KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Ausrichterstadt der Fußballweltmeisterschaft 2018
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domizil
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KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von domizil »

Vorliegendes Thema ist meinerseits der Versuch wöchentlich interessante Informationen aus Kaliningrad zu übermitteln. Ziel ist ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf diese Stadt zu lenken – Aufmerksamkeit von privat Interessierten oder von Geschäftsleuten. Gerne können Sie mich auch direkt kontaktieren für Sie persönlich interessierende Informationen aus Kaliningrad.
....................................................................................................................................................... Feiertag/Gedenktag Russland in der Woche 23.07.-29.07.:
Letzter Sonntag: Tag der Marine; 28.07. Tag der Taufe der Rus
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Einige statistische Zahlen. Im Jahre 2011 wurden pro Einwohner Kaliningrads 0,85 qm Wohnraum gebaut. Somit verfügt, rein statistisch gesehen, jeder Bürger Kaliningrads über 24,8 qm Wohnraum. Die Bauplanung für 2012 ist bisher mit 40 Prozent erfüllt.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/economy/item ... rov-zhilya

Das Projekt eines neuen Theaters in Svetlogorsk wird wohl doch verwirklicht. Der vor einigen Jahren begonnene und jetzt langsam vor sich hin rostende Bau sollte ursprünglich 1 Mrd. Rubel (25 Mio Euro) kosten. Jetzt werden die Kosten mit 2,2 Mrd. Rubel (55 Mio Euro) veranschlagt.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/economy/item ... lrd-rublej

Die Kaliningrader Transportpolizei schätzt die Sicherheit des Airports Chrabrowo mit 99,9 Prozent ein. Eine 100prozentige Sicherheit, so der Verantwortliche, kann niemand, nirgendwo, niemals garantieren. Die hier angesprochene Sicherheit betrifft nicht die Flugsicherheit sondern die Sicherheit im Gebäude des Airports vor Terroranschlägen.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/commu ... a-999.html

Die russische Eisenbahnverwaltung bereitet sich auf die kapitale Rekonstruktion des Hauptbahnhofes (Südbahnhof) in Kaliningrad vor. Die Rekonstruktion soll bis 2015 abgeschlossen sein. Der Bahnhof wurde im Jahre 1929 gebaut. Der Bahnhof muß generell den aktuellen technischen Standards angepaßt werden und gleichzeitig sollen die Servicedienstleistungen für die Reisenden wesentlich erweitert werden. Insgesamt soll ein „Verkehrsservicepunkt“ geschaffen werden. Die Teilnahme privater Investoren wird hierbei mit eingeplant.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/commu ... -uzel.html

Kaliningrader Beamte sind überzeugt, dass das Naturschutzgebiet „Kurskaja Kosa (Kurische Nehrung) täglich bis zu 5.000 Touristen betreuen kann. Dies selbst unter den heutigen Bedingungen, wo eine tourismusgeeignete Infrastruktur fast völlig fehlt.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Obschestvo/569 ... -denj.html

Während eines Treffens des Gouverneurs M. Zukanov mit dem noch amtierenden deutschen Generalkonsul A. Fenster wurde die Ziffer von 22.000 ausgegebener Schengen-Visa für die Kaliningrader im Jahre 2011 bekannt. Dies ist die höchste Anzahl der bisher durch das deutsche Generalkonsulat ausgegebenen Visa. Damit hält Deutschland einen Anteil von 12 Prozent aller in Kaliningrad durch die EuroStaaten ausgegebenen Schengenvisa.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Obschestvo/569 ... h-viz.html

Die Generalstaatsanwaltschaft hat in Kaliningrad im ersten Halbjahr 13.217 Eingaben bearbeitet. Dies sind 6,8 Prozent weniger Eingaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 4.098 Bürger wurden durch die Generalstaatsanwaltschaft persönlich empfangen.
Quelle: http://kaliningradfirst.ru/?p=124209

Die Bürgermeisterwahlen stehen vor der Tür. Also Zeit der Geschenke … Und so versprach der aussichtsreichste Kandidat auf den Posten des Bürgermeisters, Herr Jaroshuk, in seiner Eigenschaft als auch jetziger amtierender Bürgermeister, im Jahre 2013 ein spezielles Programm aufzulegen, um die Balkone in Kaliningrad instand zu setzen. Eine gigantische Aufgabe – wer Kaliningrad kennt weiß es … Jaroshuk reagierte damit auf die Beschwerde einer Bürgerin publikums- und vermutlich wahlwirksam.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Obschestvo/571 ... konov.html

Konkurrenzkampf oder Wahrheit? Der Direktor des stadteigenen Taxi-Parks unterstrich in einer öffentlichen Anhörungsstunde, dass rund 80 Prozent aller Taxifahrer in Kaliningrad illegal arbeiten und keine Steuern zahlen. Offiziell als Taxifahrer zu arbeiten ist heute für niemanden interessant. Er kritisierte die schwache föderale Gesetzgebung und forderte Quotenregelungen für die Anzahl von Taxis in jeder Stadt.
Anm. UN: Verwunderlich hierbei ist, das es immer noch keine Taxi-Zentrale gibt und in Spitzenzeiten Wartezeiten von bis zu einer Stunde in Kaliningrad herrschen.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/economy/item ... --nelegaly

