage Russlands den G20-Gipfel vertreten und gilt als „graue Eminenz“ beim letzten G8-Gipfel. Er hat ausgeprägte Kontakte zu politischen und wirtschaftlichen Persönlichkeiten im In- und Ausland. Insbesondere namhafte westliche Wirtschaftsvertreter sind mit ihm persönlich bekannt. Dies soll einer der Gründe sein für seine Entsendung nach Kaliningrad, denn mit Inkrafttreten der WTO-Vereinbarung gerät Kaliningrad in eine etwas schwierige wirtschaftliche Lage (Wegfall der Sonderwirtschaftszone). Zum zweiten, nicht weniger wichtigen Punkt. In Kaliningrad gibt es seit Monaten einen „unerklärten Krieg der Eliten“. Woskresenski hat ausgeprägt gute diplomatische Eigenschaften und soll diese einsetzen um den Konflikt beizulegen. Dieser Konflikt hat in den letzten Monaten vielen hochrangigen Politikern in Moskau und Kaliningrad „den Kopf gekostet“. Der Kampf zwischen der Stadtverwaltung Kaliningrad und der Gebietsregierung läßt viele Kaliningrader nur mit dem Kopf schütteln.
Erste Meinungsäußerungen von Kaliningradern sind positiv. Sie erkennen in Woskresenski einen Realisten mit viel Erfahrung in westlicher Politik und Denkweise. Er könnte auch der zukünftige Gouverneur von Kaliningrad werden, wenn in zwei Jahren die Gouverneurswahlen anstehen.
Meiner Meinung nach (U. Niemeier) ist die Entsendung von S. Woskresenski ein weiterer direkter Beweis das Moskau sich Gedanken um die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Region macht, insbesondere nach den Präsidentenwahlen, aber auch ein indirekter Beweis das Kaliningrad im September diesen Jahres offiziell als eine der Ausrichterstädte für die Fussballweltmeisterschaft im Jahre 2018 bekanntgegeben wird.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/policy/item/ ... oj-oblasti
Uwe Niemeier
KALININGRAD - noch nicht offiziell
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pippie
Re: KALININGRAD - noch nicht offiziell
Ich wünsche es euch - Kaliningrad und dirdomizil hat geschrieben: Meiner Meinung nach (U. Niemeier) ist die Entsendung von S. Woskresenski ein weiterer direkter Beweis das Moskau sich Gedanken um die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Region macht, insbesondere nach den Präsidentenwahlen, aber auch ein indirekter Beweis das Kaliningrad im September diesen Jahres offiziell als eine der Ausrichterstädte für die Fussballweltmeisterschaft im Jahre 2018 bekanntgegeben wird.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/policy/item/ ... oj-oblasti
Uwe Niemeier
Re: KALININGRAD - noch nicht offiziell
… nun ist es amtlich. Stanislaw Woskresenski ist neuer Verantwortlicher des Präsidenten für die Region Kaliningrad. Wie bereits erwähnt, soll er zwei Hauptaufgaben lösen: Regulierung der Konfliktsituation zwischen der Regierung des Kaliningrader Gebietes und der Stadtverwaltung der Stadt Kaliningrad, sowie aktiv die ökonomische Entwicklung Kaliningrads, insbesondere unter den neuen Bedingungen des Beitritts Russlands zur WTO, vorantreiben.
Salomon Ginsburg, Volksdeputierter der Opposition kommentierte publikumswirksam: „Wenn er so arbeitet wie sein Vorgänger, kann man seine Tätigkeit mit sechs Buchstaben beschreiben …“ und damit niemand auf den Gedanken kommt das er „P?s?e?“ meint, ergänzte er: „Fiasko“.
Der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes fand für die Ernennung von Woskresenski viele positive Worte.
Bis zu seiner Ernennung war Woskresenski Stellvertreter Minister für ökonomische Entwicklung der Russischen Föderation.
http://kaliningrad.ru/news/policy/item/ ... kresenskij
Uwe Niemeier
Salomon Ginsburg, Volksdeputierter der Opposition kommentierte publikumswirksam: „Wenn er so arbeitet wie sein Vorgänger, kann man seine Tätigkeit mit sechs Buchstaben beschreiben …“ und damit niemand auf den Gedanken kommt das er „P?s?e?“ meint, ergänzte er: „Fiasko“.
Der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes fand für die Ernennung von Woskresenski viele positive Worte.
