Probleme in d-ru Beziehungen

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Anonymous

Probleme in d-ru Beziehungen

Beitrag von Anonymous »

Hallo an Alle!

Leider scheint die Diskussion in den beiden themenverwandten Foren schon beendet zu sein. Da ich diesbezüglich Gesprächsbedarf habe, eröffne ich hier ein neues Thema.

Mich interessiert vor allem, wie d-ru Paare vor ihrer Heirat mit der "Schwierigkeit" bzw. dem Problem umgegangen sind, dass die russ. Frau in der Regel sehr viel aufgeben muss (Familie, Freunde) und vor einer ungewissen Zukunft steht. Was ist letztendlich das Ausschlaggebende gewesen, dass eine russische Frau diesen Schritt getan hat?

Mein Hintergrund:

Seit ca. 2,5 Jahren führe ich eine Beziehung zu einer russischen Frau (Marina). Ich hatte Sie bei ihren Eltern besucht (2003) und sie hat meine Familie letztes Jahr kennen gelernt.
Wir führen eine Fernbeziehung, die mal mehr oder weniger intensiv ist. Gut, sie arbeitet in Moskau und trägt noch die Verantwortung, ihre Familie zu unterstützen. Das ist mit Sicherheit nicht leicht.
Ich bin in Karlsruhe als Techn. Redakteur beschäftigt - leider nur per Zeitvertrag.

Sie hat noch starke Gefühle für mich ("...still have very, very warm fellings for you"), aber sie sagt auch dass es keine Liebe ist.
Begründung: Es ist schwierig für Sie, Liebesgefühle aufrechtzuerhalten, wenn die Person, die sie liebt nicht bei ihr sein kann und sie ihr Leben an seiner Seite verbringen kann. Andererseits will sie mich nicht verlieren und die Beziehung zu mir aufgeben. Dies hatte ich "angedroht", weil sie sich bei mir kaum noch selbst gemeldet hat. Sie hat dies mit ihrer Arbeitsbelastung begründet, sich für ihr Verhalten entschuldigt und versprochen, sich zu bessern.

Wir hatten uns letztes Jahr über unsere Zukunft unterhalten. Wir wollten zusammen sein und auch Kinder haben. Aber angesichts meiner beruflichen Situation sagte sie, müsse sie wissen wohin sie geht. Ich meinerseits hatte schon damals, als ich sie in Russland besuchte erklärt, dass ich sie erst nach D holen würde, wenn ich eine gewisse berufliche Sicherheit hätte. Die Verantwortung wollte ich mir damals nicht zumuten.

Ich hege für die Frau nach wie vor sehr, sehr starke Gefühle. Ich kann mir keine bessere Frau an meiner Seite vorstellen und möchte gerne mit ihr zusammen sein. Ich bin mir allerdings auch klar, dass Telefonieren, email und unregelmäßige Besuche auf Dauer keine Lösung sind. Wir stehen uns zwar nah, verstehen uns gut, aber es fehlt die persönliche Nähe.

Leider macht mir meine berufliche Perspektive zu schaffen. Mein Zeitvertrag läuft Mitte Juli aus und ich weiss noch nicht 100%-ig wie es weitergeht (habe aber schon etwas in die Wege geleitet). Natürlich leide ich unter dieser Situation, denn irgendwie fühle ich mich als "Schuldiger", der es im wohlhabenden Westen irgendwie nicht gebacken kriegt, für ausreichend Sicherheit und eine vernünftige Perspektive zu sorgen.

Wer von euch hat eine ähnliche Situation durchgemacht? Wie ging es euch bzw. wie habt ihr mit euren russ. Freundinnen bzw. zukünftigen Partnerinnen über diese Situation geredet? Wovor hatten eure Frauen am meisten Angst, bevor Sie nach D kamen?

Wäre sehr dankbar, wenn es hier zu einem lebendigen und reichhaltigen Gedankenaustausch käme!

Gruß

Hubert
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

schonmal daran gedacht nach moskau zu ziehen??? wenn dein vertrag eh im juli ausläuft hält dich doch eh nichtsmehr oder?
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Ja, hab' schon mal drüber nachgedacht. Aber meine Freudin sagte,ich würde keinen einzigen Tag in Moskau überleben bzw. verrückt werden.
Rein von meiner Risikobereitschaft würde ich das machen, aber da müsste ich erst mal genug Geld sparen, um dann vor Ort die Sprache lernen zu können.
Langfristig könnte ich sogar von Sprachkenntnissen und Auslandserfahrung profitieren. Ich überlegs mir!

