Seit >11Jahren lebe ich in Moskau und habe weder in der Hauptstadt, noch auf eine meiner Reisen durch das weite Land eine negative Erfahrung auf Grund meiner deutschen Nationalität gemacht - ganz im Gegenteil. Die Antwort auf die Frage - "Wo kommst Du her?" wird immer mit Bewunderung, Wohlwollen, Begeisterung und Freude aufgenommen. Diese offenen Arme machen mir als Ausländerin, die mittlerweile fliessend russisch spricht (und fährt;-))), das Leben sehr leicht und angenehm. Ich fühle mich willkommen und anerkannt. Auch in meinen weitreichenden internatiinalen Bekannten-und Freundeskreis kenne ich keinen Ausländer (Italiener, Holländer, Briten, Amis, Aussies, etc), der hier in irgendeiner Form schon einmal ein Problem mit rassistischem Hintergrund hatte.
ABER all diese Leute haben weiße Hautfarbe.
Ganz anders geht es unseren farbigen Freunden aus der internationalen Expat-Fussball-Liga. Die Jungs stammen aus Afrika und studieren hier - das Studium wird durch Organisationen, Austausch oder Familie finanziert. Sie sprechen russisch und wissen ganz genau, wann und wo sie sich besser nicht aufhalten.
Und jeder, der nachts schon mal in Domodedevo international eingereist ist, erlebt die Schikane (aus der Betrachterperspektive), denen die Reisenden aus den südlichen GUS-Ländern bei Pass- und Zollkontrolle ausgesetzt sind.
Seitdem ich hier lebe, ist der Einkauf von frischen Lebensmitteln auf dem Markt (ich kaufe nur auf dem Danilovsky) ein wirkliches Vergnügen. Ich kenne die Händler seit vielen, vielen Jahren und sie erzählen mir, was sie hier erleben, unter vorgehaltener Hand. Schlimme Ausbeutung am Rande der Legalität.
Noch schlimmer sieht es wohl auf den Baustellen aus, wo die südländischen Arbeiter bei Wind und Wetter die Drecksarbeit machen müssen.
Kein Russe fasst solche Arbeit, die körperlich dauerhaft extrem anstrengend, über eine 6-7Tage-Woche mit 12h-Schichten dauert und sehr schlecht entlohnt wird, an! Dafür sind die 'tscherny' (der Russe bezeichnet alle Dunkelhaarigen als 'Schwarze') gut - aber eben nur dafür. Aber bitte keinen Familiennachzug, keine relegiöse Glaubensbekundung (Islam), usw.
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Beim Reizthema Islam sollte man nicht vergessen, dass Tataren, Baschkirier und Kaukasier ebenfalls dem Islam und nicht der russ.orthoxen Kirche folgen.
Russland ist kein fremdenfeindliches Land per se, aber Teile der Bevölkerung haben ein grosses Problem mit Anders-farbigen und halt Anders-liebenden. Wenn die Politik mit ihren neuen Gesetzen und Säuberungsmassnahmen weiter so Stimmung macht, wird sich Russland von seiner Weltoffenheit verabschieden. Eine traurige Entwicklung!