domizil hat geschrieben:Ich persönlich schätze das Fahren auf "zwei Rädern" (egal ob Fahrrad oder Moped) in Kaliningrad als lebensgefährlich ein - egal ob man auf der Kurischen Nehrung fährt oder im Stadtzentrum. Fahrrad fahren kann man nur genießen, wenn dies in Gruppen und organisiert geschieht. Ansonsten würde ich dringend abraten.
Uwe Niemeier
Ich war im Mai 2005 mit meinem Vater ca. 1000 km im gesamten Kaliningrader Gebiet von Ort zu Ort mit dem Fahrrad unterwegs (Tagestouren so um die 80 km). Ich kann domizil's Einschätzung, der Radfahren im Kaliningrader Gebiet als "lebensgefährlich" einstuft, in keinster Weise nachvollziehen. Wir haben uns auf der ganzen Tour sicher gefühlt, es war unter diesem Aspekt letztlich auch nicht anders als eine Radtour hier in Deutschland. Allerdings sind wir zu 95% auf Nebenstrassen und -sträßchen gefahren. Einzig vergleichweise kurze Abschnitte waren wir auf Hauptstraßen unterwegs (z.B. auf der A190 vor und hinter Polessk oder auch auf der A229 bei Tschernjachovsk). Auf der Kurischen Nehrung war das Radeln sehr entspannt, in Kaliningrad selbst sind wir große Strecken auf den Gehwegen gefahren (auch wenn wir dafür gefühlte 100 mal hohe Bordsteinkanten rauf- und wieder runter mussten).
Ich frage mich jetzt, wie domizil (und auch andere) darauf kommen, dass Radfahren im Kaliningrader Gebiet so gefährlich sein soll. Es war eine unserer schönsten Touren überhaupt - und wir waren schon an vielen Ecken und Enden Europas mit dem Fahrrad unterwegs. Wir konnten unsere Radtour von A - Z genießen, nachdem uns vor unserer Reise einige Leute davor gewarnt hatten (diejenigen waren aber selbst noch nie dort unterwegs ;-)) Oder sollte sich seit 2005 in der Hinsicht etwa so viel verändert haben? Das allerdings würde ich sehr schade finden...
Wer Interesse an meinem (sehr ausführlichen) Radtourenbericht hat: ich maile ihn gerne zu :-)
Viele Grüße
Uwe