NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

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klaupe
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von klaupe »

Dietrich hat geschrieben:
Berlino10 hat geschrieben:Putin hat "nur" auf den Angriff des Westens in der Ukraine reagiert - ebenfalls völkerrechtswidrig und zusätzlich auch noch militärisch völkerrechtswidrig,
Natürlich hat der Westen angegriffen:
  1. Klitschko ist ja halber Wessi, der macht seine Kohle jetzt in Hamburg und seine geballte Faust zielte auch in Richtung Putin.
  2. Madame Timoschenko hat ihr lahmes Kreuz in der Charité wieder aufmöbeln lassen und hat ja nun Putin verbal mit der Kalaschnikow bedroht.
  3. Tjahnyboks "Svoboda" hat sich moralisch bei der NPD aufrüsten lassen zum K(r)ampf gegen Moskau
Also wenn das keine massive Bedrohung ist, sogar unter Waffengewalt, dann ....
Nur mit dem Völkerrecht scheint es hier bei manchen Kandidaten echte Probleme zu geben. Offensichtlich erfinden die von Fall zu Fall ihr eigenes Völkerrecht.
Da halte ich mich lieber an die international vereinbarte Version der UN, kann man ganz genau nachlesen bei http://www.unric.org/de/charta. Alles Andere findet man bei
Bild
Berechtigten Interessen der Russen?In der Ukraine oder wo? Weil die Ukraine ja eigentlich "gar nicht so richtig souverän" war?
Die interessieren sich für alles!
Er kann die Entbehrungen, die so und so auf die Leute zugekommen wären, jetzt erstmal auf den bösen Westen schieben.
Ja auf wen denn sonst?
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von Berlino10 »

Dietrich hat geschrieben: O.K..... du wolltest auch einfach mal provokant formulieren. Gut gemacht!
Ich gebe zu, "Angriff" ist ein wenig provokant formuliert, wird aber von den Russen so empfunden,
ähnlich wie die NATO-Osterweiterung als Bedrohung und Betrug,
zu nicht-demokratisch legitimierter Einverleibung stehe ich.
Dietrich hat geschrieben: Er kann die Entbehrungen, die so und so auf die Leute zugekommen wären, jetzt erstmal auf den bösen Westen schieben. Die Frage ist, wie lange die Leute mit dieser Erklärung zufrieden sind....
Keine Ahnung, wie lange das patriotische Gefühl anhält.
Ein konfrontativer Westen macht jedenfalls für viele Russen einen starken Mann im Kreml nötig.
ich gebe auch zu bedenken, dass es zu Putin nicht nur eine pro-westliche Opposition gibt,
sondern auch die Gefahr, dass sich radikalere Kräfte als Putin durchsetzen könnten, vor allem, wenn er die Krim auch wieder verloren gegeben hätte.
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Dietrich
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von Dietrich »

Berlino10 hat geschrieben:Ein konfrontativer Westen macht jedenfalls für viele Russen einen starken Mann im Kreml nötig.
Naja, ein weniger polarisierenderen Mann im Kreml würde die Sorge um den "konfrontativen Westen" vielleicht ganz von alleine lösen.
Das ist eher ein Henne-Ei-Problem, denn der Westen schaltete doch bei Medvedew sichtbar zurück, weil man sich von ihm eine liberalere Politik erhoffte.
Berlino10 hat geschrieben:ich gebe auch zu bedenken, dass es zu Putin nicht nur eine pro-westliche Opposition gibt,
sondern auch die Gefahr, dass sich radikalere Kräfte als Putin durchsetzen könnten, vor allem, wenn er die Krim auch wieder verloren gegeben hätte.
Aber daran ist Putin doch eigentlich als Einziger Schuld. Wenn er nicht eine echte - politisch normal organisierte - Opposition mit Händen und Füßen bekämpfen würde, dann würden doch auch in Russland die radikalen Kräfte links und rechts nur eine genau so unbedeutende Rolle spielen, wie in Deutschland oder fast überall im Rest von Europa.
Und was bedeutet "die Krim wieder verloren gegeben hätte"?
Das ist ja eine tolle Argumentation nach dem Motto "Er würde sie ja vielleicht gerne wieder zurückgeben (weil er erkannt hat, dass es nicht so ganz völkerrechtlich sauber war oder warum auch immer), aber dann würden ja die Radikalen......"
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von Berlino10 »

