Kinder in Russland

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
Berlino10
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von Berlino10 »

manuchka hat geschrieben: Wir haben das seinerzeit für meinen Mann echt in Erwägung gezogen.
In RUS? Eine männliche Tagesmutter? :shock: Das müssten aber wohl schon enge Freunde sein, die das einem Mann zutrauen?
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Zejtnot
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von Zejtnot »

Berlino10 hat geschrieben:
Zejtnot hat geschrieben: Nach Baunormen muss auch ein Neubau einen Spielplatz haben und das wird sogar eingehalten in Novosibirsk - bei den Kosten von 300.000 Rubel für ein Klettergerüst von КСИЛ ist das auch nicht das Problem.
Zu den Baunormen dürfte es sicher wohl auch gehören, dass es eine Straße zu den neuen Häusern gibt, oder?
Bei einer der Wohnungen meiner Freundin warten die Bewohner seit vielen, vielen Monaten vergeblich darauf.
Und von einem Spielplatz konnte ich dort auch nichts sehen ...
Ein solches Haus wird in Novosibirsk nicht abgenommen. Und ohne Bauabnahme kann man allenfalls schwarz einziehen (ohne Registrierung), hätte dann aber vermutlich kein Warmwasser (wird erst nach Bauabnahme gegeben) und müsste für Kaltwasser und Heizung deutlich mehr zahlen (kommerziellen Tarif statt Tarif für Wohnungen).

Deswegen sind Wohnungen nach der Bauabnahme (wenn alles in trockenen Tüchern ist) auch meist 10.000 bis 20.000 Rubel pro Quadratmeter teurer - und ein Teil wird vom Bauherr auch erst dann verkauft. Und daher ist jeder Bauherr interessiert, auch die Anlagen rund um das Haus fertigzustellen.

Beim verlinkten Beispiel hat sich scheinbar der Bauherr verkalkuliert, ein klassischer долгострой. Zu Preisen von 200х verkauft, aber zu wenig verkauft und zu langsam gebaut - ein Teufelskreis. Potentielle Kunden sehen, dass sich nichts mehr bewegt, ohne frisches Geld kann es aber nicht weitergehen. Die bisherigen Investoren gehen auf die Barrikaden. Und laut dem Artikel hat daher die Stadt einen Kredit gegeben, um wenigstens das Haus irgendwie bewohnbar zu bekommen. Nachdem sind ich Novosibirsk einige solche Dauerbaustellen angesammelt haben, geht man hier in solchen Fällen nun so vor vor: Ein neuer Bauherr bekommt irgendwo ein Grundstück zu vergünstigten Bedingungen, verpflichtet sich aber, dafür diesen zu vollenden. Inklusive allem, also auch Außengelände.

Zurück zum Thema (eventuell trenne ich die zwei Threads noch):
manuchka hat geschrieben:
Zejtnot hat geschrieben:Jetzt leisten wir uns einen privaten Kindergarten, der mehr kosten wird als meine Frau verdient.
Schon mal überlegt, Tagesmutter zu sein und eine Kindergruppe mit 3-4 Kindern zu Hause zu betreuen? Wir haben das seinerzeit für meinen Mann echt in Erwägung gezogen.
Erstens möchte meine Frau wieder in ihren Beruf (Architektin) arbeiten, was ich auch angesichts eines späteren Umzugs nach Deutschland voll unterstütze. Zweitens kann ein Kindergarten pädagogisch wesentlich mehr bieten - Sport, logopädische Betreuung, Musik, kreative Entwicklung und so weiter. Das kann eine einzelne Person (Tagesmutter) so nicht abdecken.
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manuchka
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von manuchka »

Zejtnot hat geschrieben:Zweitens kann ein Kindergarten pädagogisch wesentlich mehr bieten - Sport, logopädische Betreuung, Musik, kreative Entwicklung und so weiter. Das kann eine einzelne Person (Tagesmutter) so nicht abdecken.
Ich finde KiGa auch besser als immer zu Hause, aber mach dir nicht zu viele Illusionen über das, was Kindergärten leisten ;) KANN, das hast du ja selbst geschrieben, muss aber nicht.
Du erntest, was du säst.
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von Berlino10 »

manuchka hat geschrieben: aber mach dir nicht zu viele Illusionen über das, was Kindergärten leisten ;) KANN, das hast du ja selbst geschrieben, muss aber nicht.
Das, was ich zumindest in Volgograd mitbekomme, ist auch eher ernüchternd. Und es sieht nicht aus, als wolle RUS daran etwas ändern.
Alexej Kudrin, ehemaliger russischer Finanzminister, beklagt zumindest, dass ..
Gemäß dem von der Regierung kürzlich vorgelegten Dreijahresplan werden die Ausgaben für Bildung, Gesundheitswesen und Infrastruktur dem prozentualen Anteil am Bruttoinlandsprodukt nach gekürzt.
http://russland-heute.de/wirtschaft/201 ... 26945.html

