"Schengen Mystery Lottery"
Ich kann es persönlich nicht genau sagen, aber aus in diesem Fall unbenannter Quelle, aber in meinen Augen überaus kompetent:
"Das Programm rechnet nur 30 Tage und zusätzlich den Tag der Einreise mit."
Der Algorithmus der Schengen Mystery Lottery unterscheidet die Monate nicht voneinander, sondern setzt alle auf 30 Tage. Wirft dann aber ein Ergebnis in Tagen aus.
Hierdurch entstehen diese Differenzen. Wie er dies tatsächlich programmtechnisch verarbeitet, soweit sind wir noch nicht. Aber es ist ziemlich klar, das eine Konstante dort zu setzen, wo eigentlich unmöglich ist, stets zum falschen Ergebnis führen wird, wenn die Realität gerade mal nicht mit der Konstanten übereinstimmt.
Und irgendwie ist es sogar einleuchtend, wenn man bedenkt, das das Jahr eben 365 Tage und nicht 360 Tage hat.
Es ist wirklich so erschreckend simpel. Anstatt einen simplen Abzählalgorithmus am realen Kalender in das Programm einzufügen, verwendet man eben eine Konstante.
@silvio: Versuchs mal in Österreich, Flughafen Wien, die haben einen Mix aus Kalenderhalbjahr und 180 Tagen - da sie aber noch selbst nachrechnen, brauch deren System auch keiner wirklich zu verstehen, bei denen heißt es im Zweifel immer für den Angeklagten - und wahrscheinlich gegen den Papierkram
Was den freundlichen Programmierer angeht.... die hatten im Verlauf des gesamten Tages dort über das Problem diskutiert... Und auch wenn ich daran glaube, das Landratsämter am Karfreitag öffnen, irgendwie fällt es mir schwer, das man über das Lagezentrum - wohl auch im Lagezentrum - der Bundespolizei den Programmierer eines Programms erreichen kann, das angeblich auch in anderen europäischen Staaten verwendet wird...
Ich persönlich schätze das inzwischen so ein, das man es mit einer mehr oder weniger sympathischen Gauklertruppe zu tun hat, wo jeder mal an der Reihe ist, den Kopf hinzuhalten - alles mit nur dem einen Ziel: Irgendwie das Problem vom Hals zu bekommen - ohne an den Grundfesten zu rütteln.
Das geht inzwischen sogar so weit, das Ömchen trotz angeblichem Overstay von 85 Tagen die Ausstellung eines neuen Visums angeboten wurde, damit sie im Juli wieder kommen kann. Ganz unbürokratisch, von einem Tag auf den anderen - und natürlich aus rein humanitären Gründen. Irgendwie ist das gerade alles Absurdistan hoch drei.
Ergänzend dazu: Nach 29 Tagen sind die eigentlichen Akten zu diesem Vorfall immer noch auf dem Weg von der Bundespolizei am Flughafen München zur Staatsanwaltschaft Landshut. Aufgrund dessen ist eine Akteneinsicht nicht möglich.
