KALININGRAD: Gespräche am Kamin ...

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domizil
Zar/iza
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KALININGRAD: Gespräche am Kamin ...

Beitrag von domizil »

Mit diesem Thema möchte ich eine weitere ständige Rubrik eröffnen und über verschiedene Gespräche und interessante Bekanntschaften informieren, die man als Deutscher in Kaliningrad so haben kann. Gerne könnt Ihr, falls (vorerst virtuelle) „Gespräche am Kamin“ für Euch interessant sind, Fragen stellen und Beiträge liefern.

Eine Bekanntschaft – wie der Zufall so spielt …

Vor wenigen Wochen, im Rahmen des Deutsch-Russischen Wirtschaftskreises, lernte ich einen jungen russischen Mann kennen. Er kannte mich schon (woher auch immer), ich kannte ihn nicht. Wir nutzten das nächste "Treffen der Deutschsprachigen" in Kaliningrad für einen weiteren Kontakt. Nun, er spricht perfekt Deutsch und schreibt Deutsch fehlerfrei – deshalb hat er die Einladung zu unserem wöchentlichen Treffen gerne angenommen. Er ist Kandidat der Politischen Wissenschaften und Stellvertreter Leiter des Russischen Institutes für strategische Studien – Filiale Kaliningrad. Seine Doktorarbeit trägt den Titel: „Nichtstaatlicher Terrorismus als Form des politischen Kampfes: Hauptmerkmale und Tendenzen der historischen Entwicklung.“

Wir vereinbarten, die Leistungsfähigkeit der Kaliningrader Gastronomen zu prüfen. Also, sie sind leistungsfähig … und es hat uns so gut geschmeckt und wir hatten so interessante Gespräche, dass wir erst weit nach Mitternacht von der verlegenen Restaurantleiterin gefragt wurden, ob wir nicht vielleicht doch nach Hause gehen wollten – wir wären die Letzten. Tja, so verfliegt die Zeit.

Nun interessiert mich natürlich, wieso so ein Institut für strategische Studien in Kaliningrad angesiedelt wird, besetzt mit hochkarätigen Spezialisten, weit weg von Moskau … aber nah dran an der Europäischen Gemeinschaft. Und dann schaue ich mal auf die Internetseite dieses Institutes: http://www.riss.ru/ . Die englische Version wird z.Zt. überarbeitet.

Und da mich das Schicksal Kaliningrads, seine Entwicklung und Zukunft nicht kalt lässt, mache ich mir so meine Gedanken. Gedanken auch im Zusammenhang mit anderen Meldungen über aktuelle politische Dinge in Kaliningrad.

Nun hat mein Bekannter einen ausführlichen Beitrag veröffentlicht: „Russland und Deutschland – wie weiter?“ ( http://www.riss.ru/?commentsId=310 )(Der Artikel ist länger und auf russisch)
Er zeichnet ein zurückhaltendes Bild von den aktuellen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, insbesondere nach dem Petersburger Dialog. Ich will hier nicht den ganzen Artikel übersetzen – für politisch Uninteressierte vielleicht auch etwas schwer verdaulich. Aber der abschließende Satz – und wir, die wir schon etwas länger in Russland leben, wissen, dass der Russe das Allerwichtigste immer zum Schluss sagt/schreibt, lautet:

„Heute sind Russland und Deutschland nicht einfach nur zwei europäische Länder, eng verbunden durch gemeinsame ökonomische Interessen. Es sind zwei zukünftige globale Spieler im Entwicklungsprozess. Möglich, das in allernächster Zeit klar wird, ob beide die Entwicklung partnerschaftlicher Beziehungen schon in einer neuen Qualität fortsetzen werden.“

Und nun habe ich die Möglichkeit, nachdem das Kaminfeuer runtergebrannt ist, über diesen Satz weiter nachzudenken. Vielleicht denken aber auch andere nach?
Uwe Niemeier
http://www.blog.aktuell.ru/category/kal ... em-akzent/
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