NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

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kamensky
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von kamensky »

weltenbummler hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben:[
Die Gegenfrage sollte m.E. demnach so lauten: *Weshalb annektiert Russland die Krim, ohne die Präsidentenwahlen im Mai abzuwarten*?
Auch das kann man anders sehen. Die Krim war eine autonome Republik. Die Russen hatten dort, völlig legal, Militärstützpunkte und konnten sich dort immer frei bewegen. Ähnlich wie die Engländer in Norddeutschland.

Die autonome Republik Krim hat nach einer Volksabstimmung um eine Aufnahme in die russische Föderation gebeten.

Natürlich hätte Russland die Krim nicht aufnehmen dürfen, aber dieser Vorgang ist trotzdem keine Annektion.
Was ist den mit Autonomie gemeint? Exakt wie Sie geschrieben haben "uneingeschränkte Bewegungsfreiheit" hat aber nicht im geringsten Sinne Etwas mit Enteignung gemeinsam, was RU jedoch vollzogen hat.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von klaupe »

kamensky hat geschrieben:Wie schon gesagt, keine Anenktion aber mehr als Fragwürdig.
Wie nennt man so was? Freundliche bewaffnete Übernahme? Abstimmungspoker mit zwei Assen im Ärmel?
kamensky hat geschrieben:Die Gegenfrage sollte m.E. demnach so lauten: *Weshalb annektiert Russland die Krim, ohne die Präsidentenwahlen im Mai abzuwarten*?
das wäre zu spät, da geht ja schon die Reisesaison los.
kamensky hat geschrieben:Ist es den nicht so, dass RU und seine Oberanarchisten bis dato noch darauf beharren, dass Janukovic immer noch der legitime Präsident der Ukraine ist, gegenteilig existiert aber auch eine ukrainische Verfassung, welche mit der Annektion der Krim durch RU anscheinend keine Gültigkeit mehr hat. Wie kommt so was?
Als legitimer Präsident, der er ja nach russischer Rechtsauffassung immer noch ist, wäre es doch mehr als logisch, wenn Janukowitsch als oberster Verfassungswächter das Referendum abgesegnet und die Abtretung unterschrieben hätte.
Ohne seine Unterschrift gehört die Autonome Republik Krim immer noch stramm zum ukrainischen Staatsgebiet. Da kann die Staatsduma beschließen, was sie will.
Wenigstens Freund Putin, der ja lautstark Janukowitsch als rechtmäßigen Präsidenten anerkennt, sollte das wissen -- oder leidet er schon an Demenz?
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von weltenbummler »

Meiner Meinung nach haben sich weder der Westen noch Russland in der Ukraine richtig verhalten. Beide Seite haben schwere Fehler begangen. Aus diesem Grund halte ich die recht weit verbreitete Sichtweise, dass "wir Putin mal zeigen müssen wer hier der Chef ist" für dumm und gefährlich.

Es wäre wesentlich besser, wenn man sich, ohne Vorbedingungen, an einen Tisch setzen würde, und versuchen würde, einen vernünftigen Ausweg aus dieser Situation zu finden.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von kamensky »

Es wäre möglicherweise von Vorteil, wenn sich russisch Anarchisten der Politik zuerst einmal mit der Definition von "Wörtern" befassen würden, als irgendwelche Töne zu spucken, ohne das sie das Synonym des Wortes überhaupt verstehen. Bestätigt doch das PISA-Resultat von 2009 welches in der Vergangenheit sicherlich noch schlechter herausgekommen wäre anno domini, als dieser Herr noch die Schulbank drückte, wenn dies dann überhaupt einmal der Fall war.