Hubert
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manuchka
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Beitrag von manuchka »

Ich hätte die gleiche Frage gestellt wie Metatron. Bin übrigens selbst gerade dabei, meine Koffer gen Russland zu packen - als Frau wohlgemerkt (Hubert, du bist irgendwie davon ausgegangen, dass hier nur die Kombi "deutscher Mann mit russischer Frau" vorhanden ist? :wink: )

Ich würde übrigens nicht so viel auf die Bemerkung deiner Auserwählten geben, dass du in Moskau keinen Tag überlebst. Du solltest dir zwar ein dickes Fell zulegen wegen der Behörden und so, mit denen du auf jeden Fall zu tun haben wirst, aber sonst geht's eigentlich ganz zivil zu. Vielleicht kannst du ja mal zunächst für ein-zwei Monate rüberfahren und gucken, wie dir der Alltag so schmeckt. Und vor allem solltest du mit deiner Auserwählten eure Beziehung klären, bevor du dich endgültig zum Umzug entscheidest - nur wegen ihr würdest das ja machen, und dann sollte die Sache einigermaßen sicher sein.

Warum müsstest du übrigens Geld sparen, um die Sprache lernen zu können? Ich wusste nicht, dass das eine Geldfrage ist... wenn's ums "Ich muss ja von was leben" geht - vielleicht reicht ja erst mal das Arbeitslosengeld oder das bisher schon Gesparte plus das Einkommen deiner Liebsten? Wie gesagt, probier es mal für paar Wochen oder Monate, da kannst du auch schon mal Sprache lernen. Warum hast du eigentlich nicht schon bissel angefangen, so mit Selbstlernbuch oder Reisesprachführer? Sag bloß, ihr kommuniziert die ganze Zeit englisch? Ziemlich kompliziert...

Wie auch immer - viel Glück! und Mut auch... 8)
Du erntest, was du säst.
Gast

Beitrag von Gast »

@ manuchka

Danke für deinen Beitrag; sehr ermutigend. Nee, ich hab' hier im Forum schon mitgekriegt, dass auch viele Frauen im Rahmen einer Beziehung nach RU gezogen sind, z.B. wenn der Partner dort einen Job bekommen hat.
Die grundsätzliche Überlegung war nur, dass es für Sie unter Umständen leichter ist, in D Fuß zu fassen da sie gut Englisch spricht. Ich kenne es ja von meinem Arbeitgeber (Softwarefirma). Bei uns arbeiten auch einige Leute aus den osteuropäischen Ländern. Gut, die können zwar alle mehr oder weniger gut Deutsch, aber da es ein amerikanisches Unternehmen ist, sind englische Sprachkenntnisse essentiell. Und klappt die Verständigung mit Deutsch nicht so richtig - dann alternativ halt auf Englisch.

Was das Sprachenlernen angeht, habe ich letztes Jahr einen Intensiv-Russischkurs an der VHS gemacht. Sehr interessant, es ist auch viel hängengeblieben, aber es war einfach zu schnell. Ab und zu übe ich noch in meiner Freizeit und viele Materialien lhabe ich aus dem Internet gezogen.
Allerdings bin ich da nicht konsequent. Insofern ist dein (impliziter) Vorwurf gerechtfertigt; ich hätte in der Zwischenzeit mehr machen können.

Tja, die Idee, einfach mal 1-2 Monate nach Moskau zu gehen, Sprache zu lernen und event. schon mal nach einem Job Ausschau zu halten - damit muss ich mich erst mal näher befassen. Ich habe diese Möglichkeit bisher nicht ernsthaft in Erwägung gezogen - aber du hast Recht. Als Alternative -warum nicht?
Bin jedenfalls schon dabei, Infos über deutsche Firmen einzuholen, die in Russland tätig sind. Offensichtlich gibt's da eine Liste mit ca. 400 Firmen. Sobald ich die vorliegen habe, werde ich die Firmen mal kontaktieren und die Möglichkeiten einer Beschäftigung in RU abklopfen. Vielleicht ergibt sich auch was für meine Freundin. Leider hat's mit einer Einstellung bei Siemens nicht geklappt.

