http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine1340.htmlDie Ukraine will den Gaspreis für die Bevölkerung ab dem 1. Mai drastisch um 50 Prozent erhöhen und damit die Voraussetzung schaffen für nötige Kredite des IWF. Der Staatskonzern Naftogas kündigte zudem weitere Preisanstiege für die kommenden Jahre an.
In der Ukraine werden die Gaspreise seit vielen Jahren vom Staat erheblich subventioniert. Die Regierung sieht darin auch einen Ausgleich für niedrige Löhne und Renten. Der IWF verlangt ein Anheben der Energiepreise auf "marktübliches Niveau".
Im Gegenzug hofft Kiew auf ein bis zu 20 Milliarden US-Dollar umfassendes Hilfsabkommen. Das Land steht vor dem Bankrott, allein beim Nachbarn Russland steht die Ukraine nach Moskauer Angaben mit rund 16 Milliarden Dollar in der Kreide.
Da Rußland die Gasrabatte gestrichen hat, wird aber dadurch auch kein allzu großes Einkommensplus für die Ukraine zustandekommen.
(Für die Pacht des Flottenstützpunkt in Sewastopol gab es bislang 30% Rabatt, weitere 30% gab es wohl kurzfristig nachdem Janukowitsch sich gegen das EU-Abkommen entschieden hatte.)
Weitere Forderungen des IWF sollen Korruptions- und Bürokratieabbau, aber auch eine Kürzung der Renten um bis zu 50% (derzeit liegen Renten im Durchschnitt bei 160$) und Steuererhöhungen sein.
Positiv wirkt sich das mit Sicherheit nicht auf die innenpolitische Stabilität aus.
Die erhofften blühenden Landschaften rücken dann wohl erst mal in unerreichbare Ferne. Sogar neue Proteste gegen die Übergangsregierung, die "unsere Ukraine" verkauft hat, wären denkbar.


