KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 52-2012

Ausrichterstadt der Fußballweltmeisterschaft 2018
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domizil
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KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 52-2012

Beitrag von domizil »

Stadt- und Gebietsportal Kaliningrad im RusslandForum
AUSRICHTERSTADT DER FUSSBALL – WELTMEISTERSCHAFT 2018
Kaliningrad – Stadt mit deutscher Geschichte und russischer Zukunft

Wöchentliche Kurznachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

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Weitere Infos aus Kaliningrad: www.kaliningrad.aktuell.ru
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Die erste neue polnische Straßenbahn ist in Kaliningrad eingetroffen und führt in den Nachtstunden Testfahrten durch. Auch Bürgermeister und Gouverneur konnten sich von den Eigenschaften sowohl der neuen Straßenbahn wie auch der «Kaliningrader Esel» überzeugen. Gemeint sind hier die PKW-Fahrer, die mit ihren gewöhnungsbedürftigen Fahrweisen eine Gefährdung für die neuen Straßenbahnen darstellen und den Verkehr behindern. Der Bürgermeister plant nun, in seltener Übereinstimmung mit dem Gouverneur, das Gleisbett der Straßenbahnen einzäunen zu lassen um ein Fahren von PKW auf dem Gleisbett zu verhindern.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24590-n ... aliningrad

Dank dessen, dass Kaliningrad Ausrichterstadt der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 geworden ist, ist die Anzahl von Übersiedlungswilligen stark angestiegen. In der überwiegenen Mehrzahl sind dies Russen aus dem Norden bzw. Fernen Osten, die finanziell gut sichergestellt sind und trotzdem nach weiteren qualitativen Lebensverbesserungen suchen. Der Bürgermeister verspricht sich von diesen Umsiedlern in erster Linie einen Boom auf den Wohnungsmarkt. Zurzeit stehen in Kaliningrad rund 4.000 Wohnungen leer.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24592-y ... on-na-pmzh

Der Leiter der Kaliningrader Verwaltung des Inneren, Generalleutnant Martynow bezeichnet die Verkehrssituation in Kaliningrad als «einfach angenehm» im Vergleich zu Moskauer Verhältnissen. Trotz Stau und nicht vollendet ausgebauter Straßenstruktur ist der Verkehr in Kaliningrad immer noch fließend und diszipliniert. Eine weitere wesentliche Verbesserung verspricht sich Martynow von der Umsetzung des neuen Straßenverkehrskonzeptes, welches durch weißrussische Spezialisten ausgearbeitet wurde.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/commu ... gradu.html

Rund 80 Prozent aller jüngeren Gastarbeiter (bis 30 Jahre) in Kaliningrad können nicht russisch sprechen und verstehen. Ab 01. Dezember dürfen keine Arbeitsverträge mehr abgeschlossen werden, wenn der ausländische Bewerber kein Zertifikat über eine bestandene Sprachkundigenprüfung vorweisen kann.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/commu ... usski.html

Das Kaliningrader Anti-Extremismus-Zentrum des Innenministeriums wurde als bestes Zentrum Russlands ausgezeichnet. In den ersten elf Monaten des Jahres 2012 gab es 200 Aktionen im Kaliningrader Gebiet. Durch das gut organisierte Vorgehen der Organe kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Insgesamt ist die Tendenz der Durchführung von Protestaktionen in Kaliningrad stark fallend.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/incid ... ossii.html

Ungeachtet der mit Polen abgeschlossenen Verträge zur Lieferung von Straßenbahnen, hat die Stadt Kaliningrad nun mit einem weißrussischen Lieferanten einen weiteren Vertrag über den Kauf von Straßenbahnen mit einer Länge von 35 mtr. abgeschlossen. Während die polnische Straßenbahn pro Stück 60 Mio. Rubel kostet, schlagen die weißrussischen Bahnen mit nur 24 Mio. Rubel zu Buche.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24602-g ... yj-tramvaj

Die Entlassungswelle in der Kaliningrader Regierung setzt sich fort. Nach dem Skandal im Zusammenhang mit der vorfristigen Veröffentlichung des Strategieprogrammes musste die Leiterin der Pressestelle ihren Hut nehmen. Ein Vizepremier und ein Minister sowie ein Leiter einer Zentralagentur stehen kurz vor der Entlassung. Entsprechende Meldungen kursieren schon in den Massenmedien..
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24601-n ... a-polskaya

