Deutsche aus Russland

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Berlino10
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von Berlino10 »

Jochen hat geschrieben:Ich glaube eher, Blue88 hat aufgrund ihrer Herkunft starke Minderwertigkeitskomplexe und möchte nun in DE allen zeigen, was für eine mustergültige Deutsche sie jetzt sei.
Den Eindruck hatte ich auch, als ich die Beiträge gelesen habe. Ich selbst bin in Deutschland geboren, meine Mutter mit 14 Jahren Anfang der 60er als Oberschlesierin nach DEU gekommen, sie konnte kein Deutsch und musste es hier lernen.
Leider führte das wohl zu Komplexen, und einer Haltung "bloß nicht auffallen" und vermittelte mir das Gefühl "weniger wert zu sein" bzw. etwas verheimlichen zu müssen.
Und das obwohl sich ehrlich gesagt niemand dafür interessierte, woher man kam ...
Ich persönlich finde es schade, dass sie mir nie Polnisch beigebracht hat ... auch für meine Oma war klar, dass man die Vergangenheit lieber schnellstmöglich abschließen und verbergen sollte.

Diese vorauseilende Deutschtümelei, immer als "guter Deutscher" dastehen zu wollen, offenbarte sich damals zumindest auch in besonders harten politischen Meinungen gegenüber Ausländern, pro Todesstrafe u.ä.

Ich finde es jedenfalls schade, wenn man alles nur schwarz/weiß betrachtet, und plötzlich nur noch 100% Deutscher sein will ... man verliert - gerade auch mit der (russischen) Sprache - nicht nur Erinnerungen, sondern quasi auch seine eigene Kindheit, man gibt einen Teil seiner eigenen Identität auf und verleugnet letztendlich einen Teil von sich selbst - das kann nicht gesund sein.

Man kann doch jetzt als Deutscher leben und trotzdem noch die alte Sprache, Kultur und Bräuche seiner Kindheit pflegen? Ob man in jungen Jahren seine Blini nun mit deutschem oder russischem Pass gegessen hat, dürfte gerade auch für Kinder völlig schnuppe sein. Und gesunden Deutschen macht das mit Sicherheit gar nichts aus, im Gegenteil werden sie es als Bereicherung erfahren. Warum sonst bietet zB Helene Fischer in DEU immer wieder russische Lieder aus ihrer alten Heimat dar, obwohl sie schon mit 5 Jahren auswanderte?

Ich finde es verständlich und wahrscheinlich auch unausweichlich, wenn man sich erst einmal "leer" macht, um so viel Deutsches einzusaugen, damit man sich bald heimisch fühlen kann in seiner neuen Heimat.
Wlada Kolosowa: Russland to go hat geschrieben: Als ich nach Deutschland kam, tat ich alles, um zu vergessen, wo ich herkomme. Mit zwölf macht es keinen Spaß, anders zu sein. Ich hätte die rechte Hand für einen Nachnamen gegeben, den ich nicht bei jeder Gelegenheit fünfmal buchstabieren muss, und die linke für irgendeine deutsche Stadt als Geburtsort, egal welche, von mir aus auch Bottrop.

Auch später versuchte ich zu vertuschen, dass ich meine ersten Jahre in einem anderen Land verbracht habe. Ich las dreimal "Generation Golf", weil ich glaubte, dass ich so etwas über die deutsche Kindheit lernen könnte. Ich schrieb Karteikarten, damit ich mitreden kann. "Capri-Sonne", stand drauf, "Mini-Playback-Show", "Wicki und die starken Männer". Ich habe sogar einmal in meinem Leben "Wetten, dass…?" angeschaut und mir Stichpunkte gemacht.

Erst heute ist das Anderssein zu einem Wert geworden. Was früher Stigma war, ist heute Alleinstellungsmerkmal.

Aber keinesfalls sollte man seine Herkunft/Kindheit verleugnen oder auch Sprache, Wurzeln ablegen.
Auch wenn die mehrmonatige Reise von Wlada Kolosowa vielleicht auch journalistisch motiviert war, kann man nachvollziehen, wie wertvoll es ist, sich selbst zu erfahren, warum man ist wer man ist ...
Irgendwann kann man das sogar positiv einbeziehen in sein Leben, seine Identität … Ich persönlich finde es jedenfalls bereichernd, wenn man Kulturen anderer Länder in seine Identität holen kann und so hoffe ich darauf noch viele russische Monate einsaugen zu können, so wie ich es vor Jahren mit Italien gemacht habe … ich glaube dabei nicht, ein schlechterer Deutscher zu sein, im Gegenteil .. auch wenn vielleicht nur 74,5% von mir deutsch sind, 12,3% polnisch, 11,6% russisch, 7,6% italienisch …
Sprachen zu beherrschen, Kulturen und Menschen international zu kennen ist eine Bereicherung .. sie zu vergessen oder gar zu verleugen eine Verarmung.
Jochen
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von Jochen »

Mein Studienfreund (Vater NVA-Offizier, Mutter Russin) hat ab seiner Jugend alles Russische abgelehnt. Doch spätestens im Studium erschlossen sich ihm Möglichkeiten, da hat er es sehr bedauert kein besseres Russisch zu können.
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .
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GIN
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von GIN »

Ich habe überspitzt, wollte nur die Kacka weiterverteilen.