Uwe Niemeier
pippie

Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von pippie »

Einen wunderschönen Sonntag Morgen und dankeschön wiedermal für die Zusammenfassung!
domizil
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von domizil »

... danke für die Wünsche. Dasselbe auch für Dich.
Ich habe schon darüber nachgedacht das "KALININGRADER WOCHENBLATT" morgens um 05.00 Uhr ins Forum zu stellen, damit die "halbe Welt" gleich alle Neuigkeiten aus Kaliningrad zum Frühstück hat ... Aber erstens ist es unbequem in der einen Hand das Frühstücksbrötchen zu halten und in der anderen Hand den Schlepptopp und andererseits will ich die Neuigkeiten aus Kaliningrad auch nicht überbewerten. Also dann, bis demnächst.

PS. Danke auch für Dein direktes email. Sehr gute Anregungen für mein Informationsmaterial "Kaliningrad-Besucher". Werde es in den nächsten Tagen sofort einarbeiten, damit andere dann davon profitieren können.
Bei der Gelegenheit vielleicht noch ein wenig Eigenwerbung: Wer Kaliningrad besuchen will und einige Hinweise und Anregungen benötigt, kann sich gerne an mich wenden. Sende dann sofort kostenlos das erwähnte Material per email zu.
Uwe Niemeier
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von pippie »

Gern geschehen :)
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Jenenser
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von Jenenser »

Hallo Uwe und vielen Dank für Dein aktuelles Kaliningrader Wochenblatt.
Und so folgen gleich meine Kommentare:

Das Theater in Swetlogorsk ist doch eine traurige Geschichte. Ich habe gar keine Fotos gemacht, von der Bauruine mitten im Wald an der Ostsee. Bei youtube habe ich jedoch folgenden Link gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=_UlHtEnq8ug Die kulturelle Infrastruktur ist wichtig, um Touristen anzulocken. Als ausländischer Tourist kann ich Zusammenhänge nicht verstehen, so ein gigantisches Projekt im kleinen Ostseebad zu planen, anzufangen und irgendwann einfach abzubrechen. Da bleibt im Nachgang jetzt viel Spielraum für Gerüchte. Solche Bauruinen sind ja nicht einmalig. Erinnert sei an den Kaliningrader Flughafen Chrabrowo. Ich kann da nur gutes Gelingen wünschen, dass sich die Baukräne wieder drehen...

Zum Bahnhof: Persönlich sehe ich (optisch) keinen Grund zur erneuten Rekonstruktion. Eine grundlegende Sanierung fand 2005 statt: http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Ka ... saschirski . Es ist sicher schwierig, das große Gebäude mit Leben zu füllen. Schaue ich mir den Fahrplan an, ist nicht viel los. Die kleinen Läden im Bahnhofstunnel sind fast alle geschlossen mangels reisender Kundschaft. Die Gründe sind bekannt und liegen im Exklavenstatus der Stadt. Vorstellbar für mich ist ein Umbau zum Einkaufszentrum mit Kino/Theater bei Beibehaltung der historischen Bausubstanz und natürlich des Bahnbetriebes.

Täglich 5.000 Touristen auf der Kurischen Nehrung klingt wenig, ist aber viel. Infrastruktur bedeutet hier zuerst einmal, ausreichende Parkplätze zu schaffen. Das Kreuz und Quer schadet bestimmt dem Naturschutzgebiet...

Taxiprobleme hatte ich in Kaliningrad nicht, am Flughafen mit Quittung und Festpreis in die Stadt. Am Einkaufszentrum “Epicenter” reihen sich die einheitlich rotlackierten Taxis ständig aneinander. Und der Fahrer sprach auch über Funk mit irgendjemandem (keine Taxizentrale...?)
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von domizil »

Jenenser hat geschrieben:vielen Dank für Dein aktuelles Kaliningrader Wochenblatt.
... und danke Dir für Deine Kommentare.

