GIN hat geschrieben:Hier ein weiterer juristischer Sieg des tapfernen Unternehmers gegen die Enteignung.
http://marcompany.com/dez2012muenchen.pdf
Mal sehen ob Kohle jetzt kommt..
Merke: Ziel von Sedelmayer ist es sein Geld das er in Russland verloren hatte durch staatliche Enteignung zu bekommen. Er hat schon einen Teil des Geldes durch Versteigerungen von russischem Besitz eingetrieben, doch fehlt ihm noch Geld.
Noe, wenn ich das richtig verstehe, geht es in diesem Urteil ueberhaupt nicht darum, dass der arme Herr Sedelmayer Geld bekommt, umgekehrt, er ist darumgekommen, Schadensersatz zu zahlen.
Er ist hier der Beklagte und zwar wegen unlauteren Geschaeftsgebarens. Und solches konnte das Gericht ausgehend von der damals gueltigen russischen Gesetzeslage eben nicht feststellen.
Aber es ist schon interessant, das Urteil mal zu ueberfliegen. Danke fuer den link. Man fuehlt sich wieder so richtig in die Wildwest-Zeit Anfang der 90er Jahre in Russland zurueckversetzt.
Sedelmayer hatte sich offenbar Anfang der 90er Jahre zum Geschaeftsfuehrer eines russischen Joint Ventures zwischen einer amerikanischen Briefkastenfirma (die ihm als einzigem Teilhaber gehoerte) und der russischen Milizverwaltung Stadt St. Petersburg samt Leningrader Gebiet bestellen lassen mit dem Ziel, Sicherheitsprodukte und -leistungen zu verkaufen. Die Aufgabenteilung zwischen den Teilhabern ist wohl klar: Die Russen sorgten sicherlich kraft ihrer Wassersuppe fuer Kontakte zu den Kaeufern und fuer Bestellungen, und die amerikanische Briefkastenfirma lieferte und zahlte Provisionen an das JV. (Ich glaube, heute waere so eine Konstruktion auch in Russland deutlich erschwert.) Aus Sicht der russischen Teilhaber hat der Herr Sedelmayer aber sie dann maechtig gelinkt, indem er einen groesseren Teil der russischen Endkunden einverstaendlich mit diesen (warum wohl!?) unter Umgehung des JV direkt durch seine amerikanische Briefkastenfirma beliefert hat. Als seine russischen Partner das gemerkt haben, waren sie freilich nicht nur enttaeuscht, sondern richtig boese. Und deshalb die Klage auf Schadensersatz.
Nach Meinung des deutschen Gerichts haben aber da die Russen ganz schlechte Karten, da zum einen der Herr Sedelmayer ja als Person gar keinen direkten Gewinn hieraus gezogen hat, sondern nur seine amerikanische Briefkastenfirma, und weiterhin nach russischem Recht, jedenfalls wie es die oesterreichische Gutachterin interpretierte - die nicht vom Gericht bestellten, weniger kompetenten, russischen Experten sahen das anders, es dem Herrn Sedelmayer als Geschaeftsfuehrer des JV durchaus nicht untersagt war, auch direkte Geschaefte unter Umgehung des JV im gleichen Geschaeftsbereich zu vermitteln. (Jede deutsche Firma verbietet das ganz selbstverstaendlich ihren Angestellten.

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Naja, ein smarter Geschaeftsmann war und ist der Herr sicherlich, aber wieso ein heldenhafter Investor ...!?

Das Urteil liest sich fuer mich so aehnlich, wie der Streit in England zwischen Beresowski und Abramowitsch: Ein Trickser trickst den anderen Trickser aus (und der eigentlich Geschaedigte war und bleibt der russische Staat, aber darueber spricht man nicht, igittigit.)
Oder habe ich da vielleicht etwas falsch verstanden, GIN?