Obwohl man fairerweise auch erwähnen muss, dass die Qualität der KiTa-Betreuung in Berlin derart misserabel war/ist,
dass wir uns entschlossen hatten, eine eigene Elterninitiative zu starten, um die KiTa selbst zu machen.
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manuchka
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von manuchka »

Sag ich doch, KANN. Nicht nur in RUS, überall ist das so. In unserem Privatkindergarten in Wien ist uns am Anfang auch das Blaue vom Himmel herunter versprochen worden: Ausflüge und Spielplatz und dies und das... die Wirklichkeit sah so aus, dass in 2 Jahren KiGa-Zeit die Kinder zweimal draußen waren. Nach den Sommerferien hat allerdings die KiGa-Leiterin ( :evil: ) zumindest alle Verantwortung rund um die Betreuung an die Betreuerinnen selbst abgegeben, seitdem ist vieles besser geworden, und die Meinung der Eltern ist endlich gefragt und wird nicht als "feindliche Einmischung" betrachtet. Kommt also immer auf das persönliche Engagement der Beteiligten an.
Du erntest, was du säst.
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Zejtnot
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von Zejtnot »

Unser privater Kindergarten legt sehr viel Wert auf die Beteiligung der Eltern. Im Gegenteil, auf der Elternversammlung wurde richtig geschimpft, dass einige Eltern nicht zu den fast monatlichen Sonderveranstaltungen gekommen sind. Da meine Schwägerin selber einige der Kurse leitet, haben wir auch einen recht guten Einblick in diesen Kindergarten. Und nach zwei Monaten sind auch wir bereits gut integriert, ich habe schon Spielsachen ganz gemacht, wurde gebeten, eine Murmelbahn aus Deutschland mitzubringen (Cuboro - ein tolles Spielzeug), und selbst die Englisch-Kurse wurden mir schon nahegelegt.

Es gibt täglich 4 bis 7 Angebote für die Kinder (Sport, Englisch, Montessori, Sprachentwicklung, Musik, творчество, Tanzen), drei große Wochenendausflüge pro Jahr (im Winter zum 23. Februar, im Sommer vor den Ferien, im Herbst Erntedankfest), ferner mehrere kleine Veranstaltungen (8. März, Abschlussball für die Schulanfänger, Neujahrsfeier, Lichterfest im November, Frühlingsfest, ...). Einziges Manko: der Kindergarten hat keinen eigenen Spielplatz und das Spazierengehen wird weniger gefördert, als in staatlichen Kindergärten mit Außenanlagen.

Aber selbst wenn es das alles nicht gäbe: Ich merke, dass mir einfach die Energie fehlt, meinen Sohn rund um die Uhr zu unterhalten. Das geht überhaupt nicht, so aktiv wie der Knabe ist. Diese Energie können schlicht nur andere Kinder absorbieren ... und das ist Aufgabe des Kindergartens.

Insofern gefiel mir der Elternabend, wo die Leiterin fragte, was die Eltern denn so erwarten. Es kamen lauter Antworten, wie Vorbereitung auf die Schule, Beibringen von Verhaltensregeln, Förderung der Kreativität und so weiter. Und was antwortet die Leiterin? "Ist ja alles schön und gut! Aber warum sagt denn niemand: 'Das mein Kind hier eine schöne Zeit verbringt und viel spielt!'" Ich bin danach zu ihr und habe mich entschuldigt, dass mir diese Antwort zu banal vorkam.
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von Berlino10 »

