Ubykhen, Shapsough, Abchasen, Tscherkessen, Adygejer

Russlands beliebtestes Reiseziel und Austragungsort der Winter-Olympiade "sochi 2014"
Mariana
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Ubykhen, Shapsough, Abchasen, Tscherkessen, Adygejer

Beitrag von Mariana »

Ausgliederung aus dem Thread http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=43&t=10692. Zejtnot, Vize-Admin

Dass da nix los is, kann ich nicht gerade sagen...da ist sehr viel unmut in der luft, und zwar bei den Ureinwohnern, den Tscherkessen. Die sind 1864 nach einem 100-jährigen Krieg mit Russland von den Russen massenweise ermordet (Krasnaya Polyana -"Blutrotes Feld" - dämmert es jetzt, weshalb dieser Name gegeben wurde?) und von Sotschi aus ins Osmanische Reich zwangsverschifft worden. Die tscherkessische Hauptstadt Sotschi und das Land Tscherkessien wurden von Russland annektiert. Die Austragung der Olympischen Spiele ausgerechnet auf diesem Areal kränkt die Ureinwohner sehr, aber wenn die den Mund aufmachen, werden die gleich verknackt oder die Birne wird ausgepustet.
bauplan
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von bauplan »

Mariana hat geschrieben:..Die sind 1864 nach einem 100-jährigen Krieg mit Russland von den Russen massenweise ermordet ...
Man sollte etwas diffrenzieren, es war damals nicht Russland, sondern das "Rossijskaja imperija, zu deutsch: (All-)Russisches Imperium".
Es hatte ja auch nicht Deutschland die Kolonien in Afrika, sondern das "Deutsche Reich", und für die Nazizeit sagen die Russen ja auch "Hitlerdeutschland" nicht Deutschland.
Sollte man faierweise dann auch umgekehrt machen. Sonst impliziert das irgendwie, dass das heutige Russland daran Schuld träge.
tl1000r
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von tl1000r »

bauplan hat geschrieben:
Mariana hat geschrieben:..Die sind 1864 nach einem 100-jährigen Krieg mit Russland von den Russen massenweise ermordet ...
Man sollte etwas diffrenzieren, es war damals nicht Russland, sondern das "Rossijskaja imperija, zu deutsch: (All-)Russisches Imperium".
Es hatte ja auch nicht Deutschland die Kolonien in Afrika, sondern das "Deutsche Reich", und für die Nazizeit sagen die Russen ja auch "Hitlerdeutschland" nicht Deutschland.
Sollte man faierweise dann auch umgekehrt machen. Sonst impliziert das irgendwie, dass das heutige Russland daran Schuld träge.
Aha, danke für Info. Sollte ich mal meiner Kursker Freundin sagen, dass sie endlich mal "Hitlderdeutschland" in Tegel sagt und nicht das Wort "Deutschland" in Ihren Wortschatz aufnimmt.

Mfg M.
bauplan
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von bauplan »

tl1000r hat geschrieben: Aha, danke für Info. Sollte ich mal meiner Kursker Freundin sagen, dass sie endlich mal "Hitlderdeutschland" in Tegel sagt und nicht das Wort "Deutschland" in Ihren Wortschatz aufnimmt.

Mfg M.
Also ich höre, im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten, für die Jahre 1933-1945, in Russland sehr oft denTerminus "Hitlderdeutschland" .
tl1000r
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von tl1000r »

Aha, kann gut sein. Aber ich befinde mich im Umkreis von Personen, die das Ganze eventuell nicht vergessen haben, aber zumindest einen "Neuanfang" versuchen und wollen. Weiß ja nicht, ob du in letzter Zeit mal in Breslau oder Krakau warst, aber auch da ist die polnische Jugend (Studenten) ziemlich aufgeschlossen gegenüber Deutschen. Man(n)/Frau hat das Ganze sicherlich nicht vergessen, aber versucht sich anzunähern und ich zolle Respekt dafür. Wobei ich in Polen mitbekommen habe, dass man eher den Russen hasst, als den Deutschen...

PS: meine Oma geboren in Liegnitz, vertrieben von den Russen...

Mfg Matthias.
Zuletzt geändert von tl1000r am 10 Feb 2013, 06:12, insgesamt 1-mal geändert.
bauplan
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von bauplan »

tl1000r hat geschrieben:Aha, kann gut sein. Aber ich befinde mich im Umkreis von Personen, die das Ganze eventuell nicht vergessen haben, aber zumindest einen "Neuanfang" versuchen und wollen. Weiß ja nicht, ob du in letzter Zeit mal in Breslau oder Krakau warst, aber auch da ist die polnische Jugend (Studenten) ziemlich aufgeschlossen gegenüber Deutschen. Man(n)/Frau hat das Ganze sicherlich nicht vergessen, aber versucht sich anzunähern und ich zolle Respekt dafür. Wobei ich in Polen mitbekommen habe, dass man eher den Russen hasst, als den Deutschen...

PS: meine Oma geboren in Liegnitz...