Bis zu seiner Ernennung war Woskresenski Stellvertreter Minister für ökonomische Entwicklung der Russischen Föderation.
http://kaliningrad.ru/news/policy/item/ ... kresenskij
Uwe Niemeier
Re: KALININGRAD - noch nicht offiziell
Manche Forumteilnehmer schauen vermutlich fragend-unverständlich auf das von mir eröffnete Thema. Ja, es ist nicht für alle interessant. Aber für Kaliningrad-Interessierte (egal aus welchen Gründen), sind solche Personalien von erstrangiger Bedeutung – auch wenn wir (noch) nicht wissen, wohin Stanislaw Woskresenski das Kaliningrader Gebiet führt – ups…, ein kleiner Lapsus, geführt wird das Kaliningrader Gebiet durch den Gouverneur.
Der Personalie wird in den russischen Medien einiges an Aufmerksamkeit gewidmet. Hier nun eine Zusammenfassung interessanter Details zur Person des neuen Präsidentenbeauftragten.
Er ist jung, 35 Jahre, hat eine Hochschulausbildung an der Russischen ökonomischen Akademie, Fachrichtung „internationale ökonomische Beziehungen“ durchgeführt. Bereits während des Studiums hat er in russischen und internationalen Auditfirmen zu Fragen des Steuerrechts gearbeitet. Nach Beendigung des Studiums wurde er sofort Finanzdirektor einer Spezialbaufirma und eines Institutes für Spezialbauten, an dem er mit 26 Prozent beteiligt ist.
Gleichzeitig arbeitete er in einer Expertenverwaltung des russischen Präsidenten, zuerst als Referent und ab 2007 als Stellvertreter des Leiters. Parallel hierzu arbeitete er als Experte in der Budgetkommission der Staatsduma und als Stellvertreter einer Arbeitsgruppe für Steuerfragen. Interessant ist, dass er mit Beginn seiner Tätigkeit in der Nähe des russischen Präsidenten aus der Öffentlichkeit „verschwand“, d.h. weniger publikumswirksam auftrat.
Im Jahre 2008 wurde Stanislav Woskresenski mit 31 Jahren Stellvertreter Minister für Ökonomische Entwicklung Russlands. Hier beschäftigte er sich mit Investitions- und Steuerpolitik. Er persönlich beschäftigte sich mit Problemen ausländischer Investoren, wie z.B. IKEA.
Das St.Petersburger ökonomische Forum ist faktisch durch ihn geschaffen wurden.
Wo viel Licht, ist auch Schatten. Mit ihm zusammen arbeitende Kollegen meinen, dass er zu wenig bereit ist die Meinung anderer zu berücksichtigen. Einfluß auf seine eigene Meinung zu nehmen gelingt so gut wie niemandem. Mit Nachgeordneten wird nicht diskutiert. Er erwartet die sofortige Umsetzung seiner Weisungen. Wenn jedoch ein Nachgeordneter in die „Gruppe seines Vertrauens“ Einzug hält, so hat er viele Freiheiten seine Gedanken umzusetzen.
Uwe Niemeier
Der Personalie wird in den russischen Medien einiges an Aufmerksamkeit gewidmet. Hier nun eine Zusammenfassung interessanter Details zur Person des neuen Präsidentenbeauftragten.
Er ist jung, 35 Jahre, hat eine Hochschulausbildung an der Russischen ökonomischen Akademie, Fachrichtung „internationale ökonomische Beziehungen“ durchgeführt. Bereits während des Studiums hat er in russischen und internationalen Auditfirmen zu Fragen des Steuerrechts gearbeitet. Nach Beendigung des Studiums wurde er sofort Finanzdirektor einer Spezialbaufirma und eines Institutes für Spezialbauten, an dem er mit 26 Prozent beteiligt ist.
Gleichzeitig arbeitete er in einer Expertenverwaltung des russischen Präsidenten, zuerst als Referent und ab 2007 als Stellvertreter des Leiters. Parallel hierzu arbeitete er als Experte in der Budgetkommission der Staatsduma und als Stellvertreter einer Arbeitsgruppe für Steuerfragen. Interessant ist, dass er mit Beginn seiner Tätigkeit in der Nähe des russischen Präsidenten aus der Öffentlichkeit „verschwand“, d.h. weniger publikumswirksam auftrat.