Zejtnot hat geschrieben: Aber warum sagt denn niemand: 'Das mein Kind hier eine schöne Zeit verbringt und viel spielt!'"
Dann hast Du ja die richtige Einstellung vorgefunden .. so sehr mir in RUS auch das disziplinierte und soziale Leben in KiTas und Schulen gefällt,
so bleibt auf der anderen Seite nach meinem Eindruck das Freie und Kreative und Spielen etwas auf der Strecke .. eigener Wille entwickeln ...
Aber auch in DEU werden ja schon die 2-3Jährigen zumindest in privaten Einrichtungen mit Lernvorbereitungen gequält, Stichwort Englisch und Mandarin ..
Unserer Elterninitiative war es wichtig, dass die Kinder täglich bei Wind und Wetter draussen waren .. und selbstständig spielen, anpflanzen, basteln, handwerken konnten.
Das mach(t)en schon angestellte Erzieher ... ich hätte neben Arbeit auch nicht die Zeit und Energie mich zu kümmern.
Novosibirsk scheint da etwas besser versorgt zu sein als Volgograd ... aber hier beklagt man ja auch die schlechteste Infrastruktur Russlands.
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Dietrich
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von Dietrich »

Berlino10 hat geschrieben:Aber auch in DEU werden ja schon die 2-3Jährigen zumindest in privaten Einrichtungen mit Lernvorbereitungen gequält, Stichwort Englisch und Mandarin ..
Also in unserem (evangelischen) Kindergarten hätte ich mir eher mehr als weniger Lernvorbereitungen gewünscht. Zahlen, Buchstaben, Schreiben.... wurde alles für die Schule übriggelassen(*). Englisch im Kindergarten ist meiner Meinung nach Quatsch und Spielerei, da Grundschul-Kinder das im Kindergarten gelernte Englisch locker in 1 bis 2 Wochen nachholen können. Und native speaker ist auch noch niemand geworden, weil er im Kindergarten 20 Worte und 5 Lieder gelernt hat.
Berlino10 hat geschrieben:Unserer Elterninitiative war es wichtig, dass die Kinder täglich bei Wind und Wetter draussen waren .. und selbstständig spielen, anpflanzen, basteln, handwerken konnten.
Selbstständig spielen etc. finde ich auch wichtig. Wobei ich von "Raus bei jedem Wetter" nicht unbedingt etwas halte. Liegt aber auch daran, dass deutsche Kindergärtnerinnen anscheinend nicht in der Lage sind darauf zu achten, ob ein Kind im Winter auch Schal und Mütze angezogen hat. Sowas endet dann schnell mit Schniefnase und Kind krank zu Hause....
Und das ist bei 2 berufstätigen Eltern ohne Oma & Opa in der Nähe dann immer schlecht.

(*): Wobei ich auch da glaube, dass es für das Kind keinen großen Unterschied macht, ob es mit 5, 6 oder erst 7 Jahren alle Buchstaben schreiben kann....
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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Re: Kinder in Russland

Beitrag von GIN »

Berlino10 hat geschrieben:
Zejtnot hat geschrieben: Nach Baunormen muss auch ein Neubau einen Spielplatz haben und das wird sogar eingehalten in Novosibirsk - bei den Kosten von 300.000 Rubel für ein Klettergerüst von КСИЛ ist das auch nicht das Problem.

Der Skandal ist, dass Baurechte vergeben werden, ohne dass die städtische Infrastruktur (Bildung, Gesundheit) es auch nur annähernd hergibt. Und wenn das städtische Budget so etwas nicht leisten kann, dann muss man halt in der Baugenehmigung die Bauherren verpflichten, für solche Einrichtungen zu sorgen.
Zu den Baunormen dürfte es sicher wohl auch gehören, dass es eine Straße zu den neuen Häusern gibt, oder?
Bei einer der Wohnungen meiner Freundin warten die Bewohner seit vielen, vielen Monaten vergeblich darauf.
Und von einem Spielplatz konnte ich dort auch nichts sehen ...

http://ulianov24.livejournal.com/161773.html

http://vv-34.ru/society/u-sobstvennikov ... o-net.html

Bild
Wenn Du die Antwort findest wieso das mit den Strassen nicht funktioniert bitte ich um Rückmeldung. Seit Jahren verfolgt mich die Frage und ich finde die Antwort nicht. Es muss ein Problem im System sein.
m1009

Re: Kinder in Russland

Beitrag von m1009 »

Der Kindergarten ist bis 19:00 offen.
Auf dem Papier, oder im wirklichem Leben? Alle staatlichen Kindergaerten, die ich kenne, haben Oeffnungszeiten bis 18:30/19:00. Schafft man jedoch nicht, das Kind bis 17:30?18:00 abzuholen, gibt es empoerte Anrufe. Unsere Tochter, ist gegen 17:30, immer das letzte Kind im Haus.
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