In dem Teil Rußlands, der geographisch schlechthin als Sibirien bezeichnet wird, scheint diese Urbevölkerung durch Kolonisierung und Russifizierung nahezu untergegangen zu sein. ( . . . ) Es geht aber auch nicht darum, diesen Völkern und Stämmen nunmehr eine neue ,Staatlichkeit' beziehungsweise ,Nationalität' aufzudrücken, sondern darum, diese Menschengruppen, die in ihrer Geschichte niemals Gelegenheit hatten, sich zu gruppieren und zu formieren, gleichwohl zu schützen und zu erhalten.
Und gerade hier setzt die im Rahmen der Vereinten Nationen begonnene Debatte um den Schutz der Urvölker ein. Auch wenn eine Staatlichkeit nicht gegeben beziehungsweise die Kriterien dazu nicht vorhanden sind, ist es die Pflicht der Weltgemeinschaft, für den Schutz der Urvölker in völkerrechtspolitischer Sicht zu sorgen. Nicht zuletzt konzentriert man sich in den Diskussionen auf den Begriff ,Menschengruppen' beziehungsweise ,Bevölkerungsgruppen' und nicht mehr auf den sonst üblichen ,Minderheitenschutz'."
Günther Doeker-Mach in dem Bildband
Vergessene Völker im wilden Osten
mit Fototgrafien von Fred Mayer
Scalo-Verlag 1993
Mehr und konkrete Initiativen dazu
http://www.carookee.com/forum/m-wie-mensch/105
