Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.
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Julia_Chloe
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Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von Julia_Chloe »

Mein Freund und ich haben uns entschieden zu heiraten! :blumen: Wir sind uns absolut sicher und freuen uns bereits sehr! :)
Die große Frage ist jetzt: WO??? Wir möchten natürlich alles so schnell wie möglich hinter uns bringen können, um dann letztendlich (in Ruhe) zusammen leben zu können. Er ist jetzt noch 2 Wochen in Deutschland (Businessvisum) und muss danach erstmal wieder nach Russland. Nächste Woche haben wir einen Info-Termin im Standesamt meiner Heimatstadt. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob es so eine gute Idee ist hier zu heiraten. Eigentlich dachten wir uns, dass er ein neues (Touristen-)Visum beantragt (hat noch 35 Tage bevor die 90/180 Tage voll sind) und wir dann damit hier heiraten. Jetzt las ich, dass das dann im Nachhinein problematisch werden könnte, weil es ja kein nationales Heiratsvisum ist mit dem er hier gewesen wäre.. . Andererseits ist das doch im Grunde egal, oder nicht?!? Das Heiratsvisum zu beantragen würde halt viel länger dauern, als lediglich das Touristenvisum.. . Jetzt überlege ich auch, ob es vielleicht sinnvoller wäre in Russland zu heiraten.. oder dann vll. doch sogar in Dänemark??? Was meint ihr? Was würdet ihr uns raten???
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manuchka
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von manuchka »

NICHT in Dänemark.

Ansonsten ist es persönliche Präferenz.
Pro Russland:
Ihr braucht erstmal weniger Unterlagen zum Heiraten. (Dafür muss dein Mann dann ein Visum für den Familienzusammenführung beantragen und auch Unterlagen zusammensammeln, Bearbeitungszeit zwischen 2 und 8 Wochen.) Außerdem ist es einfacher, russische Visa für die deutsche Verwandtschaft als andersrum zu organisieren.

Pro Deutschland:
Heiratsvisum beantragen und gleich in DE bleiben nach der Hochzeit.

Ich meine, dass man neuerdings unterschreiben muss, dass man mit einem Besuchsvisum nicht in DE heiratet. Die Heiraterei mit Touristenvisum kann klappen, muss aber nicht; im schlimmsten Fall verheiraten sie euch nicht, im weniger schlimmen Fall schicken sie deinen Mann nach der Hochzeit wieder nach RUS, damit er doch die Familienzusammenführung beantragt, im Glücksfall darf er trotz Touristenvisum nach der Heirat in DE bleiben und eine Aufenthaltserlaubnis beantragen.

Da ihr nicht morgen gleich heiraten wollt, ist meine Empfehlung, alles in Ruhe vorzubereiten und auch mit dem richtigen Visum zu heiraten. So viel Zeit habt ihr dann auch noch, und es ist alles korrekt. Dänemark ist eine Option, aber nicht unbedingt eine, die es einfacher macht - auch da könnt ihr Glück oder Pech haben, dass dein Mann in DE bleiben kann oder er nach Hause und die Familienzusammenführung machen muss. Wenn in eine binationale Ehe noch das Recht eines dritten Staates reinkommt, halte ich persönlich das für eher ungünstig.
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Julia_Chloe
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von Julia_Chloe »

Für das Heiratsvisum ist die Bearbeitungszeit auf 4-6 Wochen bemessen, richtig? Weißt du was es für Gründe gibt dieses abzulehnen? Wäre evtl. meine Liquidität ein Problem? Für sein letztes Visa haben meine Eltern eine Verpflichtungserklärung besorgt, da ich noch in Ausbildung bin und kein eigenes Einkommen habe (mit der VE von meinen Eltern war sein Visum absolut kein Problem).

Wenn man in Dtl. heiratet besteht die Möglichkeit danach gleich in Deutschland zu bleiben?? Ich dachte auch dann muss man erst die Aufenthaltserlaubnis beantragen, welche ca. 3 Monate dauern kann.. was wiederum hieße, dass er das Land noch einmal verlassen müsste?!
Anelya
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von Anelya »

Wenn du selbst einen deutschen Pass hast, ist dein (geringes) Einkommen kein Grund, ein Visum zur Eheschliessung oder Familienzusammenfuehrung abzulehnen. Falls du keinen deutschen Pass haben solltest, koennte das evt. ein Problem darstellen.

Falls ihr mit Besuchs- oder Touristenvisum heiratet ist die Gefahr gross, dass dein Mann noch einmal nach Russland muss, um das andere Visum zu beantragen. Ein Visum zur Familienzusammenfuehrung bzw. Heiratsbisum dagegen wird vor Ort in eine Aufenthaltsgenehmigung umgewandelt.
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Julia_Chloe
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von Julia_Chloe »

Ich habe einen deutschen Pass! Bin dt. Staatsbürgerin. :)

Braucht er denn für das Heiratsvisum auch eine Verpflichtungserklärung?

Gibt's denn irgendwelche Hinderungsgründe bzw. Stolpersteine oder ähnliches, die es geben könnte; Gründe warum er das Heiratsvisum nicht bekommen könnte? (Irgendwas worauf man sich vorbereiten kann?)
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von manuchka »

Schau doch bitte auf der Seite der dt. Botschaft mal nach, was man für ein nationales Visum (Heirat, Familienzusammenführung) braucht. Eine Verpflichtungserklärung kann sicher nicht schaden.