Im Jahre 2013 erhalten Mütter mit mehr als drei Kindern ein höheres Kindergeld. Pro Kind wird dies dann rund 150 Euro monatlich betragen. Für Mütter, die sowohl die Kinderbetreuung übernehmen aber auch gleichzeitig einer Erwerbstätigkeit nachgehen wollen, gibt es besondere gesetzliche Regelungen. Im Jahre 2012 betraf dies 120 Kaliningrader Mütter.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24639-s ... oe-posobie

Auf einer Pressekonferenz äußerte der Leiter der Kaliningrader Zollverwaltung: «Je besser wie wir Zöllner arbeiten, umso mehr Benzin schmuggeln die Polen.» 80 Prozent aller Grenzpassagiere sind Ausländer. Ein großes Problem stellen hierbei die polnischen «Bensinshikis» dar. Da der Kaliningrader Zoll keine Möglichkeiten der Einflussnahme hat, fordert der Leiter der Zollverwaltung die föderalen Strukturen auf, Maßnahmen auszuarbeiten, um den Benzintransport zu regulieren.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24652-g ... zit-benzin

Ab 01. Januar 2013 steigen die Preise für den öffentlichen Personennahverkehr in Kaliningrad von 12 auf 15 Rubel für Linienbusse, Trolleybusse und Straßenbahnen und von 17 auf 20 Rubel für die Linientaxis (Marshrutka).
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24660-s ... 2%80%94-20

Im Jahre 2013 werden die Kaliningrader Schulen 60 neue Schulbusse erhalten. Gleichzeitig plant die Kaliningrader Gebietsregierung das Wegeschema für die Schulbusse zu überarbeiten.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24701-v ... -avtobusov

Uwe Niemeier

Kaliningrad: Thema der Woche

An dieser Stelle wird durch mich ein Kaliningrader Thema etwas ausführlicher dargestellt oder kommentiert. Weitere Kommentare zu Kaliningrad finden Sie auch in meinem BLOG „… mit deutschem Akzent“ – im Bemühen, wöchentlich einen neuen Beitrag zu schreiben.

http://www.blog.aktuell.ru/category/kal ... em-akzent/

Bismarck ist allen bekannt. Otto – der eiserne Kanzler, der Kanzler der deutschen Einheit. Er ist auch international bekannt, aber nicht immer beliebt. Russland ist hier in seiner Meinung etwas hin- und hergerissen. Einerseits wird Bismarck geschätzt als deutscher Politiker, der schon damals erkannt hatte, dass Deutschland nur friedlich mit Russland leben kann. Andererseits steht Bismarck aber auch als die Symbolfigur für die Entwicklung des preußisch-deutschen Militarismus, welcher letztlich zum ersten Weltkrieg führte.

Da Bismarck im April 1815 geboren wurde, feiern wir also in rund zwei Jahren seinen 200. Geburtstag. Zu seinem Geburtstag im Jahre 1901 wurde in Königsberg ein Bismarck-Denkmal eingeweiht. Es stand auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz. Der Platz existiert heute nicht mehr – das Denkmal auch nicht. Aber es existiert seit einigen Tagen ein sehr ausführlicher Artikel im russischsprachigen Internet:
http://kaliningrad.ru/news/analytics/it ... kij-faktor#

Ich versuche immer eine Antwort auf die Fragen zu finden: Warum wurde dieser Artikel geschrieben, warum ausgerechnet jetzt, warum ausgerechnet in dieser Zeitung. Und wichtig ist natürlich auch, wer diesen Artikel geschrieben hat. Standardantworten auf diese Fragen gibt es nicht, und deshalb ist das politische Leben ja auch interessant.

In dem Artikel wird allgemein an Bismarck erinnert und an «Bismarck-Türme» - ein mir bis soeben, völlig unbekannter Begriff bzw. Bauwerk. 1899 wurde durch deutsche Studenten ein Wettbewerb zur Errichtung dieser Denkmale ausgeschrieben. 240 dieser Türme wurden quer durch Europa gebaut. Davon existieren heute noch 173 Türme, zwei auf dem ehemaligen Königsberger Gebiet. Die Türme dienten nicht als Aussichtstürme oder hatten sonst eine praktische Zweckbestimmung. Zum Gedenken an die Verdienste von Bismarck wurden dort regelmäßig Leuchtfeuer angesteckt – also einfach nur ein Erinnerungsmemorial in Miniformat.

Der Autor des Artikels hat sich nun mit dem traurigen Schicksal der noch beiden verbliebenen Türme auseinander gesetzt. Und er setzt sich generell auseinander mit Bauwerken aus deutscher Zeit. Er ist der Ansicht, dass die jetzigen Kaliningrader ein gespaltenes Verhältnis zu diesen Bauwerken haben, kein modernes Verhältnis aufbauen können oder wollen und es somit insgesamt schwierig ist, mit dem kulturhistorischen Erbe praktisch und vernünftig umzugehen.