Dietrich hat geschrieben: Naja, ein weniger polarisierenderen Mann im Kreml würde die Sorge um den "konfrontativen Westen" vielleicht ganz von alleine lösen.
Das hieße, ohne Putin gibt der Westen die Annektion der Ukraine wieder auf?

Dietrich hat geschrieben: Aber daran ist Putin doch eigentlich als Einziger Schuld. Wenn er nicht eine echte - politisch normal organisierte - Opposition mit Händen und Füßen bekämpfen würde, dann würden doch auch in Russland die radikalen Kräfte links und rechts nur eine genau so unbedeutende Rolle spielen, wie in Deutschland oder fast überall im Rest von Europa.
RUS ist aber nicht wie der Rest von Europa. Die Hardliner sitzen auch nicht nur in der Opposition unbedingt, sondern auch im Kreml
Dietrich hat geschrieben: Und was bedeutet "die Krim wieder verloren gegeben hätte"?
Das ist ja eine tolle Argumentation nach dem Motto "Er würde sie ja vielleicht gerne wieder zurückgeben (weil er erkannt hat, dass es nicht so ganz völkerrechtlich sauber war oder warum auch immer), aber dann würden ja die Radikalen......"
Nicht wieder klein beigeben und sich alles gefallen lassen, auch und vor allem jetzt in der Ukraine, auf der Krim.
NATO-Osterweiterung, die Raketen, die Zerstückelung Serbiens, die Ablehnungen europäischer Lösungen , die Annektion der Ukraine...
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von harald63 »

Berlino10 hat geschrieben: Das hieße, ohne Putin gibt der Westen die Annektion der Ukraine wieder auf?
Hab' ich was verpasst? Wer hatte die Ukraine annektiert? Polen? Ungarn?
Also wenn man schon abstruse Behauptungen aufstellt kann ich auch behaupten, dass die Russen, die ja den mit Abstand größten Einfluß auf die Ukraine haben, die Ukraine systematisch destabilisiert haben um dann in einem günstigen Moment die Krim zu annektieren.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von weltenbummler »

Der Westen hat die Ukraine zwar nicht annektiert, aber das Verhalten war trotzdem mehr als fragwürdig.

Auf dem Maidan hat eine aufgebrachte Menschenmenge randaliert. Darunter sehr fragwürdige Gestalten (Rechtsradikale, Hooligans, ...) Ob diese Menschenmenge wirklich die Mehrheit der Ukrainer repräsentiert weiß niemand, weil es bis jetzt keine Neuwahlen gegeben hat.

Nachdem die Lage eskaliert ist, haben Putin, Janukovic, Vertreter der Opposition und Vertreter des Westens haben ein Abkommen unterzeichnet, wonach bestimmte Gesetze angepasst werden sollten und es möglichst bald Neuwahlen geben soll. Bis dahin war alles gut.

Die Opposition hat sich nicht an die Vereinbarung gehalten und die demokratisch gewählte Regierung gestürzt. Die neue Regierung wurde vom Westen umgehend anerkannt und nun werden Außenpolitische Verträge und auch Verträge mit sehr weitreichenden finanziellen Folgen (IWF) mit dieser, in keiner Weise demokratisch legitimierten Regierung abgeschlossen.