Ich denke Blue ist wie manuchka schon bemerkte nicht in dem richtigen Forum gelandet. Sie wendet sich an Russlanddeutsche, Nachfahren von Russlanddeutschen und halt nicht die anderen Menschen die hier wohl die klare Mehrheit ausmachen und sich über die Eigenheiten bei Russlanddeutschen nicht kümmern brauchen/wollen/müssen.
Woyzeck

Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von Woyzeck »

Die meisten in Deutschland lebenden Deutschen haben leider einen IQ von 40 (Nur zum Vergleich: Ein ausgewachsener Gorilla schafft es bis auf 80) und wissen nichts über Russlanddeutsche, wie auch, wenn in Geschichte nur Hitler durchgenommen wird, ich werde seit meiner Geburt in Deutschland als Russe akzeptiert, obwohl mein Vorname Deutsch ist, Nachname aus Schwaben kommt und in Deutsch immer 12 Punkte geschrieben wurden, aber das ist irrelevant, für Deutsche bleiben wir Russen, deswegen auch die soziale Exklusion. Nicht das Nationalität in irgendeiner Weise eine Rolle in dieser ohnehin schon globalisierten Welt spielt, aber die Unwissenheit einiger Mitbürger ist erschreckend.
Anelya
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von Anelya »

Woyzeck hat geschrieben:Die meisten in Deutschland lebenden Deutschen haben leider einen IQ von 40 (Nur zum Vergleich: Ein ausgewachsener Gorilla schafft es bis auf 80) und wissen nichts über Russlanddeutsche, wie auch, wenn in Geschichte nur Hitler durchgenommen wird, ich werde seit meiner Geburt in Deutschland als Russe akzeptiert, obwohl mein Vorname Deutsch ist, Nachname aus Schwaben kommt und in Deutsch immer 12 Punkte geschrieben wurden, aber das ist irrelevant, für Deutsche bleiben wir Russen, deswegen auch die soziale Exklusion. Nicht das Nationalität in irgendeiner Weise eine Rolle in dieser ohnehin schon globalisierten Welt spielt, aber die Unwissenheit einiger Mitbürger ist erschreckend.
Wenn das jetzt eine ironische Überspitzung war, dann hast du den Ton nicht richtig getroffen. Für soziale Exklusion sind immer zwei Seiten verantwortlich - und wenn die eine Seite pauschal die "meisten in Deutschland lebenden Deutschen" als Idioten abstempelt, dann kann ich verstehen, dass die andere Seite an einem tieferen Dialog kein Interesse hat.

Btw mit deutschem Vor- und Nachnamen, Geburtsort in Deutschland und perfekten Deutschkenntnissen - woher wissen denn dann alle um Gottes willen dass du Russlanddeutscher bist??? Ich habe zumindest in meinem Jahrgang keine Umfragen geführt, ob irgendjemand irgendwo mal was mit Russland zu tun hatte.
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von kamensky »

Woyzeck hat geschrieben:Die meisten in Deutschland lebenden Deutschen haben leider einen IQ von 40 (Nur zum Vergleich: Ein ausgewachsener Gorilla schafft es bis auf 80) und wissen nichts über Russlanddeutsche, wie auch, wenn in Geschichte nur Hitler durchgenommen wird, ich werde seit meiner Geburt in Deutschland als Russe akzeptiert, obwohl mein Vorname Deutsch ist, Nachname aus Schwaben kommt und in Deutsch immer 12 Punkte geschrieben wurden, aber das ist irrelevant, für Deutsche bleiben wir Russen, deswegen auch die soziale Exklusion. Nicht das Nationalität in irgendeiner Weise eine Rolle in dieser ohnehin schon globalisierten Welt spielt, aber die Unwissenheit einiger Mitbürger ist erschreckend.
Ihr eher ketzerischer Kommentar weist aber auch nicht wirklich auf einen hohen IQ hin!
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von manuchka »

Woyzek ich weiß ja nicht, in welchen Kreisen du dich bewegst, wenn du hauptsächlich Deutsche mit IQ unter Gorilla-Niveau kennst. Dass die meisten wenig oder nichts über Russlanddeutsche wissen - nun, das mag daran liegen, dass das Thema für die meisten wenig relevant ist. Wieviel weißt du denn über die Deutschen, die seinerzeit nicht nach Russland, sondern nach Südamerika ausgewandert sind und dort noch heute große deutsche Siedlungen haben? Außerdem gibt es ja genug Russlanddeutsche, die eben viel mehr Russen als Deutsche sind - das war ja auch der Anlass für dieses Thema im Forum...
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von Kultgrieche »

Woyzek hat m.E. ausdrücken wollen, dass es doch eine nicht unbeträchtliche Zahl Deutscher mit begrenztem Wissenshorizont gibt. Diese intellektuelle Beschränkteit fällt mir leider in vielen Gesprächen auch auf, für viele endet die normale Welt am Fulda Gap, Lettland=Litauen ("und da oben gibt es auch noch so ein kleines Land"), und über Russland wird quasi als Wiederkäuer nur das z.T. rezitiert, was die Medien vorgeben.
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von Anelya »

Nicht jeder hat das Interesse an Russland, das ist doch völlig in Ordnung!
Meine Gastfamilie in Nigeria war auch völlig geschockt, dass die meisten Deutschen nicht wissen, dass dort Igbo und Hausa leben, dass dort komplett unterschiedliche Sprachen gesprochen werden etc.pp.

Ich würde aus reinem Unwissen nicht gleich auf bösen Willen/Intoleranz schließen.
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Kultgrieche
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Re: Deutsche aus Russland

Beitrag von Kultgrieche »

Das nicht, aber nichts ist schlimmer als Halbbildung. Wenn jemand schon nur eine vage Vorstellung von etwas hat, sollte er mit Beurteilungen vorsichtig sein!
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