Im Jahre 2008 wurde Stanislav Woskresenski mit 31 Jahren Stellvertreter Minister für Ökonomische Entwicklung Russlands. Hier beschäftigte er sich mit Investitions- und Steuerpolitik. Er persönlich beschäftigte sich mit Problemen ausländischer Investoren, wie z.B. IKEA.
Das St.Petersburger ökonomische Forum ist faktisch durch ihn geschaffen wurden.
Wo viel Licht, ist auch Schatten. Mit ihm zusammen arbeitende Kollegen meinen, dass er zu wenig bereit ist die Meinung anderer zu berücksichtigen. Einfluß auf seine eigene Meinung zu nehmen gelingt so gut wie niemandem. Mit Nachgeordneten wird nicht diskutiert. Er erwartet die sofortige Umsetzung seiner Weisungen. Wenn jedoch ein Nachgeordneter in die „Gruppe seines Vertrauens“ Einzug hält, so hat er viele Freiheiten seine Gedanken umzusetzen.
Uwe Niemeier
Re: KALININGRAD - noch nicht offiziell
Das Geständnis des Gouverneurs
Wieder so eine sensationelle Schlagzeile – ja, ich habe sie bewußt gewählt um das Interesse an politischen Vorgängen im Kaliningrader Gebiet zu wecken.
Vor wenigen Tagen hatte ich hier an dieser Stelle über den neuen Vertreter des Präsidenten für Kaliningrad gesprochen: Stanislaw Woskresenski. Mit ein wenig Augenzwinkern auch versucht in die Zukunft zu schauen. Und, wie mir ein guter Bekannter vor ein paar Tagen sagte: Es gibt keine Zufälle – zumindest nicht im politischen Leben. Und so ist es sicher kein Zufall, das sich der Kaliningrader Gouverneur bei einem Besuch am 20.Juli in einem internationalen Zeltlager „Baltiski Artek“ ein wenig „verplapperte“.
Einer der jungen Leute fragte ihn was er denn machen würde wenn er nicht Gouverneur wäre und gab einiges vor: Politik, Massenmedien, Reklame, Förderungsarbeit oder anderes …
Die Antwort des Gouverneurs kam für alle unerwartet: „Ach, wissen Sie, ehrlich gesagt, ich bin müde geworden mich mit Politik zu beschäftigen. Ja, Messenmedien oder PR, das wäre interessant.
Und wie der „Zufall“ es so will, waren auch Journalisten zugegen die diesen Satz hörten und dann auch gleich verbreiteten.
Und wie passend ein Spruch von Louis Pasteur (1822-1895): "Der Zufall bevorzugt den vorbereiteten Geist."
Für politisch Interessierte bleibt es spannend oder besser: es wird von Tag zu Tag spannender.
Uwe Niemeier
Wieder so eine sensationelle Schlagzeile – ja, ich habe sie bewußt gewählt um das Interesse an politischen Vorgängen im Kaliningrader Gebiet zu wecken.
Vor wenigen Tagen hatte ich hier an dieser Stelle über den neuen Vertreter des Präsidenten für Kaliningrad gesprochen: Stanislaw Woskresenski. Mit ein wenig Augenzwinkern auch versucht in die Zukunft zu schauen. Und, wie mir ein guter Bekannter vor ein paar Tagen sagte: Es gibt keine Zufälle – zumindest nicht im politischen Leben. Und so ist es sicher kein Zufall, das sich der Kaliningrader Gouverneur bei einem Besuch am 20.Juli in einem internationalen Zeltlager „Baltiski Artek“ ein wenig „verplapperte“.
Einer der jungen Leute fragte ihn was er denn machen würde wenn er nicht Gouverneur wäre und gab einiges vor: Politik, Massenmedien, Reklame, Förderungsarbeit oder anderes …
Die Antwort des Gouverneurs kam für alle unerwartet: „Ach, wissen Sie, ehrlich gesagt, ich bin müde geworden mich mit Politik zu beschäftigen. Ja, Messenmedien oder PR, das wäre interessant.
Und wie der „Zufall“ es so will, waren auch Journalisten zugegen die diesen Satz hörten und dann auch gleich verbreiteten.
Und wie passend ein Spruch von Louis Pasteur (1822-1895): "Der Zufall bevorzugt den vorbereiteten Geist."
Für politisch Interessierte bleibt es spannend oder besser: es wird von Tag zu Tag spannender.
Uwe Niemeier