http://de.ria.ru/politics/20140404/268209285.html

Der Aussage nach von diesem Herrn war und ist eine militärische Intervention, weder als Aggression, noch als Sanktion zu betrachten, mit welchem die Krim "einverleibt" wurde. Ein wahrliches "Ballaststoffabklemmorgan" hoch2!
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von klaupe »

weltenbummler hat geschrieben:Meiner Meinung nach haben sich weder der Westen noch Russland in der Ukraine richtig verhalten. Beide Seite haben schwere Fehler begangen.
Schon der Assoziierungsvertrag Ukraine/EU war eine unsinnige Provokation und eine unter dem Strich sehr eigennützige Aktion der EU.
Das Janukowitsch den nicht unterschrieben hat, kann ich verstehen, allerdings hatte er damals andere Gründe, die Unterschrift zu verweigern.
Im Prinzip war er zwei mal der Dumme. Zuerst handelte er ein Abkommen aus (oder ließ es sich unterjubeln), was nichts taugte, dann fiel er auf russische Hilfsversprechen ein, die auch nichts taugten, da sie nur ein taktischer Trick waren.
Beim Euromaidan hat der Westen blind der einen Seite zugejubelt, ohne sich die Leute mal richtig anzusehen, die da auch mitmischten.
Russland hat genau die Gegenseite gefördert und die Feuerchen etwas zu fleißig unter Dampf gehalten.
Aus diesem Grund halte ich die recht weit verbreitete Sichtweise, dass "wir den Russen mal zeigen müssen wer hier der Chef ist" für dumm und gefährlich.
Das können nur die Ukrainer selbst sein, aber die sind sich ja selbst nicht einig. So lange die nicht in der Lage sind in Ukrainisch und in Russisch im Chor gemeinsam stolz zu singen "Wir sind Ukrainer" können sie nur von einer Katastrophe in die andere schliddern.

Blasse Theorie? Nein! Ich war mehrmals in der Ukraine, auch (eigentlich überwiegend) in "russischen" Regionen. Da lebten "Russen" und "Ukrainer" friedlich zusammen unter der ukrainischen Flagge (die russische sah man fast nie). Nein, geliebt haben sie sich vielleicht nicht. aber die Preußen mögen die Bayern auch nicht und die Weißwurschtdeutschen nehmen die Saupreißn nicht ernst. Trotzdem klappt einigermaßen gut zusammen und nicht einmal die Sprachfrage ist gesetzlich geregelt.
Wie gesagt, so habe ich die Ukraine erlebt und von Differenzen, wie sie zur Zeit ausgekämpft werden, konnte ich nichts bemerken.
Es wäre wesentlich besser, wenn man sich, ohne Vorbedingungen, an einen Tisch setzen würde, und versuchen würde, einen vernünftigen Ausweg aus dieser Situation zu finden.
Ja, das wäre es, aber die Parteien sind im Moment so gegeneinander aufgebracht, dass es schwierig ist.
Vielleicht schafft es innerhalb der Ukraine ein geschickter Parlamentär, alle an einen runden Tisch zu bringen.
Mit Putin scheint im Moment kein Dialog möglich zu sein, der blockt einfach ab und will keinen Zentimeter von seiner Position abweichen.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von weltenbummler »

klaupe hat geschrieben: Blasse Theorie? Nein! Ich war mehrmals in der Ukraine, auch (eigentlich überwiegend) in "russischen" Regionen. Da lebten "Russen" und "Ukrainer" friedlich zusammen unter der ukrainischen Flagge (die russische sah man fast nie). Nein, geliebt haben sie sich vielleicht nicht. aber die Preußen mögen die Bayern auch nicht und die Weißwurschtdeutschen nehmen die Saupreißn nicht ernst. Trotzdem klappt einigermaßen gut zusammen und nicht einmal die Sprachfrage ist gesetzlich geregelt.
Wie gesagt, so habe ich die Ukraine erlebt und von Differenzen, wie sie zur Zeit ausgekämpft werden, konnte ich nichts bemerken.
Ich war vor einem Jahr am 9. Mai in Sewastopol. Dort hat die große Parade zum "Tag des Sieges" stattgefunden. Das ganze war so eine Art Volksfest vergleichbar vielleicht mit einem Schützenfest oder Karnevall.

