Gunnar hat geschrieben:
Ich glaube Du siehst das etwas zu schwarz.....
Also wenn ich sehe, wie in Moskau Nachrichten, z.B. dpa, SPON, Springer Auslanddienst um nur einige zu nennen, gemacht werden und von wem ( politischer Hintergrund, Erfahrung etc. ), dann kann man das gar nicht schwarz genug sehen.
Wenn Journalisten folgendes unterschreiben müssen um bei einem der größten deutschen Verlage zu arbeiten,
Zitat:
"die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika;"
Und gleichzeitig in den USA Russland immer noch als Hauptfeind Nr. 1 definiert wird und natürlich immer noch die Aussage von Kissinger nach Ende des kalten Krieges 1991 gilt „es kann in niemandes Interesse liegen, wenn sich Deutschland und Rußland gegenseitig als Hauptverbündete betrachten. Wenn sich beide Mächte zu nahe kommen, besteht die Gefahr der Hegemonie.“
Dieses und noch viel mehr, zeigt u.A. auf, warum Presse so ist wie sie ist.
Journalisten, die nicht einfach platt und mit Phrasen auf Putin, bzw. Russland einschlagen, haben seit Ende der 90er Jahre keine Chance mehr auf dem freien Markt Artikle zu verkaufen.
Ferner ist die totale Übermachtstellung von SPON ebenfalls eines der größten Probleme. Nur in Deutschland gibt es im Internet einen dermaßen übermächtigen Monopolriesen, der ausgerechnet auch noch mit Material von Praktikanten gefüllt wird. Soweit ich das für Russland beurteilen kann.
Und da alle Zeitungen von andern abschreiben gibt leider SPON und Springer die Berichterstattung vor.
So glaubt man dann, das auf der Arktic Sea nur Holz war, das Litwinenko mal eben so vom Kreml mit Polonium vergiftet wurde das Russland den Georgienkrieg angefangen hat, das Russland, wenn es Probleme mit Nachbarländern hat, denen mal eben den Gashahn abdreht, bis hin zu dem Zitat, das Putin ein Lupenreiner Demokrat ist, was Schröder so nie gesagt hat.
Macht aber nichts, Gorbatschow hat auch nicht gesagt, wer zu spät kommt den bestraft das Leben.
Komisch, das ausgerechnet Gorbatschow, der Freund der Deutschen und Feind der Russen, inhaber der oppositionellen Nowaja Gazetta, bei der die ermordete Politkowskaja gearbeitet hat, gesagt hat, einen Tag nach der Ermordung, er schließe aus, dass der Kreml dahintersteckt und sieht die deutsche Berichterstattung mehr als kritisch
Zitat-Auszug-Gorbatschow:
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Darüber, dass Fragen und Unverständnis entstehen, wenn man sieht, was in Deutschland über Russland geschrieben wird und wie es geschrieben wird.
Nicht von ungefähr habe ich das wie hervorgehoben. Denn die Fakten, die Anlass zur Kritik bieten, stammen ja oft aus der Realität oder werden aus russischen Zeitungen übernommen. Übrigens treten russische Zeitungen zuweilen sogar kritischer auf als die ausländischen.
Beim aufmerksamen Blick auf die Flut von Veröffentlichungen in Deutschland wird man jedoch schwer den Eindruck wieder los, als ob man es mit einer gezielten Kampagne zu tun hat, als ob alle aus einer einzigen Quelle schöpften, die eine Handvoll Thesen enthält (in Russland gebe es keine Demokratie; die Meinungsfreiheit werde unterdrückt; eine arglistige Energiepolitik werde durchgesetzt; die Machthaber drifteten immer weiter in Richtung Diktatur ab – und so weiter und so fort.)
Diese Thesen werden in verschiedenen Tonarten wiederholt. Die Zeitungsmacher scheinen auch keinerlei Interessen jenseits dieser Aussagen zu haben.
Mehr noch: diejenigen, die aus der Reihe tanzen, bekommen das zu spüren. So kürzlich geschehen im Fall der Fernsehjournalistin und Autorin Gabriele Krone-Schmalz nach der Veröffentlichung des Buches „Was passiert in Russland?“. Der allgemeinen Mode zuwider beschränkte sie sich nicht auf eine Aufzählung der Schattenseiten, sondern führte vielfältige Tatsachen aus dem Leben meines Landes auf, die sich nicht in das Prokrustesbett der modisch gewordenen Anschuldigungen zwängen lassen.
Was geschah danach? Erst taten renommierte Zeitungen so, als hätten sie die Buchveröffentlichung nicht bemerkt, dann griffen einige von ihnen die Autorin mit Anschuldigungen an, die an die Kritik aus der Zeit des kalten Krieges erinnern.
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Zitat Ende.
Ich hatte bei einem Treffen mit Gorbatschow ihn mal gefragt, warum er folgendes gesagt hat. In der "Welt" stand tags zuvor als Überschrift so ähnlich wie "Gorbatschow sieht Demokratie in Russland in Gefahr". Er hätte sich so einem Journalisten gegenüber geäussert.
Daraufhin sagte Gorbatschow mir, er will das sehen, er hat das nie gesagt und auch nicht so gemeint, eine unverschähmtheit und noch schlimmere Wörter fielen.
Auch die deutsche Wirtschaft geht mit meinem Berufsstand, der über Russland berichtet, nicht anders um. Permanent werden Beschwerden über die tendenziöse negative Berichterstattung über Russland bemängelt.
Und das ist alles Zufall?