Mfg Matthias.
Weder Breslau noch Krakau. Aber in Russland diffrenzieren gerade die Älteren, die es miterlebt haben, am meisten.
Das s in Polen anders ist, kann gut sein.
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von m1009 »

bauplan hat geschrieben:Das s in Polen anders ist, kann gut sein.
Es ist anders.... "elternbedingt" ;), haben wir enge Freundschaften, seit den Siebzigern, nach Polen und Russland. Hab selbst irgendwann in Mitte der Neunziger 2 oder 3 Jahre in Polen (Schlesien, gearbeitet in ganz Polen) verbracht. In Polen assoziiert man haeufig : Deutscher = Nazi = Deutschland....

In Russland dagegen habe ich den Eindruck, wenn die Russen ueber die Nationalsozialische Diktatur sprechen, nicht Deutschland meinen, schon gar nicht Deutschland nach '89.....
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von Magdeburg-Moskva »

Mariana hat geschrieben:Dass da nix los is, kann ich nicht gerade sagen...da ist sehr viel unmut in der luft, und zwar bei den Ureinwohnern, den Tscherkessen. Die sind 1864 nach einem 100-jährigen Krieg mit Russland von den Russen massenweise ermordet (Krasnaya Polyana -"Blutrotes Feld" - dämmert es jetzt, weshalb dieser Name gegeben wurde?) und von Sotschi aus ins Osmanische Reich zwangsverschifft worden. Die tscherkessische Hauptstadt Sotschi und das Land Tscherkessien wurden von Russland annektiert. Die Austragung der Olympischen Spiele ausgerechnet auf diesem Areal kränkt die Ureinwohner sehr, aber wenn die den Mund aufmachen, werden die gleich verknackt oder die Birne wird ausgepustet.
Ich höre weder von Morden an Tscherkessen / Adygejern, noch von deren Aufschreien. Immer dran denken, dass jeder Dreck am Stecken hat.

Und solch einen Beitrag gleich als ersten zu schreiben, riecht nach Propaganda/Spam.
Nikolaus
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von Nikolaus »

Hm, ist doch ausbaufaehig: Sotschi und Nordwestkaukasus den Adygejern, Ostdeutschland den Sorben und Wenden, Grossbritannien den Kelten, Amerika den Indianern, ... Und Friede ist ueberall. :)
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GIN
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Re: Nichts los in Sochi?

Beitrag von GIN »

Mariana hat geschrieben:Dass da nix los is, kann ich nicht gerade sagen...da ist sehr viel unmut in der luft, und zwar bei den Ureinwohnern, den Tscherkessen. Die sind 1864 nach einem 100-jährigen Krieg mit Russland von den Russen massenweise ermordet (Krasnaya Polyana -"Blutrotes Feld" - dämmert es jetzt, weshalb dieser Name gegeben wurde?) und von Sotschi aus ins Osmanische Reich zwangsverschifft worden. Die tscherkessische Hauptstadt Sotschi und das Land Tscherkessien wurden von Russland annektiert. Die Austragung der Olympischen Spiele ausgerechnet auf diesem Areal kränkt die Ureinwohner sehr, aber wenn die den Mund aufmachen, werden die gleich verknackt oder die Birne wird ausgepustet.

Bei Krasnaya Polyana lebten Teile der Ubykhen (es waren drei Aule), ihr eigene Bezeichnung war "Päch" und dieses Volk ist seit den 60er Jahren den 20 Jahrhunderts ausgestorben (Die letzten lebten in der Türkei, in Russland gab es keine mehr). Sprachlich waren sie das Bindeglieg zwischen den Shapsough und den Abchasen(Abaza) (Ihre Sprache konnten weder Shapsough noch Abchasen ohne Dolmetscher verstehen). Sie sind eine eigene Volksgruppe, gehörten nicht zur Sammelbezeichnung der Tscherkessen und waren ein militantes sunitisches Völkchen das von Piraterie und Menschenhandel über viele Jahrhunderte lebte. Die Stadt Sochi war zu diesem Zeitpunkt ein kleines verlassenes Nest von Händlern mit einem russischen Fort. Weder Abchasen, noch Ubykhen, auch nicht Tscherkessen lebten an der Küste in Städten, sondern in Aulen und kleinen Dorfgemeinschaften in den Hügeln und Bergen.
Man würde zur heutigen Zeit sagen das Ubykhen Islamisten waren die einfach nur Gewalt verstanden. Heute werden die ehemaligen Bewohner von Krasnaya Polyana von Abchasen, Shapsough und sogar von Adygen vereinahmt ohne eine wirkliche Grundlage zu haben. Heute leben dort (Krasnaya Polyana) Nachfahren von Pontaki Griechen die vom osmanischen Reich im 1 Weltkrieg aus der Region Trabzon vertrieben wurden. Mann sollte vielleichet die Türken bitten sich an den Bauarbeiten von Sochi zu beteiligen, denn ohne ihre Gewaltanwendungen gegen Armenier und Griechen würden heute in Sochi und Krasnaya Polyana fast keine Griechen und Armenier leben. Aber man könnte auch die Italiener verklagen weil die Römer Mithredates aus Dyskurias verjagt haben und Sevastopolis gemacht haben.
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