Zum Ende seines Artikels können die Leser im Rahmen einer Umfrage abstimmen. Fünf Prozent sind der Meinung man soll die Türme so lassen wie sie jetzt sind, zwei Prozent meinen, dass die Türme ein Zeichen des Militarismus und somit zu zerstören sind, 93 Prozent sind der Meinung, diese Türme als historisches Kulturerbe zu restaurieren und zu erhalten.

Und nun komme ich wieder auf meine eigene Analyse des Artikels zurück und erinnere mich an eine Äußerung von St. Woskresenski, dem Vertreter des russischen Präsidenten in Kaliningrad, der vor wenigen Tagen in einem Interview geäußert hat: „Wir haben hier einen einzigartigen Ort, wo verschiedene Konzepte vereint sind: das teutonische, das deutsche, das sowjetische und das neurussische Konzept. Und das müssen wir nutzen.“

Quelle: Eigenkommentar
Uwe Niemeier
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 52-2012

Beitrag von Jenenser »

Hallo Uwe,

vielen Dank für Deine voraussichtlich letzte Ausgabe des Kaliningrader Wochenblattes in diesem Jahr. Deine Ansichten in dem Bericht zu den Bismarcktürmen decken sich auch mit meinen Erlebnissen in Kaliningrad und Umgebung. Die deutsche Geschichte der Region wird durch die Russen nicht länger verschwiegen oder ignoriert. Im Gegenteil, im Zusammenhang mit erfolgter Auseinandersetzung zu geschichtlichen Ereignissen besteht sogar häufig der Wunsch, Zeugnisse der Vergangenheit zu erhalten, um sie der Nachwelt zu erhalten. Glaubt man der Internetumfrage, so ist sie doch ziemlich eindeutig. Ich sehe das als positives Signal in der Beziehung Russland-Deutschland. Alles Gute für Dich und Kaliningrad im Jahr 2013!

...übrigens gibt es auch in Jena noch einen der erhaltenen Bismarcktürme. Ich kenne ihn noch als „Turm der Jugend“ aus meiner Kindheit.
http://www.bismarcktuerme.de/ebene4/thue/jena.html
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 52-2012

Beitrag von domizil »

Jenenser hat geschrieben:Alles Gute für Dich und Kaliningrad im Jahr 2013!
... ja, besten Dank für die Wünsche, insbesondere für Kaliningrad. Ich befinde mich im Moment in Norderstedt und mir glühen die Ohren vor lauter politischen Neuigkeiten - trotz Jahreswechsel. Eins weiß ich genau: 2013 wird ein Jahr mit sehr vielen Veränderungen in Kaliningrad - und es kommt der Moment wo die Arbeit der letzten 12 Monate endlich Früchte trägt.
Uwe Niemeier
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Axel Henrich
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 52-2012

Beitrag von Axel Henrich »

Jenenser hat geschrieben:...übrigens gibt es auch in Jena noch einen der erhaltenen Bismarcktürme.
Na nu gib mal nicht so an ... ;)
auch Gera hat einen (gehabt): http://www.bismarcktuerme.de/ebene4/thue/gera.html und ca. 10km weiter, direkt im Bergbaugebiet der ehemaligen Wismut steht der naechste gut erhaltene - Reust: http://www.bismarcktuerme.de/ebene4/thue/ronneb.html

Danke fuer die Erinnerung, am letzteren ist auch ein Cache versteckt, den ich im Juli 2007 geloggt habe: Cache-Bismarckturm-Reust

Auch Euch Beiden ein gesundes Neues und alles Gute!

-ah-
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 52-2012

Beitrag von Jenenser »

Axel Henrich hat geschrieben: Auch Euch Beiden ein gesundes Neues und alles Gute!
...beste Grüße zurück! Im ersten Kanal (Auslandsausgabe) läuft gerade die Ausgabe «Золотой Граммофон»2012, die zur Zeit nur durch die Nachrichten unterbrochen wird. Als Moderatorin: Вера Брежнева. Da haben am Anfang alle den Witz verstanden, dass schon andere Breschnews in diesem Saal in Moskau aufgetreten sind.
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Axel Henrich
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Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 52-2012

Beitrag von Axel Henrich »

Jenenser hat geschrieben:Im ersten Kanal (Auslandsausgabe) läuft gerade die Ausgabe «Золотой Граммофон»2012
Schau ich natuerlich auch ... ;) allerdings koennte ich von den Sticheleien zwischen Ургант, Киркоров ибд Басков ruhig noch ein bischen mehr vertragen ... :lol:

-ah-
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