Die Parade bestand aus sowohl aus Veteranen, als auch aus aktiven Soldaten und sonstigen Gruppen (Schüler oder so)

Ich würde sagen 50 % der Fahnen waren russisch, 40 % der Fahnen Rot, mit Hammer und Sichel und 10 % der Fahnen Ukrainisch. Zwischendurch wurden Bilder von Stalin hochgehalten und die Menge jubelte laut "Hurra!" Wie schon gesagt, die russische und die ukrainische Armee haben dort friedlich miteinander gefeiert.

Deshalb war es für mich eigentlich kein Wunder, dass die ukrainische Armee die Krim so heldenhaft gegen die russischen Invasoren verteidigt hat.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von Berlino10 »

weltenbummler hat geschrieben: Deshalb war es für mich eigentlich kein Wunder, dass die ukrainische Armee die Krim so heldenhaft gegen die russischen Invasoren verteidigt hat.
Nun, das haben 14.500 der 18.800 Ukrainischen Soldaten auf der Krim auch nie vorgehabt,
sie sind nämlich zu den "Invasoren" der Russischen Armee übergelaufen
http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine1338.html
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von klaupe »

weltenbummler hat geschrieben:Ich war vor einem Jahr am 9. Mai in Sewastopol. Dort hat die große Parade zum "Tag des Sieges" stattgefunden. Das ganze war so eine Art Volksfest vergleichbar vielleicht mit einem Schützenfest oder Karnevall.
Die Parade bestand aus sowohl aus Veteranen, als auch aus aktiven Soldaten und sonstigen Gruppen (Schüler oder so)
Ich würde sagen 50 % der Fahnen waren russisch, 40 % der Fahnen Rot, mit Hammer und Sichel und 10 % der Fahnen Ukrainisch. Zwischendurch wurden Bilder von Stalin hochgehalten und die Menge jubelte laut "Hurra!"
Die Krim hatte ich nie zum 9 Mai erlebt, aber ich kann es mir vorstellen.
Krieg, Helden und Veteranen, das scheint eher ein russisches Hobby zu sein.
Ähnliches erlebt man in Berlin im Treptower Park am 9. Mai. Da glaubst Du, dass Du mitten in Russland bzw. Sowjetunion bist. Die alten Helden Stalin & Co werden stolz präsentiert und natürlich alle Orden und Medaillen, die irgendwie verfügbar sind. Ich vermute, dass man da auf dem Flohmarkt sich heldenhaft eindecken kann.
Was mich da irritiert: Statt stillem Gedenken der Opfer ist es eher ein feuchtes Klamaukfest.
Echte Veteranen kann man vielleicht noch mit der Lupe finden, aber die "Neuveteranen" sind deutlich auffälliger.
Ein paar deutsche Alt-, Mittel- und Neukommunisten ziehen eine Parade zu ohrenbeleidigender Marschmusik ab, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist.
Berliner sieht man da kaum, denn am "Tag der Befreiung" ging für die das Drama erst richtig los für fast 1/2 Jahrhundert. Die wären größtenteils lieber "unfrei" geblieben.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von weltenbummler »

Für mich als "Wessi" war das ganze ziemlich beeindruckend. Es war wirklich eine große, fröhliche Veranstaltung. Es schien ein beliebter Sonntagsausflug für die ganze Familie zu sein.

Ich kenne nur die traurigen Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag. Gut, wir haben den Krieg verloren, die Sowjetunion hat ihn gewonnen, klar das die sich anders erinnern...

Wobei die Stalinbilder mich wirklich irritiert haben. Stalin hat in der Ukraine nun wirklich sehr vielen Menschen das Leben gekostet. Das ist, meiner Meinung nach so, als würde man mit einem Hitlerbild durch Polen marschieren und die Menge am Straßenland würd laut "Hurra!" schreien.
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Re: NZZ Artikel: "Putins Schuss in eigenen Fuss"

Beitrag von klaupe »

Berlino10 hat geschrieben:Nun, das haben 14.500 der 18.800 Ukrainischen Soldaten auf der Krim auch nie vorgehabt,
sie sind nämlich zu den "Invasoren" der Russischen Armee übergelaufen
Hier nennt man das Fahnenflucht. Scheinbar sind in der russischen Armee Deserteure herzlich willkommen.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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