Wie schon gesagt, keine Anenktion aber mehr als Fragwürdig.
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Dietrich
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von Dietrich »

Berlino10 hat geschrieben:Das hieße, ohne Putin gibt der Westen die Annektion der Ukraine wieder auf?
Ich dachte wir hätten die Phase "Ich kann es noch provokanter!" schon wieder hinter uns. Soll/muss ich dann jetzt behaupten, Putin hätte auf dem Maidan die Ukrainer höchstpersönlich selbst erschossen, um einigermaßen auf dem von dir hier vorgegebenen Niveau zu bleiben?
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von kamensky »

weltenbummler hat geschrieben:Der Westen hat die Ukraine zwar nicht annektiert, aber das Verhalten war trotzdem mehr als fragwürdig.

Auf dem Maidan hat eine aufgebrachte Menschenmenge randaliert. Darunter sehr fragwürdige Gestalten (Rechtsradikale, Hooligans, ...) Ob diese Menschenmenge wirklich die Mehrheit der Ukrainer repräsentiert weiß niemand, weil es bis jetzt keine Neuwahlen gegeben hat.

Nachdem die Lage eskaliert ist, haben Putin, Janukovic, Vertreter der Opposition und Vertreter des Westens haben ein Abkommen unterzeichnet, wonach bestimmte Gesetze angepasst werden sollten und es möglichst bald Neuwahlen geben soll. Bis dahin war alles gut.

Die Opposition hat sich nicht an die Vereinbarung gehalten und die demokratisch gewählte Regierung gestürzt. Die neue Regierung wurde vom Westen umgehend anerkannt und nun werden Außenpolitische Verträge und auch Verträge mit sehr weitreichenden finanziellen Folgen (IWF) mit dieser, in keiner Weise demokratisch legitimierten Regierung abgeschlossen.

Wie schon gesagt, keine Anenktion aber mehr als Fragwürdig.

Ich werfe mit dem folgenden Artikel einfach einmal die "hinterfotzig gespaltene Zunge" von einigen russichen Politiker in den Raum

http://de.ria.ru/politics/20140324/268105122.html

Zitat:

*warum wird ein derart bedeutendes Abkommen vom Chef einer selbsternannten Regierung unterzeichnet, ohne die Präsidentenwahlen im Mai abzuwarten?“

Die Gegenfrage sollte m.E. demnach so lauten: *Weshalb annektiert Russland die Krim, ohne die Präsidentenwahlen im Mai abzuwarten*?


Ist es den nicht so, dass RU und seine Oberanarchisten bis dato noch darauf beharren, dass Janukovic immer noch der legitime Präsident der Ukraine ist, gegenteilig existiert aber auch eine ukrainische Verfassung, welche mit der Annektion der Krim durch RU anscheinend keine Gültigkeit mehr hat. Wie kommt so was?
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von weltenbummler »

kamensky hat geschrieben:[
Die Gegenfrage sollte m.E. demnach so lauten: *Weshalb annektiert Russland die Krim, ohne die Präsidentenwahlen im Mai abzuwarten*?
Auch das kann man anders sehen. Die Krim war eine autonome Republik. Die Russen hatten dort, völlig legal, Militärstützpunkte und konnten sich dort immer frei bewegen. Ähnlich wie die Engländer in Norddeutschland.

Die autonome Republik Krim hat nach einer Volksabstimmung um eine Aufnahme in die russische Föderation gebeten.

Natürlich hätte Russland die Krim nicht aufnehmen dürfen, aber dieser Vorgang ist trotzdem keine Annektion.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von Berlino10 »

Dietrich hat geschrieben:
Berlino10 hat geschrieben:Das hieße, ohne Putin gibt der Westen die Annektion der Ukraine wieder auf?
Ich dachte wir hätten die Phase "Ich kann es noch provokanter!" schon wieder hinter uns.
Die Russen sehen die Handlungen des Westens in der Ukraine so.
Der Westen sieht die Handlungen der Russen auf der Krim so.

Die Rhetorik ist nicht nur einseitig falsch.
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