Die nächste Frage ist: Wovon wollt ihr denn euren Lebensunterhalt bestreiten, wenn ihr verheiratet seid und beide in DE lebt?
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Julia_Chloe
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von Julia_Chloe »

Ich schließe diesen Monat meine Ausbildung ab, würde danach gerne eine Vertiefung, bzw. Weiterbildung anschließen. Ich schätze, dass ich daher vorerst weiter vom Staat leben "muss", zumindest teilweise, bis ich einen finanziell ausreichenden Arbeitsplatz gefunden habe.
Mein Freund muss sich drum kümmern, dass seine Diplome hier anerkannt werden, hat sich bereits nach entsprechenden Kurse etc. umgeschaut. Werden diese anerkannt, dann kann er hier in seinem Feld gut arbeiten (Architekturtechnologie).
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von Anelya »

Es ist natürlich vom Gesetzgeber nicht gefordert, ich fande es aber für meinen Mann persönlich wichtig, dass er einen Job hat, bevor wir nach Deutschland ziehen. So ein Umzug Russland-Deutschland ist schon anstrengend genug, und wenn man dann in Deutschland nur der blöde Russe ist, der von Sozialhilfe lebt, macht das den Start bestimmt nicht leichter.

Mein Mann ist Ingenieur für Luft- und Raumfahrt, und hat nach zwei Vorstellungsgesprächen in Deutschland zwei Stellenangebote bekommen - ganz ohne Anerkennung irgendwelcher Diplome. Wir haben natürlich seine Zeugnisse übersetzen lassen und beim Vorstellungsgespräch hat die Firma ihn schon auf den Zahn gefühlt, was er von Verbrennungstriebwerken wirklich versteht, aber eine offizielle Anerkennung hat keiner gefordert. Zu Gute kam ihm bestimmt noch, dass beide Firmen dringend jemand suchten, der fließend Russisch kann.

Vielleicht findet dein Mann auch so eine Nische, wo er direkt unterkommen kann?
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Julia_Chloe
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von Julia_Chloe »

Das wäre natürlich perfekt, wenn er auch so etwas finden würde!! Dein Mann hat sich bestimmt total gefreut gehabt.. das nimmt einem ja auch 'nen riesigen Stein von den Schultern. Ich weiß wie schwierig es für meinen Freund ist finanziell von anderen abhängig zu sein.. daher möchte er natürlich auch so schnell wie möglich hier etwas finden. Bisher ist er noch davon überzeugt, dass er unbedingt erst richtig Deutsch lernen muss, vor allem die berufsbezogene Fachsprache (ist ihm das Wichtigste). Er möchte gerne mehr lernen (Studium oder Weiterbildungen).. würde er natürlich so eine Chance bekommen wie dein Mann, dann sollte er das auf jeden Fall wahrnehmen. Mehr dazu lernen geht ja immer noch. ich werd mal mit ihm reden, was die Zeugnisübersetzungen anbelangt.. wo habt ihr das denn machen lassen?
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Re: Eine Heirats-Visums-Frage.. :)

Beitrag von Anelya »

Übersetzungen erstellen Übersetzungsbüros, die es in Russland in jeder größeren Stadt gibt. Einfach mal googeln. Man kann das ganze dann auch noch von einem Notar beglaubigen lassen. Du kannst Übersetzungen entweder in Russland oder in Deutschland anfertigen lassen, in beiden Ländern kann man sie auch gegen Vorlage des Originals beglaubigen lassen. Das ist also das kleinste Problem. Wir haben auch noch andere relevante Dokumente übersetzt wie Aufstellungen über Hausarbeiten, Beschreibung der Diplomarbeit etc. Die nackte Note oder das "rote Diplom" an sich sagen ja eigentlich gar nichts über Fachwissen/Spezialgebiete aus.

Auf der Seite der Deutsch-russischen Handelskammer gibt es eine Liste mit Unternehmen, die in beiden Ländern tätig sind. Da kann sich dein zukünftiger Mann ja einfach mal alle Homepages raussuchen und individuelle Anschreiben an die Firmen verfassen, auf die sein Profil passen würde. Fachvokabular hatte mein Mann nach einem Monat Training drauf - er hat aber auch viel dafür gemacht zugegebenermaßen.

Studium und Weiterbildung in Deutschland ist natürlich möglich, aber eine Finanzierungssache. BAFÖG gibt es ja nicht unbedingt und Studium, Nebenjob und neue Sprache/neues Land auf einmal ist auch nicht für jeden etwas. Wenn er schon Deutschkenntnisse auf dem Niveau DSH haben sollte, dann wäre das aber natürlich auch eine Variante, zumal es ja auch dreisemestrige berufsbegleitende Masterstudiengänge gibt (vor allem an FHs/Hochschulen).

Eine beim Goethe-Institut abgelegte Prüfung, und sei es nur B1/B2, hilft bei Bewerbungen ungemein, haben wir festgestellt. Außerdem gibt so ein Zeugnis Selbstsicherheit und die Gewissheit, dass man gar nicht sooo schlecht Deutsch spricht. Man muss diese Prüfungen nicht beim Goethe-Institut selbst machen, es gibt so genannte Prüfungszentren über ganz Russland verteilt.
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