Ich werde voraussichtlich im Juli meine Freundin in Moskau besuchen und dann mal die von dir vorgeschlagene Möglichkeit ansprechen.

Aber mal zu dir! Was genau zieht dich nach Ru? Kannst du Russisch?

Danke!

Hubert

Da ich
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

damit du siehst was so los ist:

http://www.br-online.de/bayern-heute/th ... /index.xml

ein paar firmen die in russland tätig sind:

http://www.vdw.ru/dbw/public_vdw/Homepa ... eset/start


mehr find ich jetzt auf die schnelle leider nicht... aber die kannst ja mal ein bisschen durchstöbern!
Glider
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Beitrag von Glider »

Ich denke, dass ihr zwei wirklich mal schauen müsst, ob ihr auch in einer Nahbeziehung miteinander klarkommt. Herzliche/warme Gefühle allein tun es nicht. Deshalb unbedingt erst mal irgendwie, und sei es für Wochen, zusammen sein.
Bei mir lief es darauf hinaus, dass meine jetzige Frau zu mir nach ca. 2 Jahren Fernbeziehung zu mir nach D kam. Nach einem halben Jahr zusammenleben, das die Gefühle füreinander bestätigte, haben wir dann geheiratet.
Da ich in D in fester Stellung war, der Arbeitsplatz meiner Frau in RUS wegrationalisiert war, kam meine Frau dann hierher.
Klar, die Telefonrechnung ist seit dem auch nicht kleiner geworden, und pro Jahr ein bis drei Besuche bei Ihren Eltern sind jeweils fällig gewesen.
Kontakt gabe es hier dann doch recht schnell, sei es aufgrund von Feten in gemischt nationalen Gruppen, oder auch durch Fortbildungsgeschichten.
Es gab auch durchaus Hängepartien, die wir aber überwunden haben. Wo Ihr letztlich dann Euch niederlasst, ist eigentlich egal, denn derjenige der sein Heimatland verlässt, wird sich auf das andere Land einstellen müssen. Irgendwann meinte daher auch meine Frau, am liebsten wäre es ihr gewesen, mit mir in ein drittes Land zu gehen, da wir dann beide die gleichen Probleme in einem neuen Land gehabt hätten.
Viel Glück!
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Beitrag von manuchka »

Hallo Hubert!
Anonymous hat geschrieben: Die grundsätzliche Überlegung war nur, dass es für Sie unter Umständen leichter ist, in D Fuß zu fassen da sie gut Englisch spricht. Ich kenne es ja von meinem Arbeitgeber (Softwarefirma). ... Und klappt die Verständigung mit Deutsch nicht so richtig - dann alternativ halt auf Englisch.

Was das Sprachenlernen angeht, habe ich letztes Jahr einen Intensiv-Russischkurs an der VHS gemacht. ... Allerdings bin ich da nicht konsequent. Insofern ist dein (impliziter) Vorwurf gerechtfertigt; ich hätte in der Zwischenzeit mehr machen können.
Ich wollte dir gar keinen Vorwurf machen, ich hab mich nur gewundert - ihr unterhaltet euch in einer Sprache, die für beide eine Fremdsprache ist... Das ist für den Anfang ok, aber auf Dauer - ich weiß nicht. Da gibt es sicher leicht Missverständnisse (die passieren ja schon, wenn Mann und Frau EINE Sprache sprechen :wink: ) Was dein Russisch betrifft - guter Anfang, bleib dran!