Ja, es ist traurig mit dem Theater in Svetlogorsk. Aber man hatte bei Baubeginn große Ambitionen. Damals war auch noch Georgie Boos Gouverneur. Die Baufirma war die gleiche, die auch das "Jantar-Stadion" in Kaliningrad gebaut hat. Es ist jetzt wegen akuter Baumängel nur sehr bedingt einsatzbereit. Allerdings kann man das Theater und das Stadion nicht mit dem Airport vergleichen. Der Fakt ist zwar ein- und derselbe (Bauruine), aber die Ursachen sind sehr unterschiedlich.
Zum Bahnhof stimme ich mit Dir völlig überein. So unordentlich sieht er gar nicht aus - wenn man denn nicht hinter die Kulissen schaut. Da muß wohl doch einiges getan werden. Und da wir uns auf die Fußballweltmeisterschaft 2018 vorbereiten wird sich hier sehr viel tun müssen. So ist eine direkte Expressverbindung zum Airport geplant und das gesamte Gebiet des Bahnhofes nebst dem etwas provinziellen Bushaltestellenpunkt soll zu einem modernen Verkehrscitypoint (oder so ähnlich) umgebaut werden.
Übrigens hat man erst vergangene Woche unmittelbar neben den Gleisen beim Bahnhof noch ein Massengrab aus den Kämpfen um Königsberg gefunden. Deutsche und Russische Soldaten zusammen in einer Grube.
Das Taxiproblem sehe ich eigentlich auch nicht so dramatisch. Allerdings gibt es wirklich keine einheitliche Taxizentrale, sondern jede Firma hat ihre eigene Rufzentrale. Ich muß mich also zuerst für ein Taxiunternehmen entscheiden und dann eben warten. Wenn sich alle zusammenschließen würden - es wäre von Vorteil, für alle, sowohl die Unternehmen wie auch die Passagiere. Ähnliches gibt es auch beim Öffentlichen Nahverkehr. Die Vielzahl der Privatanbieter können sich über einen Verkehrsverbund nicht einigen und deshalb gibt es keine einheitlichen Tickets, keine elektronischen Tickets usw.
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von Jenenser »

domizil hat geschrieben:... Und so versprach der aussichtsreichste Kandidat auf den Posten des Bürgermeisters, Herr Jaroshuk, in seiner Eigenschaft als auch jetziger amtierender Bürgermeister, im Jahre 2013 ein spezielles Programm aufzulegen, um die Balkone in Kaliningrad instand zu setzen. Eine gigantische Aufgabe – wer Kaliningrad kennt weiß es...
Wo fängt Gemeineigentum, wo Privateigentum an? Die Privatisierung der Wohnungen brachte diese Vielfalt an Fenstern und Balkonen in einem einzigen Haus mit sich. Für mich als Betrachter sieht das ungewöhnlich und zum Teil äußerlich nicht schön aus. Wenn ich die Gesamtsanierung der Häuser jetzt beobachte (Fassade, Dach u.s.w.), sehe ich, dass die Balkone und Fenster davon unberührt bleiben. Kannst Du Dir vorstellen, wie dieses geplantes Balkoninstandsetzungs-programm aussehen soll? In einer Wohnung, in der ich Gast war, wurde die Wand vom Haus zum verglasten Balkon (Loggia) hin durchbrochen. Das Wohnzimmer vergrößerte sich. Wie soll der Wohnungsinhaber zum Balkon zurückkehren?
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von domizil »

Jenenser hat geschrieben:Kannst Du Dir vorstellen, wie dieses geplantes Balkoninstandsetzungs-programm aussehen soll? In einer Wohnung, in der ich Gast war, wurde die Wand vom Haus zum verglasten Balkon (Loggia) hin durchbrochen. Das Wohnzimmer vergrößerte sich. Wie soll der Wohnungsinhaber zum Balkon zurückkehren?
... das sind nicht genehmigte bauliche Veränderungen. Dafür kann der Besitzer oder Nutzer der Wohnung zur Verantwortung gezogen werden. Die Gesetzgebung ist da eindeutig. Das der russische Bürger in der Praxis auf die Gesetzgebung "pfeift" ist leider fakt - aber er muß mit den Konsequenzen rechnen.
Die Wohnungen sind zwar zum großen Teil privatisiert wurden, aber es gibt immer noch Bereiche wo sich die Stadt oder der Staat für verantwortlich fühlen (bei den Instandsetzungen). Die entsprechende Gesetzgebung zur Eigentümerverwaltung usw. steht zwar, ist aber weder perfekt noch wird sie in der Praxis richtig angewandt - alles ein riesiges Problemfeld und deshalb bestens geeignet als Wahlkampfthema, wenn man den Bewohnern versprechen kann die Balkone auf Staatskosten zu reparieren - wenn denn derjenige gewählt wird der das verspricht (und daran besteht eigentlich kein Zweifel).
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von Jenenser »

domizil hat geschrieben:... Das der russische Bürger in der Praxis auf die Gesetzgebung "pfeift" ist leider fakt...
Wir wollen ja nicht gleich alle über einen Kamm scheren. ;)
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 29-2012

Beitrag von domizil »

Jenenser hat geschrieben:Wir wollen ja nicht gleich alle über einen Kamm scheren.
... nein, wollen wir nicht. Ich meinte es auch nicht absolut sondern Einzelfallbezogen. Und wenn einer meint "das ist ein dummes Gesetz", insbesondere wenn es um allgemein-gesellschaftliche Gesetze geht (also nicht Strafrecht), ist der Russe, nach meinen Erfahrungen, sehr schnell bereit das Gesetz, die Verordnung, den Beschluss einfach mal zu ignorieren. Man lächelt mich häufig mitleidig an wenn ich mit meinen konservativen Moralvorstellungen mal vorsichtig versuche ...
Uwe Niemeier
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