Du sagt, für deine Freundin wäre die Kommunikation einfacher, weil sie ja englsich spricht. Auf Arbeit ist das in Ordnung, da kämst du in Russland u.U. auch mit englisch hin, wenn du in einem entsprechenden Unternehmen bist. Aber mit Leuten unterhalten, einkaufen, Alltag - schwierg, für beide. Möchte sie nicht deutsch lernen? Vielleicht könnt ihr einander ja da irgendwie entgegenkommen...
Anonymous hat geschrieben: Tja, die Idee, einfach mal 1-2 Monate nach Moskau zu gehen, Sprache zu lernen und event. schon mal nach einem Job Ausschau zu halten - damit muss ich mich erst mal näher befassen.
Bin jedenfalls schon dabei, Infos über deutsche Firmen einzuholen, die in Russland tätig sind. Offensichtlich gibt's da eine Liste mit ca. 400 Firmen. Sobald ich die vorliegen habe, werde ich die Firmen mal kontaktieren und die Möglichkeiten einer Beschäftigung in RU abklopfen. Vielleicht ergibt sich auch was für meine Freundin. Leider hat's mit einer Einstellung bei Siemens nicht geklappt.
Ich habe die Liste irgendwo! Kann sie dir schicken, wenn ich sie finde - für Nichtstudenten kostet die ja was (das ist doch die, die die IHK rausgibt). Mal 'ne Frage - was macht ihr beide denn jeweils beruflich?
Anonymous hat geschrieben: Aber mal zu dir! Was genau zieht dich nach Ru? Kannst du Russisch?
Ja, ich kann ziemlich gut russisch, auch wenn's nicht meine Muttersprache ist. Ich hab in der Schule schon russisch gehabt und dann 1999 ein Jahr in Sibirien studiert (Schulrussisch alleine... das kann man vergessen). In dem Jahr habe ich mich in das Land "verliebt", na und nun vor einem Jahr auch noch in einen seiner Bewohner. Da ich schon paar mal in Russland war, weiß ich ungefähr, worauf ich mich einlasse - und nun will ich mal versuchen, ob ich da dauerhaft leben kann. Im Herbst zieh ich rüber zu meinem Zukünftigen. Ich hoffe auch, dass ich bis dahin einen Job finde - weiß nicht, wie für Jungjuristen da die Chancen so stehen.

Noch was - das, was Glider geschrieben hat, halte ich auch für wichtig - hab ich ja schon geschrieben: erst Beziehung klären und dann endgültige Schritte machen. Und vor allem sollte man sich immer vor Augen halten, dass derjenige, der umzieht, das freiwillig macht - hinterher Vorwürfe a la "wegen dir musste ich alles aufgeben" sind blöd. Wahrscheinlich wäre es wirklich besser, wenn beide (wie noch jemand schrieb) in ein drittes Land gingen, aber das ist in der Regel unpraktikabel.

Na jedenfalls wünsch ich euch beiden alles Gute, vor allem dir beim Überlegen und Planen.
Manu
Du erntest, was du säst.
Gast

Beitrag von Gast »

Hey, danke an alle für das tolle Feedback!

Unter einem der links die Metatron angegeben hat, kommt man an die Liste ran. Habe heute noch eine mail von der IHK Karlsruhe mit weiteren Links bekommen.

Mein Beruf ist Technischer Redakteur. Eigentlich wollte ich ja mal Lehrer werden, habe aber das Referendariat nicht zu Ende gemacht. Dann bin ich nach Köln und hab als Volontär die Ausbildung zum techn. Redakteur gemacht. Habe zwar nur 'ne 3,7 in der Note (die mündliche Prüfung war 'ne katatrophe!), aber immerhin tekom-zertifiziert. Schwerpunkt während meiner Ausbildung war die Erstellung von Kfz-Bedienunsanleitungen für Ford. Jetzt bin ich in Karlsruhe bei einer Softwarefirma als techn. Redakteur angestellt. Hier erstelle ich die Online-Hilfe für unser Softwareprodukt (es geht um Produkt-Lebenszyklus-Management). Wen es interessiert: http://www.agile.com

Meine Freundin arbeitet im höheren Management-Bereich mit Schwerpunkt Qualitätsmanagement. Ursprünglich war sie in Ivanovo in einer Großbäckerei in ähnlicher Position angestellt, aber der Verdienst war jämmerlich!
Jetzt arbeitet sie in Moskau bei einer Firma namens "Bridgetown" Die stellen Snacks (Chips u.a.) her. Auch hier ist sie im oberen Management-Bereich. So viel ich weiß muss sie direkt an die Chefs unterrichten, Berichte schreiben, Projektpläne u. Kalkulationen erstellen u.a.. Alles ziemlich stressig, da die oberen Herren ziemlich oft ihre Pläne ändern.

Gruß
Hubert
Gast

Beitrag von Gast »

Meine Freundin hatte mal mit Deutsch angefangen zu lernen. Ich hatte ihr damals auch ein bischen Literatur geschickt und ihre Freunde schenkten ihr ein RU-D Wörterbuch zum Geburtstag. Leider hat sie momentan aufgrund der beruflichen Anspannung keine Zeit mehr. Aber sie ist ziemlich clever und würde es schnell lernen.
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